Renault Goélette

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Renault
Goélette

Goélette

Goélette/Voltigeur
Produktionszeitraum: 1947–1965
Klasse: Utilities
Karosserieversionen: Kastenwagen, Pickup
Motoren: Ottomotoren:
2,0–2,4 Liter
(36–47 kW)
Dieselmotoren:
1,8–2,7 Liter
(43–45 kW)
Länge: 4540 mm
Breite: 1920 mm
Höhe: 2250 mm
Radstand:
Leergewicht: 1835 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: Renault Super Goélette SG2
Saviem TP3 (nur Militärversion)

Der Renault Goélette/Voltigeur war ein Kleintransporter, den Renault zwischen 1947 und 1965 produzierte. Während das Modell weitläufig als Renault 1000 kg bekannt ist, erhielt er den Namen Voltigeur und Goélette erst 1956. Der ursprünglich für das Militär konzipierte „1000 kg“ wurde als aussehender Kastenwagen 1945 als Prototyp vorgestellt und ab Februar 1947 im Handel angeboten. Der 1000 kg ist ein Symbol des französischen Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Renault von der provisorischen Regierung verstaatlicht. Die provisorische Regierung entwarf den sogenannten Pons-Plan zum Wiederaufbau des Landes. Hierbei verteilte sie die wirtschaftlichen Bedürfnisse auch unter den französischen Fahrzeugproduzenten. Neben anderen wurde auch Renault, anhand des 1000/1400 kg Kastenwagenprogramms, mit der Entwicklung eines soliden, kostengünstigen und funktionalen Nutzfahrzeugs beauftragt.

Im Gegensatz zu seinem Hauptkonkurrenten, dem Citroën Typ H, entwickelte Renault eine klassische Architektur: Hinterradantrieb, Starrachsen und separates Chassis aus Stahl. Bis 1950 hatte die Karosserie ein Spantengerippe aus Holz. Mit seinen großen Rädern und kurzem Radstand für einfaches Manövrieren wurde das Modell ein vertrauter Anblick in der französischen Nachkriegsgeschichte. Insgesamt wurden 124.570 Einheiten produziert.

Modellgeschichte[Bearbeiten]

1947 war der Verkaufsstart des Kastenwagens mit einem Ladevolumen von 7,45 m³ und einem 2383-cm³-Ottomotor mit 62 PS (46 kW) aus dem Renault Primaquatre. Die Nutzlast betrug 1000 kg bei einem Eigengewicht von 1835 kg. Im Laufe des Jahres folgte ein Fahrgestell für Aufbauten und Pritschenwagen. Ab Juli 1949 gab es eine Variante mit 1400 kg Nutzlast und erstmals auch auf Wunsch Allradantrieb. 1952 folgte ein kleinerer 1996-cm³-Ottomotor mit 49 PS (36 kW) aus dem Renault Frégate. 1956 wurden sie in Renault Voltigeur beim Pritschenwagen / Fahrgestell und Goélette für den Kastenwagen umbenannt. Der neu entwickelte 2141-cm³-Ottomotor aus dem Renault Frégate ersetzte den bisherigen 2,4 Liter. Die Leistung in der Goélette betrug 64 PS (47 kW). Ab 1961 wurde der 1816-cm³-Indenor-Dieselmotor mit 58 PS (43 kW) verwendet, den es auch im Peugeot D4 gab. Bereits ab Mitte 1962 wurde dieser durch eine Eigenentwicklung von Renault mit 2720 ​​cm³ Hubraum und 61 PS (45 kW) Leistung ersetzt. 1963 wurde die Produktion des Voltigeur eingestellt. Die Goélette wurde noch bis Mai 1965 produziert und dann durch den Renault Super Goélette SG2 ersetzt.

R 2067 / R 2087[Bearbeiten]

Der Renault R 2067 und sein ab 1956 gebauter und äußerlich nahezu unveränderter Nachfolger R 2087, waren militärische Versionen der Modellreihe. Sie hatten eine erhöhte Bodenfreiheit sowie Allradantrieb mit Geländeuntersetzung und wurde ab Juni 1952 gebaut. Wahlweise war ein Pritschenwagen mit hinterem Planenverdeck und einer offenen Fahrerkabine mit Faltverdeck und klappbarer Frontscheibe, oder ein Kastenwagen als Ambulanz-Fahrzeug verfügbar. Im Einsatz waren diese Fahrzeuge bei den französischen und belgischen Streitkräften, einschließlich der Gendarmerie. Speziell das Ambulanz-Modell wurde mehrere Jahrzehnte bei der französischen Armee eingesetzt. Das Modell wurde bis 1969 gebaut und durch den Saviem TP3 ersetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Renault 1 000 kg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien