Renault ZOE

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Renault
Renault ZOE (2013)

Renault ZOE (2013)

ZOE
Produktionszeitraum: seit 12/2012
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Kombilimousine
Motoren: Elektromotor:
65 kW
Länge: 4084 mm
Breite: 1730 mm
Höhe: 1568 mm
Radstand: 2588 mm
Leergewicht: 1503[1] kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines
Sterne im Euro NCAP-Crashtest (2013)[2] Crashtest-Stern 5.svg

Der Renault ZOE ist ein elektrisch angetriebener Kleinwagen des französischen Herstellers Renault, der seit Ende 2012 ausgeliefert wird.[3] Sein „Chameleon“-Ladesystem bietet derzeit (2013) mit bis zu 43 kW die höchste AC-Ladeleistung eines Serienfahrzeuges.[4] Der Renault ZOE steht auf der gleichen Fahrzeugplattform wie der Renault Clio.[5]

Beschreibung[Bearbeiten]

Der ZOE verfügt über einen 65 kW starken Elektromotor und erreicht eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h. Als Reichweite des 22-kWh-Akkus werden von Renault 210 km genannt (NEFZ).[6] Die reale Reichweite liegt dabei zwischen 100 und 150 km.[6] Der im Vergleich zu anderen Elektroautos sehr niedrige Verbrauch soll durch umfangreiche Maßnahmen zur Energie-Rückgewinnung erzielt werden.

Im Kaufpreis ist der Akkumulator nicht enthalten. Der Akku muss für einen von der Fahrleistung und Laufzeit abhängigen Betrag gemietet werden. Die offizielle Vorstellung erfolgte am 18. März 2013 in Paris, in der Woche darauf beginnt Renault mit der offiziellen Auslieferung in Frankreich. Ab März/April 2013 konnten auch in Deutschland und Österreich verbindliche Kaufverträge für den ZOE abgeschlossen werden, die Auslieferung erfolgte ab Juni 2013.

Studien[Bearbeiten]

Dem ZOE sind insgesamt drei unter dem gleichen Namen vorgestellte Studien vorausgegangen.

Konzeptauto mit Ottomotor (2005)[Bearbeiten]

Konzeptfahrzeug (2005)

Die erste Studie war ein im Jahr 2005 vorgestellter Kleinstwagen, mit einer Länge von 3,45 m. Die Studie von 2005 wurde, anders als die geplante Serienversion, nicht elektrisch angetrieben, sondern von einem 1,2 Liter 16V Benzin-Motor mit 73 kW.[7] Dieser entwickelt ein maximales Drehmoment von 145 Nm. Die Kraft wird auf die Vorderräder übertragen. Geschaltet werden die fünf Gänge über die Schaltpaddel am Lenkrad.

Konzeptauto (2009)
Ladeanschluss unter dem Logo der Kühlerhaube

Projekt X10 (2008)[Bearbeiten]

Zu Beginn des Jahres 2008 gab Carlos Ghosn, Präsident und Chief Executive Officer von Renault, den Startschuss für das „Projekt X10“[8] – einen Fünftürer mit den Abmessungen des Renault Clio, der über einen emissionsfreien, 100% elektrischen Antrieb verfügen sollte. Ende 2008 begann Renault mit ersten Design-Skizzen für ein Großserien-Elektroauto. Um zu unterstreichen, dass der Wechsel vom Verbrennungsmotor auf den emissionsfreien Elektroantrieb eine neue Ära einläuten würde, wurden zunächst radikal neue Karosserieformen favorisiert. Die erste Studie trug den Namen Zoe Z.E. Concept. Mit jeder Evolutionsstufe näherten sich die Konzeptfahrzeuge jedoch dem vertrauten Design an. Denn Renault vertrat die Überzeugung, dass eine Revolution pro Auto genügen würde – und die betraf beim „Projekt X10“ den Antrieb.

Das Unternehmen schrieb einen internen Designer-Wettbewerb aus, den Jean Sémériva gewann. Sein Entwurf setzte zwei Prämissen: Klarheit und Emotion. Obwohl nicht extrem, sollte das Serienfahrzeug eindeutig als elektrisches Z.E. Modell zu erkennen sein. Entsprechend dieser Vorgaben greifen beim Renault ZOE Scheinwerfer und getönte Scheiben das technisch wirkende Z.E. Blau auf. Als einziges Serienauto weltweit besitzt der ZOE zudem transparent-blaue LED-Heckleuchten, die erst beim Anschalten des Lichts oder beim Bremsen rot leuchten.

