Neapel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Neapel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Neapel
Wappen
Neapel (Italien)
Neapel
Staat: Italien
Region: Kampanien
Provinz: Neapel (NA)
Koordinaten: 40° 50′ N, 14° 15′ O40.83333333333314.2517Koordinaten: 40° 50′ 0″ N, 14° 15′ 0″ O
Höhe: 17 m s.l.m.
Fläche: 117,27 km²
Einwohner: 989.111 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 8.434 Einw./km²
Postleitzahl: 80100
Vorwahl: 081
ISTAT-Nummer: 063049
Volksbezeichnung: Napoletani
Schutzpatron: San Gennaro
Website: www.comune.napoli.it
Satellitenaufnahme mit der Stadtgrenze Neapels. Im Südosten der Vesuv, außerdem der Golf von Neapel mit den Inseln Ischia, Procida und Capri, im Westen die Phlegräischen Felder.
Das UNESCO-Weltkulturerbe Historisches Zentrum von Neapel

Neapel (italienisch Napoli) ist mit knapp einer Million Einwohnern die drittgrößte Stadt Italiens. Sie ist Hauptstadt der Region Kampanien sowie der Provinz Neapel und ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Süditaliens. Die Metropolregion hat zwischen 3 und 4,4 Millionen Einwohner.

Die Stadt war anfangs eine griechische Siedlung und trug den Namen Neapolis („Neustadt“). Später geriet sie unter römische Herrschaft. Vom Spätmittelalter bis zum 18. Jahrhundert gehörte Neapel zu den größten Städten Europas. Seine politische Geschichte ist über weite Strecken von Fremdherrschaft geprägt, zugleich war es die Hauptstadt süditalienischer Reiche.

In den inneren Stadtteilen findet man zahlreiche historische Bauten und Kulturdenkmäler, 1995 wurde die gesamte Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Das Stadtbild ist heterogen, es gibt Vorstädte mit riesigen Wohnkomplexen und weiten Flächen genauso wie die engen und stark frequentierten Gassen der Altstadt.

Während in den Stadtteilen westlich des Zentrums der Reichtum konzentriert ist, findet man im Gegensatz zu anderen europäischen Großstädten auch in inneren Bezirken und der Altstadt Überbevölkerung und ökonomisch rückständige Gebiete. Die soziale Lage der Vorstädte ist verschieden, es handelt sich teils um Arbeiterviertel, teils um im Zuge des sozialen Wohnungsbaus entstandene Satellitenstädte, teils aber auch um rurale Landschaften. Die dortige schlechte Infrastruktur und Arbeitslosigkeit ist der Nährboden für organisierte Kriminalität. Vor allem Massenmedien forcieren ein Neapelbild, das Armut, Verkehrschaos und Schmutz, organisierte Kriminalität und Unproduktivität in den Vordergrund stellt. Ein großes Problem ist die überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit. Viele Neapolitaner sprechen das stark vom Standarditalienischen abweichende Neapolitanisch.

Name[Bearbeiten]

Der italienische Name der Stadt lautet Napoli [ˈnaːpoli], die Einwohner verwenden allerdings daneben den neapolitanischen Namen Napule. Seinen Ursprung hat der Name in der Zeit der Gründung durch die Griechen. Das altgriechische νέα πόλις (néa pólis) bedeutet Neue Stadt. Da es bereits die nahegelegene Siedlung Parthenope gab, nannte man um 500 v. Chr. eine zweite Gründung Neapolis. Sowohl Parthenope als auch Neapolis befanden sich im Zentrum der heutigen Stadt. Als literarische Umschreibung für Neapel ist der Name Parthenope noch immer gängig.

Der Golf von Neapel von der Festung Sant’ Elmo aus gesehen

Geowissenschaft[Bearbeiten]

Vulkanlandschaft der Campi Flegrei
Video des letzten Vesuvausbruchs, 1944

Geologie[Bearbeiten]

Neapel liegt an einer 30 km langen Meeresbucht, dem Golf von Neapel. An diesem Golf liegt eine 13 km lange Caldera, die Phlegräischen Felder (Campi Flegrei). Sie werden von ungefähr 40 kleinen und großen Vulkankratern geformt, deren bekanntester die Solfatara ist. Zu einiger Bekanntheit brachte es auch der so genannte Monte Nuovo (Neuer Berg). Er erhielt seinen Namen, weil er in nur wenigen Tagen entstand, als der Vulkan 1538 das einzige Mal ausbrach.

Auf der anderen Seite Neapels, ebenfalls am Golf, befindet sich einer der berühmtesten Vulkane der Welt, der Vesuv. Er ist rund 17.000 Jahre alt und 1.281 m hoch. Es handelt sich um einen aktiven Vulkan, der besonders wegen der Nähe zu städtischen Gebieten als einer der gefährlichsten Vulkane gilt. Das letzte Mal brach er im Jahr 1944 aus, als sich im Zweiten Weltkrieg gerade amerikanische Truppen und Kamerateams in Neapel aufhielten, die den Ausbruch festhielten.

Klima[Bearbeiten]

Wetterbestimmend für die Stadt ist das mediterrane Klima mit milden und regenreichen Wintern sowie heißen und trockenen Sommern, wobei die Spitzen der Sommerhitze durch die Lage am Meer leicht abgemildert werden.

Neapel
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Neapel
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 12,5 13,2 15,2 18,2 22,6 26,2 29,3 29,5 26,3 21,8 17,0 13,6 Ø 20,5
Min. Temperatur (°C) 3,8 4,3 5,9 8,3 12,1 15,6 18,0 17,9 15,3 11,6 7,7 5,1 Ø 10,5
Niederschlag (mm) 93 82 75 67 45 46 16 19 71 130 114 137 Σ 895
Sonnenstunden (h/d) 3,7 4,4 5,1 6,3 7,9 9,3 10,1 9,5 7,8 6,1 4,2 3,4 Ø 6,5
Regentage (d) 10 10 10 9 6 4 2 4 6 8 11 11 Σ 91
Wassertemperatur (°C) 14 13 13 15 18 21 24 25 23 21 18 16 Ø 18,4
Luftfeuchtigkeit (%) 73 73 71 72 71 67 65 66 69 71 75 76 Ø 70,7
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Umgebung[Bearbeiten]

Amalfi

Neben dem Vesuv wurden die im Jahr 79 von Lava und Asche verschütteten und dadurch außergewöhnlich gut erhaltenen Römerstädte Herculaneum und vor allem Pompeji (über 2 Millionen Besucher im Jahr[2]) Zentren des Tourismus.

Etwa eine Autostunde südöstlich von Neapel befindet sich die Amalfiküste, die 1997 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Die Haupteinnahmequelle dieser historischen Kulturlandschaft ist der Tourismus. Zu den wichtigsten Orten, die alle an den steilen Küsten liegen, zählen Amalfi, Praiano und Positano.

Westlich von Neapel gibt es außer den bewachsenen vulkanischen Landschaften der Campi Flegrei zahlreiche Dörfer und Ortschaften mit Stränden sowie Ausgrabungen aus griechischer und römischer Zeit. Zu den wichtigsten zählen Capua, Cumae, Pozzuoli und Bacoli.

Im Golf von Neapel liegen drei Inseln, die bekanntesten dürften Capri und Ischia sein, wo sich zahlreiche Thermalbäder, Hotels und Strände, befinden. Die kleinste und am wenigsten touristisch erschlossene Insel ist Procida.

40 Kilometer nördlich von Neapel befindet sich eines der größten Schlösser Europas, der Palast von Caserta. Die Königsresidenz wurde im 18. Jahrhundert erbaut und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aus derselben Zeit stammt auch der Königspalast Portici im Westen Neapels.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die Flagge von Neapel

Bis 1925 umfasste das Stadtgebiet nur etwa 52 km². Am 15. November 1925 wurde es um die Kommunen San Pietro a Patierno, Barra, Ponticelli und San Giovanni a Teduccio vergrößert. Durch ein Gesetz vom 3. Juni 1926 wurden Secondigliano, Chiaiano, Pianura und Soccavo dem Stadtgebiet hinzugefügt.[3] Durch diese Kommunen mit insgesamt 116.639 Einwohnern[4] verdoppelte sich die Fläche Neapels auf 117 km². Der jüngste Stadtteil ist Scampia, er wurde 1985 aus Gebieten anderer Stadtteile gebildet.[5]

Politisch sind die insgesamt 30 Stadtteile (Quartieri) der Stadt in zehn Verwaltungsbezirken (Municipalità) zusammengefasst:

Municipalità 1 1. San Ferdinando, 2. Chiaia und 15. Posillipo
Die 30 neapolitanischen Stadtteile
Municipalità 2 3. San Giuseppe, 4. Montecalvario, 5. Avvocata, 10. Mercato, 11. Pendino und 12. Porto
Municipalità 3 6. Stella und 7. San Carlo all’Arena
Municipalità 4 8. Vicaria, 9. San Lorenzo, 16. Poggioreale und 17. Zona Industriale
Municipalità 5 13. Vomero und 14. Arenella
Municipalità 6 28. Ponticelli, 29. Barra und 30. San Giovanni a Teduccio
Municipalità 7 24. Miano, 25. Secondigliano und 27. San Pietro a Patierno
Municipalità 8 22. Chiaiano, 23. Piscinola und 26. Scampia
Municipalità 9 20. Soccavo und 21. Pianura
Municipalità 10 18. Bagnoli und 19. Fuorigrotta

Innerhalb der Stadtteile gibt es zahlreiche Viertel (Rioni), Beispiele sind die Quartieri Spagnoli und Sanità.

Demografie[Bearbeiten]

Satellitenaufnahme, unbesiedeltes Gebiet ist rot gefärbt

Metropolregion[Bearbeiten]

Die Metropolregion besteht aus der Stadt Neapel sowie zahlreichen umliegenden eigenständigen Kommunen. Für europäische Verhältnisse ist die Bevölkerungsdichte der Metropolregion sehr hoch. Die Größe und damit die Einwohnerzahl werden von verschiedenen Institutionen unterschiedlich definiert. Man kann von etwa 3,1 bis 4,4 Millionen Einwohnern ausgehen (die Region Kampanien hat 5,8 Millionen Einwohner, die Stadt Neapel etwa 1 Million).[6]

Einwohner[Bearbeiten]

Neapel ist nach Rom mit seinen 2,8 Millionen Einwohnern und Mailand mit 1,3 Millionen die drittgrößte Stadt Italiens und vor Palermo (0,7) die größte Stadt Süditaliens. Die Bevölkerungsdichte lag im Jahr 2001 bei 8.566 Einwohnern pro Quadratkilometer, in Mailand hingegen nur bei 6.900, in Rom bei 1.982 und in Palermo bei 4.322.

Im Jahr 2001 waren etwa 17 % der Neapolitaner, jedoch nur 14 % der Italiener jünger als 15 Jahre.[7]

Einwohnerzahl bis 1748 (in Tausend)

Entwicklung der Einwohnerzahl (in Tausend)

Geschichte[Bearbeiten]

Etrusker, Samniten, Kampanier
Hauptartikel: Geschichte Neapels

Vor der Gründung Neapels durch die Griechen war die Region Kampanien von italischen Völkern besiedelt, den Oskern (auch: Kampaniern), den Samniten und den eingewanderten Etruskern.

Das griechische und römische Neapolis[Bearbeiten]

Lage der griechischen Gründungen Parthenope (heute in San Ferdinando) und Neapolis (heute Teil der Altstadt)
Ein Gang des römischen Theaters

Gegen 700 v. Chr. – im Zuge der griechischen Kolonisation – gründeten Griechen aus dem nahe gelegenen Kyme (Cumae) die Siedlung Parthenope im heutigen Stadtgebiet Neapels, benannt nach der Sirene Parthenope. Die Siedlung lag am Meer am Fuß des Hügels Pizzofalcone. Seit etwa 530 v. Chr. entstand im Nordosten des Hafens von Parthenope eine zweite Polis, die Parthenope bereits um 470 überflügelte. Von da an trug Parthenope auch den Namen Palaiopolis (alte Stadt). Die neue Stadt auf dem Gebiet der heutigen Altstadt erhielt den Namen Neapolis (neue Stadt). Das nach dem hippodamischen Schema angelegte und von einer Stadtmauer umgebene Neapolis zählte über Jahrhunderte zu den prosperierendsten Städten Italiens und der Magna Graecia.[8]

Die Geschichte Kampaniens im 4. Jahrhundert v. Chr. war geprägt von der Expansion des aufstrebenden Römischen Reichs, das 328 eine Art Oberhoheit über Neapolis errichten wollte. Dies lehnte Neapel jedoch ab, so dass Rom eine Armee schickte, um seine Forderungen durchzusetzen. Neapel geriet nun zwischen die Fronten zwischen Römern und Samniten. Ein 326 v. Chr. geschlossener Bündnisvertrag mit Rom (ein foedus aequum) machte Neapel zu einem municipium und sicherte der Stadt äußerlich eine gewisse Unabhängigkeit und innere Autonomie zu. So blieben die Griechen auch bis weit in die römische Zeit hinein eine äußerst einflussreiche Volksgruppe, und ihre Stadt war etwa 250 Jahre lang ein formal unabhängiger Stadtstaat (Polis). Erst als Neapel in den Römischen Bürgerkriegen 88–82 v. Chr. auf der falschen Seite stand, wurde es in der Folge unter Sulla als abhängige Provinzstadt auch formal dem römischen Imperium einverleibt. Noch in der frühen Kaiserzeit war Neapel allerdings eine deutlich griechisch geprägte Stadt, auch wenn die Romanisierung letztlich unaufhaltsam voranschritt. Es wird geschätzt, dass das frühe römische Neapel zwischen 16.000 und 30.000 Einwohner hatte, wobei aber außerhalb der Stadtmauern gelegene Häuser und Dörfer nicht mitberücksichtigt sind.[9]

Einige Überreste sowohl der griechischen wie der römischen Stadt sind noch vorhanden. Einen Teil der griechischen Stadtmauer, die in römischer Zeit verstärkt wurde, sieht man an der Piazza Bellini, Reste der Akropolis am Caponapoli im nordwestlichen Teil der Altstadt, antike Thermen im Museo dell’Opera di Santa Chiara und Reste des römischen Theaters von Neapel in direkt daraufgebauten Häusern und Höfen des Vico Cinquesanti. Der Hauptplatz (agora bzw. forum) befand sich seit der Gründung Neapels unter der heutigen Piazza San Gaetano, dort kann man noch heute Säulen eines griechischen Tempels und mittlerweile unter der Oberfläche liegende Gebäude des römischen Marktes sehen. Der Straßenverlauf der heutigen Altstadt ist immer noch in etwa gleich mit dem der antiken Stadt. Drei parallele Hauptstraßen, darunter die Via Tribunali durchziehen die Stadt seit ihrer Gründung von Westen nach Osten (griechisch plateiai, römisch decumani) und werden durch zahlreiche Quergassen verbunden (stenopoi bzw. cardi).

