ResearchGate

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
ResearchGate
ResearchGate-Logo
Rechtsform GmbH
Gründung Hannover, Deutschland (2008)
Sitz Berlin, Deutschland; Boston, USA

Leitung

  • Ijad Madisch
  • Sören Hofmayer
  • Horst Fickenscher
Website researchgate.net
älteres Logo

ResearchGate ist eine Social-Networking-Seite im Internet, die sich an Forscher aus allen Bereichen der Wissenschaft richtet. Seit dem Start im Mai 2008 hat die Plattform mit Sitz in Boston und Berlin bis September 2012 weltweit zwei Millionen Mitglieder gewonnen.[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

Im professionellen Netzwerk können Nutzer publizieren, Fachartikel hochladen und teilen, sich zu Forschungsfragen austauschen und Kollaborationspartner finden.[2] Wissenschaftler können zudem auf der Seite Rohdaten, Fachartikel und Daten zu „misslungenen“ Experimenten veröffentlichen, um einer Wiederholung von Fehlern in der Forschung vorzubeugen.[3] Rund 10 Millionen Volltexte[4] und 40 Millionen Abstracts sind über die Plattform verfügbar.[5]

Eine Metrik zur Messung wissenschaftlicher Reputation, der RG Score, soll Wissenschaftlern helfen, in Echtzeit und für all ihre Veröffentlichungen Resonanz zu erhalten.[6] Das System soll ihnen ermöglichen, sich auch unabhängig von der Publikation in wissenschaftlichen Fachpublikationen einen Namen zu machen.[7] In einer Jobbörse finden Nutzer internationale Stellenangebote aus dem Bereich Forschung und Wissenschaft.[6] Technisch setzt ResearchGate auf den Publikationsseiten auf den offenen Standard COinS.[8]

Viele Wissenschaftsorganisationen und -institutionen, wie die International Academy of Life Sciences (IALS), die European Science Foundation und die Gesellschaft für Virologie (GfV) nutzen ResearchGate als Plattform für die Kommunikation zwischen Mitgliedern und Teilnehmern. Zahlreiche Professoren von internationalen Universitäten sollen Qualität und Unabhängigkeit in einem Advisory Board garantieren.

Bekanntester deutscher Kunde ist die Max-Planck-Gesellschaft, die mit Hilfe von ResearchGate ihr Wissen im Internet verknüpfen will.[9]

Im September 2010 stiegen mit Benchmark Capital, dem Finanzier von Ebay, AOL und Twitter, sowie Accel Partners (Facebook) zwei Risikokapitalgeber aus dem Silicon Valley mit mehreren Millionen Dollar in das deutsche Startup ein.[10]

2013 beteiligen sich Investoren, unter anderem Bill Gates, mit insgesamt 35 Millionen Dollar an dem Berliner Startup-Unternehmen. [11]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

ResearchGate hat den Deutschen Unternehmerpreis 2012 in der Kategorie Startup erhalten, der von den Harvard Clubs of Germany verliehen wird.[12] Von dem Nachrichtenmagazin Focus hat ResearchGate im Jahr 2014 die Auszeichnung “Digital Innovation of the Year” erhalten.[13]

Kritik[Bearbeiten]

Wenn ein Nutzer von ResearchGate die vorgegebenen Einstellungen seines Kontos nicht ändert, werden die Koautoren der von ihm bei ResearchGate angemeldeten Publikationen mit automatisch generierten und versendeten E-Mails aufgefordert, sich ebenfalls bei ResearchGate anzumelden. Diese „Einladungen“ erwecken den Eindruck, explizit vom Nutzer veranlasst worden zu sein, obwohl sie ohne dessen Eingreifen erzeugt werden.[14] Des Weiteren erlaubt es die Plattform, fremde Publikationen von Autoren mit ähnlichem Namen - absichtlich oder aus Versehen - dem eigenen Profil zuzuordnen.[14] Die langfristigen Absichten und das genaue Geschäftsmodell der Plattform sind unklar.[14] Laden die Forscher, wie von der Plattform vorgeschlagen, ihre Publikationen hoch, verletzen sie unter Umständen das Copyright des Verlags, in dem die Publikation ursprünglich veröffentlicht wurde. ResearchGate empfiehlt das Hochladen, ohne auf derartige Probleme hinzuweisen.[14]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Von Wissenschaftlern für Wissenschaftler. In: taz.de. 28. September 2012. Abgerufen am 18. Oktober 2013.
  2. Cracking Open the Scientific Process
  3. Rogue Med Student Tackles the Web’s Ultimate Irony
  4. Professor Facebook
  5. Cracking Open the Scientific Process
  6. a b «Professoren der nächsten Generation» Neue Zürcher Zeitung, 29. August 2012
  7. ResearchGate introduces RG Score, Klout for boffins
  8. ResearchGATE now supports COinS
  9. Matthias Hohensee: Facebook des Wissens WirtschaftsWoche, 22. September 2010
  10. Martin Weigert: ResearchGATE erhält Millionen aus dem Silicon Valley Netzwertig.com, 8. September 2010
  11. [1] Bild online abgerufen am 5. Juni 2013.
  12. Sieger – Deutscher Unternehmerpreis 2012. Abgerufen am 18. Oktober 2013.
  13. Innovationen: ResearchGate, YouPickIt und SAP geehrt. 21. Januar 2014. Abgerufen am 24. März 2014.
  14. a b c d Rebecca Parker: Beware of enemies masquerading as friends: ResearchGate and co. Swinburne University of Technology Library, 6. Januar 2014, abgerufen am 10. April 2014 (englisch).