Renault Laguna

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Renault Laguna
Hersteller: Renault
Produktionszeitraum: seit 1994
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Schrägheck, fünftürig
Kombi, fünftürig
Coupé, zweitürig
Vorgängermodell: Renault 21
Nachfolgemodell: keines

Der Renault Laguna ist das aktuelle Mittelklassemodell von Renault und Nachfolger des Renault 21. Dieser wird seit 1994 gebaut, im Herbst 2007 wurde die dritte Modellgeneration eingeführt. Die zweite Generation war das erste Auto, das die bestmögliche Bewertung von fünf Sternen im Euro NCAP-Crashtest erhielt. Anfang 2005 erhielt die zweite Modellgeneration ein Facelift (genannt „Phase 2“). Hergestellt wird der Laguna im Renault Werk Sandouville nahe Le Havre in der französischen Normandie.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Laguna I

1. Generation (B56/K56)

Renault Laguna I Limousine (1994–1998)

Produktionszeitraum: 1994–2001
Motoren: Ottomotoren:
1,6–3,0 Liter
(70–143 kW)
Dieselmotoren:
1,9–2,2 Liter
(62–85 kW)
Länge: 4508 (4620) mm
Breite: 1752 (1748) mm
Höhe: 1442 (1448) mm
Radstand: 2670 mm
Leergewicht: 1090−1480 kg

[Bearbeiten] Phase 1 (1994–1998)

Der Laguna I wurde als Nachfolger des Renault 21/Nevada 1994 der Öffentlichkeit vorgestellt und bis 1998 gebaut. Von Beginn an gab es den Laguna als Fließheck-Limousine sowie als Kombi. In Frankreich hieß der Kombi wie bereits sein Vorgänger „Nevada“, in Deutschland wurde er ab August 1995 als „Grandtour“ angeboten. Mit diesem Modell erfolgte bei Renault eine deutliche Qualitätssteigerung, da es bis dahin starke Kritik an der Zuverlässigkeit vieler Renaultmodelle gab. Im Rahmen dessen wurden Ende 1995 die Wartungsintervalle auf 15.000 km verlängert.

[Bearbeiten] Phase 2 (1998–2001)

Renault Laguna I Limousine (1998–2001)
Renault Laguna I Grandtour (1998–2001)

1998 erhielt der Laguna I ein Facelift (genannt „Phase 2“), das neben neuen Motoren (1.6 16V 81 kW/mit 110 PS, 1.8 16V mit 88 kW/120 PS, 2.0 16V mit 102kW/139PS und 1.9 dTi mit 73 kW/99 PS), eine umfangreichere Serienausstattung (Klimaanlage und Seitenairbag) und kleinere Retuschen (u.a. Klarglasscheinwerfer und neue Rückleuchten) beinhaltete. Im Rahmen des Facelift wurden das Angebot auf zwei Ausstattungsvarianten reduziert (normal und „Concorde“). Die Ausstattungsvariante Concorde beinhaltete u. a. Klimaautomatik, Leichtmetallfelgen, Cassettenradio, Metallic-Lackierung und vier elektrische Fensterheber. Ab November 1998 gab es auch den ersten Common-Rail-Diesel (1,9 dCi mit 79 kW/107 PS) von Renault im Laguna. Der 1,9 dTi war weiterhin mit der „Proactiv“-Automatik erhältlich.

Bis zum Ende seiner siebenjährigen Bauzeit wurde der Laguna I ca. 1,5 Millionen Mal gebaut und eroberte die Spitzenposition im französischen Markt gegenüber seinen Konkurrenten von Peugeot und Citroën.

[Bearbeiten] Laguna II

2. Generation (G)

Renault Laguna II Limousine (2001–2005)

Produktionszeitraum: 2001–2007
Motoren: Ottomotoren:
1,6–3,0 Liter
(79–152 kW)
Dieselmotoren:
1,9–2,2 Liter
(68–127 kW)
Länge: 4.571−4.715 mm
Breite: 1.772 mm
Höhe: 1.429−1.443 mm
Radstand: 2.748 mm
Leergewicht: 1.345−1.675 kg

[Bearbeiten] Phase 1 (2001–2005)

  • Entwicklungscode X74
  • Geplant und konstruiert im Renault Technocentre bei Paris
  • Entwicklungszeit 42 Monate
  • Entwicklungskosten 1 Mrd Euro
  • Gebaut ab März 2001
  • Tagesstückzahl 1.600 Einheiten

Anfang 2001 erschien der komplett neu entwickelte Laguna II. Das ihn charakterisierende sogenannte „Nasenpflaster“, ein Element zwischen Motorhaube und Kühlergrill, ist ungeachtet jeder Außenfarbe serienmäßig in silbergrau lackiert. Als erstes Auto erreichte der Laguna II 5 Sterne (33 Punkte = 97 %, +1 Punkt für den Gurtwarner) beim Euro NCAP im Crashtest.

Heck der Laguna II Limousine
Renault Laguna II Grandtour (2001–2005)
Heck des Laguna II Grandtour

Als erstes Auto überhaupt erhielt der Laguna II anstelle eines herkömmlichen Schlüssels eine Chipkarte. Diese Karte gab es in den Versionen Keyless Drive sowie Keyless Entry & Drive. Erstere verfügte über je eine Taste zum manuellen Ver- und Entriegeln des Fahrzeugs. Die Variante Keyless Entry & Drive mit drei Knöpfen (aufpreispflichtige Ausstattung, Serie ab der Variante Privilège) besaß zusätzlich einen Automatikmodus. War dieser aktiv und näherte sich der Fahrer mit der Chipkarte dem Fahrzeug, so wurde die Chipkarte vom Fahrzeug erkannt. Bei Berührung eines Türgriffs wurde das Fahrzeug automatisch entriegelt (Sensor in der Griffmulde). Entfernte sich der Fahrer vom Fahrzeug, so wurde es automatisch wieder verriegelt. Zum Starten des Motors musste aber bei beiden Varianten die Karte in den Leser in der Mittelkonsole gesteckt (Freigabe der Lenksäulenverriegelung und Deaktivierung der Wegfahrsperre) und ein separater Start-/Stoppknopf gedrückt werden. Das Keyless Drive System wurde nach und nach auch in anderen Modellreihen (u.a. Mégane) eingeführt und zur Keycard Handsfree weiterentwickelt (Option im Laguna III). Damit kann der Motorstart ohne vorheriges Einführen der Chipkarte in das Lesegerät erfolgen.

Im Vergleich zum Vorgängermodell baute Renault die Ausstattungsvarianten stark aus. Die Basis-Version wurde Authentique getauft und bot serienmäßig u.a. elektrische Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, Bordcomputer und Klimaanlage. Darüber rangierte die Variante Expression, die zusätzlich u.a. elektrische Fensterheber hinten, ein Lederlenkrad, neigungsverstellbare Sicherheitskopfstützen und Nebelscheinwerfer bot. Die eher sportliche Version Dynamique erhielt Sportsitze, Leder-/Stoffpolsterung und 17"-Alufelgen. Daneben gab es noch die Privilège-Ausstattung, die schon nahezu komplett ausgestattet war (u.a. mit Klimaautomatik, Regensensor und automatisch abblendendem Innenspiegel) und später sogar noch zur Privilège Plus erweitert wurde. Topmodell war die Ausstattung Initiale, die über Lederpolsterung, Xenon-Scheinwerfern und elektrische Sitzverstellung verfügte und darüber hinaus weitgehend alles Erdenkliche serienmäßig beinhaltete, so dass die Liste der weiteren Extras entsprechend kurz war.

Als Motoren gab es die schon aus dem Laguna I bekannten 1,6 und 1,8 l Benziner. Dazu gab es noch einen 2,0 l 16V mit 135 PS, welcher kurzzeitig von einem 2,0 l 16V Direkteinspritzer mit 140 PS ersetzt wurde (2.0 IDE) und einen 3,0 l 24V mit 207 PS (nur erhältlich mit der proactiv-Automatik). Später folgte noch eine Turboversion des 2,0 l 16V mit 163 PS. Als Diesel-Motorisierungen gab es die Neuentwicklungen 1.9 dCi (107 PS und 120 PS, später mit 92 PS, 101 PS und 120 PS) und den 2.2 dCi (150 PS). Der 2.2 dCi erhielt 2005 im Zuge der Feinstaub-Diskussion einen Rußpartikelfilter und hatte dadurch nur noch 139 PS.

Leider erwies sich vor allem der 2.2 dCi als nicht sehr haltbar, was für viele Laguna-Fahrer Motorenprobleme zur Folge hatte. Diese Qualitätsmängel sollen durch das Facelift Anfang 2005 behoben worden sein. Der Wagen belegte jahrelang den schlechtesten Platz der Pannenstatistik. [1]

Auf Basis des Lagunas werden auch die Modelle Espace und Vel Satis im Werk Sandouville, Frankreich gefertigt.

[Bearbeiten] Phase 2 (2005–2007)

Renault Laguna II Limousine (2005–2007)
Heck der Laguna II Limousine
Renault Laguna II Grandtour (2005–2007)
Heck des Laguna II Grandtour
  • Länge: 4596 (4715) mm
  • Breite: 1772 mm
  • Höhe: 1429 (1443) mm
  • Radstand: 2756 mm

Werte in Klammern: Grandtour

Im April 2005 erhielt der Laguna II ein letztes Facelift vor seiner Ablösung im Jahr 2007. Auffälligstes Merkmal ist die Anpassung der Front an das Renault-Markengesicht, daher entfiel das „Nasenpflaster“. Hauptaugenmerk bei Renault war eine Verbesserung der Qualität sowohl der Materialien im Innenraum wie auch der Mechanik und der Elektronik.

