Rhein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rhein (Begriffsklärung) aufgeführt.
Rhein
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Abschnitte des Rheinlaufs (siehe auch: detaillierte Karte)

Abschnitte des Rheinlaufs (siehe auch: detaillierte Karte)

Daten
Gewässerkennzahl CH: 1, DE: 2, FRA---0000
Lage Europa
Flusssystem Rhein
Quelle Alpen
(siehe Rheinquelle)
46° 37′ 57″ N, 8° 40′ 20″ O46.63258.67222222222222345
Quellhöhe 2'345 m ü. M.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Nordsee
(siehe Rhein-Maas-Delta)51.9811111111114.08166666666670Koordinaten: 51° 58′ 52″ N, 4° 4′ 54″ O
51° 58′ 52″ N, 4° 4′ 54″ O51.9811111111114.08166666666670
Mündungshöhe m NAPVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 2345 m
Länge 1238,8 km[1]
Einzugsgebiet 185.300 km²[2] (mit Maas 218.300 km²)
Abfluss am Pegel Basel[3]
AEo: 35.897 km²
Lage: 865 km oberhalb der Mündung
NNQ (1958)
MNQ 1808–2010
MQ 1808–2010
Mq 1808–2010
MHQ 1808–2010
HHQ (1876)
201 m³/s
425 m³/s
1037 m³/s
28,9 l/(s km²)
2657 m³/s
5530 m³/s
Abfluss am Pegel Rees[4]
AEo: 159.300 km²
Lage: 196 km oberhalb der Mündung
NNQ (1947)
MNQ 1930–2010
MQ 1930–2010
Mq 1930–2010
MHQ 1930–2010
HHQ (1995)
590 m³/s
1070 m³/s
2290 m³/s
14,4 l/(s km²)
6670 m³/s
11.300 m³/s
Abfluss (Summe der Mündungen):
An der Stromteilung:
ca. 2300 m³/s[5]
MQ
2900 m³/s
Linke Nebenflüsse siehe Kapitel Nebenflüsse
Rechte Nebenflüsse siehe Kapitel Nebenflüsse
Durchflossene Seen Bodensee
Großstädte siehe Kapitel Siedlungen
Einwohner im Einzugsgebiet rund 58 Millionen
Schiffbar 883 km (Großes Rheinschiff)

Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_aus

Der Rhein (französisch Rhin, italienisch Reno, rätoromanisch Rain, niederländisch Rijn, lateinisch Rhenus, englisch Rhine, spanisch Rin) ist ein Strom im mittleren Europa. Das Quellgebiet des Rheins liegt überwiegend im Schweizer Kanton Graubünden, seine Mündungsarme erreichen in den Niederlanden die Nordsee. Das in Mittel- und Westeuropa gelegene Einzugsgebiet hat Anteil an neun Staaten, wobei der größte Anteil in Deutschland liegt. Die größten zum Rhein-Fluss-System gehörenden Flüsse sind die Aare, der Neckar, der Main, die Mosel und die Maas. Der Rhein ist der wasserreichste Nordseezufluss und eine der verkehrsreichsten Wasserstraßen der Welt.

Allgemeines[Bearbeiten]

Grunddaten[Bearbeiten]

Karte europäischer Einzugsgebiete
Einzugsgebiet des Rheins

Der Rhein hat eine Gesamtlänge von 1238,8 km,[1] davon sind 883 km für die Großschifffahrt nutzbar. Die mittlere Abflussmenge kurz vor der Verzweigung der Mündungsarme beträgt rund 2300 m³/s. Die höchste dort je gemessene Abflussmenge betrug 12.000 m³/s (1926), die niedrigste 600 m³/s (1947). Das Flusssystem insgesamt führt der Nordsee im Mittel rund 2900 m³/s zu. Das Einzugsgebiet des Rheins umfasst 218.300 km²[6] (ohne die Maas: 185.300 km²[2]). Die administrativ definierte Flussgebietseinheit Rhein, die auch angrenzende Teile der Küste und der küstennahen Nordsee umfasst, wird mit 198.735 km² angegeben (das Maasgebiet ist eine eigene Flussgebietseinheit). Die Gewässerkennzahl des Rheins in Deutschland ist 2. Der Rhein ist – mit der Maas – der größte Fluss nordwestlich der europäischen Hauptwasserscheide.

Flusssystem und Einzugsgebiet[Bearbeiten]

Hauptartikel: Flusssystem des Rheins

Der Rhein ist die Hauptsammelader eines Flusssystems, das mit einem unregelmäßigen Verlaufmuster voller abrupter Richtungswechsel seine bis heute bewegte, mit der Heraushebung der Alpen verknüpfte Entstehungsgeschichte erkennen lässt, und das sich zur Mündung hin in komplizierter Weise verzweigt.

