Rerik
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Rostock | |
| Amt: | Neubukow-Salzhaff | |
| Höhe: | 10 m ü. NN | |
| Fläche: | 33,45 km² | |
| Einwohner: |
2195 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 66 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 18230 | |
| Vorwahl: | 038296 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 72 085 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Panzower Landweg 1 18233 Neubukow |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Wolfgang Gulbis (SPD) | |
| Lage der Stadt Rerik im Landkreis Rostock | ||
Die Stadt Rerik, bis 1938 Alt Gaarz, ist ein Ostseebad im Nordwesten des Landkreises Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Rerik wird zusammen mit sechs weiteren Gemeinden vom Amt Neubukow-Salzhaff mit Sitz in Neubukow verwaltet.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Rerik liegt am nordöstlichen Ende des Salzhaffes, eines Teils der Wismarer Bucht zwischen dem Festland und der Halbinsel Wustrow. Großräumig gesehen liegt die Stadt etwa 35 Kilometer westlich von Rostock und 35 Kilometer nordöstlich von Wismar. Östlich schließt sich die Kühlung an, ein waldreicher Höhenzug.
Ortsteile [Bearbeiten]
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Klima [Bearbeiten]
Der Jahresniederschlag liegt bei 604 mm und ist damit vergleichsweise niedrig, da er in das untere Viertel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 22 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juli. Im Juli fallen 2,4 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren mäßig. An 54 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.
Politik [Bearbeiten]
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 1. April 1938 durch den Reichsstatthalter in Mecklenburg verliehen und unter der Nr. 217 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Rot eine dreimastige goldene Kogge mit je einem Kastell auf dem Vorder- und Achterdeck, die Masten mit geblähten Segeln, Mastkörben und Krönchen auf den Spitzen, der Hauptmast mit langem Wimpel.“
Das Wappen wurde von dem Berliner Prof. Hans Schweitzer gestaltet.
Flagge [Bearbeiten]
Die Flagge der Stadt Ostseebad Rerik besteht aus goldenem (gelbem) Tuch und ist in der Mitte mit dem Stadtwappen belegt.
Geschichte [Bearbeiten]
Rerik hieß ehemals Alt Gaarz. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet Burg. Die geschützte Lage hinter der vorgelagerten Halbinsel Wustrow sorgte für eine frühe Besiedlung an diesem Ort. Alt Gaarz wurde erstmals am 18. Oktober 1230 urkundlich erwähnt, die Burg wurde vermutlich durch ein Sturmhochwasser zerstört. 1273 wurde die Halbinsel Wustrow erstmals urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert wurde Wustrow als Besitz der Familie von Moltke genannt, war dann bis 1590 Eigentum der Familie von Oertzen. Gaarz war wohl schon im Mittelalter ein wohlhabendes Dorf mit mehreren Höfen, in dem neben der Landwirtschaft dem Fischfang und der Seefahrt nachgegangen wurde.
Am 10. Februar 1625 wurde die Halbinsel durch ein großes Sturmhochwasser überflutet. Seit 1648 war Wustrow im Eigentum von Erich Hansson Ulfsparre, dem königlich-schwedischen Oberst und Kommandanten von Wismar. Die Herrschaft der Schweden dauerte bis 1803. Im Jahr 1838 erfolgte die Gründung von Neu Wustrow mit drei Erbpachthöfen. Das Ostseesturmhochwasser 1872 richtete auf Wustrow große Schäden an. Um 1900 begann in Alt Gaarz der Badebetrieb.
In der Zeit des Nationalsozialismus sollte die slawische Vergangenheit vergessen gemacht werden und es erfolgte mit der Verleihung des Stadtrechts am 1. April 1938 eine Umbenennung des Ortes Alt Gaarz nach der damals hier vermuteten ehemaligen Wikingersiedlung Reric in Rerik. Die Halbinsel Wustrow wurde gleichzeitig ein Ortsteil von Rerik. Die Siedlung der Wikinger befand sich jedoch, wie in den 1990er Jahren herausgefunden wurde, etwa 19 km südsüdwestlich der Siedlung. Die Einwohnerzahl stieg auf etwa 2000 Einwohner.
Wustrow wurde am 17. Februar 1933 an die Reichswehr verkauft und die Flak-Artillerieschule 1 mit ausgedehnten Kasernenanlagen für über 3000 Personen und Übungsplätze angelegt. 1943 bis 1945 waren die Anlagen wegen ihrer militärischen Bedeutung oft ein Ziel für Luftangriffe, die zahlreiche Opfer forderten und große Zerstörungen verursachten.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde auf dem Kuhberg am Salzhaff nahe Rerik ein Kriegsgefangenenlager für sowjetische Kriegsgefangene betrieben, von denen 46 starben und auf einem "Russenfriedhof" begraben, 1948 jedoch nach Rostock umgebettet wurden. Vermutlich hat ein Gedenkstein für Soldaten der Roten Armee, der seit 1990 auf dem Prof.-Hüsing-Platz steht, ursprünglich an der Steilküste gestanden und ihrer Erinnerung gegolten. Nach dem Ende des Krieges wurden die Anlagen der Wehrmacht kampflos an die sowjetischen Streitkräfte übergeben und anschließend zum Teil gesprengt. Unmittelbar darauf wurde die Bodenreform durchgeführt. Die Kasernen auf Wustrow dienten ab 1949 bis zum 18. Oktober 1993 der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland als Standort. Das Gelände ist wegen Munitionsrückständen bis heute für die Öffentlichkeit gesperrt.
