René Defossez

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René Defossez (* 4. Oktober 1905 in Spa; † 20. Mai 1988 in Etterbeek) war ein belgischer Komponist und Dirigent.

Leben[Bearbeiten]

René Defossez erhielt bereits als Kind Violin- und Klavierunterricht von seinem Vater, einem Violinisten im Casino-Orchester von Spa. 1923 begann er seine Studien am Lütticher Konservatorium, hier erhielt er die Abschlussdiplome in den Fächern, Violine, Harmonielehre, Kontrapunkt und Fugenlehre, Musikgeschichte und Kammermusik. In der ersten Zeit nach seiner Ausbildung trat er hauptsächlich als Violinist in Raum Lüttich, Verviers und Spa in Erscheinung. 1929 begann er als Dirigent des Casino-Orchesters Spa und legte erste Kompositionen vor. 1935 erhielt er den 1. Prix de Rome mit seiner Kantate „Le Vieux Soudard“. Inzwischen zum Musikdirektor seiner Heimatstadt ernannt, konnte er mit seinem Orchester international bekannte Solisten wie Alfred Cortot, Arthur Grumiaux, Emil Gilels, Moura Lympany, Arthur Rubinstein, Jacques Thibaud begleiten.

Nach dem Tode von Maurice Corneil de Thoran wurde Defossez 1937 „Directeur de la musique“ an der Brüsseler Oper La Monnaie. Ab 1946 leitete er die Klasse für Orchesterleitung am Brüsseler Konservatorium. 1959 beendete er seine Tätigkeit am Monnaie Theater und hinterließ dem Haus ein Repertoire von 120 neu aufgeführten Werken.

1951 und 1956 wurde jeweils ein Violinkonzert und ein Klavierkonzert aus seiner Feder als Pflichtwerk beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb gewählt. Nach der Beendigung seines Engagements an der Monnaie trat Defossez in erster Linie als Dirigent verschiedener belgischer und ausländischer Orchester in Erscheinung.

In seinen Kompositionen fühlt er sich eher zum Impressionismus als der seriellen Musik und anderen avantgardistischen Strömungen hingezogen, die er als zu intellektuell empfand. Seine profunde Kenntnis des Klangkörpers Orchester und der technischen Möglichkeiten der Instrumente erlaubte es ihm brillante Werke zu schaffen.

Im Alter von 68 Jahren wurde er als Professor für Orchesterleitung nach Mexiko-Stadt bestellt, kurz darauf wurde er zum künstlerischen Leiter der dortigen Oper bestellt.

1970 wurde er in die Königliche „Académie des Beaux-Arts“ aufgenommen und erhielt vom belgischen König die Auszeichnung „Ritter des Kronenordens“.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

René Defossez hinterließ rund 200 Kompositionen.

Orchesterwerke[Bearbeiten]

  • Aquarium, drei Impressionen für Kammerorchester (1927)
  • Arioso et moto perpetuo (1968)
  • Sinfonietta de printemps (1975)

Solokonzerte[Bearbeiten]

  • Konzert für Posaune und Blasorchester (1948)
  • Violinkonzert (1951)
  • Konzert für 2 Klaviere und Orchester (1956)

Kammermusik[Bearbeiten]

  • 2 Streichquartette (1950)
  • Les caprices de ma poupée für Klavier (1950)
  • Impromptu für Viola und Klavier (1976)
  • Sonatine für Harfe (1976)
  • Cinq caractères sous forme de pièces brèves für Violine und Viola (1978)
  • Improvisation et Fugato für Violine, oder Bratsche, oder Cello, oder Kontrabass und Klavier (1978)

Opern[Bearbeiten]

  • Le subterfuge improvisé“ (1938)
  • Les surprises de l'amour“ (1961)
  • Thriller“ (1976)

Chor und Orchester[Bearbeiten]

  • Kantate: „La conversion de saint Hubert“ (1933)
  • Kantate: „Le vieux Soudard“ (1935)
  • Oratorium: „La frise empourprée“ (1939)
  • Oratorium: „Ceux de la citadelle de Liège“ (1947)

Weblinks[Bearbeiten]