René Weller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
René Weller Boxer
Daten
Geburtsname René Weller
Gewichtsklasse Leichtgewicht
Nationalität Deutsch
Geburtstag 21. November 1953
Geburtsort Pforzheim
Stil Linksauslage
Größe 1,77 m
Kampfstatistik
Kämpfe 55
Siege 52
K.-o.-Siege 24
Niederlagen 1
Unentschieden 2
Profil in der BoxRec-Datenbank
Rene Weller in Hamburg

René Weller (* 21. November 1953 in Pforzheim) ist ein ehemaliger deutscher Boxer. Er wurde 9-facher Deutscher Meister und Vize-Europameister bei den Amateuren, sowie Deutscher Meister und zweifacher Europameister der EBU bei den Profis.

Amateurkarriere[Bearbeiten]

Der gelernte Heizungsmonteur und Goldschmied begann früh mit dem Boxen und war nebenbei als Gelegenheitsarbeiter, unter anderem als Reinigungskraft und Zeitungsausträger tätig.

1972 wurde er mit einem Finalsieg gegen Hans Pillarz, erstmals Deutscher Meister im Bantamgewicht. 1973 bis 1976 gewann er viermal in Folge den Deutschen Meistertitel im Federgewicht, sowie von 1977 bis 1980 viermal in Folge den Deutschen Meistertitel im Leichtgewicht.

Bei der 20. Europameisterschaft im Juni 1973 in Belgrad, schied er im Viertelfinale nach Punkten gegen den späteren Silbermedaillengewinner Zoran Jovanović aus. 1976 vertrat er Deutschland bei den 21. Olympischen Sommerspielen in Montreal. Dort gewann er im Federgewicht gegen den Franzosen Serge Thomas, ehe er gegen den Rumänen Gheorghe Ciochină ausschied. Bei der 22. Europameisterschaft in Halle (Saale) 1977, verlor er im Halbfinale gegen den späteren Europameister Ace Rusevski.

Im Mai 1979 nahm er im Leichtgewicht an der 23. Europameisterschaft in Köln teil. Nach Siegen gegen den Schweden Ove Lundby, den Tschechen Ladislav Konečný und den Rumänen Ilie Dragomir, zog er ins Finale ein. Dort unterlag er jedoch nach Punkten Wiktor Demjanenko aus der Sowjetunion.

Beim 1. Weltcup im Oktober 1979 in New York, unterlag er im Halbfinale dem Amerikaner David Armstrong nach Punkten.

Im Oktober 1980 nahm er am Internationalen „100 Years of British Boxing Tournament“ teil und gewann mit einem Finalsieg gegen Gary Felvus, die Goldmedaille im Leichtgewicht.

1981 nahm er noch an der 24. Europameisterschaft in Tampere teil, verlor jedoch seinen zweiten Kampf nach Punkten gegen den zweifachen Europameister Wiktor Rybakow.

Profikarriere[Bearbeiten]

Sein Profidebüt gab er am 12. Juni 1981 in Köln gegen den ehemaligen Italienischen Meister Potito Di Muro und siegte dabei nach Punkten. Schon in seinem zweiten Kampf am 16. August, besiegte er den ungeschlagenen Briten Ken Foreman (11 Siege - 0 Niederlagen) durch K.o. in der zweiten Runde. In seinem dritten Duell am 25. September gegen Dieter Schantz, gewann er durch K.o. in der vierten Runde den Deutschen Meistertitel im Leichtgewicht.

Nach 15 weiteren Siegen, u.a. gegen Bruno De Montis (21-1) und die beiden Ex-Europameister Rodolfo Sánchez (53-14) und Charlie Nash (25-4), erhielt er am 29. Juni 1983 in Italien die Chance auf den Europameistertitel der EBU im Leichtgewicht. Gegen den Titelträger Lucio Cusma (22-3) erreichte er dabei ein Unentschieden, womit Cusma Europameister blieb.

In seinem nächsten Kampf am 10. September 1983, besiegte er den Französischen Meister und späteren Europameister Tusikoleta Nkalankete. Daraufhin trat er am 7. Oktober gegen James Ortega (9-1) zum Duell um den Weltmeistertitel des im internationalen Vergleich einflusslosen Verbandes WAA im Superfedergewicht an und besiegte den Amerikaner durch K.o. in der ersten Runde.

Nach zwei weiteren K.o.-Siegen kam es am 9. März 1984 zum Rückkampf gegen Lucio Cusma, den Weller diesmal nach Punkten gewann. Anschließend verteidigte er seinen Titel erfolgreich gegen den Spanischen Meister José Antonio García (31-7), den späteren WBO-Weltmeister Daniel Londas (26-3), den Britischen Meister George Feeney (19-9) und den Französischen Meister Frederic Geoffroy (21-1).

