Rhäzüns

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Rhäzüns
Wappen von Rhäzüns
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Imbodenw
Kreis: Rhäzüns
BFS-Nr.: 3723i1f3f4
Postleitzahl: 7403
Koordinaten: 749715 / 18507546.7999969.399996657Koordinaten: 46° 48′ 0″ N, 9° 24′ 0″ O; CH1903: 749715 / 185075
Höhe: 657 m ü. M.
Fläche: 13.37 km²
Einwohner: 1363 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 102 Einw. pro km²
Website: www.rhaezuens.ch
Rhäzüns

Rhäzüns

Karte
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Rhäzüns (rätoromanisch Razén [ʁɐˈtsen]?/i) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Imboden des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten von Rot und Blau, in Blau zwei silberne (weisse) Balken

Übernahme des Wappens der Freiherren von Rhäzüns.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten]

Ursprünglich sprachen die Bewohner eine bündnerromanische Mundart. Obwohl dies eine mittelbündnerische Mundart war, wurde traditionell in allen Gemeinden des Bezirks Imboden das Surselvische als Schriftsprache gebraucht. In dieser Eigenschaft ähnelten sie den Gemeinden Bergün und Filisur, wo ebenfalls mittelbündnischere Mundarten in Gebrauch waren bzw. sind, als Schriftsprache aber das Oberengadinische (dort, historisch gesehen, hauptsächlich aus konfessionellen Gründen) in Gebrauch war.[2]

Trotz ständigem Anwachsen des Deutschen blieb Romanisch bis 1970 die Mehrheitssprache. Doch sank der Anteil von 1880 96 % über 1910 82 % und 1941 76 % auf 1970 52 % (oder 466 Personen). In den 1970er-Jahren erfolgte der Sprachwechsel hin zum Deutschen, das ständig dominanter wird. Dies belegt auch folgende Tabelle (die Werte für 1990 sind nicht genau):

Sprachen in Rhäzüns
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 486 50,73 % ca. 615 ca. 60 % 953 79,35 %
Rätoromanisch 369 38,52 % ca. 313 ca. 31 % 121 10,07 %
Italienisch 82 8,56 % ca. 40 ca. 4 % 40 3,33 %
Andere 21 2,19 % ca. 50 ca. 5 % 87 7,24 %
Einwohner 958 100 % 1018 100 % 1201 100 %

Obwohl noch 23,5 % der Einwohnerschaft Romanisch verstehen, ist Deutsch heute einzige Behördensprache. Die Italienischsprachigen sind keine Italienischbündner, sondern Einwanderer aus Italien.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Von den Ende 2005 1220 Bewohnern waren 1029 (= 84 %) Schweizer Staatsangehörige.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bekannt ist der Ort vor allem durch sein Mineralwasser Rhäzünser. Der Werbespruch «Rhäzünser isch gsünser» war jahrelang in der Fernsehwerbung und auf den Lastwagen der Mineralwasserfirma zu lesen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kirche Sogn Gieri' (St. Georg): bereits 960 erwähnt; romanische Kirche mit gotischem Chor; vollständige Ausmalung aus dem 14. Jahrhundert u.a. durch den Waltensburger Meister.
  • Ehemalige Pfarr- und heutige Friedhofskirche Sogn Paul
  • Pfarrkirche Nossadunna (Mariä Geburt): erbaut 1697, barock[3].
  • Schloss Rhäzüns: im Mittelalter Stammburg der mächtigen Freiherren von Rhäzüns. Schloss Rhäzüns ist im Besitz der Ems-Chemie und dient Christoph Blocher als Zweitdomizil. Als Alternative zur heutigen privaten Nutzung gab es auch Ideen, die Anlage der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Wappen der Herren von Rhäzüns, Fresko aus Sogn Gieri
Schloss Rhäzüns, Südseite

Rhäzüns wird 840 als Raezunne erstmals urkundlich erwähnt. Mit Bonaduz bildete Rhäzüns ursprünglich eine Pfarrei mit der St. Georg als Pfarrkirche. 1529–1667 erfolgte schrittweise die Trennung der beiden Gemeinden. Seit der Gründung des Oberen oder Grauen Bundes 1424 bildete Rhäzüns mit den Gemeinden Bonaduz, Ems und Felsberg ein Gericht. Mit der gleichnamigen Herrschaft Rhäzüns kam die Gemeinde nach 1497 von den Zollern an Habsburg, blieb aber Teil der Drei Bünde. Nach dem Wiener Kongress kam Rhäzüns 1819 endgültig zum Kanton Graubünden.

Die heutige Pfarrkirche Nossadunna (Maria Geburt) wurde 1702 mit Beiträgen des Herrn von Rhäzüns, des deutschen Kaisers Leopold I., errichtet. Die Mineralquelle wird seit 1850 gewerbsmässig genutzt und gab dem Mineralwasser Rhäzünser seinen Namen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Armon Fontana: Schweizerische Kunstführer GSK, Band 755: Die Kirchen von Rhäzüns: Nossadunna - Sogn Paul - Sogn Gieri, Bern 2004, ISBN 3-85782-755-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rhäzüns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Lia Rumantscha (Hrsg.): Romanisch – Facts & Figures. 2., überarbeitete und aktualisierte Ausgabe. Chur 2004, ISBN 3-03900-034-9. S. 31. (online).
  3. Katholische Kirche Pfarrkirche St. Mariä Geburt
  4. Rhiiblatt, 20. August 2002: Schloss Rhäzüns bleibt geschlossen.