Reproduktive Gesundheit und Reproduktive Rechte

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Reproduktive Gesundheit und Reproduktive Rechte (SRGR) steht für einen Rechtsansatz, der auf der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo 1994 offiziell in der internationalen Bevölkerungspolitik verankert wurde.

Reproduktive Gesundheit wurde damals definiert als "Zustand des vollständigen seelischen, körperlichen und sozialen Wohlbefindens im Hinblick auf Sexualität und Fortpflanzung“.[1] Jedem Menschen wird damit das Recht zugestanden, ein befriedigendes Sexualleben zu führen und über die Anzahl seiner Kinder selbst zu entscheiden. Es wird verlangt, dass jeder Mensch Zugang zu Informationen über Verhütung und zu sicheren, effektiven und bezahlbaren Verhütungsmitteln haben solle. Außerdem soll jede Frau Zugang zu medizinischer Betreuung während Schwangerschaft und Geburt haben. Drittens soll jeder Mensch Gesundheitsleistungen erhalten können, die ihn vor sexuellen Krankheiten schützen beziehungsweise diese behandeln. Im Zentrum sollen die individuellen Rechte auf Selbstbestimmung, körperliche Unversehrtheit und Nichtdiskriminierung stehen. SRGR richtet sich insbesondere auch gegen Zwangsabtreibungen und Zwangssterilisationen.[2] Auch der Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung wird von der Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung diesem Rechtsansatz zugeordnet.[3]

Weltweit können Menschen in vielen Ländern ihre reproduktiven Rechte nicht in vollem Umfang ausüben. Grund dafür ist unter anderem Armut (Kosten für Aufklärung und Verhütungsmittel).[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. United Nations (1994): Programme of Action of the United Nations International Conference on Population & Development. Kairo.
  2. Lilli Sippel, Tanja Kiziak, Franziska Woellert, Reiner Klingholz: Afrikas demographische Herausforderung. Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, S. 14
  3. BMZ. 2014. Sexuelle und Reproduktive Gesundheit und Rechte
  4. Lilli Sippel, Tanja Kiziak, Franziska Woellert, Reiner Klingholz: Afrikas demographische Herausforderung. Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung