Rewirpowerstadion

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Rewirpowerstadion
Rewirpowerstadion Bochum
Bochumer Rewirpowerstadion im Juni 2010
Frühere Namen

Sportplatz an der Castroper Straße (1911–1921)
Stadion an der Castroper Straße (1921–1979)
Ruhrstadion (1979–2006)
FIFA Frauen-WM-Stadion Bochum (2011)

Daten
Ort DeutschlandDeutschland Bochum, Deutschland
Koordinaten 51° 29′ 23,8″ N, 7° 14′ 11,4″ O51.4899444444447.2364888888889Koordinaten: 51° 29′ 23,8″ N, 7° 14′ 11,4″ O
Eigentümer Stadt Bochum
Betreiber Stadt Bochum und VfL Bochum
Eröffnung 8. Oktober 1911
Erstes Spiel SuS 1908 Bochum – VfB Hamm
Erweiterungen 1921 (Stehplatzränge)
1950er (Sitzplatztribüne)
1972 (Flutlichtanlage)
1976–1979 (Tribünenumbau)
1997 (Sitzplätze Westkurve)
2003 (Stadioncenter)
2009–2010 (Aus- und Umbau)
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 29.299 Plätze
Kapazität (internat.) 23.500 Plätze
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Rewirpowerstadion (Eigenschreibweise: rewirpowerSTADION) ist das Fußballstadion des Fußballklubs VfL Bochum. Das Stadion liegt an der Castroper Straße im Nordosten der Bochumer Innenstadt, wo der VfL und seine Vorgängervereine bereits seit 1911 Fußball spielen. Der VfL Bochum verfügt damit über eine der traditionsreichsten Wettkampfstätten im deutschen Profifußball.

Geschichte[Bearbeiten]

Sportplatz an der Castroper Straße (1911–1921)[Bearbeiten]

Im Jahr 1911 pachtete der SuS Bochum 08 eine Wiese außerhalb der damaligen Stadtgrenzen.[1] Die Wiese trug umgangssprachlich, nach dem Verpächter Bauer Dieckmann, den Namen Dieckmanns Wiese. Das erste offizielle Fußballspiel an der Castroper Straße fand vor 500 Zuschauern am 8. Oktober 1911 beim Spiel des SuS 08 und dem VfB Hamm statt.[1][2] Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Sportplatz zu einem Stadion ausgebaut.[1]

Stadion an der Castroper Straße (1921–1979)[Bearbeiten]

Der TuS 1848 Bochum, ein Fusionsverein, der 1919 aus dem SuS 1908 Bochum und dem TV Bochum 1848 entstand, errichtete 1921 ein Stadion mit Platz für etwa 50.000 Zuschauer an der Castroper Straße.[1] Zum ersten Spiel im neuen Stadion war der Düsseldorfer SC 99 zu Gast.[1][2] Zu diesem Zeitpunkt war das Bochumer Stadion eines der modernsten und größten Fußballstadien Deutschlands, sodass am 2. Juli 1922 die Deutsche Fußballnationalmannschaft hier die Ungarn zu einem Freundschaftsspiel empfing.[1][3][2] In den 1920er und 1930er Jahren war das Stadion an der Castroper Straße die Heimat der Gauligisten des TuS Bochum 08 (hervorgegangen aus dem TuS 1848 Bochum per Reinlicher Scheidung mit dem TV Bochum 1848 am 1. Februar 1924) und Germania Bochum und mehrmals Austragungsort von Spielen der Westdeutschen Fußballmeisterschaft. Seit der Saison 1938/39 der Gauliga Westfalen ist das Stadion die Heimstätte des VfL Bochum, einem Fusionsverein der am 14. April 1938 aus dem TV Bochum 1848, dem TuS 1908 Bochum und dem SV Germania Bochum 1906 entstand.