Der Rhein durchfließt in generell nordnordwestlicher Richtung sehr unterschiedliche Naturräume wie die Alpen, das nördliche Alpenvorland, den Oberrheingraben, die Mittelgebirgsschwelle und das niederrheinische Tiefland. Sein Lauf wird nach diesen Landschaften in Teilabschnitte gegliedert, die sich voneinander sehr unterscheiden. Das Quellgebiet des Rheins liegt im Übergangsbereich von den West- zu den Ostalpen. Etwas westlich davon liegt am Fuß der höchsten Erhebung des Einzugsgebietes, des Finsteraarhorns (4.274 m), das Quellgebiet der Aare. Sie ist am Zusammenfluss mit dem Rhein der größere Fluss und gehört damit zur Hauptabflusslinie des Flusssystems. Das Einzugsgebiet des Rheins ist im oberen, südlichen Drittel durch die Nachbargebiete von Rhone und Donau markant eingeschnürt. Besonders zu Lasten dieser Ströme hat sich das Rheingebiet im Laufe der letzten drei Millionen Jahre vergrößert. Südlich davon erreicht der Rhein bereits gut ein Drittel seiner gesamten Wasserführung durch die hohen Abflüsse aus den Alpen. Aber auch Schwarzwald und Vogesen steuern später große Teile bei. Gut 150 Kilometer oberhalb der Mündung in die Nordsee beginnt der Strom, sich zu verzweigen. Die IJssel verlässt dabei das westwärts gerichtete Geflecht der Stromrinnen nach Norden. Dieser Wasserverlust wird stromabwärts durch die von Süden einmündende Maas in etwa ausgeglichen.

Das Einzugsgebiet des Rheins grenzt (von Westen im Uhrzeigersinn) an jene der Ströme Seine, Schelde, Ems, Weser und Elbe (alle Nordsee), Donau (Schwarzes Meer) sowie Po und Rhone (beide Mittelmeer). Anteile an seiner Fläche von 218.300 km² (100 %) haben die Anrainerstaaten Schweiz (12,7 %), Österreich (1,1 %), Deutschland (50,2 %) und Niederlande (13,4 %). In Liechtenstein (0,1 %) ist er westlicher und in Frankreich (14,3 %) östlicher Grenzfluss. Sein Einzugsgebiet umfasst Teile Belgiens (6,7 %) und Italiens (<0,1 %), sowie ganz Luxemburg (1,2 %). Es entwässert je rund 70 % der Schweiz und der Niederlande.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name „Rhein“ geht möglicherweise auf die indogermanische Wortwurzel H1reiH- für „fließen“ zurück. Aus dieser Wurzel entstanden u. a. auch das deutsche Verb rinnen, das altgriechische Verb ῥέω (fließen), das lateinische rivus (Fluss) – daraus dann spanisch rio und englisch river. Die Kelten nannten den Fluss Rhenos, die Römer Rhenus. In der Antike wurde der Fluss zudem als Rhenus Pater („Vater Rhein“) verehrt. Möglicherweise wurde der Name zuerst von der vorrömischen Bevölkerung im Quellgebiet des Rheines benutzt und dann von Kelten und Römern übernommen. Der Name könnte aber auch von den Kelten selbst eingeführt worden sein.

Der Name des Rheins in den romanischen und germanischen Sprachformen seines Einzugsgebiets lautet: rätoromanisch Rein, alemannisch Rhy, französisch Rhin, vorderpfälzisch Rhoi, südpfälzisch Rhei, lëtzebuergesch (luxemburgisch) Rhäin, ripuarisch Rhing, niederländisch, niederdeutsch Rijn, friesisch Ryn.

Im Quellgebiet enthalten zahlreiche größere und kleinere Quellflüsse den Namensteil Rhein oder Entsprechungen in verschiedenen bündnerromanischen Idiomen wie Rein oder Ragn. Beispiele:

Abschnitte[Bearbeiten]

Man untergliedert den Lauf des Rheins in den Bereich der Quellflüsse, den Alpenrhein, den aus Obersee, Seerhein und Untersee bestehenden Bodensee, den Hochrhein, den Oberrhein, den Mittelrhein, den Niederrhein und das Rhein-Maas-Delta.

Quellflüsse[Bearbeiten]

Quellflüsse, Alpenrhein und Bodensee
Der Tomasee im Tal des Vorderrheins, Blick talabwärts nach Nordosten
Der Abfluss aus dem Tomasee gilt traditionell als die Rheinquelle

Der Rhein führt seinen Namen ohne unterscheidende Zusätze erst ab dem Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein bei Tamins-Reichenau. Oberhalb dieses Punktes liegt das weitverzweigte Einzugsgebiet der Quellflüsse des Rheins. Es gehört fast ausschließlich zum schweizerischen Kanton Graubünden und reicht vom Gotthardmassiv im Westen über je ein im Tessin und in Italien liegendes Tal im Süden bis zum Flüelapass im Osten.

