Requiem (Fauré)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Requiem op. 48 von Gabriel Fauré ist eine Komposition für Sopran- und Bariton-Solisten, vier- bis sechsstimmigen Chor und Orchester.

Fauré vollendete die Komposition seines Requiem – seines einzigen größeren Werkes mit einem religiösen Text als Basis – 1887 im Alter von 42 Jahren. Er schrieb das Werk zwischen dem Tod seines Vaters (1885) und dem seiner Mutter (1887). Es wurde erstmals am 16. Januar 1888 in der Pariser La Madeleine zum Begräbnis eines berühmten Pariser Architekten aufgeführt. Der Chor umfasste dabei nur etwa 30 Sänger (20-25 Knaben und 8-10 Männer), die Instrumentalbesetzung bestand nur aus geteilten Bratschen, Celli, Kontrabass, Solovioline, Harfe, Pauken und Orgel. Nach der Uraufführung fragte ihn der Vikar der Madeleine, von wem das Werk gewesen sei. Fauré fasste sich Mut und bekannte, dass es von ihm sei. Daraufhin erwiderte der Vikar, er solle das lassen, es gäbe genügend Literatur, so dass man sein Werk nicht brauche.

Im Laufe der folgenden Jahre erstellte Fauré eine größer besetzte zweite Fassung, bei der u.a. Bläser berücksichtigt sind. Deren Premiere fand 1900 anlässlich der Pariser Weltausstellung vor rund 5000 Zuhörern statt.[1] Das Requiem wurde auch bei Faurés Beerdigung (1924) gegeben.

Eine Aufführung dauert etwa 35 Minuten. Die Satzfolge lautet:

Faurés Requiem weicht in mehrerlei Hinsicht von der traditionellen Totenmesse ab. Im Gegensatz zum traditionellen Ablauf der Messe, und insbesondere zu den Kompositionen von Hector Berlioz und Giuseppe Verdi, verzichtet Fauré auf eine dramatisierende Darstellung des Dies irae und beschränkt sich auf die Vertonung von dessen letztem Vers, dem Pie Jesu. Dagegen fügte er das In paradisum aus den Exequien hinzu, das traditionell bei der Überführung des Leichnams von der Kirche zum Friedhof erklingt. Insgesamt war es Fauré ein Anliegen, ein friedvolles Bild des Todes zu zeichnen. In vielen Passagen gleiten Moll-Klänge von Chor und Orchester in stimmungsvolle Dur-Akkorde und lassen tröstend das Himmelreich erahnen.

Struktur[Bearbeiten]

Die folgende Tabelle zeigt die Struktur der Komposition in ihren Sätzen und Abschnitten, insbesondere die Stimmen, Tonart, Taktangabe und Tempobezeichnung. Die Stimmen sind abgekürzt, S für Sopran, A for Alt, T für Tenor, B für Bass. Der Komponist teilt den Chor in bis zu sechs Stimmen, SATTBB, aber setzt häufig unisono ein, manchmal für eine Chorstimme, manchmal für mehrere.

Nr. Titel Solo Chor Tonart Takt Tempo Anmerkung
I Introit et Kyrie
Requiem aeternam SATTBB d-Moll 4/4 Largo
Requiem aeternam T Andante moderato
Te decet hymnus S
Exaudi SATTBB
Kyrie SATB anfangs SATB unisono
II Offertoire
O Domine ATB h-Moll 4/4 Adagio molto
Hostias B 3/4 Andante moderato
O Domine SATB 4/4 Adagio molto
Amen SATB H-Dur
III Sanctus S TB Es-Dur 3/4 Andante moderato T und B unisono
IV Pie Jesu S B-Dur 4/4 Adagio
V Agnus Dei et Lux aeterna
Agnus Dei T F-Dur 3/4 Andante
Agnus Dei SATB
Agnus Dei T
Lux aeterna SATTBB
Requiem aeternam SATTBB d-Moll 4/4 Adagio zuerst wie eine Reprise des Anfangs
D-Dur 3/4 Andante
VI Libera me
Libera me B d-Moll 4/4 Moderato
Tremens SATB
Dies irae SATB 6/4 Più mosso
Luceat eis A B 4/4 Moderato unisono
Libera me SATB Moderato unisono, wie der Solist am Anfang
Libera me B SATB
VII In Paradisum
In Paradisum S D-Dur 3/4 Andante moderato
Jerusalem SATTBB
Chorus angelorum S
Requiem SATTBB

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutschlandradio 6. April 2012, abgerufen am 5. Mai 2012.

Weblinks[Bearbeiten]