Nach 1945 erfolgte der Aufbau des staatlichen Erholungswesens der DDR, es entstanden Betriebsferienheime, Heime des Feriendienstes der Einheitsgewerkschaft FDGB und Campingplätze.
Seit 1991 wurde der historische Ortskern im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert, das Stadtbild hat sich stark verbessert.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. April 1938 wurde die Halbinsel Wustrow in die Gemeinde Rerik eingegliedert. Seit dem 1. Juli 1950 gehört Blengow zu Rerik.[2] Roggow wurde am 1. Januar 2002 eingemeindet.[3]
Kirche [Bearbeiten]
Die zweijochige Hallenkirche ist eines der besten Beispiele im mecklenburgischen Küstengebiet für frühgotische Backsteinbauten auf einem Feldsteinsockel. Sie wurde nach 1250 errichtet. Die farbenprächtige Ausmalung stammt aus dem Jahr der Renovierung 1668. Die Inneneinrichtung, wie Altar, Kanzel und Orgelprospekt, ist gut erhalten und stammt aus der Barockzeit.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Heimatmuseum Rerik: Dauerausstellung zur Lokalgeschichte
- Seebrücke Rerik; 170 m lang
- Großsteingräber von Gaarzerhof am östlichen Stadtrand
- Großsteingräber von Neu Gaarz (Ganggrab) und (Urdolmen)
- Die denkmalgeschützte mittelalterliche Dorfkirche in Russow wurde in Feld- und Backstein errichtet.
Denkmale [Bearbeiten]
- Gedenkstein für Angehörige der Roten Armee auf dem Prof.-Hüsing-Platz, der früher an der Steilküste am Rosengarten stand und möglicherweise den umgekommenen Kriegsgefangenen gegolten hat
- Denkmal für den kommunistischen Arbeiterpolitiker Ernst Thälmann, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde. Es wurde 1990 im Zusammenhang mit der Namensumwidmung beseitigt
Bildung [Bearbeiten]
Im Ort existieren eine Grundschule (Goethe-Schule) und die private, in der Trägerschaft eines Vereins befindliche „Freie Schule Rerik“.
Verkehr [Bearbeiten]
Das Osteseebad Rerik ist an mehrere Landesstraßen angebunden, die Bundesstraße 105 ist etwa elf Kilometer entfernt.
In den nahegelegenen Städten Neubukow (11 Kilometer entfernt) und Kröpelin (14 km) bestehen Bahnanschlüsse in Richtung Rostock, Schwerin und Lübeck. Beide Bahnhöfe sind von Rerik aus per Bus in wenigen Minuten erreichbar.
Nahe der Stadtgrenze ist der Flugplatz Rerik-Zweedorf für kleine Flugzeuge nutzbar.
In den Sommermonaten gibt es auf dem Salzhaff einen Fährverkehr[4] mit der "MS Salzhaff" zur Insel Poel, geeignet für Fußgänger und Radfahrer.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Anton von Oertzen (1836–1911), Reichstagsabgeordneter und Oberforstmeister aus Roggow
- Elke Nagel (* 1938), Autorin
- Rotraut Uecker, (* 1938), Künstlerin
- Wolfgang Hillebrandt (* 1944), deutscher Astrophysiker.
- Klaus Kuhnke (1944-1988), Gründer des Archivs für Populäre Musik
- Karin Jäckel (* 1948), deutsche Buchautorin
Sonstiges [Bearbeiten]
In dem Roman Sansibar oder der letzte Grund von Alfred Andersch ist die Stadt Rerik bzw. eine Stadt dieses Namens der Hauptschauplatz einer Handlung, in deren Mittelpunkt eine Personengruppe steht, die eine Barlach-Skulptur vor den Nationalsozialisten rettet. Dabei versieht Andersch jedoch dieses literarische Rerik mit landschaftlichen und baulichen Gegebenheiten, die er der gesamten Küstenregion und insbesondere Wismar entnimmt. So hat das wirkliche Rerik beispielsweise nie einen Hochseehafen gehabt.
Bildergalerie [Bearbeiten]
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden am 31.12.2011 (XLS) (Hilfe dazu)
- ↑ Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
- ↑ http://www.ms-ostseebad-rerik.de/html/routeb.htm
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