Die Quellen des Rheins[Bearbeiten]

Traditionell gilt der Tomasee nahe dem Oberalppass im Gotthardgebiet als Quelle des Vorderrheins und des Rheins insgesamt. Der Hinterrhein entspringt im Hochtal des Rheinwalds unter dem Rheinwaldhorn.[7]

Hauptartikel: Rheinquelle

Die Quelle des Hauptfließwegs, welcher sich bei jeder Mündung über die jeweilige größere Wassermenge ergibt, liegt jedoch woanders, nämlich im Osten des Hinterrhein-Gebietes im Dischmatal.[8] Der absolut längste Quellast, der Rein da Medel, entspringt im Süden des Vorderrhein-Gebietes gar auf Tessiner Kantonsgebiet.

Der Vorderrhein in der Schlucht Ruinaulta
Der Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein zum nach links hinten abfließenden Alpenrhein bei Reichenau GR

Hinterrhein[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hinterrhein

Der Hinterrhein fließt zunächst ostnordöstlich, dann nach Norden. Er durchfließt die drei Talkammern Rheinwald, Val Schons und Domleschg-Heinzenberg. Dazwischen liegen die Schluchtlandschaften Roffla und Viamala. Seine Quellbäche liegen in den Adula-Alpen (Rheinwaldhorn, Rheinquellhorn, Güferhorn).

Von Süden mündet der Averser Rhein ein, dessen Quellgebiet mit dem Reno di Lei (gestaut im Lago di Lei) teilweise auf italienischem Gebiet liegt. Bei Sils mündet aus Osten die dem Hinterrhein mindestens ebenbürtige Albula aus der Region des gleichnamigen Passes. Die Albula bezieht ihr Wasser vor allem vom Landwasser mit dem Dischmabach als größtem Quellbach, aber auch vom ebenfalls bedeutenden, vom Julierpass herabkommenden Nebenfluss Julia (Gelgia).

Vorderrhein[Bearbeiten]

Hauptartikel: Vorderrhein

Der Vorderrhein entsteht aus zahlreichen Quellbächen in der obersten Surselva und fließt in ostnordöstlicher Richtung. Eine Quelle ist der Lai da Tuma (Tomasee) (2345 m[9]) mit dem ihn durchfließenden Rein da Tuma, welcher üblicherweise als Rheinquelle angegeben wird.

Ihm fließen von Süden teils längere, teils ebenbürtige Nebenflüsse zu wie der Reno di Medel, der Rein da Maighels und der Rein da Curnera. Die vom Reno di Medel entwässerte tessinische Val Cadlimo quert von Süden her den geomorphologischen Alpenhauptkamm.[10] Alle Zuflüsse im Quellgebiet werden teilweise, mitunter restlos, gefasst und über Speicherseen den örtlichen Wasserkraftwerken zugeleitet. In seinem Unterlauf durchströmt der Vorderrhein die Ruinaulta genannte Schlucht durch die Flimser Bergsturzmassen.

Alpenrhein[Bearbeiten]

Alpenrhein bei Fläsch, kurz bevor er zum Grenzfluss zu Liechtenstein wird
Alpenrheindelta am Bodensee
Hauptartikel: Alpenrhein

Bei Tamins-Reichenau vereinigen sich Vorder- und Hinterrhein zum Alpenrhein. Auf kaum 86 Kilometern Länge fällt er von 599 auf 396 Meter Höhe. Der Rhein knickt zunächst bei Chur, der Hauptstadt Graubündens, markant nach Norden ab. Das Rheintal ist ein glazial geprägtes, breit ausgeräumtes, alpines Kastental. Bei Sargans verhindert nur eine wenige Meter hohe Landstufe, dass der Rhein durch das offene Seeztal durch Walensee und Zürichsee in Richtung Aare fließt. Unterhalb davon ist sein Westufer schweizerisch, im Osten grenzen Liechtenstein und dann Österreich an.

Der Rhein mit seinem von hohem Schwebfrachtgehalt hellen Wasser hat den anfangs weit in die Alpen reichenden Bodensee bereits großenteils mit Sedimenten aufgefüllt. Mit einer Rheinregulierung mit Durchstichen bei Diepoldsau und Fußach steuerte man den Überschwemmungen und der starken Sedimentation im westlichen Rheindelta entgegen. Hierdurch musste auch die Dornbirner Ach parallel zum kanalartig ausgebauten Rhein in den Bodensee geleitet werden. Der abgeschnittene Alte Rhein verlief zunächst in einer Sumpflandschaft, wurde aber später unterhalb von Rheineck kanalisiert und schiffbar gemacht.

Der Rhein transportiert pro Jahr bis zu 3 Millionen Kubikmeter Feststoffe in den Bodensee.[11] Das in den Bodensee hineinwachsende Rheindelta (Binnendelta) ist zwischen dem Alten Rhein im Westen und dem unteren Rheindurchstich im Osten großenteils Natur- und Vogelschutzgebiet und umfasst die österreichischen Ortschaften Gaißau, Höchst und Fußach. Der natürliche Rhein verzweigte sich einst in mindestens zwei Hauptarme. Durch sich ablagerndes Geschiebe entstanden viele kleine Inseln (in bodenseealemannischer Mundart «Isel», vgl. Flurname Esel). Im Mündungsbereich ist ein permanenter Kiesabbau mit Schwimmbaggern nötig, um die Sedimentation zu steuern. Die großen Sedimentfrachten gelten auch als Folge der umfangreichen Meliorationen flussaufwärts.

