Rennell Rodd, 1. Baron Rennell

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Rennell Rodd, 1. Baron Rennell, ca. 1901

James Rennell Rodd, 1. Baron Rennell GCB, GCMG, GCVO, PC (* 9. November 1858; † 26. Juli 1941) war ein britischer Diplomat, Politiker (Unionistische Partei) und Dichter.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Rodd wurde 1858 als Sohn des Majors James Rennell Rodd und seiner Gattin Elizabeth Thompson geboren. Nach einer Ausbildung an der Schule Haileybury und dem Balliol College der University of Oxford trat er 1883 in diplomatischen Dienst des britischen Königreiches ein.

Rennell Rodd, 1. Baron Rennell, Karikatur in Vanity Fair 1897

Nachdem er elf Jahre lang in untergeordneten Positionen an den britischen Botschaften in Berlin, Rom, Athen und Paris tätig gewesen war, fungierte Rodd von 1894 bis 1902 als einer der zentralen Vertreter der Londoner Regierung am britischen Generalkonsulat in Ägypten. Einen maßgeblichen Anteil spielte er zu dieser Zeit im Zusammenhang mit dem Zustandekommen des Anglo-Äthiopischen Vertrages von 1897.

1902 wurde er erneut an der britischen Vertretung in Rom verwendet, bevor er 1904 als britischer Bevollmächtigter nach Schweden ging, wo er sich insbesondere in Zusammenhang mit der - friedlichen - Gründung des unabhängigen Königreiches Norwegen hervortat. Seine Bemühungen in dieser Richtungen wurden dabei von dem schwedische König Oskar II. als derart bedeutungsvoll eingeschätzt, dass er Rodd mit dem Großkreuz vom Nordstern-Orden, einem der höchsten Orden des schwedischen Staates, auszeichnete.

1908 beendete Rodd schließlich seine Arbeit in Schweden und wurde stattdessen als neuer britische Botschafter für Italien nach Rom entsandt. Als britischer Vertreter in Italien während des Ersten Weltkrieges war Rodd ab 1914 darum bemüht, Italien zugunsten eines Eintritts in den europäischen Konflikt auf Seiten der Entente-Mächte zu bewegen. Nach dem Ende des Krieges verließ Rennell 1919 den diplomatischen Dienst und zog sich zeitweise ins Privatleben zurück.

1921 kehrte er als Mitglied der britischen Völkerbundsdelegation, der er bis 1923 angehörte, ins öffentliche Leben zurück. Von 1928 bis 1932 saß Rodd als Abgeordneter als Vertreter des Wahlkreises St. Marylebone für den Unionistischen Flügel der Konservativen im britischen House of Commons. Im folgenden Jahr wurde er als Baron Rennell, of Rodd in the County of Hereford, in den erblichen Adelsstand erhoben.

Als Privatgelehrter beschäftigte Rodd sich insbesondere mit den antiken Hochkulturen des Mittelmeers, Griechenland und Rom. Seine Memoiren legte er von 1922 bis 1925 in drei Bänden vor, seine Tagebücher wurden 1981 durch den Historiker Torsten Burgman veröffentlicht.

Familie[Bearbeiten]

Aus Rodds Ehe mit Lilias Georgina Guthrie, die 1894 geschlossen wurde, gingen vier Söhne und zwei Töchter hervor, darunter die konservative Politikerin Evelyn Violet Elizabeth Rodd. Sein Titel ging bei seinem Tode im Jahre 1941 an seinen Sohn Francis James Rennell Rodd.

Werke[Bearbeiten]

  • Social and Diplomatic Memories of James Rennell Rodd, 3 Bände, London 1922–1925.


Vorgänger Amt Nachfolger
Titel neu geschaffen Baron Rennell
1933–1941
Francis James Rennell Rodd