Renoise

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Renoise
Renoise-logo.svg
Renoise-patternview.jpg
Der Pattern Editor von Renoise 2.0.0
Basisdaten
Aktuelle Version 3.0.0
(Dezember 2013)
Betriebssystem Microsoft Windows, Mac OS X, Linux
Kategorie Musiksoftware
Lizenz Shareware
www.renoise.com

Renoise ist ein für Windows, Mac OS und Linux erhältliche Sequenzer Musiksoftware zur Komposition und Produktion von Musikstücken. Bei Renoise handelt es sich – wie schon z. B. FastTracker II – im Kern um einen Tracker, der jedoch die Möglichkeiten anderer Musikstudiosoftware integrieren will.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprung[Bearbeiten]

Renoise wurde und wird zum größten Teil von Demoszenern erschaffen und verbessert und ist eine Weiterentwicklung des Noisetrekkers vom spanischen Programmierer "Arguru" aka "Juan Antonio Arguelles Rius". Der Tracker, damals noch ohne Namen, wurde initiiert von Eduard Müller (Taktik) und Zvonko Tesic (Phazze) im Dezember 2000.[1][2] Im Frühjahr 2002 wurden stabile Versionen verfügbar und in den folgenden Jahren wuchs das Entwicklungsteam weiter an mit Spezialisten für Test, Administration, Support und Webpage.[3]

Entwicklung[Bearbeiten]

Die erste Beta von Renoise 2, einem großen Release, erschien am 3. September 2008 und führte lange geforderte Funktionen ein, die bei "professionellen" Sequenzern schon lange Usus sind. Darunter sind u. a. Plugin Delay Compensation, Unterstützung von Audio Units, Pluginsupport mit verschiedenen Ausgabekanälen und ein nicht Tickspeed-basierendes Zeitmodell. Auch eingeführt wurde eine neue Effektspalte, um Events mit einer Auflösung von 1/256 einzusetzen; insbesondere für Liverecording bietet das eine wesentlich genauere Aufnahmequalität.

Renoise besitzt inzwischen auch einen "Signal Follower" und "cross-track routing".[4] Der Signal Follower analysiert den Audiosignalausgabestrom eines Tracks und führt automatisiert nutzerspezifizierte Parameter aus, basierend auf den erzeugten Werten.

Technische Eigenschaften[Bearbeiten]

Fähigkeiten[Bearbeiten]

Renoise, ein graphischer, trackerartiger Musiksequenzer:
oben-rechts: Sample-Liste
oben-mitte: Kanal-Kurven
oben-links: allgemeine Musikstückeigenschaften (BPM etc)
mitte-links: Masterliste
mitte-rechts: Pattern-Editor, Befehlsliste für die Kanäle (entlang der Zeile) und den Zeitverlauf (entlang der Spalten), der weiße Balkencursor markiert den aktuellen Zeitpunkt
unten: Soundeffekt Wahl und Parametrisierung

Kernmerkmale von Renoise:

  • MIDI
  • VST 2.0 Plugins und Instrumente
  • ASIO (nur Vollversion)
  • ALSA (Linux)
  • Jack (Linux)
  • Mischpult
  • Einen integrierten hochqualitativen[5] Sampler (32 bit floating point) mit Interpolationsmöglichkeit
  • Unterstützung von Samples im WAV, AIFF, FLAC, Ogg und MP3 Format
  • Instrumenteneditor mit Envelope-Editoren (Kurvengraphen) zur komfortablen Einstellung aller Instrumente
  • mitgelieferte DSP-Effekte, die um VST-, AU- und LADSPA Plugin-Effekte erweiterbar sind
  • Master- und Send-Kanäle
  • graphische Automation für Instrumente, Effekte, VST-Effekte und -Instrumente, und MIDI (siehe weiter unten)
  • In der Vollversion – welche für 58 EUR erhältlich ist – Hi-Fi-WAV-Renderer (32 bit, 96 kHz, 2 Interpolationsstufen) zur Ausgabe der Komposition als .wav-Datei
  • Import und Abspielen von allen gängigen Dateiformaten
  • Unterstützung von ReWire Master und Slave[6]

Über sog. "Automation Devices" können beliebige Parameter gesteuert werden, z. B. Lautstärke oder Cutoff-Frequenz eines Filters, aber auch jeder Parameter eines VST-Instruments. Es stehen u. a. folgende Modulationsquellen zur Verfügung:

  • LFO (Kurven: Sinus, Sägezahn, Dreieck, etc. oder eine selber gezeichnete Kurve)
  • Anschlagswert der jeweils gespielten Note (Velocity Tracker-Device)
  • Hüllkurven

Speicherformat[Bearbeiten]

Renoise-Songdateien werden als .rns und seit Version 1.8 im XML-basierten Format .xrns abgespeichert. .xrns ist ein neues, freies Trackermodulformat.

Klangerzeugung[Bearbeiten]

Wie bei Trackern üblich, verfügt Renoise über einen eingebauten Sampler. Durch die Verwendung von Hüllkurven, Filter-Effekten und LFO-Funktionen kann der Komponist aus normalen WAV-Samples ein breites Klangspektrum erzeugen. Außerdem verfügt Renoise über diverse interne Effekte wie Delay, Hall, Reverb, Distortion und PreReverb, die allesamt auf verschiedene Spuren geroutet werden können. Samples können in Slices zerlegt werden, die, sofern sie kurz genug sind, eine Wiedergabe in anderen Tempi ermöglichen, ohne dabei die Tonlage zu verändern (a.k.a Timestretching). Renoise beherrscht direkt weder Pitchshifting noch Time Stretching.

Zur Klangwiedergabe benutzt Renoise wahlweise die DirectSound-Schnittstelle oder (sofern man die Vollversion besitzt) die ASIO-Schnittstelle. Mit der Vollversion können die Musikstücke auch als WAV-Datei exportiert werden, was ein Brennen auf CD oder weitere Nachbearbeitung, z. B. das Mastering, ermöglicht.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Renoise-Macher arbeiten mit den Organisatoren der Evoke und Digitale Kultur e.V. eng zusammen und sponsern deren Musikwettbewerbe regelmäßig mit mehreren Renoise-Lizenzen.

Einer der Programmierer von Renoise programmierte ebenfalls für Ableton. Zu den bekannteren Künstlern, die Renoise einsetzen gehört Venetian Snares.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b MusicRadar Staff: Renoise Software Renoise 2.0 (englisch) In: Music tech reviews. MusicRadar.com. 2. April 2009. Abgerufen am 20. Februar 2011: „A great tracker that everyone can and should try
  2. Taktik and Phazze interview (englisch) No Error. 3. August 2002. Archiviert vom Original am 3. August 2002. Abgerufen am 20. Februar 2011.
  3. Renoise - Credits (englisch)
  4. : Totally Trackers: Hot cross fun. In: Future Publishing (Hrsg.): Computer Music. Nr. 152, Juni 2010.
  5. Simon V.: Sampler anti-aliasing and pitch-shifting comparison (englisch) www.simonv.com. 8. Mai 2001. Abgerufen am 5. Februar 2011: „Renoise: Perfect when rendering.
  6. Renoise Tutorials » Re Wire (englisch)