Bodensee[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bodensee

Obersee[Bearbeiten]

Hauptartikel: Obersee (Bodensee)

Im Bodensee bildet das milchige, kältere und damit schwerere Rheinwasser zunächst einen kompakten Strom an der Oberfläche des grau-grünen Seewassers, fällt dann aber unvermittelt am Rheinbrech zum Seeboden ab. Die Strömung drängt erst wieder auf der anderen, nördlichen Seite vor der Insel Lindau an die Oberfläche und folgt, oft deutlich sichtbar, dem deutschen Ufer bis etwa Hagnau am Bodensee. Ein kleiner Teil der Strömung zweigt vor der Insel Mainau in den Überlinger See ab. Die Hauptströmung wird im Konstanzer Trichter von der Rheinrinne aufgenommen und zum Abfluss geleitet.

Anliegerstaaten des Obersees sind die Schweiz im Süden, Österreich im Südosten sowie Deutschland mit Bayern im Nordosten und Baden-Württemberg im Norden und im Nordwesten.

Seerhein[Bearbeiten]

Der Seerhein in Konstanz
Hauptartikel: Seerhein

Der nur vier Kilometer lange Fluss Seerhein verbindet den Obersee mit dem etwa 30 cm tiefer gelegenen Untersee. Am Beginn des Seerheins, in der Mitte der alten Konstanzer Rheinbrücke, beginnt die Kilometrierung des Rheins (vgl. Kapitel Kilometrierung). Der Seerhein entstand in den letzten Jahrtausenden gegen Ende einer erosionsbedingten Absenkung des Seespiegels um etwa zehn Meter, während derer auch die Insel Reichenau entstand. Zuvor waren Obersee und Untersee, wie es der übergreifende Name Bodensee heute nur suggeriert, ein zusammenhängender See.

Untersee[Bearbeiten]

Hauptartikel: Untersee (Bodensee)

Wie im Obersee lässt sich im Untersee die Rheinströmung verfolgen, auch hier vermischt sie sich nur wenig mit dem ruhenden Wasser. Die nördlichen Teile des Untersees (Zeller See und Gnadensee) bleiben von der Durchströmung nahezu unberührt. Der südliche von der Rheinströmung durchzogene Teil wird vereinzelt auch Rheinsee genannt. In den Untersee fließen über die Radolfzeller Aach größere Wassermengen aus dem Donausystem.

Seerhein und Untersee bilden die Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland; Ausnahmen sind das Stadtzentrum von Konstanz, das südlich des Seerheins liegt, und, nahe dem Ausfluss zum Hochrhein, das Stadtzentrum der Schweizer Stadt Stein am Nordufer.

Hochrhein[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hochrhein
Der Hochrhein
Der Rheinfall bei Schaffhausen (Schweiz)
Neues Wasserkraftwerk Rheinfelden und Rheinverlauf ostwärts gesehen

Bei Stein am Rhein am Westende des Untersees beginnt der Hochrhein. Er fließt im Gegensatz zu Alpenrhein und Oberrhein vor allem nach Westen und fällt dabei von 395 m auf 252 m.

Der Hochrhein bildet nun bis Eglisau zwischen den Schweizerischen Gebieten von Stein am Rhein, Schaffhausen und dem Zürcher Rafzerfeld zu einem Teil und ab Eglisau bis zum Kanton Basel Stadt auf der ganzen Länge die Grenze zwischen der Schweiz im Süden und Deutschland im Norden.

Unterhalb von Schaffhausen liegt der Rheinfall, er ist bei einer mittleren Wasserführung von 373 m³/s (mittlerer Sommerabfluss circa 700 m³/s) hinter dem Dettifoss in Island der zweitgrößte Wasserfall Europas nach dem Kriterium der Fallenergie. Das Bild des Hochrheins wird durch zahlreiche Staustufen geprägt. Auf den wenigen verbliebenen natürlichen Abschnitten gibt es jedoch noch mehrere Laufen genannte Stromschnellen. Beim aargauischen Koblenz mündet von Süden die Aare, welche zwar kürzer als der Rhein ist, aber mit einem durchschnittlichen Abfluss von 560 m³/s[12] deutlich wasserreicher als der Rhein mit 439 m³/s, und damit der hydrologische Hauptstrang des gesamten Flusssystems. Bei Rheinfelden erreicht der Rhein im St. Anna-Loch eine Tiefe von 32 m.

