Standardisiertes Privatkundengeschäft

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Das standardisierte Privatkundengeschäft oder Retailgeschäft (englisch retail banking von retailEinzelhandel“) ist ein Teil des Privatkundengeschäftes der Banken. Im Gegensatz zum Private Banking, das ebenfalls Teil des Privatkundengeschäftes der Banken ist (und sich an vermögende Privatkunden richtet), stehen beim standardisierten Privatkundengeschäft keine individuellen Lösungen, sondern der Vertrieb von Standardprodukten im Vordergrund. Es wird als ein produkt- oder produktionszentriertes, standardisiertes Massengeschäft mit Mengenkunden verstanden, die nur über ein niedriges bis gar kein Einkommen verfügen.[1] Als Gegensatz hierzu bezeichnet man das Großkunden- oder Interbankengeschäft als Großhandelsgeschäft.

Bestandteile[Bearbeiten]

Wesentliche Bereiche des Retailgeschäfts sind

Hinzu kommt der Vertrieb von Bausparverträgen, Investmentfonds und Versicherungen.

Im Vergleich zu dem Firmenkundengeschäft aber auch dem Private Banking sind die Volumina der einzelnen Geschäfte relativ gering. Im Gegenzug sind hohe Stückzahlen zu bearbeiten. Aus diesem Grund werden hoch standardisierte Produkte anstelle von individuellen Lösungen angeboten.

Im Privatkundengeschäft übersteigen die Einlagen die Kredite. Hierdurch stellt das Privatkundengeschäft in Universalbanken auch einen Vertriebsweg für Wertpapiere dar, die die Bank für die Kunden des Firmenkundenbereiches emittiert.

Vertriebskanäle[Bearbeiten]

Der Vertrieb im standardisierten Privatkundengeschäft erfolgt über verschiedene Vertriebskanäle:

Der Vertrieb stellt für das Retailgeschäft einen wesentlichen Kostenblock dar. Daher sind Bankprodukte, die ohne einen stationären Vertrieb (und ohne Beratung) auskommen, typischerweise preisgünstiger.

Im Retailgeschäft sind erheblich höhere Margen zu erwirtschaften als im Geschäft mit Firmenkunden. Auch dies spiegelt die Kostensituation des Segmentes wider.

Der Markt[Bearbeiten]

In Großbritannien herrscht im Retailgeschäft ein Oligopol weniger Anbieter, die sich nur wenig Konkurrenz machen und somit hohe Margen im Retailgeschäft verwirklichen können. Das Gegenbeispiel existiert aktuell in Deutschland, das im Retailgeschäft eine hohe Bankstellendichte aufweist. Eine Vielzahl verschiedener Anbieter von Sparkassen über Genossenschaftsbanken, Großbanken bis hin zu den exklusiven Privatbanken konkurrieren intensiv am Markt.

Schweiz[Bearbeiten]

Das Retail Banking macht einen besonders großen Teil des gesamten Bankgeschäfts aus, da man davon ausgehen kann, dass eine Bank deutlich mehr Privatkunden als Firmenkunden betreut. Deshalb sind hier auch viele Mitarbeiter beschäftigt, die die Kunden beraten und informieren sollen, denn ein großer Teil des Gewinns der Banken wird aus dem Retail Banking, also dem Geschäft mit den Privatkunden, generiert, sodass sich die Investition in eine große Anzahl Mitarbeiter durchaus lohnt.

Von der aktuellen Finanzkrise ist das Retail Banking nicht groß betroffen. Der Schweizer Bankkunde zahlt bis zu umgerechnet Fr. 200 für die alltäglichen Dienste der Bank und ist somit weltweiter Rekordhalter.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. u.a.:  Gianpiero Galasso: Retention Marketing im Private Banking. Universität Zürich, 1999, S. 23 (Dissertation).;  Benjamin Meiers, Christian Schilling: Der Markt für Private Banking. Eine anbieterorientierte Sichtweise für deutsche Kunden. 2007, S. 10.
  2. Stand 2005; 19 untersuchte Länder