Kampanien galt besonders während der römischen Antike nicht nur als landwirtschaftlich besonders produktive Region (vor allem im Getreide- und Weinbau), wovon der Ausspruch campania felix (glückliches Kampanien)[10] zeugt, sondern auch als Ort des Müßiggangs der aristokratischen Oberschicht. So lagen in der Umgebung Neapels etliche Bade- wie Thermenorte (wie Baiae, Pompeji) und nicht nur am Posillipo zahlreiche Luxusvillen.[11]

Odoaker, Ostgoten, Ostrom[Bearbeiten]

476 setzte Odoaker den letzten in Italien herrschenden römischen Kaiser ab, übernahm faktisch die Regierung und unterstellte sich formal dem in Konstantinopel residierenden Kaiser. Er ernannte sich zum rex Italiae („König von Italien“) und wurde vom oströmischen Kaiser Zenon einige Zeit als (faktisch unabhängiger) Verwalter Italiens unter oströmischer Oberherrschaft anerkannt. 493 übernahmen dann nach einem vierjährigen Krieg die Ostgoten unter Theoderich dem Großen die Herrschaft, die in Neapel bis 536 andauerte.

536 wurde das noch immer bedeutende Neapel von oströmischen Truppen nach langer Belagerung erobert. Dem Feldherrn Belisar gelang dies, indem er einige hundert Mann durch das unterirdische Aquädukt Neapels schickte.[12] Von hier aus setzte Belisar seine Eroberung Italiens fort. Doch die Ostgoten leisteten heftigen Widerstand, und ihr neuer König Totila gewann die Stadt 543 noch einmal zurück. 553 eroberte Ostrom die Stadt erneut, nachdem die Ostgoten Narses endgültig unterlegen waren. Damit endet in Italien die Spätantike.

Langobarden und Byzanz, Herzogtum Neapel[Bearbeiten]

Lage des Herzogtums Neapel (Ducato di Napoli) in Kampanien

Doch bereits ab 568 begannen die Langobarden Italien zu erobern, 581 besetzten sie Benevent. Die verbliebenen oströmisch-byzantinischen Gebiete wurden vom Exarchat Ravenna aus geleitet und verteidigt, dem wiederum Dukate unterstellt waren. Eines dieser Dukate wurde 661 Neapel; von dort versuchte Byzanz zwei Jahre später vergebens, Benevent zu erobern. Byzanz, das sich ab 633 der arabischen Weltmacht und zugleich slawischen Invasoren auf dem Balkan gegenübersah, verlor nach und nach die Kontrolle über das spätestens mit dem Verlust Karthagos (698) nur mehr an der Reichsperipherie liegende Italien. Einer der Herzöge, die versuchten, die Abhängigkeit von Konstantinopel zu lösen, war Stephan II. (755–800), unter dem es zu einer Annäherung an den Papst kam, zumal die Langobarden 751 Ravenna erobert hatten. Er prägte ab 763 erstmals eigene Münzen. Erst nach dem Tod des Antimo (801–818) übernahm Konstantinopel wieder die unmittelbare Kontrolle durch einen Protospatharios. Drei Jahre später übernahm die lokale Elite unter Stephan III. wieder die Macht. 840 wurde das Herzogsamt sogar erblich.

Das Herzogtum Neapel, im späten 8. Jahrhundert praktisch unabhängig, setzte sich gegen die Herzöge von Benevent und die Herzöge von Salerno durch, die versuchten, die Stadt zu erobern. Dazu verbündete es sich 836 sogar kurzzeitig mit den Muslimen, die ab 827 Sizilien eroberten und sich an einigen Stellen auf dem Festland festsetzten. Es kam 846 zu einem Angriff auf Rom. Der Emir von Palermo eroberte Ischia und führte seine Armee am Vesuv entlang. 849 schlug eine päpstlich-kampanischen Flotte Sarazenen vor Ostia, 871 eroberten Byzanz und Venedig, sowie Truppen aus dem Reich, dazu kroatische und dalmatinische Hilfstruppen Bari zurück. Damit gelang es Byzanz, seine alten Ansprüche auf den gesamten Süden der Halbinsel zu erneuern.

In Auseinandersetzung mit Byzanz baute der langobardische Fürst (princeps) Pandulf Eisenkopf Ende des 10. Jahrhunderts einen Machtbereich auf, der das Fürstentum Capua, das Herzogtum Benevent, das Herzogtum Spoleto und die Markgrafschaft Camerino umfasste. Pandulf huldigte Kaiser Otto I. Durch Pandulfs Tod 981 drohte jedoch der Zerfall des gesamten Machtblocks, denn Byzanz hatte seine Ansprüche auf die Oberhoheit über die langobardischen Fürstentümer keineswegs aufgegeben. Kaiser Otto II. versuchte nach 981, die langobardischen Fürstentümer seiner Herrschaft zu unterwerfen. Er starb jedoch 983.

In den 1020er Jahren war Neapel unabhängig von Byzanz, doch die Stadt begann, sich zu verändern. Wie viele Städte Italiens, gab sie sich zunehmend eine Selbstorganisation, die um Unabhängigkeit auch vom Herzogtum rang. Die Nachrichten dazu sind allerdings dünn, immerhin erfahren wir aus den Annalen von Benevent zum Jahr 1015 von einer „communitas prima“, zum Jahr 1042 von einem „coniuratio secundo“. 1134 sah sich der Herzog gezwungen, sich mit den Neapolitanern zu verständigen. Herzog Sergius VII. schloss ein Pactum mit dem Stadtadel, den „mediani“ und der ganzen Bevölkerung. Der Herzog sagte Unverletzlichkeit der Person und des Eigentums zu, Bewegungsfreiheit für alle Händler, auch sagte er zu, jede Gesetzes- oder Abgabenänderung mit dem Adel abzusprechen und diese Abmachungen nicht zu unterminieren. Krieg und Bündnis sollten ebenfalls nicht mehr vom Herzog allein sondern in Absprache mit der Stadtführung beschlossen werden. Als Sergius VII. 1137 starb, errichtete die Stadtgemeinde zusammen mit dem Bischof eine Adelsrepublik.[13]

Doch diese bestand nur bis zur Eroberung durch die Normannen im Jahr 1140, wenn es auch den Neapolitanern gelang, ihre privilegierte Stellung noch lange zu wahren.[14]

Normannen[Bearbeiten]

Das von den Anjou erbaute Castel Nuovo
Das Königreich beider Sizilien

Die Normannen hatten unter Rainulf Drengot seit 1027 mit der Grafschaft Aversa erstmals ein eigenes Territorium, das nördlich von Neapel lag, gewonnen. 1047 war Kaiser Heinrich III. in Begleitung von Papst Clemens II. zur Klärung der politischen Lage in den lombardischen Fürstentümern nach Süden vorgestoßen. Er entzog Waimar IV., der nach der Hegemonie in diesem Gebiet strebte, das Fürstentum Capua.[15] Doch schon wenig später erschien Waimar erneut als Lehnsherr der Normannen.

Die Normannen machten sich nicht nur von ihrem Lehnsherrn unabhängig, sondern eroberten ganz Süditalien (bis 1071) einschließlich Sizilien (bis 1091). Das Herzogtum Neapel wurde von etwa 1134 bis 1136 unter Roger II. belagert, schließlich besiegt und 1140 dem normannischen Königreich beider Sizilien einverleibt. Neapel hatte zu dieser Zeit bereits etwa 30.000 Einwohner.[16] Die wichtigste kampanische Stadt war zu dieser Zeit Salerno. Sowohl der ursprüngliche Bau der Festung Castel dell’Ovo, wie des Castel Capuano geht auf die Normannen zurück.[17] Im Vergleich zu anderen Städten konnte Neapel einen hohen Grad an Autonomie und wirtschaftlicher Selbstständigkeit erringen, was auf lange Sicht seiner Stellung im expandierenden Normannenreich zugutekam, während Amalfi und Gaeta ihre wirtschaftliche Vormachtstellung verloren. Grundlage und Höhepunkt war das königliche Privileg von 1190, das Neapel unmittelbar dem König unterstellte. Die Stadtgemeinde organisierte sich unter Konsuln, denen der vom König ernannte compalazzo vorstand.

Staufer[Bearbeiten]

Doch 1194 traten die Staufer, die sich in einem kurzen Feldzug ganz Süditaliens bemächtigt hatten (Neapel fiel im August 1194) unter Heinrich VI. an ihre Stelle.[18] Sie entzogen Neapel seine Privilegien. Heinrichs Sohn und Nachfolger Friedrich II. gründete 1224 mit der Universität Neapel, die heute seinen Namen trägt, die erste staatliche Hochschule Europas.[19] Er führte ein von den zeitgenössischen Vorstellungen des Lehnswesens stark abweichende, zentralistische Verwaltung durch befehlsgebundene Beamte ein. Städtische Autonomie hatte dabei nur solange Platz, wie sie seinen politischen und ökonomischen Zielen diente.

Anjou[Bearbeiten]

Die staufische Herrschaft in Neapel überdauerte Friedrichs Tod im Jahr 1250 nicht lange. Das französische Haus Anjou etablierte eine neue Herrschaft, als Karl I. von Anjou das Königreich beider Sizilien eroberte und es ab 1266 als Lehensnehmer des Papstes innehatte.[20] Nach erbitterten Auseinandersetzungen mit den staufischen Erben wurde Konradin, der letzte männliche Staufer, 1268 in Neapel auf der Piazza del Mercato enthauptet.[21] 1266 und 1268 konnte Karl I. die Staufer besiegen.

Unter den Anjou gelangte Neapel wieder zu erheblicher Bedeutung, als diese es zur Hauptstadt des Königreichs beider Sizilien machten.[22] Seit 1270 entstanden neue Stadtmauern, neue Stadtgebiete und ein Hafen in der Nähe der im Osten gelegenen Märkte sowie zahlreiche Kirchen. Die Anjou ließen auch die Festungen Castello del Carmine und Castel Sant’Elmo sowie seit 1279 das sowohl zur Verteidigung des Hafens wie als königliche Residenz dienende Castel Nuovo erbauen.[23]

Um 1300 hatte Neapel bereits 50.000 Einwohner. Der Luxusbedarf des Hofes stimulierte den Handel, dem vor allem Florentiner, aber auch Genuesen, Venezianer, Katalanen sowie Marseiller beherrschten. Ab 1278 wurde mit dem Gigliato eine eigene Silbermünze geprägt, die bis ins 15. Jahrhundert von großer Bedeutung blieb. Das bereits von Wilhelm I. errichtete Kronarchiv im Castel Capuano wurde fortgeführt.[24]

Auch wenn ihre bis 1442 andauernde Herrschaft innenpolitisch von brutaler Unterdrückung geprägt war, sorgten sie für eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit der Stadt und ergriffen grundlegende städtebauliche Maßnahmen zu ihrer Modernisierung.

