René Pleven

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René Pleven (* 15. April 1901 in Rennes; † 13. Januar 1993 in Paris) war ein französischer Politiker.

Nach seinem Studium der Rechtswissenschaft und der Politik in Paris mit anschließender juristischer Promotion war Pleven bis 1939 Direktor einer britischen Telefongesellschaft. 1940 schloss er sich den von Charles de Gaulle begründeten Forces Françaises Libres an und wurde 1941, nach einem Aufenthalt in Afrika unter General Philippe de Hauteclocque, von de Gaulle nach London berufen. Hier leitete er als Mitglied des französischen Nationalkomitees der Exilregierung bis zu seiner Rückkehr nach Frankreich 1944 das Wirtschaftskommissariat.

In Frankreich übernahm er 1944 zunächst das Amt des Kolonialministers, im November des gleichen Jahres wurde er Finanzminister und 1945 auch Wirtschaftsminister unter de Gaulle. Im anschließenden Kabinett von Georges Bidault war er Verteidigungsminister. Von 1950 bis 1952 war er zweimal Ministerpräsident Frankreichs. In seine Regierungszeit fällt die Ratifizierung des Schuman-Plans durch das französische Parlament. Außerdem entwickelte er den sogenannten Pleven-Plan, dem zufolge deutsche Streitkräfte in eine europäische Armee eingegliedert werden sollten.

Von 1952 bis 1954 war er wieder Verteidigungsminister. 1958 wurde er von Pierre Pflimlin zum Außenminister ernannt – der letzte der IV. Republik. Zwei Wochen später, nach de Gaulles Amtsantritt als Regierungschef, gab er diesen Posten an Maurice Couve de Murville ab. Von 1958 bis 1969 war er Mitglied der parlamentarischen europäischen Versammlung, 1969 wurde er von Jacques Chaban-Delmas zum Justizminister Frankreichs ernannt. Von diesem Amt trat er 1973 infolge einer Wahlniederlage zurück. Von 1974 bis 1976 war er Präsident des Regionalrats der Bretagne.

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