In den 1950er Jahren errichtete der VfL eine Sitzplatztribüne mit 2700 Plätzen von denen 1300 überdacht waren.[1][4] Nachdem Aufstieg in die Bundesliga zur Saison 1971/72 musste auch das Stadion an die Anforderungen des Profifußballs angepasst werden. So wurde eine Flutlichtanlage benötigt, die am 7. Oktober 1972 im Heimspiel des VfL gegen Borussia Mönchengladbach erstmals zum Einsatz kam.[2] Ähnlich wie die Nachbarn aus Dortmund mit dem Westfalenstadion und Gelsenkirchen mit dem Parkstadion wollten auch die Bochumer in den 1970er Jahren ein neues Stadion bauen. Der Verein bekam allerdings keine Genehmigung für einen Neubau, sodass das Stadion an der Castroper Straße schließlich umgebaut wurde.[4]

Der Umbau fand zwischen März 1976 und Juli 1979 statt und wurde in vier Etappen einzelner Tribünenabschnitte realisiert. Der VfL Bochum spielte während des Umbaus in einer Baustelle.[4] Zum Ende der Bundesliga-Saison 1975/76 war der Rasen an der Castroper Straße aufgrund des Umbaus unbespielbar. Der VfL Bochum musste für die letzten sieben Heimspiele der Rückrunde in andere Stadien ausweichen. Sechsmal – die Spiele gegen den 1. FC Kaiserslautern,[5] den MSV Duisburg,[6] den 1. FC Köln,[7] Eintracht Frankfurt,[8] Hertha BSC[9] und den Karlsruher SC[10] – spielte der VfL im Stadion am Schloss Strünkede in Herne sowie am 2. April 1976 einmal im Dortmunder Westfalenstadion gegen den FC Schalke 04.[4][11]

Ruhrstadion (1979–2006)[Bearbeiten]

Luftbild des Stadions während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006

Nach Ende der Umbauarbeiten wurde das Stadion am 21. Juli 1979 unter dem neuen Namen Ruhrstadion mit einem Spiel gegen die SG Wattenscheid 09 eingeweiht.[2][12] Die ursprüngliche Kapazität des Ruhrstadions betrug 49.522 Zuschauer. Diese Kapazität wurde jedoch durch zahlreiche Umbauten verringert. So wurde vor der Saison 1997/98 die Westtribüne, die ursprünglich eine reine Stehplatztribüne war, zu einer Sitzplatztribüne umgebaut. Die aktuelle Kapazität zur Saison 2012/13 beträgt 29.299 Plätze, davon 16.174 Sitz- und 13.125 Stehplätze.[2]

Die Deutsche Fußballnationalmannschaft spielte in diesem Zeitraum dreimal im Ruhrstadion: in der Qualifikation zur WM 1982 am 23. September 1981 gegen Finnland[13] und die Freundschaftsspiele gegen Jugoslawien am 11. Mai 1986[14] und Ghana am 14. April 1993.[15]

ZSKA Moskau trug sein Heimspiel in der UEFA Champions League 1992/93 gegen die Glasgow Rangers am 9. Dezember 1992 aufgrund der Witterungsverhältnisse in Russland im Ruhrstadion aus.[2]

Seit August 2003 verfügt der VfL Bochum über ein fünfstöckiges Stadioncenter hinter der Nordtribüne des Ruhrstadions.[2] Es bietet Räumlichkeiten für die Geschäftsstelle, Nachwuchsabteilung, den Vorstand, die Mannschaft sowie für die Betreuung von rund 1250 VIPs. Im Erdgeschoss des Stadioncenters sind ein Fanshop sowie eine Gastronomie („8zehn48“) eingerichtet, in der es möglich ist, Auswärtsspiele des VfL Bochum auf einer Leinwand sowie mehreren Monitoren anzuschauen.

Am 30. September 2004 – beim UEFA-Cup-Spiel gegen Standard Lüttich – wurde die Ostkurve, der Fanblock der VfL-Anhänger, mit Sitzplätzen bestückt, welche allerdings für den normalen Ligabetrieb wieder entfernt wurden.

Rewirpowerstadion (seit 2006)[Bearbeiten]

Innenansicht 2007

Seit Beginn der Saison 2006/07 trägt das Ruhrstadion den Namen von Rewirpower, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Bochum und anderer Energieversorger.[2] Der Vertrag zwischen Verein und Unternehmen lief über fünf Jahre und wurde 2011 bis 2016 verlängert. Wie in vielen anderen Fällen auch wird die Umbenennung von dem Großteil der Bochumer Fanszene kritisiert.

Bochum war Spielort bei der Europameisterschaft der U21-Junioren 2004, unter anderem auch des Endspiels.[2][12] Während der U-20-Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2010 und der Weltmeisterschaft der Frauen im Jahr 2011 war das Ruhrstadion unter dem Namen „FIFA Frauen-WM-Stadion Bochum“ Austragungsort.[2] Um den FIFA-Normen zu entsprechen, wurde das Stadion bis 2011 renoviert. Auch das Stadioncenter wurde aus Anlass der WM erweitert. So entstand dort das Medienzentrum, es wurden neue Räume für die Betreuung von VIPs geschaffen, und auch die von den Spielern genutzten Räumlichkeiten beispielsweise für Fitness und Physiotherapie wurden vergrößert.[16]

Vom 4. bis 9. Oktober 2011 feierte der VfL Bochum die Jubiläumswoche „100 Jahre Fußball an der Castroper Straße“.[17]

Herbert Grönemeyer spielte und spielt immer wieder ausverkaufte Open-Air-Konzerte im Stadion. Dies war bis dato 1985, 1994, 1998, 2003, 2007, 2009 und 2012 der Fall.

Lage[Bearbeiten]

Choreografie beim Einlauf der Mannschaften
  • Anfahrt mit dem PKW: A 40, Anschlussstelle Bochum-Stadion
  • ÖPNV: Haltestelle Rewirpowerstadion (BoGeStra-Straßenbahnlinien 308/318; zeitweise auch 306; Bus 360)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rewirpowerstadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Die Anfänge: Seit fast 100 Jahren – VfL kickt „anne Castroper“ auf vfl-bochum.de, abgerufen am 21. November 2012
  2. a b c d e f g h i j k Rewirpowerstadion auf vfl-bochum.de, abgerufen am 21. November 2012
  3. Alle Spiele: Bochum 02.07.1922 auf dfb.de, abgerufen am 21. November 2012
  4. a b c d Der Umbau: Kein Heimvorteil im Westfalenstadion auf vfl-bochum.de, abgerufen am 21. November 2012
  5. 1. Bundesliga 1975/76, 25. Spieltag: VfL Bochum - 1. FC Kaiserslautern auf kicker.de, abgerufen am 21. November 2012
  6. 1. Bundesliga 1975/76, 27. Spieltag: VfL Bochum - MSV Duisburg auf kicker.de, abgerufen am 21. November 2012
  7. 1. Bundesliga 1975/76, 29. Spieltag: VfL Bochum - 1. FC Köln auf kicker.de, abgerufen am 21. November 2012
  8. 1. Bundesliga 1975/76, 30. Spieltag: VfL Bochum - Eintracht Frankfurt auf kicker.de abgerufen am 21. November 2012
  9. 1. Bundesliga 1975/76, 32. Spieltag: VfL Bochum - Hertha BSC auf kicker.de, abgerufen am 21. November 2012
  10. 1. Bundesliga 1975/76, 34. Spieltag: VfL Bochum - Karlsruher SC auf kicker.de, abgerufen am 21. November 2012
  11. 1. Bundesliga 1975/76, 21. Spieltag: VfL Bochum - FC Schalke 04" auf kicker.de, abgerufen am 21. November 2012
  12. a b Altes Eisen auch heute noch ein Schmuckkästchen auf vfl-bochum.de, abgerufen am 21. November 2012
  13. Alle Spiele: Bochum 23.09.1981 auf dfb.de, abgerufen am 21. November 2012
  14. Alle Spiele: Bochum 11.05.1986 auf dfb.de, abgerufen am 21. November 2012
  15. Alle Spiele: Bochum 14.04.1993 auf dfb.de, abgerufen am 21.November 2012
  16. VfL-Vorstand stellt Baupläne vor auf vfl-bochum.de, abgerufen am 4. Februar 2010
  17. So läuft die Jubiläumswoche 100 Jahre Fußball an der Castroper Straße auf westline.de, abgerufen am 21. November 2012