Aragon, Habsburger[Bearbeiten]

Das in seiner heutigen Gestalt von 1537 bis 1547 erbaute Castel Sant’Elmo
Pedro Álvarez de Toledo

1442 besiegten Spanier, nämlich die Krone Aragonien unter Alfons den letzten Herrscher der französischen Anjou, wobei große Teile der Stadt und des bereits von Vorstädten einverleibten Festungsgürtels zerstört wurden.[25] Unter den Aragonesen wurden die ökonomischen Verbindungen Neapels zur iberischen Halbinsel intensiviert, die Wirtschaft insgesamt gefördert und die Stadt zu einem Zentrum der Renaissance und des Humanismus.[26] Die Stadtmauer wurde dort, wo Vorstädte entstanden waren, mit Stadttoren versehen, Stadtmauer und -befestigung generalsaniert und ausgedehnt.[27]

Neapel blieb auch nach der Verdrängung der Aragonesen unter spanischer Herrschaft. Diese wurden 1503 von den Habsburgern abgelöst (bis 1707) und das bis dahin selbstständige Königreich Neapel als tributpflichtige Provinz dem spanisch-habsburgischen Weltreich angegliedert. Die nicht nur ökonomisch, sondern auch militärisch überlegenen Spanier stationierten 5000 Soldaten in Neapel, errichteten entlang der Küste Wehranlagen und bauten die auf einer Anhöhe über der Stadt gelegene Festung Castel Sant’Elmo neu auf. Unter den spanischen Vizekönigen von Neapel wurde aber auch begonnen, weitreichende städtebauliche Maßnahmen zu setzen. Die Altstadt wurde saniert und aufgestockt, die Legislative zentralisiert und ins Castel Capuano verlegt. Im Dreieck zwischen Pizzofalcone, Castel Sant’Elmo und Castel Nuovo sind neue, vorwiegend von den Spaniern selbst bewohnte, Stadtviertel errichtet (darunter das rasterförmige Soldatenviertel der Quartieri Spagnoli) und durch die anstelle der alten Stadtmauer neu errichtete Via Toledo von der Stadt der Neapolitaner abgegrenzt worden. Die neu erbauten Stadtmauern und Festungen im spanischen Bereich galten nicht nur der Befestigung gegen äußere Feinde sondern auch als Symbol der Überwachung und Unterwerfung. Der Regierungssitz wurde vom Castel Nuovo in den neugebauten Palazzo Reale im von Spaniern bewohnten Bereich der Stadt verlegt. Im Laufe der folgenden zwei Jahrhunderte begann die neapolitanische Adelsschicht aus der Altstadt in Richtung der spanischen Stadtteile zu ziehen.

Für ihre Beherrschbarkeit wurde die Stadtbevölkerung mit niedrigen Steuern und Brotpreisen belohnt, als Regierungssitz der Vizekönige, Universitätsstadt und dank seinem internationalen Hafen florierte die Stadt. Durch massenhaften Zuzug armer Landbevölkerung, aber auch des Landadels, stieg die Einwohnerzahl rasant auf 300.000 im Jahr 1700 und machte Neapel zu einer der größten Städte Europas. Die negativen Folgen waren Überbevölkerung, unkontrollierter Wildwuchs der Vorstädte, mangelnde Hygiene und Obdachlosigkeit unterer Schichten. Gleichzeitig entfaltete sich privater Wohnluxus der Oberschichten (Adel und Kaufmannsklasse), so entstanden zahlreiche bis heute das Stadtbild prägende Paläste und Klosterbauten. Geprägt hat diese Zeit vor allem der Vizekönig Pedro Álvarez de Toledo (1532–1553). Einerseits forcierte der ambitionierte Herrscher Verwaltungsreformen und die Stadtsanierung, andererseits setzte er auf Repression wie die Einführung der Inquisition in Neapel, die allerdings durch einen Volksaufstand 1547 verhindert wurde.[28]

Aufstände, Republik Neapel, österreichische Habsburger[Bearbeiten]

Masaniello, um 1647 von Onofrio Palumbo
Ferdinand IV. in einem Porträt von Angelika Kauffmann, um 1782

Die Herrschaft der spanischen Habsburger, die bis 1707 dauerte, wurde monatelang durch Aufstände und die Ausrufung der Republik Neapel unterbrochen; diese Ereignisse gelten als Teil der „Krise des 17. Jahrhunderts“.[29] Im Juli 1647 entluden sich die sozialen Spannungen in einem Aufstand, der von einer Abgabenerhöhung auf Frischgemüse ausgelöst wurde.[30] Der 27-jährige Fischer und Obsthändler Masaniello, der die anti-spanische Revolte anführte und nach ihrem Sieg für zehn Tage die Macht in der Stadt übernahm, genießt bis heute große Popularität in Neapel. Hinter dem Fischer stand Giulio Genoino, der wegen seiner Demokratisierungsforderungen 18 Jahre im Gefängnis verbracht hatte. Die Revolte endete, als der spanische Vizekönig ihren Anführer Masaniello, gegen den Widerstand des Kardinals Ascanio Filomarino, in der Kathedrale von Neapel ermorden ließ.

Nicht viel später, im Oktober 1647, wurde die Republik Neapel ausgerufen, in der Hoffnung, Frankreich würde die weite Teile Süditaliens erfassende Republik unterstützen. Stattdessen beschoss eine spanische Flotte Neapel, die Führer der Republik mussten am 6. April 1648 aufgeben.[31] Die alten Machtverhältnisse waren wiederhergestellt und nach einer weiteren kleineren Rebellion 1649 ergaben sich die Neapolitaner in ihr Schicksal. Zu alledem wurde die Stadt 1656 auch noch von einer verheerenden Pest heimgesucht, der Tausende Einwohner zum Opfer fielen, im Juni sollen es 400 pro Tag, im Juli bereits 1.500 pro Tag gewesen sein.[32] Aufgrund der Massen an Toten, begann man damit, sie in die Tuffsteinhöhlen der Stadt zu transportieren. Die Bevölkerung legte wenig Wert auf wissenschaftliche Ratschläge sondern setzte ihre Hoffnung einmal mehr in Prozessionen und Gebete; wer konnte, floh aufs Land.

Im Spanischen Erbfolgekrieg erhob sich Neapel am 7. Juli 1707 erneut, im August übernahm Österreich die Stadt. 1734 übergab Wien die Stadt an einen anderen Zweig der Bourbonen, unter der Bedingung, dass Neapel niemals mit Spanien vereint würde.

Bourbonen[Bearbeiten]

Eine deutliche Verbesserung der Verhältnisse trat erst ein, als die Bourbonen, die infolge des spanischen Erbfolgekrieges 1712 den spanischen Thron erworben hatten, 1734 im Polnischen Thronfolgekrieg Neapel von den Österreichern übernahmen. Unter Karl VII., der das neu formierte Königreich beider Sizilien von 1735 bis 1759 regierte und anschließend in Spanien herrschte, wurde eine energische Reformpolitik eingeleitet. Karl VII., ein Vertreter der Aufklärung, ging gegen Korruption vor, brach die Macht der kirchlichen Würdenträger, nahm bauliche Veränderungen im Stadtbild vor und förderte das kulturelle Leben und die Wissenschaften; so begannen 1738 die Ausgrabungen von Herculaneum. Giambattista Vico wurde der Hofhistoriker. Pietro Giannone, der sich zu freimütig über Kirche und Staat äußerte, wurde nach Wien verbannt. Antonio Genovesi von der Universität Neapel wurde der erste Professor für politische Ökonomie, und Ferdinando Galiani hielt als Sekretär der Botschaft in Paris Kontakt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Philosophen. Die Administration wurde modernisiert und sie unterstützte den Handel. Dabei ließ er sich von toskanischen und spanischen Beratern unterstützen, wie dem Marquis von Salas Montealegre oder Bernardo Tanucci, einem Professor der Universität Pisa. 1759 entsagte Karl dem Thron, um König von Spanien zu werden.

Sein minderjähriger Sohn Ferdinand IV. folgte ihm als Herrscher nach, daher führte Bernardo Tanucci die Staatsgeschäfte. Doch die Hungerkatastrophe von 1764, gepaart mit einer gewaltigen Epidemie, tötete 40.000 Neapolitaner, vielleicht 200.000 im gesamten Reich.[33] Sie warf die Reformen zurück. Königin Maria Carolina nutzte die Gelegenheit, um zusammen mit kirchlichen Kräften und konservativen Adligen den Reformkurs auszuhebeln. Die Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia zwang 1776 Tanucci zum Rücktritt.

Neapel mit seiner hohen Bevölkerungsdichte und weiterhin zuziehender Landbevölkerung barg auch unter Ferdinand IV. ein großes Potential für Unruhen. Ein vorbeugendes politisches Mittel waren genügend Brot und Spiele wie das regelmäßig vom König spendierte Cuccagna-Spektakel (paese di cuccagna bedeutet Schlaraffenland). Ferdinand wird als Re Lazzarone (ungefähr: ‚König der Bettler‘[34]) bezeichnet, der geistige Betätigung gering schätzte und die Ziele der Aufklärer und Reformpolitiker nicht teilte, aber in gutem Verhältnis zu den unteren Schichten stand.[35]

Parthenopäische Republik, Napoleoniden[Bearbeiten]

Die Flagge der Parthenopäischen Republik

Angesichts der Erfolge Napoleons in seinem Italienfeldzug floh die königliche Familie 1798 nach Palermo. Im Januar 1799 zogen französische Revolutionstruppen unter General Jean-Étienne Championnet in Neapel ein. Eine Gruppe von elitären Republikanern (bürgerliche und adelige Intellektuelle, Juristen, Mediziner, in den Militärakademien erzogener Adelsnachwuchs und unfreiwillige von ihren Familien dazu bestimmte Kleriker), von denen allerdings der Großteil aus den Provinzen kam, proklamierte daraufhin für 144 Tage die Parthenopäische Republik.[36] Deren politische Konzepte, Ideen und Denkmodelle klangen wohl für den überwiegenden Teil der Bevölkerung fremd und unverständlich, jedenfalls stieß die Republik auf wenig Gegenliebe.[37]

Bereits seit Februar zog von Kalabrien aus der Kardinal Fabrizio Ruffo mit seinem „Christlichen Heer des Heiligen Glaubens“ (die „Sanfedisten”) der Revolution und Aufklärung entgegen. Als er am 13. Juni in Neapel einmarschierte waren die Franzosen bereits abgezogen. Direkt darauf folgende Ausschreitungen und Hinrichtungen durch die Armee und die Unterschicht Neapels, kosteten rund 100 Angehörige der intellektuellen Elite – genauer des entstehenden Bürgertums und des reformwilligen Teils der Aristokratie, darunter fast alle Mitglieder der Provisorischen Regierung – das Leben. Die Bourbonen kehrten in die Stadt zurück.[38]

Im Winter 1805/06 wurden die Bourbonen und damit die Spanier neuerlich entmachtet, diesmal von den napoleonischen Franzosen. Diese installierten in Süditalien erstmals eine konstitutionelle Monarchie mit politischer Beteiligung der Untertanen. Trotz wirtschaftlicher und militärischer Abhängigkeit von Frankreich (Satellitenstaat) besaß der Regno di Napoli weitgehende Souveränität. Die Franzosen säkularisierten den Staat und führten eine auf Rationalität gegründete gesellschaftspolitische Ordnung ein. Im August 1806 wurde der Feudalismus abgeschafft, wie die Armenfürsorge und das Schulwesen wurde im Februar 1807 der klösterliche Grundbesitz verstaatlicht. Eine staatliche Zentralverwaltung wurde aufgebaut und wissenschaftliche wie kulturelle Institutionen gegründet (Observatorium Capodimonte, Botanischer Garten, Zoologisches Museum) bzw. der Öffentlichkeit übergeben (Teatro San Carlo, Bibliotheken, Museen). Die folgenreichste Maßnahme war aber die Einführung des code civil im Jahr 1809. Hatte Joseph Bonaparte (1806–1808) Schlüsselpositionen noch vorwiegend mit Franzosen besetzt, begann sein Nachfolger Joachim Murat (1808–1815) Posten an die Kreise bürgerlicher und aufgeklärter Neapolitaner. Die Lebensverhältnisse der unteren Schichten blieben aber, auch aufgrund der Verstaatlichung der bis dahin von Kirche und Oberschicht übernommenen Armen- und Krankenfürsorge, weiterhin dieselben. So spricht ein Bericht des Consiglio provinciale napoletano im Jahr 1808 von Armut, Elend und der Situation der Straßenkinder. Trotzdem wurde in das bereits damals vom Adel und Reichen bewohnte Viertel Chiaia investiert, wo Boutiquen und Cafés entstanden und die Strandpromenade erneuert wurde.[39]

Restauration, Königreich beider Sizilien, Garibaldi[Bearbeiten]

Der Platz um die Porta Capuana, vor 1881, Giacomo Brogi
Neapel im Jahr 1835

Mit dem Untergang Napoléons kam auch das Ende des napoleonischen Königreichs Neapel, Ferdinand und Maria Carolina kehrten am 17. Juni 1815 nach Neapel zurück. Ferdinand führte eine rücksichtslose Restaurationspolitik durch, die auch die letzten Spuren französischer Reformbemühungen beseitigte. 1820 kam es dementsprechend zu einem ersten Aufstand der Carbonari, Soldaten rebellierten in Nola und Avellino. Unter General Guglielmo Pepe erreichte die Bewegung Neapel, der König unterzeichnete zwar eine Erklärung, doch gedachte er nicht, nachzugeben. 1821 besetzte die österreichische Armee die Stadt und erstickte die Revolte. 1848 kam es erneut, wie in ganz Europa, zu einer Revolution. Ferdinand musste eine Verfassung akzeptieren, eine Versammlung beriet im Kloster San Lorenzo. Mit Hilfe von Schweizer Söldnern beseitigte Ferdinand die Regierung. Einer der Führer der Revolution, Luigi Settembrini konnte aus dem Gefängnis fliehen. Er kehrte erst zurück, nachdem Garibaldi im Mai 1860 auf Sizilien gelandet war und am 7. September Neapel betreten hatte.