Im Innenraum wurden zum ersten Mal Sicherheitskopfstützen für Kinder verbaut. Die Kopfstützen auf den hinteren Plätzen lassen sich aufklappen. Dahinter sind zwei seitlich gepolsterte Stützen. Diese dienen zum einen als Kopf- und Nackenstütze, zum Anderen als Schutz vor zu schnellem Vor- und Zurückschnellen des Kopfes bei einer Kollision.[2]

Die Chipkarte zum Öffnen und Starten wurde verbessert. Es ist inzwischen nicht mehr nötig, die Karte zum Starten in den Schlitz zu stecken, sie kann in der Tasche des Fahrers verbleiben. Zusätzlich gab es ein neues DVD-Navigationssystem Carminat 3, das über ein zentrales Bedienelement in der Mittelkonsole (ähnlich dem Audi MMI) gesteuert wird. Platz dafür wurde durch den Wegfall der normalen Handbremse geschaffen, die jetzt durch ein elektronisches System gesteuert wird. Das Navigationssystem kann wichtige Streckenteile (z. B. teilende Autobahnen) in 3D darstellen, so dass der Fahrer frühzeitig erkennt, welcher Fahrspur er folgen muss.

Die Basis-Version wurde Emotion genannt, vor dem Facelift war dieser Name für ein Sondermodell des Laguna II verwendet worden, die Privilège Plus-Linie wurde wieder in Privilège geändert. Außerdem gibt es eine Sportversion, die GT genannt wird. Als Antrieb dient der 2.0 Turbo, leistungsgesteigert mit 204 PS Motor (nahezu baugleich mit dem Motor aus dem Mègane RS mit 225 PS). Neben einem strafferen Sportfahrwerk mit einer Tieferlegung von 10 mm wurde vor allem der Innenraum mit schwarz-rotem Lederbezug und roten Ziernähten optisch der Leistung angepasst. Außerdem sind spezielle 17" Alufelgen und die Sonderfarbe curacao-blau erhältlich.

Die 1.6 und 1.8 Benziner des ersten Laguna II wurden mit dem Facelift durch den schon aus dem Mègane bekannten 1.6 16V mit 112 PS ersetzt. Außerdem wurde der 2.0 16V Turbo auf 170 PS gesteigert. Der 1,9 dCi erhielt einen Rußpartikelfilter und wird mit 110 PS und 130 PS angeboten. Der 2,2 dCi blieb unverändert und wurde Ende 2005 durch den neuen 2,0 dCi mit 150 PS ersetzt. Seit Anfang 2007 gibt es noch eine zusätzliche Ausbaustufe des 2,0 dCi mit 173 PS und ein neues 6-Gang-Getriebe, dass aus der Kooperation mit Nissan hervorgeht.

[Bearbeiten] Laguna III

3. Generation (T)

Renault Laguna III Limousine (seit 2007)

Produktionszeitraum: seit 2007
Motoren: Ottomotoren:
1,6−3,5 Liter
(81−175 kW)
Dieselmotoren:
1,5−3,0 Liter
(81−173 kW)
Länge: 4695–4803 mm
Breite: 1811 mm
Höhe: 1445–1473 mm
Radstand: 2756 mm
Leergewicht: 1355−1646 kg

Seit Herbst 2007 ist der neue Laguna der 3. Generation auf dem Markt. Er wurde in Kooperation mit Nissan entwickelt und teilt sich viele Teile mit dem künftigen Nissan Primera. Neben der Limousine und dem Kombi Grandtour (seit März 2008) gibt es auch wieder ein Coupé - das erste Renault-Coupé seit dem Fuego. Das Coupé ist seit November 2008 beim Händler. Preislich lehnt es sich an den Alfa Romeo Brera und an das Peugeot 407 Coupé an. Die Karosserie des Coupés ist kürzer (-52 mm) und flacher (-40 mm) als bei der Laguna Limousine.

Als Antrieb soll es neben einem neuentwickelten 3,0 l V6-Diesel mit 173 kW (235 PS), die schon im Laguna II Phase 2 debütiertenen 2.0 dCi-Motoren geben. Als Benziner sind der von Nissan stammende 3,5-l-V6 Motor mit 175 kW (238 PS), der u.a. auch im 350Z und gedrosselt auch im Espace sowie im Vel Satis eingebaut wird, sowie neue direkteinspritzende Zweiliter-Motoren im Einsatz. Dabei sind alle Dieselmotoren, bis auf den 1,5 dCi, serienmäßig mit einem Rußpartikelfilter ausgestattet. Die V6-Motoren sollen aber nur im Coupé zum Einsatz kommen.

In der Ausstattungsvariante GT verbaut Renault erstmals eine Hinterradlenkung, um einen Wendekreis von 10,3 Metern zu ermöglichen. Die Hinterräder lenken dabei über einen Elektromotor und einer zusätzlichen Spurstange bis zu einem Grad von 3,5 % ein. Die Allradlenkung lenkt bis 60 km/h gegenläufig, darüber simultan.[3].

  • Ausstattungsvarianten:
- Expression
- Dynamique
- Privilège (in Österreich)
- Exception (in Deutschland seit August 2008)
- Initiale
- GT

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Pannenstatistik - autobild.de
  2. Sichere Kopfstützen
  3. Braunschweiger Zeitung vom 19. April 2008, Mobile Menschen, Seite M3

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Renault Laguna – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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