Oberrhein[Bearbeiten]

Hauptartikel: Oberrhein
Oberrhein (vorne) und Rheinseitenkanal (hinten) bei Breisach am Rhein
Blick stromab von Mainz über das Mainzer Becken bei Eltville und Erbach bis Bingen

Im Zentrum von Basel, der ersten Großstadt am Laufe des Stroms, liegt das „Rheinknie“; hier endet der Hochrhein. Offiziell gilt die Mittlere Brücke als Grenze zwischen Hoch- und Oberrhein. Der Fluss fließt nun als Oberrhein nach Norden durch die etwa 300 km lange und bis zu 40 km breite Oberrheinische Tiefebene, seine Höhe fällt dabei von 252 m auf 76 m. Die wichtigsten Nebenflüsse in diesem Bereich sind von links die Ill unterhalb von Straßburg, von rechts der Neckar in Mannheim und der Main gegenüber von Mainz. Bei Mainz verlässt der Rhein den Oberrheingraben und durchfließt das Mainzer Becken. Der Abschnitt des Oberrheins von Mainz abwärts durch den Rheingau ist auch als Inselrhein bekannt. In diesem mit bis zu 900 Metern breitesten Flussabschnitt liegen die als Rheinauen bekannten Flussinseln.

Die Südhälfte des Oberrheins bildet die Staatsgrenze zwischen Frankreich (Elsass) und Deutschland (Baden-Württemberg). Die Nordhälfte bildet die Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz im Westen einerseits und Baden-Württemberg und Hessen andererseits im Osten und Norden. Eine Kuriosität dieses Grenzverlaufs sind die seit 1945 zu Hessen gehörenden, sogenannten rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz.

Das Oberrheintal war bereits in Antike und Mittelalter eine bedeutende Kulturlandschaft Europas. Heute ist der Oberrhein Standort zahlreicher wichtiger Industrie- und Dienstleistungsbetriebe mit den Zentren Basel, Straßburg und Mannheim-Ludwigshafen. Mit Straßburg, dem Sitz des Europäischen Parlaments, liegt eine der drei europäischen Hauptstädte am Oberrhein.

Die Oberrheinlandschaft hat sich durch die Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert stark verändert. Wegen der Erhöhung der Fließgeschwindigkeit fiel der Grundwasserspiegel beträchtlich, wodurch Seitenarme trockenfielen und der Flussauen-Urwald stark zurückging. In Frankreich wurde der für die Rheinschifffahrt wichtige Rheinseitenkanal angelegt, der den überwiegenden Teil des Flusswassers mit sich führt. Mancherorts finden sich größere Ausgleichsbecken, so das riesige Bassin de compensation de Plobsheim im Elsass.

Mittelrhein[Bearbeiten]

Übergang vom Mittel- in den Niederrhein hinter dem Siebengebirge bei Bonn
Hauptartikel: Mittelrhein

Bei Bingen endet das Mainzer Becken, am Binger Loch tritt der Fluss bei Mittelwasser auf 77,4 m Meereshöhe als Mittelrhein ins Rheinische Schiefergebirge ein und wird es auf 50 m wieder verlassen. Linksrheinisch grenzen hier die Gebirgszüge von Hunsrück und Eifel an, rechtsrheinisch Taunus und Westerwald. Die charakteristische, enge Talform entstand erdgeschichtlich durch Tiefenerosion des Flusses in eine sich hebende Scholle (antezedentes Durchbruchstal). Die größten Nebenflüsse des Mittelrheins sind Lahn und Mosel, die bei Koblenz von rechts und links münden. Fast über die ganze Länge des Mittelrheins verläuft der Fluss im Bundesland Rheinland-Pfalz.

Rheinschleife bei Boppard

Am Mittelrhein dominieren wirtschaftlich Weinbau und Tourismus. Der Talbereich zwischen Rüdesheim und Koblenz zählt zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Bei Sankt Goarshausen umfließt der Rhein den berühmten Loreleyfelsen, wo er eine Tiefe von 25 Metern erreicht. Mit seinen hochrangigen Baudenkmälern, den rebenbesetzten Hängen, seinen auf schmalen Uferleisten zusammengedrängten Siedlungen und den auf Felsvorsprüngen aufgereihten Höhenburgen gilt das Mittelrheintal als Inbegriff der Rheinromantik.

Niederrhein[Bearbeiten]

Niedrigwasser in Düsseldorf, Rheinkilometer 745
Der Niederrhein bei Emmerich

Bei Bonn geht der Mittelrhein mit dem durch das Siebengebirge markierten Eintritt in das Norddeutsche Tiefland und der Mündung der Sieg in den Niederrhein über. Der Niederrhein liegt in einer Höhe zwischen 50 m und 12 m. Wichtigste Nebenflüsse sind Ruhr und Lippe. Wie schon dem Oberrhein, so wurde auch dem mäandrierenden Niederrhein wasserbaulich ein festes Flussbett geschaffen. Weil die Deiche hier weiter zurückliegen, hat der Niederrhein aber bei Hochwasser mehr Ausdehnungsfläche als der Oberrhein.