Königreich Italien, Zweiteilung des Landes[Bearbeiten]

Der Vicolo del Pallonetto in Santa Lucia, vor 1925, Carlo Brogi

Ab 1860 ist die Geschichte Neapels eng mit der nun beginnenden Geschichte der Republik Italien verschmolzen. Am 7. September 1860 zog Giuseppe Garibaldi nach der Eroberung Süditaliens in Neapel ein und am 21. Oktober 1860 stimmten die Neapolitaner in einem Plebiszit mit überwältigender Mehrheit für den Anschluss an das Königreich Italien, das von 1861 bis 1946 bestehen blieb. Franz II., der letzte Bourbonenherrscher war aus der Stadt in die Festung Gaeta geflüchtet. Er gab am 13. Februar 1861 seine Kapitulation bekannt und wurde für abgesetzt erklärt.

In der Folge identifizierten sich viele Neapolitaner allerdings nur in sehr geringem Umfang mit dem neuen italienischen Staat, dessen Ausgangspunkt und Machtzentrum in Piemont, im fremden Norditalien lag. So kamen auch viele Entwicklungsprojekte und Förderungsmaßnahmen der neuen Zentralregierung überwiegend dem Norden des Landes zugute, während der Süden eher vernachlässigt und durch eine ungerechte und harte Steuerpolitik wirtschaftlich stark belastet wurde. Notwendige Reformen, um die während der Bourbonenherrschaft entstandenen Probleme zu beseitigen (z. B. eine Landreform), unterblieben – auch auf Intervention der Großgrundbesitzer des Südens. Die Regierung hatte lediglich eine formelle politische Einigung des Landes erreicht, scheiterte aber an der Aufgabe, das Land auch innerlich zu einigen. Die Rückständigkeit des Südens wurde in gewisser Weise zementiert. Der Norden prosperierte in den ersten Jahrzehnten nach der Gründung des Königreiches wirtschaftlich zunehmend und fand bald Anschluss an die führenden europäischen Industrienationen, während der Süden in Armut und Agonie verharrte. Hier liegt eine der Ursachen für die Entstehung des bis heute wirksamen Nord-Süd-Gefälles in Italien. Auch Neapel entwickelte sich so zu einer typischen Großstadt des Mezzogiorno, geprägt von Armut, Kriminalität, Schattenwirtschaft und mafiösen Strukturen, die bis in die höchsten politischen und wirtschaftlichen Machtzentren reichten.

1884 wurde Neapel infolge schlechter infrastruktureller und hygienischer Verhältnisse Opfer einer besonders in den überbevölkerten ärmeren Vierteln verheerenden Choleraepidemie.[40] In deren Folge wurde 1885 ein Gesetz (Legge per il Risanamento delle città di Napoli) beschlossen, das die Sanierung der Stadt, ein neues, hygienischeres Trink- und Abwassersystem sowie neugebaute Wohnviertel vorsah. Außerdem wurde eine Schneise durch die Altstadt gezogen, um die breite Straße Corso Umberto I. anzulegen.[40] Eine zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit quasi planwirtschaftlichen Methoden begonnene Industrialisierung war wegen Fehlplanung, fehlender Infrastruktur und in dunklen Quellen versickernden Geldern zum Scheitern verurteilt und führte zu keiner Verbesserung der ökonomischen Situation. So kam es zu den ersten großen Auswanderungswellen nach Norditalien, Argentinien und vor allem in die USA.

Faschismus[Bearbeiten]

In dieser Situation fand der Faschismus in Süditalien deutlich mehr Anhänger als im Norden des Landes. 1922, kurz vor dem Marsch auf Rom, fand in Neapel ein großer Faschistenkongress statt. Nach der Machtergreifung Mussolinis wurden die süditalienischen Probleme erst einmal durch die imperialen Bestrebungen der Faschisten und später durch den Zweiten Weltkrieg überlagert, kaschiert und in den Hintergrund gedrängt. 1938 war Adolf Hitler in Neapel auf Staatsbesuch bei Mussolini.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt vom 4. Dezember 1942 bis ins Jahr 1943 von amerikanischen Flugzeugen bombardiert. Bei zahlreichen Luftangriffen wurden etwa 1.900 Personen getötet.[41] Zahlreiche Industrieanlagen, der Bahnhof und der Hafen waren Hauptziele der Attacken, aber auch viele Häuser und eine Reihe von Kirchen wurden zerstört. Nach der Absetzung und Verhaftung Mussolinis 1943 wurde Neapel im September von Wehrmachtstruppen besetzt und die Neapolitaner waren für kurze Zeit dem deutschen Terrorregime ausgesetzt. In den am 27. September beginnenden Barrikaden- und Häuserkämpfen (den vier Tagen von Neapel) gelang es den Einwohnern der Stadt sich aus eigener Kraft noch vor dem Eintreffen der Alliierten am 1. Oktober 1943 selbst zu befreien und die Besatzer aus der Stadt zu vertreiben. Doch hatten die deutschen Truppen viele Häuser vermint und die Wasserfilteranlagen zerstört. Im Jahr 1944 kam es auch zu erneuten Luftangriffen, diesmal durch die deutsche Luftwaffe.

Die Architektur der faschistischen Zeit hat Teile des Stadtbilds geprägt. So wurden die Stazione Marittima di Napoli und das Gelände der Mostra d’Oltremare erbaut, im Zentrum entstand die Piazza Matteotti, an der fünf große Gebäude errichtet wurden (etwa der Palazzo delle Poste und die Casa del Mutilato).

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Neapel vom Vomero aus gesehen, 1973

Die anschließende amerikanische Besatzung sorgte für eine kurze Periode des relativen Wohlstands. Die Bedürfnisse der GIs und der günstige Wechselkurs des Dollars waren der ideale Nährboden für die Schattenwirtschaft Neapels. Die Camorra erstarkte wieder.

Beim Volksentscheid von 1946 über die künftige Staatsform stimmten die Einwohner Neapels (und Süditaliens) im Gegensatz zur Mehrheit des Landes für die Beibehaltung der Monarchie. Bei der folgenden Konstituierung der italienischen Republik wurde mit Enrico de Nicola ein Neapolitaner zu deren erstem Präsidenten gewählt. In den ersten Jahrzehnten der jungen Republik änderte sich für die Neapolitaner nichts Wesentliches an den prekären Verhältnissen in der Stadt.

Dies führte zu weiteren großen Auswanderungswellen, wieder waren Norditalien und die USA, zusätzlich aber auch die Bundesrepublik Deutschland als aufblühendes Wirtschaftswunderland die bevorzugten Ziele der Emigranten. Die Regierung in Rom leitete zwar über die zum Aufbau des Südens gegründete Cassa per il Mezzogiorno („Kasse für den Süden“)[42] Milliarden an Subventionen nach Süditalien, diese verschwanden aber teilweise, ohne dass die geplanten Projekte jemals erbaut wurden oder wurden fehlinvestiert.

Neapel erlebte eine für das Europa der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beispiellose Verquickung von Wirtschaft, Politik und Camorra, und der Name der Stadt wurde zum Synonym für Korruption, Bauspekulation und illegale Bereicherung. Protagonist dieser Politik war in Neapel insbesondere der der monarchistischen Rechten nahestehende Bürgermeister Achille Lauro (1952–1958 und 1961). Durch zweifelhafte Methoden in den Besitz eines Flotten- und Finanzimperiums gelangt, nutzte er die Bürgermeisterposition vorrangig zum weiteren Ausbau seiner wirtschaftlichen und politischen Macht. Gleichwohl war er als typischer Populist, der eine ausgeprägte Panem-et-Circenes-Politik betrieb, bei der Bevölkerung beliebt. Die Zwangsabsetzung Lauros per Dekret der römischen Zentralregierung änderte nichts Grundlegendes an den Zuständen. Seine Nachfolger waren fast ausschließlich von ähnlichem Schlag, ob es sich nun um Christdemokraten oder Sozialisten handelte.

1980 ereigneten sich in Kampanien schwere Erdbeben, die 2914 Todesopfer zur Folge hatten.[43] Neapel war daraufhin mit Strömen obdachloser Zuwanderer konfrontiert.

Zerfall der etablierten Parteien, wechselnde Regierungsbündnisse, Wirtschaftskrise[Bearbeiten]

Erst im Rahmen des gesamtitalienischen Erneuerungsprozesses ab 1992 änderten sich auch die Verhältnisse in Neapel. Die Ära der korrupten Kommunalpolitiker wurde beendet. 1993 wurde Antonio Bassolino vom Mitte-links-Bündnis L’Ulivo gegen Alessandra Mussolini (Alternativa Sociale) zum Bürgermeister gewählt. In seiner bis zum Jahr 2001 währenden Amtszeit erlebte die Stadt einen schnellen und nie für möglich gehaltenen Aufschwung. Die Korruption wurde systematisch bekämpft, der Einfluss der Camorra zumindest eingedämmt. Restaurierungsarbeiten am Stadtbild und Sanierungsmaßnahmen wurden eingeleitet. 1994 war Neapel Tagungsort des G7-Gipfels, 1995 wurde das centro storico (Altstadt) von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Bei seiner Wiederwahl 1997 erhielt Bassolino 73 % der Stimmen,[44] im Jahr 2000 wurde er Präsident der Region Kampanien. 2008 wurde ein Prozess wegen Amtsmissbrauch und Korruption während seiner Amtszeit als Sonderbeauftragter für den Müllnotstand (2000–2004) gegen Bassolino eröffnet.

Bürgermeister Luigi de Magistris

In den Jahren 2007 und 2008 spitzte sich das seit 1994 bestehende Müllproblem der Stadt zu und wurde zu einem nationalen Politikum. Auf hunderten von illegalen Mülldeponien im Umland wurde vor allem von der Camorra Müll aus ganz Italien, darunter hochgiftiger Industriemüll, abgelagert (siehe auch Giftmüll bei Neapel).

Die neapolitanische Kommunalpolitik wird seit Jahrzehnten von Parteien der Mitte bzw. der Linken dominiert. Von 2001 bis 2011 war Rosa Russo Iervolino vom Partito Democratico Bürgermeisterin. Bei ihrer ersten Kandidatur mit 52,1 % der abgegebenen Stimmen gewählt, wurde sie 2006 mit 57 % der Wählerstimmen im Amt bestätigt.[45]

Politik[Bearbeiten]

Im Mai 2011 trat der ehemalige Staatsanwalt und Mafia-Gegner Luigi de Magistris als Spitzenkandidat eines links-liberalen Parteienbündnisses, angeführt von der Partei Italia dei Valori, zur Kommunalwahl an. Er verwies dabei Mario Morcone, den Vertreter des Partito Democratico von Bürgermeisterin Rosa Russo Iervolino (die selbst nicht mehr zur Wahl stand), überraschend auf den dritten Platz und zog dadurch in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt gegen Giovanni Lettieri ein, den Kandidaten des Mitte-rechts-Bündnisses. Eines der Hauptthemen des Wahlkampfs war das Müllproblem, bei dem die Bürger den bisher in der Stadt vorherrschenden Parteien keine Lösungen mehr zutrauten. Hier setzte er sich mit 65 zu 35 % Stimmen durch. Am 18. Juli 2011 legte er daraufhin sein Mandat als Europaabgeordneter nieder. Das Wahlbündnis von de Magistris stellt auch mit 29 von 45 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.[46]

Neapel unterhält zahlreiche Städtepartnerschaften.[47]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Italsider.jpg
Ex-italsider in bagnoli (neapel).JPG
Das heute stillgelegte Stahlwerk im Stadtteil Bagnoli vor 1991 (oben) und 2012 (unten)

Das Stadtbild ist vom traditionellen Kleinunternehmertum, nämlich zahllosen Geschäften, Händlern und Handwerksbetrieben geprägt. 2005 registrierte die neapolitanische Handelskammer in der Provinz Neapel 264.956 Gesellschaften. Von diesen Unternehmen beschäftigten lediglich 52 mehr als 200 Arbeitnehmer und 12 mehr als 500, wohingegen 54 % der Unternehmen weniger als 20 Beschäftigte hatten.[48] Dementsprechend hoch ist auch die Betriebsdichte: 2010 gab es 108 Unternehmen pro 1000 Einwohner.[49]

Einen wirtschaftlichen Faktor stellen Dienstleistungsbetriebe in den Bereichen Immobilien, Verwaltung, Finanzsektor und Handel dar. Eher schwach ist der produzierende Sektor. Das ehemals bedeutende Stahlwerk im Stadtteil Bagnoli ist seit 1990 stillgelegt und heute eine Industrieruine; der Hafen Neapel ist hingegen weiterhin sowohl für den Güter- wie den Personenverkehr von internationaler Bedeutung.

Insgesamt ist die Wirtschaftskraft Neapels pro Kopf gesehen eher schwach. Im nationalen Vergleich belegte die Provinz Neapel im Jahr 2005 nur den 92. Platz von landesweit insgesamt 103 Provinzen.[50] Besonders die Jugendarbeitslosigkeit ist ein Problem der Stadt. Sie lag bei den 15- bis 24-Jährigen im Jahr 2010 mit 42,7 % sogar weit über dem italienischen Durchschnitt von 27,8 %.[51] Dank seiner Größe gehört Neapel dennoch zu den wichtigsten Wirtschaftszentren Italiens.

