Questax

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Questax
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 2002
Sitz Frankfurt am Main
Mitarbeiter 70 (2014)[1]
Umsatz 170 Mio Euro (2011)[2]
Branche Personaldienstleister
Website www.questax.com

Die Questax GmbH ist ein Unternehmen für Personaldienstleistung und Personalberatung. Das Unternehmen vermittelt IT-Experten und Ingenieure in Projekte von Industrie, Handel und Verwaltung sowie in die Festanstellung und berät Unternehmen in Fragen zur Flexibilisierung der Belegschaft. Sitz der Questax GmbH ist Frankfurt am Main, in Heidelberg und im schweizerischen Steinhausen sind die Tochtergesellschaften Questax Heidelberg GmbH mit ihrer Tochter Questax Professionals GmbH beziehungsweise die Questax Switzerland AG beheimatet. Daneben unterhält Questax Büros in Düsseldorf, Hamburg und München. Gemäß der Lünendonk-Marktsegmentstudie 2014 „Der Markt für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung von IT-Freelancern in Deutschland“ würde Questax konsolidiert betrachtet den 4. Platz unter den deutschen IT-Personaldienstleistern belegen. [3]

Questax entstand 2014 als strategische Allianz aus der Frankfurter QUEST Softwaredienstleistung GmbH und der Heidelberger Reutax AG. [4] [5]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Unternehmensgeschichte der QUEST Softwaredienstleistung GmbH[Bearbeiten]

Die QUEST Softwaredienstleistung GmbH wurde 1997 von Catarina Heppe in Frankfurt am Main gegründet. Spezialisiert auf die Vermittlung von IT-Fach- und Führungskräften entwickelte sich das Unternehmen zu einem führenden Anbieter in seiner Branche. 2012 wurde QUEST Teil der mittelständischen CONET-Unternehmensgruppe, die als IT-System- und Beratungshaus damit ihr Leistungsspektrum um die Bereitstellung und Vermittlung von IT-Fachkräften erweiterte.[6] 2014 belegte QUEST mit 44 Millionen Euro Umsatz und 46 Mitarbeitern Platz 9 im Markt für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung von IT-Freelancern in Deutschland. [7]

Unternehmensgeschichte der Reutax AG[Bearbeiten]

Gründung und Aufbauphase der Reutax AG[Bearbeiten]

Ehemaliger Firmensitz in Heidelberg

Die Reutax AG wurde 2002 von dem gebürtigen Iraner Soheyl Ghaemian gegründet. Das Unternehmen zeichnete sich zunächst durch ein sehr schnelles Wachstum aus. Der Umsatz stieg von 0,9 Millionen Euro im Jahr 2002 auf 32,9 Millionen Euro im Jahr 2006. [8] Im Geschäftsjahr 2011 erzielte der Konzern einen Umsatz von 170 Millionen Euro. [2] [9] 2012 hatte die Reutax AG rund 800 Freiberufler unter Vertrag. [10]

Zur Unternehmensgruppe gehörten zum Jahresanfang 2013 die Reutax Temp GmbH, die Reutax Perm GmbH sowie die Lenroxx GmbH. Die Reutax Temp GmbH hat das Zeitarbeitsgeschäft betrieben. [11] Die Lenroxx GmbH übernahm für Kunden die Verwaltung von Freiberuflern und Dienstleistungslieferanten. Die Reutax Perm GmbH war der Träger der unselbständigen Ghaemian Stiftung mit einem Jahresetat von ca. 100.000 €.[12]

Die Reutax AG war in einem zunehmend schwierigen Geschäftsumfeld aktiv. Das würdigte die Computerwoche in ihrem Artikel vom 24. April 2013.[13]

Logo der Reutax AG bis 2013

Insolvenzverfahren Reutax AG[Bearbeiten]

Am 22. März 2013 meldete die Reutax AG (Az. 51 IE 2/13) sowie die Reutax Temp GmbH (Az. 51 IN 47/13) und die zur Unternehmensgruppe gehörende Lenroxx GmbH (AZ. 51 IN 48/13) beim Amtsgericht Heidelberg Insolvenz an.[14]

Verfahren gegen Ghaemian[Bearbeiten]

Der Firmeninhaber Soheyl Ghaemian pflegte einen aufwändigen Lebensstil und war unter anderem Sponsor der TSG 1899 Hoffenheim, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, des Heidelberger Frühlings und des Rotary Clubs Heidelberg Schloss. Er lebte in der Schweiz und in den USA. In San Francisco hat er eine neue Firma mit dem Namen Wildgigs Limited gegründet, deren Internetpräsenz jedoch nicht mehr erreichbar ist. Wildgigs Firmeneintragungen gibt es auch in Deutschland und in der Schweiz.[15]