Der Niederrhein liegt vollständig in Nordrhein-Westfalen. Seine Ufer sind meist stark besiedelt und industrialisiert, besonders in den Agglomerationen Köln, Düsseldorf und Ruhrgebiet. Hier durchfließt der Niederrhein den größten Ballungsraum Deutschlands, die Metropolregion Rhein-Ruhr. Wichtigste Hafenstadt ist Duisburg mit dem größten Binnenhafen Europas (Duisburg-Ruhrorter Häfen). Stromabwärts von Duisburg ist die Region eher agrarisch geprägt. 30 Kilometer flussabwärts zweigt bei Wesel die zweite West-Ost-Schifffahrtsverbindung, der parallel zur Lippe verlaufende Wesel-Datteln-Kanal ab. Zwischen Emmerich und Kleve spannt sich die längste Hängebrücke Deutschlands über den an dieser Stelle mehr als 400 Meter breiten Strom. Bei Krefeld-Uerdingen quert die Uerdinger Linie den Rhein, eine Sprachgrenze, die die niederfränkischen Dialekte von den mittelfränkischen trennt. Hinter Emmerich am Rhein und Kleve fließt der Rhein über die deutsche Staatsgrenze in die Niederlande.

Deltarhein[Bearbeiten]

Hauptartikel: Rhein-Maas-Delta

An der niederländisch-deutschen Staatsgrenze beginnt mit der Rheinteilung das Rhein-Maas-Delta, die bedeutendste naturräumliche Einheit der Niederlande, und damit der Deltarhein.[13] Weil der rheinische Zufluss überwiegt, ist auch die kürzere Bezeichnung Rheindelta (Rijndelta) gebräuchlich, das dann aber vom Binnendelta des Rheins am Bodensee zu unterscheiden ist, aber auch die längere Rhein-Maas-Schelde-Delta, weil die Scheldemündung mit dem Delta eng verknüpft ist.

Die zentralen und nördlichen Teile des Rhein-Maas-Deltas

Bestimmend für die Gestalt des Rheindeltas sind die Rheinteilung bei Millingen in Waal (zwei Drittel des mittleren Abflusses) und Nederrijn, und als zweite und echte Bifurkation der Abzweig der (Gelderschen) Issel (niederländisch: IJssel) vom Nederrijn bei Arnheim. So entstehen drei Hauptstromverläufe, die jedoch auf Grund der vielen Laufänderungen in historischer Zeit keine durchgehenden Benennungen tragen:

Wasserverteilung im Rhein-Maas-Delta: 10-Jahres-Mittel und Steuerung nach Zuflussmengen
  • Der größte und südliche Hauptarm wird vom Stromverlauf Waal – Boven (Obere) MerwedeNieuwe MerwedeHaringvliet gebildet. Von ihm zweigt als wichtigster Schifffahrtsweg die Gewässerfolge Beneden (Untere) Merwede – NoordNeue MaasNeuer Wasserweg ab. Ihr folgt auch die Stromkilometrierung. Von der unteren Merwede zweigt wiederum die Alte Maas ab, die in Rotterdam wieder mit der Neuen Maas zusammentrifft und den Neuen Wasserweg bildet.
  • Der mittlere Arm wird durch Nederrijn und Lek gebildet. Er bildet dann mit dem nahezu gleich großen Noord die Neue Maas (s.o.)
  • Den nördlichsten Arm stellt die (Geldersche) Issel dar, die das IJsselmeer erreicht, welches wiederum über Schleusen in die Nordsee abfließt.
Verlegung der Maasmündung 1904: hellblau alter Verlauf, dunkelblau heutiger Verlauf

Bis zur Elisabethenflut 1421 floss die Maas etwas südlich der heutigen Linie Merwede – Oude Maas Richtung Nordsee und bildete mit Waal und Lek einen gemeinsamen, archipelartigen Mündungsbereich, dessen damaliger Zustand wegen zahlreicher Meeresbuchten, ästuarartig erweiterter Flussläufe, vieler Inseln sowie beständiger Küstenveränderungen heute schwer fassbar ist. Die Maas mündete später bis 1904 weiter flussaufwärts bei Gorinchem in die Waal. Aus Hochwasserschutzgründen trennte man dann die Maas vom Rhein durch eine Schleuse („Abgedämmte Maas“) und grub einen neuen Abfluss für sie, bestehend aus Bergse Maas und Amer. Seit dem Bau des Haringvlietdammes 1970 fließt sie wieder zusammen mit dem Rhein ins Meer, bei hohen Wasserständen des Rheins überwiegend durch die Schleusen des Haringvlietdammes, bei Niedrigwasser überwiegend über den Nieuwe Waterweg bei Rotterdam.[14]

Der Mündungsbereich im Nordwesten, auf Höhe der hier unterbrochenen Dünenketten, wird bereits seit der Antike als Maasmündung (Maasmond) bezeichnet. Dies erklärt auch die verwirrende Verwendung des Namens Maas für heute unzweifelhaft rheinische Unterläufe.

