Rettungsflugzeug

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Learjet 35A der DRF als Ambulanzflugzeug
Innenansicht eines Ambulanzflugzeugs Dornier 328 Jet
Eine Beechcraft Super King Air 200 als Sanitätsflugzeug des RFDS in Australien
Innenraum einer Beechcraft Super King Air 200 als Sanitätsflugzeug des RFDS
McDonnell Douglas C-9 Nightingale der USAF als Ambulanzflugzeug
Aviation Traders ATL-98 Carvair geleast vom IKRK im Jahre 1975

Ein Rettungsflugzeug (auch Sanitätsflugzeug oder Ambulanzflugzeug bzw. Flugambulanz genannt) ist ein speziell ausgerüstetes Flugzeug, mit dem Verletzte z. B. aus dem Ausland zurück ins Heimatland geflogen werden können. Hauptsächlich werden diese von Verkehrswachten wie dem ADAC oder von Hilfsorganisationen wie der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF), Flight Ambulance International (FAI) oder dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) betrieben. Daneben verfügen auch mehrere Luftstreitkräfte über entsprechende Flugzeuge.

Ausstattung[Bearbeiten]

In Ambulanzflugzeugen können, je nach Kabinengröße, bis zu sechs Kranke liegend transportiert werden. Krankentragen in Flugzeugen werden, dem anglisierten Sprachgebrauch in der Luftfahrt entsprechend, auch in Deutschland als Stretcher bezeichnet. Die medizinische Ausstattung der Flugzeuge ist abhängig von der betreibenden Gesellschaft. Zum Standard gehört immer eine komplette Rettungswagenausrüstung, die bei Bedarf noch durch weitere intensivmedizinische Komponenten erweitert werden kann, so dass sich auch intubierte Patienten transportieren lassen. Es werden Sauerstoffflaschen mitgeführt und ein Verdichter zur Herstellung von Druckluft als Betriebsgas für Beatmungsgeräte wird eingebaut. Umbauten von Flugzeugkabinen müssen in Deutschland vom Luftfahrtbundesamt abgenommen werden.

Oft werden entsprechend ausgestattete Learjets verschiedener Serien oder seit einigen Jahren auch größere Maschinen wie die Dornier Do 328-300 (auch bekannt als Do 328Jet) oder vergleichbare Modelle verwendet.[1] Ein weiteres öfter als Rettungsflugzeug eingesetztes Muster ist die Beechcraft King Air und ihre größere Ausführung Super King Air sowie die Pilatus PC-6 oder Pilatus PC-12, alle drei mit Turboprop-Triebwerken. Es gibt aber auch kleinere Flugzeuge, die für diesen Zweck eingesetzt und von Kolbenmotoren angetrieben werden, wie etwa die Dornier Do 27 Dornier Do 28 PZL-104, Aero L-60 Brigadýr sowie die Britten-Norman BN-2 Islander.

Hilfsorganisationen[Bearbeiten]

Ambulanzflugzeuge werden von Hilfsorganisationen, Verkehrsclubs und privaten Anbietern betrieben. Eine international bekannte Organisation, die mehrere Rettungsflugzeuge betreibt, ist der Royal Flying Doctor Service (RFDS) in Australien, der für Menschen in den wenig besiedelten Gebieten des Landes die ärztliche Versorgung gewährleistet und innerhalb von zwei Stunden jeden Ort in Australien erreichen kann. Auch vom Internationalen Roten Kreuz (IKRK) werden Flugzeuge, etwa Douglas DC-7 oder Aviation Traders ATL-98 für diesen Zweck geleast und temporär entsprechend dem beabsichtigten Einsatzzweck eingerichtet.

Luftstreitkräfte[Bearbeiten]

Bundeswehr[Bearbeiten]

Die Bundeswehr bzw. die Luftwaffe unterhält im Rahmen des eigenen Sanitätsdienstes einen Airbus A310, der bei Bedarf zu einer fliegenden Intensivstation ausgebaut werden kann. Dort finden neben der 25 starken medizinischen Crew bis zu 56 teilweise schwer- und schwerstverletzte Personen Platz. Davon können 6 Patienten intensivmedizinisch betreut werden.[2]

Andere Staaten[Bearbeiten]

Auch die Luftstreitkräfte verschiedener weiterer Staaten verfügen über voll eingerichtete Ambulanzflugzeuge oder können diverse Flugzeugtypen jederzeit entsprechend ausstatten. So verfügt beispielsweise die United States Air Force (USAF) über einige McDonnell Douglas DC-9, die als Ambulanzflugzeuge unter der Bezeichnung C-9 Nightingale bereitgehalten werden. Daneben können die großen vierstrahligen Transportflugzeuge vom Typ McDonnell Douglas C-17 Globemaster III bei Bedarf ebenfalls zu einer fliegenden Intensivstation ausgebaut werden.

Einsatzbereiche[Bearbeiten]

Ziviler Bereich[Bearbeiten]

Im zivilen Bereich werden Sanitätsflugzeuge meistens für Krankenrückholtransporte verwenden. Sie bieten schwerverletzten oder erkrankten Patienten die Möglichkeit, nach Herstellung der Transportfähigkeit die weitere Behandlung in Heimatnähe durchführen zu lassen. Die Kosten dafür werden in Deutschland nicht von der Krankenkasse übernommen.

Militärischer Bereich[Bearbeiten]

Die Sanitätsflugzeuge des Militärs werden vor allem bei Katastrophen (z. B. Erdbeben) oder im Kriegs- und Konfliktfall eingesetzt, oft auch in Unterstützung verbündeter Streitkräfte oder der Bevölkerung befreundeter Staaten.

Historische Rettungsflugzeuge[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rettungsflugzeuge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Datenblatt einer Dornier Fairchild 328-300 des ADAC
  2. Airbus A310 MRT MedEvac der Bundeswehr