Bis zum 16. April 2013 waren laut Mannheimer Morgen drei Anzeigen wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung gegen Ghaemian und Vorstandsmitglieder der Reutax AG eingegangen. Es sollen noch Verträge mit Lieferanten, in diesem Fall insbesondere Freelancern, abgeschlossen worden sein, obwohl die Zahlungsunfähigkeit unmittelbar bevorstand.[16] Der Insolvenzverwalter fand später heraus, dass das Unternehmen bereits 2011 mit einem Verlust von 24 Millionen Euro abgeschlossen hatte.[17] Ghaemian wurde am 2. Juli 2013 in Wilhelmsfeld wegen Verdacht auf Untreue und Betrug in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird vorgeworfen, mehrere Privathäuser auf Firmenkosten verbucht und über das Unternehmen geführt zu haben.[18] Ende Juli 2013 fand vor dem Amtsgericht Mannheim ein Haftprüfungstermin statt, bei dem der Haftbefehl gegen eine Sicherheitsleistung in Höhe von zehn Millionen Euro ausgesetzt wurde. Da Ghaemian diese Summe nicht aufbringen kann, sitzt er weiter in Haft.[19] Im Januar 2014 hat die Staatsanwaltschaft Mannheim Anklage wegen des Verdachts des Betrugs und der Untreue in fünf Fällen gegen ihn erhoben. [20] [21]

Am 17. Juli 2014 wurde Ghaemian wegen Untreue zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.[22]

Insolvenz der Reutax AG[Bearbeiten]

Kurz nach der Insolvenzmeldung gab es am 28. März 2013 einen Wechsel im Verwaltungsrat der Muttergesellschaft der Reutax AG in Zürich. Ausgeschiedene Personen und erloschene Unterschriften: Schnabel Jürgen, deutscher Staatsangehöriger, Neuheim, Mitglied des Verwaltungsrates, mit Einzelunterschrift. Jürgen Schnabel war Managing Director bei WILD Group Management AG. Eingetragene Personen neu oder mutierend: Wild Hans Rudolf, von Richterswil, Walchwil, Mitglied des Verwaltungsrates, mit Einzelunterschrift.[23]

Laut dem Mannheimer Morgen könnte die Insolvenz Berichten zufolge im Zusammenhang mit dem Rückzug von Hans-Peter Wild stehen. Der Chef der Eppelheimer Wild-Werke soll privat mit einem zweistelligen Millionen-Euro-Betrag bei Reutax beteiligt gewesen sein.[24]

Zahlreiche Berater, die vor der Insolvenz über Monate nicht bezahlt wurden, haben das Unternehmen in dieser Zeit verlassen. Hatte Reutax zu Hochzeiten 1000 und vor der Insolvenz noch 600 freiberufliche Berater vermittelt, betrug die Zahl der Berater im Oktober 2013 nur noch etwa 300.[25]

Als Insolvenzverwalter der Reutax AG bestellte das Amtsgericht Heidelberg Tobias Wahl von anchor Rechtsanwälte. Insolvenzverwalter der Reutax Temp AG wurde Alexander Reus (ebenfalls anchor Rechtsanwälte), Insolvenzverwalter der Tochtergruppe Lenroxx war Karl-Heinrich Lorenz von Pabst|Lorenz + Partner. [26]

Die Reutax AG hat im August 2013 das Insolvenzverfahren abgeschlossen. Die Tochtergruppe Lenroxx wird in einem separaten Insolvenzverfahren abgewickelt.[27] [28]

Neuausrichtung der Reutax AG[Bearbeiten]

Logo der Reutax AG bis 2014

Am 26. Juli 2013 wurde bekannt, dass ein Käufer für die Reutax AG gefunden wurde. Eine dem Finanzinvestor Rantum Capital Management GmbH aus Frankfurt nahestehende Gruppe von Investoren kaufte das Unternehmen und übernahm es zum 1. August 2013 im Wege der so genannten übertragenden Sanierung von Insolvenzverwalter Tobias Wahl. Reutax behielt seinen Sitz in Heidelberg. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.[29] [30]

Mit dem neuen Gesellschafter war das Insolvenzverfahren gegen die Reutax AG abgeschlossen. Der Gründer Soheyl Ghaemian war ausnahmslos ausgeschieden. [1] Neue Vorstände der Reutax AG wurden Marko Albrecht [29] und Gerrit Ahlers. Albrecht bekleidete in der Vergangenheit Führungspositionen in Beratungs- und Softwarehäusern.[31] Laut einem Bericht des Mannheimer Morgen wollten sie das Unternehmen neu aufstellen und den Bereich Kundenmanagement ausbauen. [1] Zu diesem Zeitpunkt waren rund 70 Mitarbeiter bei Reutax beschäftigt. [1] [32]