Geschlossenes Maeslant-Sturmflutwehr am Nieuwe Waterweg

Die Hydrographie des heutigen Deltas ist geprägt von den Delta-Hauptarmen, weiteren Stromarmen (Holländische Issel, Linge, Vecht u. a.) sowie kleineren Flüssen und Bächen. Viele Fließgewässer wurden stillgelegt („abgedämmt“) und dienen jetzt wie die zahlreich angelegten Kanäle zur Entwässerung von Poldern. Der Bau der Deltawerke veränderte das Delta in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts grundlegend. Gegenwärtig fließt an fünf Stellen Rheinwasser ins Meer; die Hauptwassermengen am Haringvlietdamm und unterhalb von Rotterdam (Hoek van Holland), die kleinere Ijssel und ihre Nebenflüsse durch Schleusen in Amsterdam und im Abschlussdeich.

Das Rhein-Maas-Delta ist ein Gezeitendelta, denn nicht nur die Sedimentation der Flüsse, sondern auch die der Gezeitenströme bestimmten seine Gestalt. Dies bedeutete im Falle von Sturmfluten höchste Gefahr, weil solche Hochwasser wegen starker Gezeitenströme riesige Landflächen in die See reißen konnten. Vor dem Bau der Deltawerke war der Gezeiteneinfluss bis nach Nijmegen spürbar, selbst heute noch, nach den Regulierungsmaßnahmen der Deltawerke zur Sturmflutsicherung, wirken Ebbe und Flut bis weit ins Landesinnere.

Während der Weichsel-Kaltzeit war so viel Wasser als Eis in den Polkappen gebunden, dass der Meeresspiegel etwa 100 m tiefer als heute lag und die südliche Nordsee trocken lag. Zu dieser Zeit war die Mündung des Rheins nach Norden bis zur Doggerbank verschoben, und die Themse war ein Nebenfluss des Rheins.[15]

Geologie[Bearbeiten]

Die ersten Anfänge des Rheins (Ur-Rhein) lassen sich bis ins mittlere Miozän vor rund 15 Millionen Jahren zurückverfolgen.[16] Das Quellgebiet des Urrheins wird im Bereich des Kaiserstuhlmassivs vermutet. Der Urrhein hatte teilweise ein anderes Flussbett als heute. Er floss ab etwa Worms über die Gegend von Alzey mitten durch Rheinhessen und auf die Binger Pforte zu. Die Gegend um Oppenheim und Mainz ließ er dabei rechts liegen.

Geologische und geomorphologische Vorgänge haben die Talverläufe und -formen des Rheins geprägt. So floss der Rhein in frühen Erdzeitaltern in Mäandern auf breitem und flachem Talgrund, der heute noch auf den Rheinhöhen zu erahnen und durch Rheinschotter nachzuweisen ist. Senkungen wie die Kölner Bucht bewirkten, dass der Rhein ins Mittelgebirgsvorland Sand und Schotter ablagerte und Hebungen wie im Rheinischen Schiefergebirge, dass er sich in Zwangsmäandern eintiefte. Da die Landschaft sich in Schüben hob, bildete er bei Stillstand jeweils einen breiten Talboden aus, in den er sich bei der nächsten Hebung wiederum einschnitt. Flussterrassen in gleicher Höhe beiderseits des Flusses zeigen heute diese verschiedenen Hebungsphasen an. Die jüngste und niedrigste der Terrassen ist die Inselterrasse im Flusslauf selbst. Im Schotterfächer des Rheins ab der Kölner Bucht unterscheidet man Niederterrasse, Mittelterrasse und Rheinische Hauptterrasse. Außer der Tektonik wirkten bei deren Bildung auch die Unterschiede im Wasserabfluss zwischen den Kalt- und Warmzeiten der Eiszeit entscheidend mit.

Der Rhein war mehrfach von Zufluss durch Lava aus der Eifel betroffen. Auch heute noch treten im Flussbett des Rheins im Bereich des Neuwieder Beckens Gasblasen (Mofetten) empor, ähnlich wie dies auch im Laacher See zu beobachten ist, was von Vulkanologen auf vulkanische Aktivitäten unterhalb des Rheins zurückgeführt wird.

Inseln[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Rheininseln

Die Rheininseln werden je nach geographischer Lage oder Sprachgebrauch als Wörth, Werth/Werd (vgl. Insel Werd im Untersee), Aue oder einfach als Insel bezeichnet. Einige Inseln sind, bedingt durch Strombaumaßnahmen, keine Inseln im wörtlichen Sinne mehr, werden aber immer noch so bezeichnet. In den meisten von der Großschifffahrt nicht mehr befahrbaren Stromarmen sind Yachthäfen entstanden. Im Ober- und Niederrhein sind wegen der Rheinbegradigung keine Inseln mehr in der Strommitte vorhanden, d. h. sie liegen in Ufernähe rechts- oder linksseitig.