In seiner fünften Titelverteidigung am 10. Januar 1986, verlor er verletzungsbedingt in der achten Runde gegen den späteren WBO-Weltmeister Gert Bo Jacobsen (15-0). Dies blieb die einzige Niederlage seiner Profikarriere. Am 12. Mai 1986 wurde er mit einem Punktesieg gegen Konrad Mittermeier erneut Deutscher Meister im Leichtgewicht und verteidigte den Titel im Rückkampf gegen Mittermeier und durch K.o. gegen Georg Vlachos.

Am 5. März 1988 wurde er in Karlsruhe mit einem Punktesieg gegen José Maillot (23-10) erneut Europameister der EBU im Leichtgewicht. Bis zu seinem Karriereende im Mai 1993, boxte er noch neunmal, darunter ein Unentschieden gegen den Rumänen Stefan Ilie.

Neben und nach dem Boxsport[Bearbeiten]

Wellers playboyhaftes Auftreten brachte ihm Anfang der 1980er Jahre den Beinamen „der schöne René“ ein. 1985 spielte er die Hauptrolle in dem Kinofilm Macho Man, sowie 1993 eine Rolle in Ebbies Bluff von Claude-Oliver Rudolph. Im Jahre 1991 erwirkte Weller eine Unterlassungsklage gegen die Produktionsfirma des Films Macho Man, die daraufhin alle Sexszenen mit ihm aus dem Film entfernen musste. Ab 1996 vertrieb er eine Gürtel- und Goldschmuckkollektion unter dem Label „Rewell“.

Am 16. Juli 1999 wurde Weller wegen Kokainhandels, Hehlerei, Anstiftung zur Urkundenfälschung und unerlaubten Waffenbesitzes zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Am 31. Januar 2003 wurde er wegen guter Führung vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen.

2002 spielte er in dem Musikvideo zu „Hell In Hell“ der Berliner Musikband Surrogat mit. Im Juli 2004 sah man ihn in der, vom Privatsender ProSieben ausgestrahlten, Reality-Show Die Alm. Am 21. Januar 2005 eröffnete er seine neue Action-Show in einer Karlsruher Diskothek. Unter dem plakativen Titel Die Rückkehr der harten Jungs wurde eine Unterhaltungsshow rund um Kampfsport und Nervenkitzel geboten. Weller trat gemeinsam mit dem Aktionskünstler Marko König und dem zehnfachen Weltmeister der Fakire Benji le Fakir auf.

Vom 18. September bis zum 25. September 2005 verbrachte er eine Woche im Big-Brother-Dorf, musste es aber wegen einiger Differenzen und Eklats verlassen. Unter anderem entledigte er sich nach übermäßigem Alkoholgenuss seiner Hose und präsentierte den Bewohnern seinen nackten Hintern.

Weller hat sich auch als Sänger versucht. 1985 sang er eine deutsche Coverversion des Hitler Rap von Mel Brooks aus dem Film Sein oder Nichtsein unter dem Titel Renè Weller Rap (To be or not to be). Im Januar 2003 erschien seine CD Ich bin wieder hier und am 10. Mai 2006 stellte er seine zweite CD Wach auf im Online-Bordell Big Sister vor.[1]

Am 24. Mai 2006 gewann er in der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz einen Kampf gegen den 9Live-Moderator Jürgen Milski. Eine im März 2006 angekündigte Klage auf Schadensersatz und Schmerzensgeld gegen Günther Jauch begann am 7. September in Potsdam. Jauch hatte in der Sendung Wer wird Millionär? im Zusammenhang mit einer Frage zum Boxsport über Weller gesagt: „Der sitzt ja dauernd im Knast“. Das Landgericht Potsdam hat die Klage abgewiesen.[2] Weller ging daraufhin in Berufung, doch auch das Oberlandesgericht Brandenburg wies die Klage Wellers ab.

2007 lud er den Fernsehsender ProSieben unter dem Motto We are Family! So lebt Deutschland – Das Promi Spezial zu sich nach Hause in Dillweißenstein ein. Am 2. November 2008 und am 28. März 2010 war Weller in der Sendung Das perfekte Promi-Dinner des Privatsenders VOX zu sehen. 2010 begleitete ihn und seine Verlobte Maria Dörk die Pseudo-Doku-Soap mieten, kaufen, wohnen auf VOX zwei Folgen lang bei der Wohnungssuche. 2013 nahm er am Promi Frauentausch teil. Er wechselte seinen Alltag mit dem von Mathieu Carriere.

Weller hat eine Tochter und einen Sohn. Er ist seit dem 26. November 2006 mit Maria Dörk verlobt, lebt in Pforzheim und betreibt eine Boxschule.[3]

Schriften[Bearbeiten]

  • René Weller und Max Herfert: Boxen mit René Weller – In drei Runden zum Sieg. Motorbuch Verlag Pietsch, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-50435-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel von radio.cz
  2. Urteil des LG Brandenburg
  3. Das ist René Weller