Retest-Reliabilität

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Reliabilität (von engl. "reliability", deutsch: Zuverlässigkeit) allgemein bezeichnet den Grad der Genauigkeit, mit der ein bestimmtes Merkmal durch ein psychologisches Verfahren gemessen wird. Denn die Mehrheit der psychologischen Tests geht davon aus, dass jede Messung Verfälschungen hat, die nicht auf das Merkmal zurückgehen. Die Reliabilität besagt also schlichtweg, in welchem Ausmaß man sich auf ein Testergebnis verlassen kann.

Reliabilität bezeichnet allerdings nur einen Oberbegriff für eine Reihe von Konzepten, die jeweils nur bestimmte Aspekte der Messgenauigkeit betreffen. Eines dieser Konzepte ist die Retest-Reliabilität. Sie bezeichnet den Grad der Übereinstimmung der Testergebnisse bei denselben Probanden und mit demselben Test bei mehreren Testungen. Der Wert für die Reliabilität wird durch den Korrelationskoeffizienten der beiden Testungen ausgedrückt (erwünscht sind Reliabilitäten größer als 0,80).

Problematisch ist die Reliabilitätsmessung über die Retest-Reliabilität deshalb, weil die Stabilität des gemessenen Merkmals vorausgesetzt wird. Doch verändern sich viele psychologische Merkmale über die Zeit, genauso wie sich die Größe eines Kindes über die Zeit verändert. Ein weiteres Problem stellt die Tatsache dar, dass eine Person sich bei der neuen Testung an den Test erinnern kann. Dies kann bei Intelligenztests zu Lerneffekten führen, was die Reliabilitäts-Messung beeinflusst (Scheinreliabilität).

Andere Methoden zur Reliabilitätsmessung sind die Paralleltest-Reliabilität, die Split-Half-Methode und die Interne Konsistenz.