Rennyo

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Rennyo-Statue in Osaka

Rennyo (jap. 蓮如; * 25. Februar 1415 in Kyōto; † 25. März 1499 in Yamashina-ku, Kyōto) war ein bedeutender buddhistischer Meister im Japan der Muromachi-Zeit.

1457 wurde er der 8. Monshu (Erzabt) der Tradition Jōdo-Shinshū, die auf seinen Vorfahren Shinran zurückgeht. Dieser verhalf er zum Durchbruch, indem er ihre Lehren von der Erlösung durch Buddha Amida (Sanskrit: Amitabha) in allen Bevölkerungskreisen und vielen geographischen Regionen Japans in einer von Kriegen (Ōnin-Krieg) und Konflikten zerrissenen Zeit verbreitete. Er gründete zahlreiche Tempel im ganzen Land. Volker Zotz urteilt: „Denkt man in Dimensionen von Anhängerzahlen und dem Schaffen dauerhafter Institutionen, zählt Rennyo zweifellos zu den erfolgreichsten Buddhisten.“[1]Aus diesem Grund bekam er den Ehrentitel Rennyo Shōnin (蓮如上人).

Wie der Apostel Paulus bei seiner Mission für das Christentum, bediente sich Rennyo zur Verbreitung seiner buddhistischen Lehren in effektiver Weise des Hilfsmittels der Briefe (Gobunsho), die er an Anhänger in allen Teilen des Landes schickte. Rennyo gilt auch als Wegbereiter für die Besserstellung der Frauen in Gesellschaft und Religion. Gerade diesem Anliegen der Erlösung der Frauen vom Leiden bzw. ihrem Eintreten ins Reine Land widmet sich Rennyo, mehr noch als Hōnen und Shinran in zahlreichen Briefen. Gemäß Rennyo widmete sich Amida im 35. Gelübde (Großes Reine Land Sutra) insbesondere der Errettung der Frauen.

Er starb 1499 im Yamashina Hongan-ji.

Für Europa stellte als erster Buddhist Harry Pieper (1907-1978) Elemente der Lehre Rennyos in den Mittelpunkt der religiösen Praxis, indem er seine Schüler dessen Bekenntnisformel Ryōgemon rezitieren ließ. Diese Bekenntnisformel drückt aus, dass man sich aller Übungen außer der Rezitation von „Namu Amida Butsu“ enthalten will, um sich ganz im Sinn von Shinran nur auf die Rettung durch den Buddha Amida zu verlassen.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volker Zotz: Rennyo nach 500 Jahren. Zur Aktualität eines buddhistischen Meisters der Muromachi-Zeit. Nachrichten der Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens, Hamburg, 163-164, 1998, S. 5-21, ISSN 0016-9080.

Weblinks[Bearbeiten]