Rezension
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Eine Rezension (von lateinisch recensio: Musterung) oder auch Besprechung, häufig Buchbesprechung, ist die schriftlich niedergelegte und veröffentlichte Form eines Diskussionsbeitrages über einen bestimmten Gegenstand eines abgegrenzten Themenfeldes. Meist handelt es sich um eine knapp erörternde Inhaltsbeschreibung und kritische Bewertung von kulturellen oder wissenschaftlichen Schöpfungen wie Büchern, Filmen, Kunstwerken, Konzerten, Bild- und Tonträgern sowie mittlerweile auch von Computerspielen oder Software. Außerdem kann eine Rezension einen Eindruck von der sprachlichen Qualität des Textes geben.
Ein Rezensent bespricht seinen Betrachtungsgegenstand, der meist gleichzeitig von anderen Autoren unabhängig davon rezensiert wird, häufig bald nach der Veröffentlichung des Gegenstandes. Nicht selten widersprechen verschiedene Rezensionen einander, oder vertreten sogar völlig gegensätzliche Auffassungen und Bewertungen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Einordnung innerhalb der Sekundärliteratur
Die Rezension bildet im üblich gewordenen Sprachgebrauch eine gattungsmäßige Unterform der als Sekundärliteratur weit darüber hinaus gehenden Kritik, die sich in ausführlichen Aufsätzen und Abhandlungen (Diskursen) bereits seit dem 17. Jahrhundert entweder in Zeitschriftenform, in losen Blattsammlungen oder gar in Buchform auf ihren jeweiligen Betrachtungsgegenstand einlässt.
[Bearbeiten] Rezensionen im Feuilleton
Rezensionen sind oft ein Teil des Feuilletons und werden für die Allgemeinheit in Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen, in Rundfunk und Fernsehen sowie im Internet veröffentlicht. Für spezielle Themenfelder finden sich aber auch jeweils darauf ausgerichtete Fach- und Themenzeitschriften, die sich allein einem Gegenstand wie z. B. Bücher, Filme oder Computerspiele zu ihrer Besprechung widmen. Sowohl Rezensionen im Feuilleton als auch solche in Spezialveröffentlichungen dienen vornehmlich dazu, angesichts der unübersehbaren Fülle von Publikationen eine Orientierung und Einordnung zu geben sowie sinnvolle Kaufentscheidungen zu ermöglichen. Zielgruppe solcher Rezensionen sind beispielsweise auch Bibliotheken.
→ Siehe auch: Literaturrezension (Feuilleton)
[Bearbeiten] Sonderform
Als eine Sonderform hat sich die sogenannte Sammelrezension entwickelt. In ihr werden nicht zuletzt aus redaktionellen Gegebenheiten, wie dem vom Verlag immer weniger dafür eingeräumten Platz, mehrere Werke ähnlicher Thematik im Zusammenhang besprochen und wenn schon nicht vergleichend bewertet, so zumindest einander gegenübergestellt.
[Bearbeiten] Wissenschaftliche Rezensionen
[Bearbeiten] als Feedback wissenschaftlicher Werke
In wissenschaftlichen Rezensionen (das heißt Rezensionen wissenschaftlicher Werke, wie sie meist in Fachzeitschriften erscheinen) werden Errungenschaften oder formale und inhaltliche Fehler nach akademischen Gepflogenheiten detailliert benannt, so dass solch kritische Besprechungen in der Wissenschaftsgemeinschaft ein wichtiges Feedback darstellen. Für sie gibt es denn auch spezielle Bibliographien, die diese Gattung erschließen, beispielsweise die seit 1971 erscheinende Internationale Bibliographie der Rezensionen wissenschaftlicher Literatur (IBR), die in vielen Bibliotheken vorhanden ist.
[Bearbeiten] als Literar- und Textkritik
Außerhalb des Feuilletons bezeichnet der Begriff Rezension in der Literar- und Textkritik den Vergleich möglichst aller Textvarianten eines historischen Textes in den Handschriften und Texteditionen, um die textgeschichtliche und literarische Abhängigkeit der einzelnen Versionen zu bestimmen und sie so in einem Stammbaum (Stemma) bestimmten Texttraditionen zuzuordnen.
→ Siehe auch: Literarkritik
→ Siehe auch: Textkritik
[Bearbeiten] Abgrenzungen
Von Rezensionen abzugrenzen sind hingegen bloße Zusammenfassungen des Inhalts einer Veröffentlichung, die ohne Wertung auskommen und als Abstract oder Referat bezeichnet werden. Wissenschaftliche Gutachten (Peer Review) hingegen untersuchen, ob ein Werk überhaupt als Buch oder in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden soll. Sie bewerten nicht zuletzt die Qualität darin getroffener Aussagen für ein akademisches Fachgebiet nach innerer Schlüssigkeit etwaiger Neuerungen.
→ Siehe auch: Abstract
→ Siehe auch: Referat (Dokumentation)
[Bearbeiten] Siehe auch
- Fachbuch
- Filmkritik
- Kulturjournalismus
- Kunstkritik
- Literarkritik
- Literaturkritik
- Literaturrezension (Feuilleton)
- Musikkritik
- Theaterkritik
- Textkritik
- Sachbuch
- Spielekritik
[Bearbeiten] Literatur
- Frank Bardelle: Formen der kritischen Auseinandersetzung oder: Wie man Urteile über wissenschaftliche Neuerscheinungen verhängt. In: Zeitschrift für Soziologie. Jg. 18, Heft 1, Februar 1989, S. 54–64.
- Edmund Schalkowski: Rezension und Kritik. UVK-Verlagsgesellschaft, Konstanz 2005. ISBN 3-89669-341-7