Die Spaccanapoli
Beispiel für mobile Schwarzhändler, 2012 in der Nähe des Hauptbahnhofs

Beschäftigung[Bearbeiten]

Die Beschäftigung verteilt sich in der Provinz wie folgt auf die einzelnen Sektoren:[48]

  • 30,7 % Öffentliche Dienste und Verwaltung
  • 18,0 % Produktion
  • 14,0 % Handel
  • 9,5 % Baugewerbe
  • 8,2 % Transportwesen
  • 7,4 % Bank-, Finanz- und Immobilienwesen
  • 5,1 % Landwirtschaft
  • 3,7 % Hotellerie
  • 3,4 % Sonstiges

Tourismus[Bearbeiten]

Im Jahr 1992 kamen rund 550.000 Personen in neapolitanischen Hotels und Herbergen an, im Jahr 2009 waren es bereits rund 800.000. Der Höhepunkt lag im Jahr 2007 bei rund 900.000 Gästen.[52]

Vulkanisches Gestein als Baustoff und der Untergrund Neapels[Bearbeiten]

Museale Darstellung eines antiken Tuffsteinbruchs 40 m unter der Altstadt

Wie in anderen vulkanischen Gebieten, war das über Jahrhunderte dominierende Baumaterial Neapels Lavagestein, das sich in mehreren Schichten unter der Stadt befindet und von Vulkanausbrüchen der Campi Flegrei wie des Vesuvs stammt.[53] Es wurde seit der Antike in der Umgebung (Poggioreale, Campi Flegrei) und später im Stadtgebiet sowohl im Tage- wie im Stollenbau abgebaut. Im Stadtgebiet liegen die natürlichen Schluchten, Abbautunnel und Katakomben im Hügel von Capodimonte, weitere im Vomero und Pizzofalcone, aber auch direkt unter den Baustellen der Stadt wurden vulkanische Gesteine gebrochen und in Blockform an die Oberfläche transportiert. Dazu wurden erst die oberen Erdschichten entfernt und dann ein senkrechter Stollen ins Gestein gebohrt, der nach etwa 5 m auch in die Breite erweitert wurde. So ersparte man sich den Transportweg zur Baustelle. Mit der Zeit entstand durch diese Praxis ein unterirdisches System von Hohlräumen, das bereits seit der Antike zu einem durch Brunnen mit der Oberfläche verbundenem Kanalsystem erweitert wurde. Dieses Kanalsystem versorgte Neapel bis ins Jahr 1885 mit Trinkwasser (Bau einer modernen Wasserversorgung aus Hygienegründen) und diente während der Bombardierung Neapels im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker. Auch wurden die Tunnel – als ab 1885 kein Wasser mehr floss – von den ärmsten Schichten als Behausung genutzt. Durch die Unterhöhlung der Stadt ergeben sich bis heute statische Probleme: „Bei den Abermillionen im Untergrund Neapels gebrochenen Tuffblöcken ist es dann nicht mehr verwunderlich, wenn die Erdoberfläche gelegentlich großflächig nachgab und ganze Häuserblocks verschlang.“[54] Bereits 1781 verbot Ferdinand IV. per Erlass den Materialabbau innerhalb der Stadtmauern. Da auch heute noch weitverzweigte Gänge, Höhlen, Zisternen und Aquädukte wie der Acquedotto del Carmignano bestehen, spricht man von einem zweiten „unterirdischen Neapel“ (Napoli sotteranea).

Der Neapel prägende und etwa zum Festungsbau (Castel’dell Ovo, Castel Sant’Elmo) verwendete Grundbaustoff war der gelbe neapolitanische Tuffstein. Über den Tuffsteinschichten, wenige Meter unter der Oberfläche, liegen meterdicke Lagen vulkanischer Asche, die Puzzolanerde. Da sich Tuffstein schlecht hält und wenig widerstandsfähig ist, wurde er seit der Antike mit einem Putz überzogen, der aus Puzzolanerde, Kalk und Lapilli gemischt wurde. Sobald er getrocknet war, erreichte dieser Putz eine felsenfeste und wasserdichte Konsistenz. Unter dem Tuff findet sich ein weiteres vulkanisches Derivat, der graue Peperin. Tuffstein ist leicht zu bearbeiten und kann mit einfachen Werkzeugen gebrochen werden, die so entstanden Blöcke hatten darüber hinaus ein geringes Gewicht. Peperin ist (wie der ebenfalls verwendete Trachyt) ein härteres Gestein, aus dem vor allem Treppen und tragende Elemente des Hochbaus hergestellt wurden. Die Kombination des festen Peperin und des leichten Tuff ermöglichte bereits früh die Errichtung bis zu siebenstöckiger Häuser, wie ein Bericht aus dem Jahr 1634 zeigt.[55] So bestehen die älteren einfachen Häuser, aber auch Paläste und Umgrenzungsmauern bis heute im Wesentlichen aus Lavagestein. Erst ab dem Industriezeitalter wurde es durch künstliche Baustoffe wie Eisen, Eisenbeton, Stahl und Glas abgelöst.

Besichtigen kann man den Untergrund an drei verschiedenen Stellen. Erstens gibt es den Tunnel Borbonico, einen unterirdischen Fluchttunnel, der den Königspalast an der Piazza del Plebiscito mit der Via Morelli verbindet. Zweitens gibt es Führungen, die an der Piazza Trieste e Trento beginnen, eine andere Gelegenheit bietet auch der Verein Napoli Sotterranea.

Straßenkinder in Neapel, 1890er, Foto von den Brüdern Alinari
Roma-Siedlung neben dem Hafen, 2012

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 wurden in Neapel 560.525 Tonnen Müll gesammelt (2000: 561.929 Tonnen), wovon 105.935 Tonnen getrennter Müll war (2000: 7.445 Tonnen). Auf jeden Neapolitaner kommen 582 kg Müll im Jahr (2000: 561 kg).[56]

Öffentlich zugängliche Grünanlagen machen nur 5,23 der 117,27 km² der Stadt aus, wovon 1,41 km² auf den ländlich geprägten Stadtteil Chiaiano und 1,46 km² auf den Stadtteil San Carlo all’Arena, in dem der größte Park der Stadt liegt, fallen.[57]

Gesellschaft[Bearbeiten]

Sozialstruktur, Sozioökonomie, Raumplanung[Bearbeiten]

Nach Angaben der Commune di Napoli unterteilt sich Neapel nach sozioökonomischen Kriterien in zwei Teile.[58] Die sozialen Bedingungen unter denen die Bewohner des Stadtzentrums leben, unterscheiden sich gravierend von denen der Bewohner der vorstädtischen Peripherie. Aber auch innerhalb des Zentrums gibt es große Unterschiede. Der Kern der Altstadt im 9. Stadtteil San Lorenzo sowie viele der angrenzenden Gebiete sind dicht besiedeltes Wohngebiet ärmerer Schichten. Im 3. Stadtteil San Giuseppe befinden sich Verwaltungsgebäude wie das Rathaus Neapels und zahlreiche Bankgebäude. Beliebte Wohngebiete reicherer Bevölkerungsgruppen, gehobene Einkaufsstraßen und Botschaftsviertel liegen direkt westlich der Altstadt. Sowohl der 13. Stadtteil Vomero, wie der 2. Stadtteil Chiaia sind geographisch abgegrenzt und nur durch wenige Straßen mit der Altstadt verbunden; so liegt Vomero auf dem gleichnamigen Hügel Vomero, zwischen Chiaia und der Altstadt liegen mit dem Pizzofalcone abschließende Erhebungen. Im am Meer entlang und auf dem gleichnamigen Hügel gelegenen 15. Stadtteil Posillipo findet man zahlreiche Luxusvillen und teure Wohngebiete.

Die heutigen peripheren Stadtteile wurden der Stadt erst im 20. Jahrhundert politisch angegliedert. Lange Zeit waren diese Gebiete dörflich geprägt, erst seit den 1960ern entstanden die heutigen Wohnviertel. Die östliche Peripherie gilt immer noch als von Arbeitern dominierte Gegend, der Norden um die Stadtteile Secondigliano (25) und Scampia (26) ist am stärksten von sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Drogensüchtigen und Kriminalität betroffen. Ausschlaggebend war ein 1962 vom italienischen Staat verabschiedetes Gesetz (legge 167[59]). Mit ihm wurde ein Plan zum möglichst ökonomischen Bau von großen Wohnvierteln in den Städten ganz Italiens beschlossen (Sozialer Wohnbau, Schlafstadt). Die dafür auszusuchenden Flächen nannte man Zone 167. Sie lagen meist in der Peripherie, also außerhalb der Stadtzentren und sollten mit einer eigenständigen Infrastruktur ausgestattet werden. Zum Beispiel Scampia entstand im Zuge dieses Gesetzes.

Die größte Bevölkerungsdichte erreicht der in der Altstadt gelegene 9. Stadtteil San Lorenzo mit 33.070 Einwohnern pro Quadratkilometer (2009), die niedrigste der ländlich geprägte 22. Stadtteil Chiaiano mit 2.331.[60]

Seit Jahrhunderten gilt Neapel als eine Stadt mit starken sozialen Unterschieden. Eine bekannte Gruppe innerhalb der neapolitanischen Unterschicht bildeten vom 17. bis zum 19. Jahrhundert die Lazzaroni. Heute befinden sich zahlreiche illegale Einwanderer in der Stadt, darüber hinaus gibt es in den peripheren Stadtteilen etliche und direkt am Hafen eine weitere inoffizielle Siedlung von Roma ohne moderne Infrastruktur und mit schlechten hygienischen Bedingungen.

Im Stadtgebiet gibt es zwei große Gefängnisse. Das Gefängnis Poggioreale (Casa Circondariale di Napoli Poggioreale) war nicht nur zeitweiliger Aufenthaltsort zahlreicher bekannter Cammoristen, sondern auch Drehort bekannter Filme und ist ein stadtbekannter Ort. Es ist zurzeit mit über 2.000 Häftlingen überbelegt. Die zweite große Haftanstalt (Centro Penitenziario di Secondigliano) liegt im Problemviertel Scampia und hatte 2009 1.136 Insassen.[61]

Neapel sozioökonomisch.svg
Periphere Stadtteile sind grau; Zentrale Stadtteile sind grün: wohlhabend, gelb: mittel, rot: ärmlich[58]
Neapel Bevölkerungsdichte.svg
Die Stadtteile Neapels nach Bevölkerungsdichte, 2009[60]
Nödl. peripherie neapels.jpg
Die nördliche Peripherie Neapels. Seit 1960 erbaut: rot, bis 1960 erbaut: schwarz[62]

Camorra[Bearbeiten]

Man geht davon aus, dass einige tausend Neapolitaner der neapolitanischen Mafiaorganisation Camorra angehören. Die Aktivitäten der mittlerweile international operierenden Camorra laufen im Verborgenen ab, sodass Außenstehende äußerst selten mit ihr in Kontakt kommen. Eine Ausnahme bildet der in einigen Stadtvierteln allgegenwärtige Handel mit geschmuggelten oder gefälschten Produkten. Die wichtigsten Einnahmequellen der Camorra sind Schmuggel, Schwarzhandel, Drogenhandel, Auftragsabsprache, illegale Müllentsorgung und Schutzgelderpressung; heute spielen aber auch mit illegalen Einnahmen finanzierte legale Geschäfte eine wichtige Rolle. Zulauf erhält die Camorra vor allem aufgrund der – besonders unter Jugendlichen – hohen Arbeitslosigkeit. Sie bietet ihnen (statistisch nicht erfasste) Arbeit an, überhaupt ist die Schattenwirtschaft eine bedeutende ökonomische Kraft der Stadt. Zu italienweiter Popularität gelangte der Camorra-Kritiker Roberto Saviano. Der große Pate der Nuova Camorra Organizzata (NCO) der 1970er und 1980er war der heute im Hochsicherheitsgefängnis Terni inhaftierte Raffaele Cutolo. Einer der einflussreichsten Clans neuerer Zeit war und ist der Di Lauro Clan unter dem 2005 verhafteten Paolo Di Lauro.

In der Vergangenheit waren verschiedene Clans der Camorra in Bandenkriege mit zahlreichen Todesopfern – hauptsächlich innerhalb der Mafia selbst – involviert.[63] Der letzte große Bandenkrieg mit rund 70 Todesopfern war in den Jahren 2004 und 2005 die faida di Scampia (Fehde von Scampia). Im Jahr 2009 wurden in der ganzen Region Kampanien (5,8 Millionen Einwohner) 104 Morde verübt (Italien: 586), von denen 49 aufs Konto der Mafia gingen (Italien: 90).[64] Neapel und seine nähere Umgebung haben – nicht zuletzt auch durch die Camorra, die daran verdient – Probleme mit der Entsorgung von Müll und Sondermüll sowie der vermutlich unter anderem daraus resultierenden Verseuchung des Bodens.[65][66][67]

Kultur[Bearbeiten]

Castel dell’Ovo

Bauwerke[Bearbeiten]

1995 wurde die gesamte Altstadt (centro storico) von Neapel zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Entsprechend hoch ist dort die Zahl der als sehenswert geltenden Baulichkeiten.

Festungen
Dom von Neapel

Die drei bedeutendsten und das Stadtbild prägenden Festungen (Castelli) sind das Castell Nuovo, das Castel Sant’Elmo und das Castel dell’Ovo. Das Castel Nuovo befindet sich am Hafen, vor dem Rathausplatz. Es wurde im 13. Jahrhundert unter den Anjou erbaut und hatte die Funktion einer Stadtburg, in der seitdem die Armeen der fremden Herrscher Neapels (Franzosen, Spanier, und so weiter) untergebracht waren. Im 15. Jahrhundert wurde es komplett umgestaltet und ausgebaut. In der Sala dei Baroni (Saal der Barone) trat bis ins Jahr 2006 der Stadtrat Neapels zusammen, im Westflügel der Burg ist heute das Museo Civico (Museum zur Stadtgeschichte Neapels) untergebracht.

Das Castel Sant’Elmo wurde im 14. Jahrhundert auf dem Stadthügel Vomero gebaut. Auf den Mauern der Festung befindet sich ein Rundweg, von dem sich eine unvergleichliche Aussicht über die gesamte Stadt und den Golf von Neapel bietet. Heute beherbergt das Castel verschiedene Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen, unter anderem die Biblioteca di Storia dell’Arte (Kunsthistorische Bibliothek).

Die dritte große Festung ist die ebenfalls begehbare Hafenburg Castel dell’Ovo. Sie befindet sich auf einer kleinen Insel im Meer und wurde bereits im 9. Jahrhundert auf älteren Fundamenten einer Kirche aus dem 5. Jahrhundert erbaut. Ihre heutige Gestalt erhielt sie im 13. Jahrhundert. Auf der Insel befindet sich darüber hinaus ein kleines Viertel mit zahlreichen Restaurants.

Außer diesen drei Castelli gibt es weitere Festungen, darunter das Castel Capuano, das seine heutige Gestalt im 19. Jahrhundert erhielt, lange als Kerker und Gerichtsgebäude genutzt wurde und heute ein Verwaltungsgebäude ist. Weiter zu erwähnen sind das ehemalige Castello del Carmine und die Caserma Garibaldi.

Kirchen und Klöster
Basilica di Santa Chiara
Palazzo Reggia di Capodimonte

In Neapel gibt es hunderte Kirchen[68] und zahlreiche Klöster. In den Straßen stehen zahlreiche Vitrinen mit Heiligenbildern. Ein religiöses Zentrum ist der Duomo San Gennaro aus dem 13. Jahrhundert. In seiner Capella del Tesoro di San Gennaro werden die Reliquien und das Blut des Stadtheiligen San Gennaro aufbewahrt, das wegen des so genannten Blutwunders zu einiger Bekanntheit gelangte. Wenn das Blut während der Zeremonie am 1. Mai jedes Jahres nicht flüssig wird, so heißt es, hat die Stadt Neapel ein Jahr lang Pech. Unter dem Dom kann man heute noch das Baptisterium einer älteren Kirche aus dem 5. Jahrhundert besichtigen.

Ein weiteres religiöses Zentrum ist der Kirchen- und Klosterkomplex Santa Chiara. Er wurde im 14. Jahrhundert erbaut und beherbergt Königsgräber, einen bekannten Kreuzgang, ein Klarissinnenchor und ein Museum. Santa Chiara wurde während des Zweiten Weltkriegs am 4. August 1943 durch Angriffe von 400 US-Bombern auf die Stadt komplett zerstört. Durch Spenden der Bevölkerung von Neapel wurde die Kirche im ursprünglichen Stil der provenzalischen Gotik wiederaufgebaut.

Hinter der unspektakulären Fassade der Jesuitenkirche Gesù Nuovo entfaltet sich unerwartet die Pracht einer barocken Innenausstattung. Die Kirche aus dem 16. Jahrhundert befindet sich zentral am gleichnamigen Platz, direkt gegenüber der Kirche Santa Chiara.

Das ehemalige Kloster und heutige Museum Certosa di San Martino liegt auf dem Stadthügel Vomero, knapp unterhalb des Castel Sant’Elmo. Wie dieses bietet die Certosa di San Martino einen schönen Ausblick über Teile der Stadt und des Golfes. Gebaut wurde sie im 14. Jahrhundert, im 17. Jahrhundert wurde das Kartäuserkloster vollständig im Stile des Barock umgestaltet. Im Inneren findet man einen bekannten Kreuzgang und ein kulturhistorisches Museum, das Museo Nazionale di San Martino.

An der Piazza San Gaetano findet man zwei Kirchen. Die eine ist San Lorenzo Maggiore, eine Klosterkirche der Franziskaner aus dem 13. Jahrhundert mit barocken Umbauten aus dem 18. Jahrhundert. Im Inneren kann man Bodenmosaike eines frühchristlichen Vorgängerbaus, der Laurentiuskirche aus dem 6. Jahrhundert, sehen. Besonders erwähnenswert sind die Ausgrabungen unter der Kirche, es handelt sich um einen antiken Marktplatz aus griechisch-römischer Zeit.

Architektonisch unterscheidet sich die im Stil des Klassizismus erbaute Kirche San Francesco di Paola stark von den anderen neapolitanischen Kirchen. Sie befindet sich gegenüber dem Königspalast an der Piazza del Plebescito.

Im Barockkirchlein Cappella Sansevero findet man zahlreiche Marmorskulpturen. Sie war einst die Privatkapelle des Raimondo di Sangro (1710–1771), eines adeligen Erfinders und Alchemisten. Von diesem stammen zwei etwas makabere Exponate im Keller der Kirche, die konservierten Leichname eines Mannes und einer schwangeren Frau. Erhalten sind die Skelette und die vollständigen, durch eine unbekannte Chemikalie, die den beiden wohl in lebendigem Zustand injiziert worden war, kristallisierten Blutgefäße.

Weitere bekannte Kirchen sind Santa Maria della Sanità, San Gregorio Armeno und Chiesa di San Domenico Maggiore.

Paläste und Villen
Palazzo Reale

Noch zahlreicher als Kirchen sind die neapolitanischen Paläste (Palazzi) und Villen (Ville), bei denen es sich im Normalfall einfach um Wohngebäude der Oberschicht handelte. Einige von ihnen sind heute Verwaltungsgebäude, andere, meist eher heruntergekommen, werden mittlerweile auch von unteren Gesellschaftsschichten und Studenten bewohnt. Die berühmtesten Paläste sind allerdings die viel größeren, ehemaligen Königspaläste.

Der Palazzo Reale ist der ehemalige Palast der Vizekönige und datiert aus dem frühen 17. Jahrhundert. Er liegt an der Piazza del Plebiscito, heute kann man einige Säle, Gänge und Zimmer der königlichen Familie besichtigen. Auch die frei zugängliche Nationalbibliothek ist hier untergebracht.

Der Palazzo Reggia di Capodimonte (erbaut ab 1738) ist ebenfalls ein ehemaliger königlicher Palast. Der von einem großen Schlosspark umgebene Palast beherbergt heute eine Museum mit Gemälden von Botticelli, Raffael, Tizian und Caravaggio (siehe: Museen).

Im Stadtgebiet und auch an der Ostküste entlang (Miglio d’oro) befinden sich hunderte weitere Paläste und Villen, wie zum Beispiel das Castello Aselmeyer.

Hochschulen und Nationalbibliothek
Galleria Umberto I.

In Neapel gibt es sechs Universitäten. Die größte und älteste ist die Universität Neapel (Università degli Studi di Napoli Federico II). Sie wurde 1224 von Friedrich II. als dritte Universität Italiens nach Bologna und Padua gegründet. Ebenfalls von großer Bedeutung sind die Seconda Università degli Studi di Napoli (gegründet 1989) und die Universität Neapel L’Orientale (Università degli studi di Napoli L’Orientale, gegründet im Jahr 1732), eine wichtige europäische Studieneinrichtung für Philologie und Linguistik außereuropäischer Sprachen. Weitere Universitäten sind die Università degli Studi di Napoli Parthenope (gegründet 1920) und die Università degli Studi Suor Orsola Benincasa.

Darüber hinaus ist Neapel Sitz der Pontificia Facoltà Teologica dell’Italia Meridionale (theologische Hochschule) sowie der Kunsthochschule Accademia di Belle Arti, des Musikkonservatoriums Conservatorio di Musica San Pietro a Majella und der Università Telematica Pegaso. International renommierte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind das Istituto Italiano per gli Studi Storici („Italienische Institut für Historische Studien“) und das Istituto Italiano per gli Studi Filosofici („Italienische Institut für Philosophische Studien“). Bereits 1812 wurde das Osservatorio Astronomico di Capodimonte („Astronomisches Observatorium Capodimonte“) gegründet, das heute eine Einrichtung des Istituto Nazionale di Astrofisica ist.

Die Nationalbibliothek (Biblioteca Nazionale di Napoli) im Palazzo Reale ist eine staatliche öffentliche Bibliothek und nach den Nationalbibliotheken in Rom und Florenz die drittgrößte Bücherei Italiens. Sie verfügt über einen Buchbestand von rund 1.800.000 Exemplaren, außerdem über 19.000 Manuskripte, 8.500 Zeitschriften, 4.500 Inkunabeln und 1.800 Papyri.[69]

Museen
Ansicht des Centro Direzionale

Das Archäologisches Nationalmuseum Neapels ist eines der weltweit bedeutendsten seiner Art. Ausgestellt sind vor allem zahlreiche Funde aus Pompeji und Herculaneum, darunter viele Großplastiken und Mosaiken, unter anderem die berühmte, aus anderthalb Millionen Mosaiksteinen bestehende Darstellung der Alexanderschlacht. Erwähnenswert ist auch das Geheime Kabinett (Gabinetto Segreto), ein ehemals nicht der Öffentlichkeit zugänglicher Raum mit einer Sammlung erotischer und pornographischer Kunst der Antike.

Berühmt ist auch die große Gemäldegalerie des Museo Nazionale di Capodimonte im von den Bourbonen errichteten Palazzo Reale di Capodimonte. Hier sind Werke des 13. bis 20. Jahrhunderts ausgestellt, unter anderem von Tizian, Masaccio, Vasari, Bellini, Raffael, Botticelli, Caravaggio, El Greco und Pieter Brueghel dem Älteren.

Weiters gibt es die Musei di Antropologia, Mineralogia e Zoologia dell’Università Federico II, insgesamt acht recht umfangreiche und öffentlich zugängliche Lehrsammlungen der Universität, das Museo d’Arte Contemporanea Donna Regina, das Museo Hermann Nitsch (mit Arbeiten des österreichischen Künstlers Hermann Nitsch), den Palazzo delle Arti di Napoli, eine Galerie für zeitgenössische Kunst und zahlreiche weitere Museen im Stadtgebiet und in der Agglomeration um Neapel.[70]

Centro Direzionale, Teatro San Carlo, Galleria Umberto, Katakomben, Friedhöfe und andere
Teatro San Carlo
Der Eingang zum Cimitero delle Fontanelle

Das so genannte Centro Direzionale ist ein 1994 von dem japanischen Architekten Kenzō Tange erbautes, postmodernes Verwaltungszentrum, das als größtes europäisches seiner Art gilt.

Als Anbau des Palazzo Reale entstand im 18. Jahrhundert das Teatro San Carlo. Dieses war nach seiner Fertigstellung im 18. Jahrhundert das größte Opernhaus der Welt und über Jahrzehnte eines der bedeutendsten in ganz Europa. Es ist auch heute noch von Bedeutung und vor allem für seine prunkvolle Innenausstattung bekannt.

Die Galleria Umberto I ist eine der weltweit ersten großen Einkaufspassagen, die Ende des 19. Jahrhunderts nach dem Vorbild der Mailänder Galleria Vittorio Emanuele II errichtet wurde.

Die Katakomben Catacombe di San Gennaro sind eine zweistöckige Friedhofsanlage im Hügel von Capodimonte, benannt nach dem Märtyrer San Gennaro, der nach seiner Hinrichtung in Pozzuoli im Jahre 304 hier seine erste Ruhestätte fand. Die in den Fels gehauenen Gräber sind reich mit Fresken und Mosaiken aus dem 5. bis 9. Jahrhundert dekoriert. Weiters gibt es die Catacombe di San Gaudioso im Stadtviertel Sanità.

Der monumentale Bau Real Albergo dei Poveri wurde von 1750 bis 1766 von dem Architekten Ferdinando Fuga im Auftrag von Karl dem III. erbaut. Er war dazu gedacht, die Armen des Reiches unterzubringen.

Man findet in Neapel außer dem Haupthafen auch einige kleinere Häfen. Einige von ihnen, etwa der bekannte Porto di Santa Lucia, werden heute als Häfen für Luxusyachten benutzt, andere dienen immer noch der Fischerei.

Der riesige Hauptfriedhof Neapels Cimitero di Poggioreale liegt im Stadtteil Poggioreale. Sehenswert ist der historische Friedhof Fontanelle. Er befindet sich seit 1656 in einer riesigen Höhle im Stadtteil Sanità. Weiters gibt es den kleinen Friedhof der (nicht-katholischen) Engländer, den Cimitero degli Inglesi.

Der maggio dei monument (Mai der Monumente) entstand auf Initiative eines Ehepaars. Mittlerweile öffnen im Mai jeden Jahres über 200 Museen, historische und kulturelle Stätten mit lokalgeschichtlicher Bedeutung für die Stadtbevölkerung und Touristen kostenlos ihre Pforten.[71]

Parks[Bearbeiten]

Brunnen im Capodimonte-Park, dem größten Park Neapels

Eine Publikation aus dem Jahr 2010 listet für Neapel 46 Parks auf, von denen viele allerdings weniger als einen Hektar groß sind.[72] Die beiden mit Abstand größten Parks mit ausgedehnten Wald- und Wiesenflächen sind der Parco di Capodimonte, der im Kern 1734 angelegt wurde und eine Fläche von 134 ha umfasst,[73] und der Parco dei Camaldoli (137 ha). 1807 entstand auf französische Initiative der universitäre Orto botanico.[74] Hinzu kommt der Park rund um die Villa Floridiana auf dem Hügel Vomero (6 ha) und vor allem der neben der Insel Nisida gelegene Parco Virgiliano. Er entstand in der ersten Hälfte der 1930er Jahre und umfasst 9,2 ha Fläche.[75]

Musik[Bearbeiten]

Enrico Caruso

Grob kann man von drei wichtigen Sparten neapolitanischer Musik sprechen. Erstens gibt es die auf eine lange Tradition zurückblickende neapolitanische Volksmusik, zweitens die neapolitanische Oper und drittens modernere Strömungen.

Wird heutzutage von neapolitanischer Musik gesprochen, ist zumeist die Rede von der Canzone Napoletana, der neapolitanischen Volksmusik. Sie nahm im 19. Jahrhundert ihren Anfang und übt bis heute einen maßgeblichen Einfluss auf die italienische Populärmusik aus. Die Canzone Napoletana entstand aus der Verschmelzung früherer, teilweise bis ins Mittelalter zurückreichender, regionaler Folkloretraditionen mit klassischen Elementen. Dominierende Instrumente der sehr ausdrucksvollen Musik sind Gitarre und Mandoline, der Gesang erfolgt zumeist in neapoletanischem Dialekt. Einen hohen Stellenwert nimmt auch die traditionelle Tarantella ein. Eine der bekanntesten neapolitanischen Gruppen die seit 1967 traditionelle Musikstile wiederbelebt ist die Nuova Compagnia di Canto Popolare. Weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurden unter anderem die Stücke O Sole Mio, Funicolì funiculà und Don Raffae. Zu den bedeutenden Protagonisten der Musica Napoletana gehört Roberto Murolo (1912–2003), Edoardo Bennato (* 1949) und Pino Daniele (* 1955). Die Band Almamegretta verschmilzt die neapolitanische Volksmusik mit Reggae sowie arabischen Klängen.

Im 17. Jahrhundert brachte Neapel mit der Neapolitanischen Schule eine eigene Opern-Stilrichtung hervor, die auf Traditionen früher neapolitanischer Konservatorien des beginnenden 16. Jahrhunderts zurückgriff und besonders durch die hier ausgebildeten Castrati die Geschichte der europäischen Oper nachhaltig beeinflusst hat. Der bis heute international populärste Opernsänger der Stadt ist Enrico Caruso (1873–1921). Das Teatro San Carlo ist eines der bedeutendsten Opernhäuser Italiens. Seit 2008 gibt es ein großes jährliches Theaterfestival, das Napoli Teatro Festival Italia.

Auf dem Festival della Canzone Napoletana, das erstmals zwischen 1952 bis 1970 stattfand und dann 1998 wiederbelebt wurde, werden alljährlich die besten Interpreten neapolitanischer Musik prämiert.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Neapolitanische Krippe

Seit Jahrhunderten ist die Stadt berühmt für die individuell gestalteten neapolitanischen Weihnachtskrippen, deren Herstellung und Vertrieb traditionell in den Werkstätten und Läden einer eigenen Altstadtgasse (Via San Gregorio Armeno) erfolgt. Die meisten Familien haben ihre eigenen ständig wachsenden Krippen, in den Kirchen findet man oft riesige Krippenlandschaften mit den verschiedensten Figuren, detailliert dargestellten Alltagsszenen und bekannten neapolitanischen Gebäuden. Vom nordamerikanisch-mitteleuropäischen Typus unterscheiden sich die neapolitanischen Krippen durch ihren Realismus und Detailreichtum. Oft finden sich auch Darstellungen bekannter zeitgenössischer Personen wie etwa prominente Fußballer, Angela Merkel oder Silvio Berlusconi.

Eigentümlich sind auch die ständigen Feuerwerke, die zum Jahresende ihren traditionellen Höhepunkt erreichen und die gesamte Stadt in Lärm und Licht hüllen.

Alljährlich am ersten Maiwochenende, am 19. September und am 16. Dezember wird im Dom San Gennaro das „Wunder“ der Blutverflüssigung zelebriert. Hierbei geht eine als Reliquie in einer Phiole aufbewahrte Substanz, die angeblich aus dem getrockneten Blut des Heiligen Januarius bestehen soll, in den flüssigen Aggregatzustand über. Bleibt das „Wunder“ aus, bedeutet dies Unglück für die Stadt. Chemiker sind sich ziemlich sicher, dass es sich um eine thixotrope Substanz handelt, die durchaus schon von den Alchemisten des Mittelalters hätte hergestellt werden können. Die Gläubigen lässt diese naturwissenschaftliche Erklärung allerdings unbeeindruckt. Bemerkenswert bleibt, dass es nach dem Ausbleiben der Blutverflüssigung 1980 zu einem schweren Erdbeben kam und 1988 der SSC Neapel die italienische Meisterschaft knapp verfehlte.[76]

Esskultur[Bearbeiten]

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Pizza Margherita
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Sfogliatelle

„Eines Tages werde ich nach Neapel zurückkehren,
weil es meine Heimat ist, die ich liebe.
Aber nicht, um zu singen,
sondern um Pizza zu essen.“

Enrico Caruso

Die Pizza soll in Neapel erfunden worden sein und ist noch heute zusammen mit der Pasta das wichtigste Gericht der Stadt. In Neapel wurde auch die industrielle Nudelfertigung mittels Nudelmaschine erfunden. Unter den Pizzen sind die Pizza Margherita und die pizza fritta am weitesten verbreitet. Zusammen mit der Pasta bildeten sie die cucina povera, die Küche der kleinen Leute. Bekannt ist Neapel aber auch für Speisen mit Fisch und Meeresfrüchten.

Eine Gebäckspezialität Neapels sind die Sfogliatelle, Blätterteigtaschen mit Ricottafüllung. Berühmt ist Neapel auch für seinen Espresso, dem nicht nur ein spezieller Geschmack nachgesagt wird, sondern der durch seinen häufigen Genuss das ganze Stadtbild prägt.

Sport[Bearbeiten]

Nicht der einzige Maradona-Altar, Via San Biagio dei Librai 129

Neapel ist die Heimat des Traditions-Fußballvereins SSC Neapel, der in der Stadt tief verwurzelt ist und von den Neapolitanern leidenschaftlich und bedingungslos unterstützt wird. Die „Hellblauen“ (Azzurri) tragen ihre Heimspiele im Stadio San Paolo (heute 60.240 Plätze) im Stadtteil Fuorigrotta aus. Mit Hilfe des heute noch verehrten Diego Maradona feierte der Verein seine größten Erfolge, wurde zwei Mal italienischer Meister (1987, 1990), gewann den italienischen Pokal (1987), den Superpokal und den UEFA-Cup (1989). Im Jahr 2004 ging der SSC Neapel in Konkurs, 2007 gelang der Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse, 2012 gewann er erneut den italienischen Pokal und war unter den 16 besten Teams Europas (Achtelfinale der UEFA Champions League).

Zu den weltweit bekanntesten und derzeit auch erfolgreichsten Wasserball-Vereinen zählt der Klub CN Posillipo. Die Neapolitaner gewannen 1996, 1997 und 2005 mit der Champions-League bzw. der EuroLeague jeweils die höchste Krone im europäischen Vereinswasserball. 2012 fand die Segel-Regatta America’s Cup direkt vor der Küste Neapels statt. Im Juni 2012 wurde bekannt gegeben, dass der Giro d’Italia 2013 erstmals seit 50 Jahren wieder in Neapel starten wird. Zuletzt machte das zweitwichtigste Radsport-Etappenrennen im Jahr 2009 Station in Neapel. Im 19. Stadtteil Fuorigrotta liegt die 30.000 Zuseher fassende Pferderennbahn Ippodromo di Agnano. Die Basketballmannschaft Basket Napoli trägt ihre Heimspiele in der Halle PalaBarbuto aus.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Flughafen
Blick über den Hafen, 1973
Karte des Hafens von Neapel nach Funktionen, 2009, hellblau: Fähr- und Kreuzfahrtschiffe, braun: gemischte Zone, dunkelgrün: Werft-Pieranlagen, hellgrün: Massen- und Stückgut, orange: Containerterminal, grau: Pieranlagen für Tankschiffe[77]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Neapel ist hervorragend an die Fernverkehrssysteme angebunden: Die Stadt ist von einem dichten Autobahnnetz umgeben, an das Schienennetz der Gruppo FS angeschlossen, hat einen großen Seehafen und den Aeroporto di Napoli-Capodichino, einen internationalen Flughafen.

Autobahn

Auf allen Autobahnen ist eine Maut zu zahlen (siehe Maut in Italien). Über ein dichtes Netz von Zubringern hat Neapel unmittelbaren Anschluss an die Autobahnen. Die A1/E 45, die Autostrada del Sole („Autobahn der Sonne“), führt in nordnordwestliche Richtung über Rom und Florenz bis nach Mailand und zu den weiteren Wirtschaftszentren Norditaliens. Ihre Verlängerung in südsüdöstlicher Richtung verläuft als A3 / E 45 bis Reggio Calabria. Nach Osten hin schließlich, bis zur Adriaküste, gelangt man über die A16, die Autostrade dei due Mari („Autobahn der beiden Meere“). Daneben gibt es auch noch einige Verbindungen über Fernstraßen, die strade statali („Staatsstraßen“).

Eisenbahn

Mit mehreren Bahnhöfen ist Neapel an das Schienennetz der Ferrovie dello Stato, der italienischen Eisenbahnen, angeschlossen. Der bedeutendste Bahnhof für den Fernverkehr ist die Stazione Napoli Centrale in einem der Stadtzentren, nahe der Piazza Garibaldi. Hier besteht Anschluss an die große Nord-Süd-Fernstrecke längs der tyrrhenischen Küste, die von Reggio di Calabria kommend über Neapel, Rom und Florenz die Metropolen der Poebene erreicht. Eine weitere Fernverbindungsstrecke durchquert die Apenninenhalbinsel über Benevent und Foggia und schließt an die adriatischen IC- und ETR-Linien an.

Flughafen

Mit dem Flughafen Capodichino, dem wichtigsten Verkehrsflughafen Süditaliens, ist Neapel an die internationalen Luftverkehrswege angeschlossen. Die großen italienischen Luftfahrt-Drehkreuze Rom und Mailand sowie andere italienische Flughäfen werden – zum Teil mehrmals täglich – von Neapel aus angeflogen. Darüber hinaus bestehen regelmäßige innereuropäische und seit einigen Jahren auch interkontinentale Verbindungen.

Hafen

Der Hafen Neapels, ist neben seiner Bedeutung für den regionalen Passagier- und Frachtverkehr einer der größeren Seehäfen Italiens für den internationalen Verkehr. Neben seiner Funktion als Hafen für Container- und konventionelle Fracht deckt er über ein großes Kreuzfahrtterminal auch internationalen Passagierverkehr ab. Regelmäßige Fährverbindungen führen zudem nach Tunesien, Korsika, Sardinien, Sizilien und zu den Äolischen Inseln. Der Personenfernverkehr läuft über die Stazione Marittima di Napoli.

Nahverkehr[Bearbeiten]

U-Bahn Neapel
Straßenbahnen
U-Bahn und S-Bahn

Es gibt folgende U-Bahn und S-Bahn-Linien, die von verschiedenen Unternehmen betrieben werden. Genauer werden sie in den Artikeln Metropolitana di Napoli und Servizio ferroviario metropolitano di Napoli beschrieben.

U-Bahn (Metropolitana di Napoli)
  • Linie 1
  • Linie 6
S-Bahn
von Trenitalia betriebene, meist unbenannte Linien (Servizio ferroviario metropolitano di Napoli)
von privaten Unternehmen betriebene Linien
Busse und Straßenbahn

Es gibt in Neapel die drei Straßenbahnlinien 1, 2 und 4, vor allem aber ein dichtes Busnetz.

Fähren

Ebenfalls zum Nahverkehr zählen die von den Häfen (Molo Beverello und Porticciolo di Sannazarro (Mergellina)) aus verkehrenden Fähren, die zu allen Inseln und verschiedenen Festlandszielen in der gesamten Golfregion fahren.

Bergbahnen

Des Weiteren verbinden drei Standseilbahnen, Funicolare genannt (Funicolare di Montesanto, Funicolare Centrale und Funicolare di Chiaia), den Hügel Vomero mit niedriger gelegenen Teilen der Stadt. Die vierte Standseilbahn ist die weiter westlich gelegene Funicolare di Mergellina.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In der Stadt selbst genießen – neben den in Neapel verehrten Heiligen – vor allem die Spieler des SSC Napoli ungeheure Popularität. Ebenfalls populär sind die Schauspielerin Sophia Loren, der Revolutionär Masaniello und die Figur des Pulcinella.

International bekannte Persönlichkeiten finden sich in fast sämtlichen Gebieten des kulturellen Lebens. Das Multitalent Bud Spencer ist genauso Neapolitaner wie es die Schauspieler Totò und Eduardo De Filippo waren. Bedeutende Philosophen waren Giordano Bruno, Giambattista Vico und Benedetto Croce, von den zahllosen Literaten seien Salvatore Di Giacomo, Matilde Serao und Luciano De Crescenzo erwähnt. Im Bereich der klassischen Musik bekannt wurden Domenico Scarlatti, Domenico Cimarosa, Enrico Caruso und Riccardo Muti, bekannte Pop-Interpreten sind Edoardo Bennato und Pino Daniele. Auch der heutige Staatspräsident Giorgio Napolitano stammt aus Neapel.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christoph Höcker: Golf von Neapel und Kampanien. DuMont, Köln 1999, ISBN 3-7701-3990-9. (Erweiterte und aktualisierte Auflagen: 2000; 2004; 2006; völlig überarbeitete Neuauflage 2008; 2011)
  • Michael Machatschek: Golf von Neapel. 5. Auflage. Michael Müller, Erlangen 2011, ISBN 978-3-89953-613-3
  • Ronald G. Musto (Hrsg.): A Documentary History of Naples. Italica Press, New York
    • Medieval Naples, 400–1400: Historical Texts. (von Ronald G. Musto), 2011
    • Medieval Naples: An Architectural & Urban History, 400–1400. (von Caroline Bruzelius, William Tronzo), 2012
    • Baroque Naples, 1600–1800. (von Jeanne Chenault Porter), 2000, ISBN 0-934977-52-6
    • Modern Naples, 1799–1999. (von John Santore), 2001, ISBN 0-934977-53-4
  • Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte. Reimer, Berlin 2009, ISBN 978-3-496-01401-0
  • Dieter Richter: Neapel. Biographie einer Stadt. Klaus Wagenbach, Berlin 2005, ISBN 3-8031-2509-X

Reiseberichte[Bearbeiten]

Neapel in der Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Andres: Ritter der Gerechtigkeit", Piper München 1948
  • Luciano De Crescenzo: Also sprach Bellavista. Neapel, Liebe und Freiheit. Diogenes, Zürich 1988
  • Maurizio de Giovanni: Die Versuchung des Commissario Riccardi, Insel Verlag 2014
  • Barbara Krohn: Die Toten von Santa Lucia. Goldmann, München 2006, ISBN 3-442-46177-4,
  • Andrej Longo: Sarahs Mörder, Eichborn Frankfurt 2011, ISBN 978-3-8218-6108-1
  • Curzio Malaparte: Die Haut, Fischer, Frankfurt am Main 1991
  • Christoff Neumeister: Der Golf von Neapel in der Antike, Ein literarischer Reiseführer. München 2005
  • Marino Niola: Totem und Ragù – Neapolitanische Spaziergänge. Luchterhand, München 2000
  • Marcello D’Orta: In Afrika ist immer August. Sechzig Schulaufsätze neapolitanischer Kinder. Diogenes, Zürich 1993
  • Marcello D’Orta: Am liebsten Neapel. Streifzüge durch meine Stadt. Rotbuch, Hamburg 1999
  • Susan Sontag: The Vulcano Lover (1989, dt. Der Liebhaber des Vulkans, ISBN 3-596-10668-0)
  • Enzo Striano: Die Portugiesin", Piper München 2000
  • Franz Werfel: Die Geschwister von Neapel, 1931

Neapel im Film[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Neapel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Neapel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Neapel – Zitate
 Wikivoyage: Neapel – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Comune di Napoli: Bollettino di Statistica – 2009 (italienisch), S. 101.
  3. Comune di Napoli: Atlante Statistico dell’ Area Napoletano (italienisch), S. XIII.
  4. Comune di Napoli: Atlante Statistico dell’ Area Napoletano (italienisch), S. 140.
  5. Comune di Napoli: Bollettino di Statistica – 2009 (italienisch), S. 57.
  6. Eurostat gibt hier 3.080.873 Einwohner für 2011 an, SVIMEZ gibt hier (PDF-Datei; 1,15 MB) für verschiedene Zeiträume bis zu 4.434.136 an.
  7. Comune di Napoli: Censimento 2001, (italienisch).
  8. Dieser Abschnitt zur antiken griechischen Geschichte Neapels folgt: Rabun Taylor: A Documentary History of Naples. Ancient Naples, Chapter Two, From Parthenope to Neapolis, noch unveröffentlicht.
  9. Dieser Abschnitt zur antiken römischen Geschichte Neapels folgt: Rabun Taylor: A Documentary History of Naples. Ancient Naples, Chapter Four, Neapolis and the Rise of Rome, noch unveröffentlicht und Rabun Taylor: A Documentary History of Naples. Ancient Naples, Chapter Five, From Republic to Empire, noch unveröffentlicht.
  10. Plinius der Ältere, Naturalis historia, 3,60.
  11. Salvatore Pisano: Neapel-Topoi. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 28–37, hier: S. 30–33.
  12. Prokopios von Caesarea, Historien V,10 (englische Version).
  13. Edith Ennen: Die europäische Stadt des Mittelalters, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 4. verbesserte Auflage. 1987, S. 136 f.
  14. Dieser Abschnitt über das byzantinische Herzogtum Neapel folgt: Vera von Falkenhausen: Die Städte im byzantinischen Italien. In: Mélanges de l’Ecole française de Rome. Moyen-Age, Temps modernes, Band 101, Nr. 2., 1989, S. 401–464, hier: S. 451.
  15. Egon Boshof, Die Salier. 5., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2008, S. 131.
  16. Edith Ennen: Die europäische Stadt des Mittelalters, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 4. verbesserte Auflage. 1987, S. 98.
  17. Dieser Absatz zur normannischen Herrschaft über Neapel folgt: Barbara M. Kreutz, Carola M. Small: Naples. In: Christopher Kleinhenz (Hrsg.): Medieval Italy. An Encyclopedia. Band 2, Routledge, New York 2004, S. 755–760, hier: S. 757.
  18. Hans Martin Schaller: Heinrich VI.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 323–326 (Digitalisat).
  19. Hans Martin Schaller: Friedrich II.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 478–484 (Digitalisat).
  20. Peter Herde: Carlo I d’Angiò. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 20 (Carducci–Carusi), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1977, S. 199–226 (italienisch)..
  21. Regesta Imperii, Conradin V 1.2, Nr. 4860a.
  22. Barbara M. Kreutz, Carola M. Small: Naples. In: Christopher Kleinhenz (Hrsg.): Medieval Italy. An Encyclopedia, Band 2, Routledge, New York 2004, S. 755–760, hier: S. 757.
  23. Oronzo Brunetti: Stadtmauern und Festungsbauten. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 139–145, hier: S. 139–140.
  24. Edith Ennen: Die europäische Stadt des Mittelalters, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 4. verbesserte Auflage. 1987, S. 166.
  25. Oronzo Brunetti: Stadtmauern und Festungsbauten. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 139–145, hier: S. 140.
  26. Vgl. Salvatore Pisani: Die Residenzstadt der Aragonesen. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 47–58.
  27. Oronzo Brunetti: Stadtmauern und Festungsbauten. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 139–145, hier: S. 140.
  28. Der Abschnitt zur Zeit der Vizekönige folgt: Salvatore Pisani: Stadtbau und spanische Machtpolitik. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 146–155. Vgl. auch: Oronzo Brunetti: Stadtmauern und Festungsbauten. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 139–145, hier: S. 140–141.
  29. Geoffrey Parker, Lesley M. Smith: The General Crisis of the Seventeenth Century, 1. Auflage. London 1978.
  30. Vgl. Katharina Siebenmorgen: Die Masaniello-Revolte von 1647. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 254–260.
  31. Rosario Villari: La rivolta antispagnola a Napoli. Le origini (1587–1647), Bari 1967. Er betont die antifeudalistische Tendenz der Rebellion, zumindest auf dem Lande. Vgl. Aurelio Musi: La rivolta di Masaniello nella scena politica barocca, 1989, 2. Auflage. Neapel 2002.
  32. Klaus Bergdolt: Die Pest, Beck, München 2006, S. 80 f.
  33. Egidio Papa: Carestia ed epidemia nel regno di Napoli durante il 1763—64 nella corrispondenza tra la nunziatura e la segreteria di Stato. In: Rivista di Storia della Chiesa in Italia 28 (1974), S. 191–208, hier: S. 201.
  34. Diese häufig anzutreffende Übersetzung trifft allerdings nur zum Teil. Vgl. Ottorino Gurgo: Lazzari. Una storia napoletana, Guida Editori, 2005, passim, der etwa das Moment der wechselseitigen Abhängigkeit zwischen König und Lazzari betont, aber auch ihre vorindustrielle Arbeitsmentalität, die eher auf den bloßen Lebensunterhalt als auf Selbstverwirklichung, Arbeitsethos oder gesellschaftliche Anerkennung und Zugehörigkeit ausgerichtet war.
  35. Der Abschnitt folgt: Katharina Siebenmorgen: Ferdinand IV., das Korn und die Parthenopäische Republik. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 307–315, hier: S. 308 f.
  36. Antony Pagden: Franceso Maria Pagano’s „Republick of Virtue“: Naples 1799. In: Biancamaria Fontana (Hrsg.): The Invention of the Modern Republic, Cambridge University Press 1994, S. 139–153.
  37. Der Abschnitt folgt: Katharina Siebenmorgen: Ferdinand IV., das Korn und die Parthenopäische Republik. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 307–315, hier: S. 310–313.
  38. Der Abschnitt folgt: Katharina Siebenmorgen: Ferdinand IV., das Korn und die Parthenopäische Republik. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 307–315, hier: S. 313–315.
  39. Der Abschnitt zur napoleonischen Zeit folgt: Salvatore Pisani: Die Reformprogramme der Napoleoniden. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 169–174.
  40. a b Alfredo Buccaro: Stadtsanierung und -erweiterung nach der Einigung Italiens. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 455–461, hier: S. 457.
  41. Daten des Istituto di Studi Storici Economici e Sociali (I.S.S.E.S) auf www.isses.it (PDF-Datei; 891 kB).
  42. Gesetz Nr. 646 vom 10. August 1950 (italienisch).
  43. Daten der Ereignisgeschichte. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 528–534.
  44. Comune di Napoli: Le elezioni a Napoli dal 1946 al 1997, 2000, S. 114 (italienisch).
  45. Dominique Reynié: L’opinion européenne, La table ronde, Paris 2007, S. 243.
  46. Information des Innenministeriums.
  47. Eine Auflistung findet man hier (italienisch).
  48. a b Camera di Commercio di Napoli: Profilio economico della provincia di Napoli (italienisch).
  49. Camera di Commercio di Napoli: Bollettino di Statistica 2011, Capitolo 2 (italienisch).
  50. Camera di Commercio di Napoli: Bolletino di statistica (PDF-Datei; 83 kB), S. 16 (italienisch).
  51. Camera di Commercio di Napoli: Bollettino di Statistica 2011, Capitolo 4 (italienisch).
  52. Comune di Napoli: Bollettino di Statistica – 2009 (italienisch), S. 117.
  53. Dieser Abschnitt folgt: Salvatore Pisani: Baustoffe. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 214–222.
  54. Salvatore Pisani: Baustoffe. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 214–222, hier: S. 219.
  55. Giulio Cesare Capaccio: Il forastiero, Gio. Domenico Roncagliolo, Neapel 1634.
  56. Comune di Napoli: Bollettino di Statistica – 2009 (italienisch), S. 54.
  57. Comune di Napoli: Bollettino di Statistica – 2009 (italienisch), S. 49 f.
  58. a b Comune di Napoli: Le elezioni a Napoli dal 1946 al 1997, 2000, S. 36 (italienisch).
  59. Gesetz n.167 vom 18. April 1962 (italienisch); es wurde vom Gesetz n.865 vom 22. Oktober 1971 (italienisch) abgelöst.
  60. a b Comune di Napoli: Bollettino di Statistica – 2009 (italienisch), S. 64.
  61. Comune di Napoli: Bollettino di Statistica – 2009 (italienisch), S. 98.
  62. Aus: Gilda Berruti, Daniela Lepore: Fuori dal centro non c’è il Bronx. Un esercizio di descrizione delle periferie metronapoletane, Università di Napoli Federico II, S. 4.
  63. Birgit Schönau: Stadt ohne Gnade, Die Zeit Nr. 36/2007 vom 30. August 2007.
  64. ISTAT: Delitti denunciati dalle Forze di polizia all’Autorità giudiziaria, Tavola 3 (Tabelle 3) (italienisch).
  65. Eva Kallinger: Neapel stinkt zum Himmel, auf focus.de.
  66. Prodi für weiteren Einsatz der Armee in Neapel, Neue Zürcher Zeitung vom 9. Januar 2008.
  67. Neapel und der Müll, auf badische-zeitung.de.
  68. Unvollständige Auflistungen der neapolitanischer Kirchen findet man hier: Katholische Kirchen Neapels und Evangelische Kirchen Neapels.
  69. Eigendarstellung der Bibliothek auf www.bnnonline.it.
  70. Siehe auch Ausstellungen, Museen und Denkmäler Neapels (italienisch).
  71. Salvatore Pisano: Restyling Napoli. In: Salvatore Pisani, Katharina Siebenmorgen (Hrsg.): Neapel: Sechs Jahrhunderte Kulturgeschichte, Reimer, Berlin 2009, S. 516–521, hier: S. 516 f.
  72. Valeria D’Ambrosio: Azioni sostenibili e tecnologie innovative per i parchi urbani, Alinea Editrice, Neapel 2010, S. 21.
  73. Website des Parks (ital.). D’Ambrosio, S. 21 vermerkt 130 ha.
  74. Cenni storici, Website des Orto botanico.
  75. Zur Geschichte der Gärten Neapels vgl. Maria Luisa Margiotta, Pasquale Belfiore: Giardini storici napoletani, Electa Napoli, Neapel 2000.
  76. Mark Benecke: Das Blutwunder von Neapel, auf heise.de, abgerufen am 30. Oktober 2012.
  77. Comune di Napoli: Bollettino di Statistica – 2009 (italienisch), S. 134.
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Dieser Artikel wurde am 7. Februar 2013 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.