Konzeptauto mit Elektroantrieb (2009)[Bearbeiten]

Auf der IAA 2009 wurde ein elektrisches Konzeptauto namens Renault Zoé Z.E. Concept vorgestellt. [9][10] Das Fahrzeug wird von einem Elektromotor mit 54 kW Leistung angetrieben und hat schräg angeschlagene Flügeltüren.

Als 2009 der heutige Design-Vorstand Laurens van den Acker zu Renault stieß, verordnete er dem ZOE zudem das neue Markengesicht, ergänzt durch die für alle Elektroautos der Marke Renault bläulich illuminierte Rhombe. Am 28. Juli 2009 präsentierte Jean Sémériva im Technocentre in Guyancourt dem Vorstand das ZOE-Design. Schon damals waren die „versteckten“ hinteren Türgriffe ein markantes Designmerkmal.

Seriennahe Studie (2010)[Bearbeiten]

Frontansicht (2010)
Heckansicht (2010)

Eine dritte Studie, die weitgehend dem Serienfahrzeug entspricht, wurde 2010 als Renault Zoé Preview vorgestellt. Im Juli 2010 war die äußere Formgebung des Renault ZOE zu etwa 90 Prozent abgeschlossen. Renault stellte den Neuling in zwei Stufen vor. Auf dem Pariser Automobilsalon 2010 – dem ersten öffentlichen Auftritt des 100% elektrischen Kompakten – zog die Studie namens ZOE „Preview“ die Blicke auf sich. Die endgültige Serienversion debütierte dann auf dem Genfer Autosalon im Frühjahr 2012. Die Fachpresse bewertete es positiv, dass es das emotionale Design des ZOE „Preview“ in die Serie geschafft hatte.

In der Front ist ein Elektromotor mit 60 kW Leistung eingebaut, der die Vorderräder antreibt und das Fahrzeug auf eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h bringt. Im Unterboden befindet sich die Batterie, die in einigen Ländern (ab 2011 Dänemark und Israel) über ein Schnellwechselsystem automatisch in drei Minuten ausgetauscht werden kann. Die Reichweite beträgt im NEFZ (Neuer-Europäischer-Fahr-Zyklus) 210 km, die Batterie kann an einem 400-Volt/63A-Kraftstromanschluss in einer halben Stunde zu 80 % aufgeladen werden.

Die Serienversion des Renault ZOE startete im März 2013 in Frankreich. Seit dem 8. Juni ist der ZOE auch in Deutschland erhältlich.

Technische Angaben Serienfahrzeug[11][Bearbeiten]

Fahrzeug[Bearbeiten]

  • Länge: 4.085 mm
  • Breite: 1.730 mm
  • Höhe: 1.562 mm
  • Gepäckraum: 338 Liter nach VDA-Norm
  • Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h

Elektrischer Antrieb[Bearbeiten]

  • Fremderregter Drehstrom- Synchron-Elektromotor
  • Leistung: maximal 65 kW / 43kW Dauerleistung
  • max. Drehmoment: 220 Nm
  • Reichweite: 210 km (NEFZ-Zyklus)
  • Effizienzklasse: A+

Ausstattungen[Bearbeiten]

Ab Werk verfügen alle Versionen des Renault ZOE über das Multimediasystem Renault R-Link mit Online-Anbindung inklusive des Navigationssystems Carminat TomTom® Z.E. LIVE. Dieses spezielle „Elektro-Navi“ zeigt die nächstgelegenen Ladestationen an und berechnet mit jeder Route den mit einer Akkuladung möglichen Aktionsradius. Zur Serienausstattung zählt zudem das Bluetooth®-Radio mit AUX- und USB-Schnittstellen zum Koppeln von Mobiltelefonen oder externen Musikplayern.

Mit dem ebenfalls serienmäßigen vernetzten Service My Z.E. Connect behält der Fahrer des ZOE beispielsweise den aktuellen Energievorrat der Batterie, die verbleibende Akku-Laufzeit, den Ladestatus etc. per Smartphone, Mobiltelefon oder PC im Blick.

Darüber hinaus verfügen alle Renault ZOE ab Werk über den sogenannten CHAMELEON® CHARGER. Das integrierte Ladegerät ermöglicht das Aufladen der Akkus mit unterschiedlichen Leistungen zwischen 3,7 und 43 kW AC über einen Ladeanschluss.[12]

Batteriemiete[Bearbeiten]

Der Renault ZOE wird nur in Kombination mit einen Mietvertrag für die Batterie angeboten.[13] Bei Verstößen gegen diesen Mietvertrag, z. B. durch nicht gezahlte Monatsraten, ist es Renault möglich, die Ladefunktion mittels Fernzugriff zu deaktivieren und damit das Fahrzeug fahruntüchtig zu machen.[14] Auch ein Verkauf wird durch die notwendige Batteriemiete erschwert.

Ladesystem[Bearbeiten]

Das Ladesystem unterstützt verschiedene Anschlussleistungen bis zu 43 Kilowatt (kW) Wechselstrom. Mit dieser Maximalleistung kann die Traktionsbatterie in 30 Minuten zu 80 % geladen werden. Bei einer 22 kW-Ladung ist der Energiespeicher nach einer Stunde zu 80 Prozent geladen. Zudem kann mit 11 kW geladen werden. Mit 3,7 kW dauert der vollständige Ladevorgang sieben bis neun Stunden. Für die Aufladung wird jedoch eine Wallbox mit Anschluss für den Ladestecker Typ2 benötigt. Es empfiehlt sich eine Installation der mitgelieferten Wallbox vor Ort, jedoch sind von Drittanbietern auch mobile Lösungen möglich, die allerdings nicht alle dem von Renault geforderten Z.E.-Ready-Standard entsprechen. Die Ladung über ein Notladekabel mit In-Cable Control Box an einer normalen Steckdose mit etwa 2,5 kW ist ebenfalls möglich. Das auf hohe Ladeleistungen abgestimmte Ladesystem erzeugt bei der Ladung mit dem Notladekabel sehr hohe Verluste. Die Effizienz liegt dann bei etwa 70 Prozent.

Energiespeicher[Bearbeiten]

Der Traktionsakkumulator des ZOE sollte ursprünglich vom Kooperationspartner Nissan zugeliefert werden und die gleichen Zellen wie beim Nissan Leaf erhalten. Im Juli 2012 wurde bekannt, dass entgegen den ursprünglichen Planungen die Traktionsbatterie von der südkoreanischen LG Group gefertigt wird.[15] Dieser Wechsel macht Änderungen an der Systemsoftware notwendig, die den Serienanlauf verzögern.[16]

Trivia[Bearbeiten]

Der Name ZOE leitet sich ab aus der Abkürzung „Z.E.“ für „Zero Emission“ und dem griechischen Wort „Zoe“ für „Leben“.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. lt. Zulassungsbescheinigung Teil 1
  2. Euro-NCAP, 2013: Ergebnisse des Renault ZOE beim Euro-NCAP-Crashtest 2013, aufgerufen 29. Juli 2013
  3. Mein Elektroauto, 27. November 2012: Renault Zoe erst 2013, aufgerufen 29. Juli 2013
  4. Greenmotorsblog.de, 21. März 2013: Renault Zoé – Das “Chameleon” enttarnt, aufgerufen 29. Juli 2013
  5. Rhombus 1/2013, S. 110
  6. a b Renault, 26. Februar 2013: Renault ZOE Press-Kit,PDF, aufgerufen 29. Juli 2013
  7. Conceptcarz.com: Motorspezifikation, aufgerufen am 26. Dezember 2009
  8. Renault: Elektropionier Renault ist bekannteste Marke für E-Mobilität, aufgerufen 29. Juli 2013
  9. auto motor und sport, 15. September 2009: Renault Zoe Z.E. Concept auf der IAA 2009, aufgerufen 29. Juli 2013
  10. Renault, Dezember 2009: Wellness auf Rädern: Der elegante Renault Zoé Z.E. Concept, aufgerufen 29. Juli 2013
  11. Renault.de: Offizielle Herstellerseite Renault Zoe, aufgerufen 16. Juli 2013
  12. Broschüre, Juni 2013: Renault ZOE Broschüre (PDF; 1,9 MB), aufgerufen am 2. August 2013
  13. renault-ze.com ZOE Life, aufgerufen am 12. Dezember 2013
  14. sueddeutsche.de Saftlos auf Knopfdruck, abgerufen am 12. Dezember 2013
  15. motor-nature, 6. Juli 2012: Unexpected: Renault Zoe will get LG batteries, unlike the Nissan Leaf, aufgerufen 6. September 2012
  16. auto-news, 26. Juli 2012: Renault Zoe EV hit by software glitch, aufgerufen 6. September 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Renault Zoé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien