Requiem (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Requiem
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2006
Länge 93 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Hans-Christian Schmid
Drehbuch Bernd Lange
Produktion Hans-Christian Schmid
Kamera Bogumil Godfrejów
Schnitt Hansjörg Weißbrich, Bernd Schlegel
Besetzung

Requiem (2006) ist ein Film von Hans-Christian Schmid. Er spielt auf den großen Exorzismus der Anneliese Michel zu Beginn der 1970er Jahre an, der mit deren Tod in Zusammenhang gebracht wurde.

Mit dem Fall Anneliese Michel beschäftigte sich bereits ein Jahr zuvor der Film Der Exorzismus von Emily Rose.

Handlung[Bearbeiten]

Die Abiturientin Michaela Klingler lebt Mitte der 1970er Jahre in ihrem religiös geprägten Elternhaus in der süddeutschen Provinz. Obwohl sie epileptische Anfälle hat, willigt der Vater ein, dass sie ein Pädagogikstudium in Tübingen beginnt. Er kann auch den massiven Widerstand der Mutter gegen das Vorhaben überwinden. Michaela freundet sich mit einer Kommilitonin an und beginnt eine Liebesbeziehung mit einem Chemiestudenten. Ihr relatives Glück wird von epileptischen Anfällen unterbrochen; sie gewinnt die Überzeugung, sie sei vom Teufel besessen. Anlässlich einer Studienarbeit steigert sie sich in einen manischen Arbeitsrausch, der in einem psychischen Zusammenbruch endet. Ihre Freundin möchte sie in die Psychiatrie bringen, ihr Freund bringt sie jedoch in das Elternhaus. Der heimische Pfarrer beginnt zusammen mit einem fanatischen Kollegen einen Exorzismus; nachdem eine erste dramatische Sitzung gezeigt wird, verzichtet der Film auf weitere reißerische Bilder von Leiden und Tod und endet stattdessen mit einer Texteinblendung, die beschreibt, dass Michaela nach mehreren weiteren exorzistischen Sitzungen an Entkräftung gestorben ist.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Film fährt Michaela Klingler auf eine Wallfahrt in das italienische San Carlo zur Heiligen Katherina von Biasca. Das reale Vorbild ist der von der katholischen Kirche nicht anerkannte marianische Wallfahrtsort San Damiano (südlich von Piacenza in Norditalien gelegen), wo das Medium Mamma Rosa (eigentlich Rosa Quattrini, 1909–1981) ab etwa 1961 angab, Botschaften der Gottesmutter zu verkünden. Eine Heilige namens Katherina von Biasca gibt es nicht, es ist aber höchstwahrscheinlich eine Anspielung auf die Heilige Katharina von Siena gewollt.

Der Name der Hauptfigur Michaela Klingler ist eine Anspielung auf das reale Vorbild Anneliese Michel und deren Heimatort Klingenberg.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Deutscher Filmpreis 2006
  • Bester Spielfilm: Filmpreis in Silber
  • Beste darstellerische Leistung - weibliche Hauptrolle an Sandra Hüller
  • Beste darstellerische Leistung - weibliche Nebenrolle an Imogen Kogge
  • Bestes Kostümbild an Bettina Marx
  • Beste Tongestaltung an Lars Ginzel, Dirk Jacob, Marc Parisotto, Martin Steyer
Berlinale 2006
Bayerischer Filmpreis 2006
Sitges Festival Internacional de Cinema de Catalunya 2006
  • Gewinner in der Kategorie Bester Film
  • Gewinner in der Kategorie Beste Schauspielerin für Sandra Hüller
Film+ Schnitt Preis 2007
  • Schnitt Preis Spielfilm für Bernd Schlegel und Hansjörg Weißbrich

Weblinks[Bearbeiten]