Rethe-Hubbrücke

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Rethe-Hubbrücke
Rethe-Hubbrücke bei Nacht
Rethe-Hubbrücke halb gehoben

Die Rethe-Hubbrücke ist als Hubbrücke für den Straßen- und Eisenbahnverkehr Teil der Infrastruktur im Hamburger Hafen, die von der Hamburg Port Authority (HPA) verwaltet wird. Sie überquert die Rethe an der Mündung in den Reiherstieg und verbindet die Hohe Schaar mit Neuhof und dem (bisherigen) östlichen Freihafen. Damit stellt sie auch eine gegenseitige Ausweichmöglichkeit zwischen Köhlbrandbrücke und Kattwykbrücke sicher.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Hubbrücke wurde am 20. Juni 1934, nach 15 Monaten Bauzeit, eröffnet. Der Bau war eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme im Dritten Reich.[1] Die Brücke war mit ihren 50 Meter hohen Hubtürmen damals weltweit eine der größten ihrer Art. Mit einer Hubhöhe von 35,25 m wurde eine Durchfahrtshöhe von 42 m erreicht. Die Spannweite der Brücke beträgt 77 m, die Durchfahrtsbreite nur 44 m. Der Grund dafür liegt darin, dass die Brücke die Rethe in einem Winkel von 63° überspannt, da man sich an die vorhandene Führung der Gleise hielt. Der Überbau ist 14 m breit.[2]

Die Brücke wird nach Bedarf geöffnet[3], ca. 3000 mal im Jahr. Das Bahngleis liegt zwar auf der Brücke nicht in der Straßenfahrbahn, überquert aber die Straße südlich der Brücke, zusammen mit weiteren Gleisen aus dem Hafenbahnhof Hohe Schaar Richtung Kattwyk. Dadurch behindern sich auch Straßen- und Schienenverkehr stark.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Brücke stark beschädigt. Bis in die 1950er Jahre musste der noch vorhandene moderne Stahl als Reparationsleistung an die Siegermächte abgegeben werden. Daher wurde für die Reparatur der Brücke Altstahl, der nicht schweißbar war, verwendet. 1972 gab es eine Schiffskollision. 1985 führte man eine Grundinstandsetzung mit einer angestrebten Restlebensdauer von 15 bis 20 Jahren durch. Dabei wurde der Hub sogar vergrößert und die Durchfahrtshöhe auf 53 m gesteigert.[4] 2009 wurden nach zwei Brüchen alle Seilrollen erneuert.[5]

Ersatz durch Neubau einer Klappbrücke[Bearbeiten]

Baustelle Klappbrücke mit Rampe und alter Rethe-Hubbrücke
Baustelle Rethe-Klappbrücke Nordseite

Im Juni 2011 begannen die Bauarbeiten für eine Klappbrücke, die direkt westlich neben der alten Rethe-Hubbrücke gebaut wird und diese ersetzen soll.

Sie hat 104 Meter Spannweite und öffnet eine Fahrrinne von 64 m Breite und unbegrenzter Höhe. Sie besteht aus zwei separat hydraulisch beweglichen zweiflügligen Brücken von 14 m Breite für die Straße und 10 m Breite für die Eisenbahn. Das Öffnen dauert ca. vier Minuten, das Schließen doppelt so lang.[6] Durch ein Überwerfungsbauwerk im südlichen Zulauf werden dann auch alle Bahnübergänge beseitigt.[7]

Bauherr ist die Hamburg Port Authority (HPA). Die Entwurfsplanung erfolgte durch die Ingenieurbüros GRASSL Beratende Ingenieure und Sellhorn Ingenieurgesellschaft. Die Bauausführung erfolgt durch die „Arge Rethebrücke“, ein Zusammenschluss der Hochtief Solutions, Bilfinger F+Z, Bilfinger MCE und Waagner Biro.

Die neue Rethe-Brücke ist zur Zeit der Fertigstellung (Ende 2014) die größte Klappbrücke Europas.[8] Die Hubbrücke soll nach Fertigstellung der Klappbrücke voraussichtlich im Jahr 2015 zurückgebaut werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rethe-Hubbrücke (1934), Ponton's Brückenblog abgerufen am 23. Juli 2013
  2. Neubau der Retheklappbrücke (PDF; 3,3 MB), HPA 06/2011
  3. HPA: Brücken und Schleusen
  4. Rethe-Hubbrücke (1934), Ponton's Brückenblog abgerufen am 23. Juli 2013
  5. Rethe-Hubbrücke fällt länger aus, Verkehrsrundschau 8. Mai 2009
  6. Große Klappen für den Hamburger Hafen (PDF; 2,0 MB), Ingenieurbüro Grassl und HPA
  7. Zulaufbauwerke zur Retheklappbrücke (PDF; 86 kB), Sellhorn Ingenieurgesellschaft, 2011
  8. Rethe-Klappbrücke im Zeitplan. In: Täglicher Hafenbericht vom 8. April 2013, S. 4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rethe-Hubbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

53.5039649.966635Koordinaten: 53° 30′ 14″ N, 9° 58′ 0″ O