Strategische Allianz, Umfirmierung und Rechtsformwechsel in Questax GmbH[Bearbeiten]

Logo der Questax GmbH seit 2014

Im Herbst 2014 entschieden sich die Unternehmensleitungen und Anteilseigner der damaligen QUEST Softwaredienstleistung GmbH und der Reutax AG, eine strategische Allianz unter der gemeinsamen Marke „Questax“ zu bilden.[33] [34]

Im Zuge der darauf folgenden Transaktion wurde die Reutax AG zunächst eine 100-Prozent-Tochter der QUEST Softwaredienstleistung GmbH. Diese wurde im Zuge einer Umbenennung und Umfirmierung im Januar 2015 zur Questax GmbH mit Sitz in Frankfurt und erhielt eine neue Geschäftsführung, die sich mit Marko Albrecht als Vorsitzendem der Geschäftsführung/CEO, Kirby Weber als Geschäftsführer/COO, Wilfried Pütz als Geschäftsführer und Andreas Nader als kaufmännischem Geschäftsführer/CFO aus Managern der Vorläuferunternehmen zusammensetzt.[35] [36]

Im März 2015 erfolgte dann auch die Umbenennung und Umfirmierung samt Rechtsformwechsel der Reutax AG in die Questax Heidelberg GmbH mit ihrer Geschäftsführung bestehend aus Marko Albrecht als Vorsitzendem der Geschäftsführung/CEO, Kirby Weber als Geschäftsführer/COO und Andreas Nader als kaufmännischem Geschäftsführer/CFO. Das aktuelle Standortnetz von Questax besteht damit aus Frankfurt am Main, Heidelberg, Hamburg, Düsseldorf, München und Steinhausen (Schweiz). [37]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reutax – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Reutax plant neue Jobs. In: morgenweb.de, 1. Februar 2014. Abgerufen am 23. September 2014.
  2. a b Reutax-Insolvenz bringt Freiberufler in Nöte. In: computerwoche.de, 4. April 2013. Abgerufen am 27. Januar 2014.
  3. Lünendonk-Marktsegmentstudie 2014 „Der Markt für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung freiberuflicher IT-Experten in Deutschland", S.8. PDF auf freelance.de, abgerufen am 25. März 2015.
  4. Thomas Veigel: "Reutax will als Questax nach oben". In: rnz.de. Rhein-Neckar-Zeitung, 29. November 2014, abgerufen am 25. März 2015.
  5. Barbara Klauß: Reutax’ Neustart mit neuem Namen. In: morgenweb.de. Mannheimer Morgen, 28. November 2014, abgerufen am 25. März 2015.
  6. "IT-Branche: Hennefer Conet wächst durch Übernahme". In: ga-bonn.de. General-Anzeiger, 25. Februar 2012, abgerufen am 25. März 2015.
  7. Christiane Pütter: Die wichtigsten Freiberufler-Vermittler. In: computerwoche.de. Computerwoche, 6. August 2014, abgerufen am 25. März 2015.
  8. Ingenieure und IT-Fachleute in Projekte vermitteln. In: IHK - Wirtschaftsmagazin Rhein-Neckar, 5/2007, S. 30-31, abgerufen am 19. März 2014.
  9. "Reutax-Insolvenz: Ende einer Bilderbuch-Karriere". In: rnz.de. Rhein-Neckar-Zeitung, 26. März 2013, abgerufen am 23. September 2014.
  10. Rödl & Partner berät die Insolvenzverwalter beim Verkauf von reutax an Rantum Capital – Pressemeldung Rödl & Partner. Website www.insolvenz-portal.de. Abgerufen am 19. März 2014.
  11. Staatsanwalt ermittelt gegen Reutax-Gründer. In: computerwoche.de, 19. April 2013. Abgerufen am 19. März 2014.
  12. Ghaemian-Stiftung für Kultur und Wissenschaft. In: ghaemian-stiftung.de. RA Nils Weber, archiviert vom Original am 28. August 2012, abgerufen am 19. März 2014.
  13. Joachim Hackmann: Reutax: "Aufgerieben zwischen Gier und Geiz". In: computerwoche.de. Computerwoche, 24. April 2013, abgerufen am 24. Juni 2013.
