Reverse Graffiti

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Ausschnitt aus einem Reverse Graffiti von Paul „Moose” Curtis in San Francisco

Reverse Graffiti (frei übersetzt: "umgekehrte Graffiti") ist eine spezielle Form von Graffiti. Das Bild entsteht hierbei, indem z. B. eine Straße, eine Tunnelwand oder Stadtmöbel partiell gereinigt werden.

Manche Künstler kreieren Bilder, indem sie Wände u. ä. mit Lappen und Bürsten in Kombination mit Reinigungs- und Lösungsmitteln reinigen. Im einfachsten Fall wird mit den Fingern in den Staub verdreckter Scheiben etc. gezeichnet.

Das Verfahren wird aber auch vermehrt in der Werbung eingesetzt, wo es auch Streetbranding genannt wird.[1] Der Begriff leitet sich in dem Fall vom englischen Begriff Branding ab, der ursprünglich für das Einsetzen von Brandzeichen auf Tieren benutzt wurde. Hier wird das Bild in der Regel mittels einer Schablone und einem Hochdruckreiniger erstellt. Auch Umweltinitiativen und andere Gruppen nutzen das Streetbranding zur Darstellung ihrer Inhalte, weil so auf die Verschmutzung durch den Verkehr aufmerksam gemacht werden kann und die Erstellung der Bilder gleichzeitig umweltfreundlich ist, da lediglich Wasser verwendet wird.

Der Effekt hält, je nach Verschmutzungsgrad und erneuter Anlagerung von Kohlenstoffpartikeln, zwischen sechs Wochen und sechs Monaten an.

Da der Untergrund nicht bemalt oder anderweitig verändert wird, sondern lediglich partiell gereinigt ist, wird Reverse Graffiti meist als legal betrachtet. Diese Frage ist jedoch nicht abschließend geklärt. Im April 2014 erklärte die Stadt Köln, jedes Reverse Graffiti bei dem der Urheber ermittelt würde, bei der Staatsanwaltschaft anzuzeigen.[2] Vorausgegangen war eine laut Stadtverwaltung kostenintensive Reinigung zweier Flächen, an denen werbende Reverse Graffitis angebracht worden waren.[3]

Künstler[Bearbeiten]

Künstler, die Reverse Graffiti nutzen, um großflächige Kunstwerke auf verdreckte Wände aufzubringen, bedienen sich zumeist der Stencil-Technik. Dabei werden Muster, Formen oder vielseitige Collagen in Folien oder Holz geschnitten, die als eine Art Negativfilm dienen. Mit Hilfe von zum Beispiel Hochdruckreinigern können Abbilder dieser Vorlagen nun auf die Wand übertragen werden.

Bekannte Reverse-Graffiti-Künstler sind der Brite Paul Curtis, der Brasilianer Alexandre Orion,[4] der Texaner Scott Wades,[5] der französische Street-Artist ZEVS[6] und der Deutsche Klaus Dauven.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reverse graffiti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. pressetext.at, 18. Juni 2008
  2. Benjamin Weber: Repression gegen Umgekehrt-Graffiti - Unser Dorf soll schmutzig bleiben. Taz.de, 15. April 2014, abgerufen am 16. April 2014 (deutsch).
  3. Anna Lampert: Reverse Graffiti in Köln - Wer Wände putzt, wird angezeigt. 16. April 2014, abgerufen am 16. April 2014 (deutsch).
  4. http://www.welt.de/regionales/frankfurt/article119716204/Kuenstler-aus-Brasilien-nutzen-Stadt-als-Leinwand.html
  5. http://www.urbanartcore.eu/reverse-graffiti-top-artists/
  6. Gerhard Finckh, Toke Lykeberg: still on and non the wiser: an exhibition with selected urban artists. 1. Auflage, Publikat Verlag, Mainaschaff (2008) ISBN 3-939566-20-9 (Ausstellungskatalog).