Reutte
| Reutte | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
| Bundesland: | Tirol | |
| Politischer Bezirk: | Reutte | |
| Kfz-Kennzeichen: | RE | |
| Fläche: | 100,92 km² | |
| Koordinaten: | 47° 29′ N, 10° 43′ O47.48805555555610.718611111111853Koordinaten: 47° 29′ 17″ N, 10° 43′ 7″ O | |
| Höhe: | 853 m ü. A. | |
| Einwohner: | 6.054 (1. Jän. 2012) | |
| Bevölkerungsdichte: | 60 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 6600 | |
| Vorwahl: | 05672 | |
| Gemeindekennziffer: | 7 08 28 | |
| NUTS-Region | AT331 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Obermarkt 1 6600 Reutte |
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| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Alois Oberer (Leben in Reutte) | |
| Gemeinderat: (2010) (17 Mitglieder) |
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| Lage der Marktgemeinde Reutte im Bezirk Reutte | ||
Talkessel von Reutte im Winter, Blick nach Osten zu den Ammergauer Alpen |
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| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
Reutte ist eine Marktgemeinde mit 6054 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Tiroler Außerfern und Hauptort des Tiroler Bezirks Reutte.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Reutte liegt am Alpenfluss Lech in einem Becken, das in die Allgäuer Voralpenregion entwässert. Im Bereich der linksgerichteten Flussbiegung stoßen zwei Kalkformationen der Lechtaler Alpen aufeinander, was die Erweiterung zu einem weiten Talkessel bewirkt hat. Von Süden und Osten her münden größere Nebenflüsse in den Lech. Nachbargemeinden sind: Breitenwang, Ehenbichl, Lechaschau und Pflach.
Geschichte [Bearbeiten]
Reutte liegt an der Via Claudia Augusta von Italien nach Deutschland. Die Tiroler Salzstraße führte von Hall in Tirol über das Außerfern bis an den Bodensee.
Am 5. Juni 1489 wurde Reutte von Erzherzog Sigmund „der Münzreiche“ zum Markt erhoben. Die Marktprivilegien wurden von Kaiser Maximilian bestätigt und erweitert.[1] Das traditionelle Reuttener Marktfest findet alljährlich am ersten Samstag im August statt und erfreut sich großer Beliebtheit.
In Reutte befand sich während der Zeit des Nationalsozialismus von Herbst 1944 bis zum Kriegsende 1945 das Außenlager Plansee Breitenwang des KZ Dachau.[2] Die 44. Infanteriedivision und die 10. Panzer-Division der amerikanischen Truppen befreiten Ende April 1945 vom Norden her bei Vils die vermeintliche Alpenfestung.
Bevölkerung [Bearbeiten]
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]

Religion [Bearbeiten]
Reutte ist Standort eines Klosters der Franziskaner. Neben der katholischen verfügt Reutte verfügt auch über eine evangelische Pfarrgemeinde sowie eine muslimische Gemeinde, die die zweitgrößte Religionsgemeinschaft des Ortes ist.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Reuttes Partnergemeinde ist seit 1991
Wappen [Bearbeiten]
Das Reuttener Wappen, die drei Tannen auf den drei Hügeln, steht für den Waldreichtum der Region und den Ursprung des Namens Reutte, der sich von „Roden“ abgeleitet hat. Die drei Hügel stehen für die Landschaft; die rot-weiß-roten Streifen zeigen die Zugehörigkeit zu Tirol und Österreich.
Infrastruktur [Bearbeiten]
Reutte ist ein Verwaltungs- und Schulzentrum und beherbergt u. a. die Bezirkshauptmannschaft.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Die meisten Beschäftigten sind im Dienstleistungssektor (Verwaltung, Schulen, Tourismus) tätig, neben Metall- und Textilindustrie, Holz- und Landwirtschaft und Elektrizitätswirtschaft.
Die älteste große Industrieansiedelung in Reutte sind die Textilwerke Reutte der Linz Textil AG, ehemals Reuttener Textilwerke AG (kurz: RTW), deren Anfänge sich bereits im 18 Jhd. in Höfen (Tirol) zur Flachsproduktion angesiedelt hatten. Später wurde der Lech zur Energiegewinnung für Gerbereien und Stofffärbereien genutzt. Zur Mitte des 20. Jahrhunderts fanden mehr als 400 Personen Arbeit in den Reuttener Textilwerken. Im Jänner 2008 wurde in einem Artikel der Tiroler Tageszeitung bekannt, dass die Weberei als das einzige noch übrig gebliebene Teil der alten RTW mit Ende Juni 2008 geschlossen wird.
Zentraler Bestandteil der Reuttener Wirtschaft und internationales Aushängeschild ist die Plansee AG mit etwa 2000 Beschäftigten in Reutte sowie etwa 5000 Beschäftigten weltweit. Die Plansee AG, 1921 gegründet, ist Weltmarktführer im Bereich hochschmelzender Werkstoffe und der Pulvermetallurgie, deren Anwendungsbereiche von Flachbildschirmtechnologien über Leuchtstoffbestandteile aus Wolfram bis hin zur Raumfahrttechnik reicht.
Ebenfalls in Reutte ansässig ist die Raiffeisenbank Reutte.
Verkehr [Bearbeiten]
Der Straßenverkehr mit dem restlichen Tirol muss über den Fernpass abgewickelt werden. Mit dem EU-Beitritt Österreichs im Jahre 1995 ergaben sich für Reutte neue Möglichkeiten zur Kooperation mit dem benachbarten deutschen Allgäu. Die deutsche Autobahn A7 wurde 2009 bis zum Grenztunnel Reutte/Füssen erweitert; damit ist Reutte fast direkt an das deutsche Autobahnnetz angebunden.
Öffentlicher Verkehr [Bearbeiten]
- Reutte ist durch eine Regionalbahnstrecke (Außerfernbahn) und die Mittenwaldbahn der ÖBB mit dem Inntal im Süden und dem Allgäu im Nordwesten verbunden. Die Strecke wird von der Deutschen Bahn AG (DB) betrieben.
- Eine Linie des österreichischen Postbus-Unternehmens verkehrt zwischen Reutte und Imst mit Anschluss nach Innsbruck über den Fernpass. Innerhalb des Bezirkes verkehren vor allem Postbusse und einige wenige private Busunternehmen.
Bildung [Bearbeiten]
Reutte gilt als Schul- und Ausbildungszentrum
- Volksschule
- zwei Hauptschulen
- polytechnische Schule
- kaufmännische Berufsschule
- Technik-Kolleg
- Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe
- Haushaltungsschule
- Krankenpflegeschule
- Handelsschule und Handelsakademie
- Bundesrealgymnasium
- Landesmusikschule
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Häuser im Zentrum: im Zentrum befinden sich sehenswerte Häuser mit Fassadenmalereien des Reuttener Malers Johann Jakob Zeiller. Die Fassadenfronten der Häuser im Reuttener Ortsteil Obermarkt bilden keine einheitliche Front, sondern stehen einzeln, schräg zur Straße, was eine regionale Besonderheit darstellt.
- Franziskanerkloster Reutte: erbaut im 17. Jahrhundert; das Franziskanerkloster Reutte mit der Pfarrkirche zur Hl. Anna befindet sich ebenfalls im Zentrum
- Burg Ehrenberg: die Ruine befindet sich in der Umgebung von Reutte
- Grünes Haus - Museum Reutte: das Museum befindet sich in einem prächtigen Haus aus dem 16. Jahrhundert, mit Fassadenfresken von Johann Jakob Zeiller, und beherbergt das örtliche und regionale Museum (siehe Weblinks)
- Art Club Reutte: Der Art Club Reutte organisiert seit 2004 kulturelle Veranstaltungen.
- Natur: Im Umfeld befinden sich verschiedene Seen, wie Urisee und Frauensee, sowie der Plansee mit dem Heiterwanger See.
- Alpentherme Reutte Das 2011 neu errichtete Schwimmbad bietet "Erholung, Action und Fun", mit einer großen Sauna-Landschaft und Blick zur Burg Ehrenberg.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Reuttener Kulturherbst: der Reuttener Kulturherbst ist mit seinen Veranstaltungen der alljährlicher Höhepunkt der Reuttener alternativen Kulturszene
- Reuttener Ritterspiele: die Reuttener Ritterspiele bei der Burgruine ziehen jährlich mehrere Tausend Touristen und Zuschauer an
- Integrationsfest Reutte: das Integrationsfest Reutte ist der alljährliche Höhepunkt der interkulturellen Aktivitäten im Außerfern
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter
- Walter Bitterlich (1908–2008), österreichischer Forstwissenschaftler und Erfinder (Winkelzählprobe, Spiegelrelaskop)
- Paul Engel (* 1949), österreichischer Komponist und Dirigent, entstammt der Musikerfamilie „Engel-Familie“
- Johann Christof Haas (1753-1828), österreichischer Kunstmaler
- Theo von Hörmann (1914–1994), österreichischer Filmproduzent, Regisseur und Kameramann
- Rudolf Machenschalk (1928–2005), österreichischer Manager und Manager der Plansee AG
- Franz Anton Zeiller (1713-1794), österreichischer Maler der Rokokozeit (Sakralmaler und Freskomaler)
- Johann Jakob Zeiller (1708–1783), österreichischer Maler der Rokokozeit (Sakralmaler und Freskomaler)
Personen mit Beziehung zur Stadt
- Jörg Lederer (1470–1550), deutscher Holzbildhauer
- Paul Schwarzkopf (1886–1970), österreichischer Erfinder und Industrieller, Gründer der Plansee AG, Förderer des Bundesrealgymnasiums Reutte
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Lipp Richard: Außerfern, Tyrolia Innsbruck 1994.
- ↑ Onlineauftritt Gedenkstättenpädagogik Bayern Die Außenlager des KZ Dachau
Weblinks [Bearbeiten]
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