  14. Justizportal - Insolvenzbekanntmachungen. In: insolvenzbekanntmachungen.de. Justizministerium des Landes Nordrhein Westfalen, abgerufen am 26. März 2013 (kein direkter Link möglich, Bitte Suchfunktion verwenden).
  15. Daniel Bernock: Reutax: "Es sind keine Vermögen vorhanden". In: rnz.de. Rhein-Neckar-Zeitung, 28. März 2013, abgerufen am 23. September 2014.
  16. Michael Roth: "Anzeigen gegen Sponsor von Hoffenheim". In: morgenweb.de. Mannheimer Morgen, 16. April 2013, abgerufen am 23. September 2014.
  17. "Prozess am Mannheimer Landgericht". In: stuttgarter-zeitung.de. Stuttgarter Zeitung, 13. Juni 2014, abgerufen am 13. Juli 2014.
  18. "Anklage gegen den Ex-Reutax-Chef Ghaemian nach sechs Monaten U-Haft". In: rnz.de. Rhein-Neckar-Zeitung, 8. Januar 2014, abgerufen am 23. September 2014.
  19. "Finanzinvestor kauft Reutax". In: rnz.de. Rhein-Neckar-Zeitung, 27. Juli 2013, abgerufen am 30. Juli 2013.
  20. Anklage gegen Verantwortlichen der Firma Reutax AG wegen Verdachts der Untreue erhoben – Pressemeldung der Staatsanwaltschaft Heidelberg vom 7. Januar 2014. Website der Staatsanwaltschaft Heidelberg. Abgerufen am 19. März 2014.
  21. "Luxus-Villen auf Firmenkosten ". In: morgenweb.de. Mannheimer Morgen, 8. Januar 2014, abgerufen am 19. März 2014.
  22. "Vorzeige-Unternehmer wegen Untreue verurteilt". In: swr.de. SWR Fernsehen, 17. Juli 2014, abgerufen am 17. Juli 2014.
  23. Verwaltungsrat. moneyhouse, Lichtenstein, abgerufen am 20. Mai 2013.
  24. Verkäufer für Reutax in Sicht. morgenweb Mannheimer Morgen, Mannheim, abgerufen am 5. Juli 2013.
  25. "Der Neustart eines abgestürzten Überfliegers". Econo Rhein-Neckar Ausgabe 05/13, Seiten 42 bis 45, 10. November 2013, abgerufen am 15. Juli 2014.
  26. Reutax-Gruppe stellt Insolvenzantrag – Pressemeldung von anchor Rechtsanwälte vom 25. März 2013. Website www.sanierungsportal.de. Abgerufen am 19. März 2014.
  27. Jörg Keller: Der Neustart eines abgestürzten Überfliegers. In: Econo Rhein-Neckar. Nr. 5, 2013, S. 42-45.
  28. Reutax ist zurück. In: computerwoche.de, 12. Februar 2014. Abgerufen am 19. März 2014.
  29. a b "Finanzinvestor kauft Reutax". In: rnz.de. Rhein-Neckar-Zeitung, 27. Juli 2013, abgerufen am 30. Juli 2013.
  30. "Rantum Capital platziert Wandelanleihe für die Reutax AG – Pressemeldung von Rantum Capital vom 19. März 2014". 19. März 2014, abgerufen am 23. September 2014.
  31. Wir wollen mit Reutax wieder unter die ersten drei. In: computerwoche.de, 14. August 2013, abgerufen am 27. Januar 2014.
  32. Umbruch bei Reutax: "Alle alten Zöpfe müssen weg". Rhein-Neckar-Zeitung, 24. Mai 2014, abgerufen am 23. September 2014.
  33. Barbara Klauß: Reutax’ Neustart mit neuem Namen. In: morgenweb.de. Mannheimer Morgen, 28. November 2014, abgerufen am 25. März 2015.
  34. Thomas Veigel: Reutax will als Questax nach oben. In: rnz.de. Rhein-Neckar-Zeitung, 29. November 2014, abgerufen am 25. März 2015.
  35. Barbara Klauß: Questax baut Stellen ab - DIENSTLEISTER: Neue Struktur bei ehemaliger Reutax in Heidelberg. In: morgenweb.de. Mannheimer Morgen, 29. November 2014, abgerufen am 25. März 2015.
  36. Thomas Veigel: Aus Reutax wird Questax. In: rnz.de. Rhein-Neckar-Zeitung, 28. November 2014, abgerufen am 25. März 2015.
  37. Thomas Veigel: Aus Reutax wird Questax. In: rnz.de. Rhein-Neckar-Zeitung, 28. November 2014, abgerufen am 25. März 2015.