Rhabdodendron

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Rhabdodendron
Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Rhabdodendraceae
Gattung: Rhabdodendron
Wissenschaftlicher Name der Familie
Rhabdodendraceae
Prance
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Rhabdodendron
Gilg & Pilg.

Rhabdodendron ist die einzige Gattung der Familie der Rhabdodendraceae in der Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen. Die Areale der etwa drei Rhabdodendron-Arten liegen nur in Südamerika: im nördlichen Brasilien, Französisch-Guayana, Suriname und Guyana.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Rhabdodendron-Arten sind immergrüne, kleine Bäume oder große Sträucher. Die Siebröhren-Plastiden sind vom P-Typ. Es sind kurz gestielte, gefranste, schildförmige Haare (Trichome) vorhanden.

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind sehr groß und breit gestielt. Die einfache und ledrige Blattspreite besitzt einen glatten, zurückgebogenen Blattrand und eine undeutlich punktierte Blattoberfläche. Nebenblätter sind keine vorhanden oder fallen früh ab.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Seitenständig werden verzweigte Gesamtblütenstände aus zymöse oder traubige Teilblütenständen gebildet. Trag- und Deckblätter sind klein oder zu Schuppen reduziert.

Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind fünfzählig mit doppelten Perianth. Der Blütenbecher (Hypanthium) ist kurz, breit und etwas konkav. Die fünf kurzen Kelchblätter sind mehr oder weniger stark verwachsen. Die fünf Kronblätter sind kelchblattähnlich, relativ dick und fallen meist früh ab. In mehr oder weniger drei Kreisen stehen 25 bis 50 freie, fertile Staubblätter mit kurzen, flachen Staubfäden und langen Staubbeuteln; wobei die Staubfäden noch erhalten bleiben wenn die Staubbeutel abfallen. Die dreizelligen Pollenkörner besitzen meist drei, selten vier Aperturen und sind colporat. Es ist nur ein kugeliges, oberständiges Fruchtblatt vorhanden mit meist nur einer basalen, campylotropen, unitegmischen Samenanlage. Der von der Basis einer Seite des Fruchtblattes ausgehende, lange, ziemlich dicke Griffel endet in einer stark verlängerten Narbe.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die Steinfrucht ist vom Kelch und einem angeschwollen oberen Teil des Fruchtstieles umgeben und enthält einen Samen. Der Same ist nieren- bis kugelförmig. Der gut entwickelte, grüne Embryo ist gekrümmt mit zwei großen, dicken, fleischigen Keimblättern (Kotyledonen).

Inhaltsstoffe und Chromosomensätze[Bearbeiten]

Sie enthalten Ellagsäure. Die Siebröhren-Plastide enthalten kristalloide Proteine und Stärke. Lysigene Sekretbehälter enthalten Harze. Zellen enthalten Silikatkörper.

Die Chromosomensätze betragen n = 10.

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstbeschreibung erfolgte 1853 als Lecostomon durch Richard Spruce in George Bentham: Hooker's Journal of Botany and Kew Garden Miscellany, Volume 5, S. 296. Der Gattungsname Rhabdodendron wurde 1905 von Ernest Friedrich Gilg und Robert Knud Friedrich Pilger in Verhandlungen des Botanischen Vereins für die Provinz Brandenburg und die Angrenzenden Länder, Band 47, S. 152 veröffentlicht. Früher wurde die Gattung Rhabdodendron bei den Rosales oder Rutales (Takhtajan 1997) in die Familien Chrysobalanaceae, Phytolaccaceae oder Rutaceae eingeordnet. Es wurde ein Tribus Rhabdodendron Huber in Boletim do Museu Paraense Emílio Goeldi, 5, 1909, 425 oder eine Unterfamalie Rhabdodendroideae Engl. in Engler & Prantl: Die natürlichen Pflanzenfamilien ..., 2. Auflage, Band 19 a, 1931, S. 213-357 aufgestellt. Die Familie der Rhabdodendraceae wurde 1968 von Ghillean Tolmie Prance in Bulletin du Jardin botanique de l'État à Bruxelles, 38, S. 141-142 aufgestellt. Die Stellung der Rhabdodendraceae innerhalb des Kladogramm der Ordnung der Caryophyllales wird noch diskutiert.

Die Familie Rhabdodendraceae enthält nur die eine Gattung Rhabdodendron mit drei (zwei bis vier) Arten:[1]

  • Rhabdodendron amazonicum Spruce ex Benth. Huber (Syn.: Lecostemon amazonicum Spruce ex Benth.): Dieser kleine Baum erreicht eine Wuchshöhe von maximal 15 Meter und ist häufig im Regenwald der „Terra Firme“ des Amazonasbeckens von der Manaus-Region ostwärts bis zur Para-Maranhao-Grenze und nordwärts bis in die drei Guyana-Staaten.
  • Rhabdodendron crassipes (Spruce ex Benth.) Huber (Syn.: Lecostemon crassipes Spruce ex Benth.)
  • Rhabdodendron macrophyllum (Spruce ex Benth.) Huber (Syn.: Lecostemon macrophyllum Spruce ex Benth.): Dieser bis zu 3 Meter Wuchshöhe erreichende Strauch ist häufig nur in den Weißsandgebieten in der nahen Umgebung von Manaus und östlich des Flusses Trombetas.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rhabdodendraceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.