Klima[Bearbeiten]

Hochwasser[Bearbeiten]

Rheinhochwasser in Köln im Jahr 1970
Hochwassermarken am alten Kranhaus in Koblenz

Am Oberrhein haben die Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz einige Hochwasserschutzpolder eingerichtet, um Hochwasserspitzen abfangen zu können. Der Polder Ingelheim wurde erstmals am 16. Januar 2011 geflutet.

Liste der Rheinhochwasser
Datum Pegelstände0 Weiteres
0Maxau0 Mainz Köln
Mittelwert
Wasserstand (MW)
516 cm 301 cm 0321 cm
Rheinhochwasser 2013 Juni 2013 870 cm 682 cm 0765 cm
Rheinhochwasser 2011 Januar 2011 736 cm 649 cm 0891 cm
Rheinhochwasser 2007 August 2007 858 cm 533 cm
Rheinhochwasser 2002 Mai 2002 750 cm 632 cm
Rheinhochwasser 1999 Mai 1999 884 cm 672 cm höchstes bisher gemessenes
Hochwasser am Oberrhein
Rheinhochwasser 1995 Januar 1995 845 cm 703 cm 1069 cm[17]
Rheinhochwasser 1994 Mai 1994 834 cm 506 cm
Rheinhochwasser 1993 Dezember 1993 749 cm 677 cm 1063 cm[18]
Rheinhochwasser 1991 Dezember 1991 823 cm 534 cm
Rheinhochwasser 1990 Februar 1990 855 cm 630 cm 0863 cm
Rheinhochwasser 1988 März 1988 845 cm 770 cm 0995 cm
Rheinhochwasser 1987 Juni 1987 823 cm 704 cm
Rheinhochwasser 1983 Mai 1983 859 cm 704 cm 0996 cm
Rheinhochwasser 1983 April 1983 847 cm 706 cm 0984 cm
Rheinhochwasser 1980 Februar 1980 841 cm 685 cm 0931 cm
Rheinhochwasser 1978 Mai 1978 847 cm 0764 cm
Rheinhochwasser 1970 Februar 1970 737 cm 0987 cm[19]
Rheinhochwasser 1955 Januar 1955 0694 cm
Rheinhochwasser 1926 Januar 1926 1069 cm[20]
Rheinhochwasser 1882 Dezember 1882 1052 cm
Rheinhochwasser 1882 November 1882 795 cm[21] höchstes bisher gemessenes
Hochwasser in Mainz
Rheinhochwasser 1833 Januar 1833 793 cm 0994 cm
1816 Überschwemmungen am Niederrhein,[22]
was im Folgejahr zu einer Hungersnot führte
Rheinhochwasser 1784 27. Februar 1784 1384 cm[23] mit Eisstau
Rheinhochwasser 1374 1152 cm[24]

Niedrigwasser[Bearbeiten]

Extremes Niedrigwasser in Bonn (November 2011)
  • November 2011, Pegelstand in Koblenz am 28. November: 0,38 m,[25] in Kaub am 30. November: 0,47 m
  • April/ Mai 2011, 90-jähriger Mai-Tiefststand (Köln): 1,25 m,[26] historischer Tiefststand in Düsseldorf: 1,07 m[27]
  • Sept./Okt. 2009 (Rhein gesamt), Pegelstand in Koblenz: 0,93 m
  • September 2003 (Rhein gesamt), historischer Tiefststand, Pegelstand in Kaub: 0,35 m; in Mainz 1,24 m;[28] in Köln 0,80 m[26][29]
  • November 1997 (Rhein gesamt), Pegelstand in Koblenz: 0,87 m
  • Oktober 1985 (Rhein gesamt), Pegelstand in Koblenz: 0,72 m
  • Jahrhundertsommer 1976: „Europas große Dürre“, extreme Trockenheit, ausgetrocknetes Land, verdorrte Äcker, niedrige Pegelstände, Vieh muss notgeschlachtet werden, bis 38°[30][31]
  • Dezember 1962 Oberrhein Pegelstand Mainz: 1,17 m
  • November 1947 Oberrhein, Pegelstand in Mainz: 1,10 m.[32]
  • Januar 1947 (Rhein gesamt), Pegelstand in Koblenz: 0,43 m

Das Tiefstwasser im Spätherbst 2011 führte in Koblenz am 4. Dezember zur größten Evakuierung seit dem Zweiten Weltkrieg, weil im Rhein unter anderem eine britische 1,8-Tonnen-Luftmine aufgetaucht war und entschärft wurde.[33]

Eine alljährlich wiederkehrende meteorologische Erscheinung, die in der zweiten Novemberhälfte vermehrt Regenwetterlagen hervorruft, ändert den Wasserstand regelmäßig deutlich. Diese Erscheinung wird auch Adventswasser genannt.

Eisbildung[Bearbeiten]

Eisgang bei Bacharach 1929

In der Vergangenheit fror der Rhein immer wieder ganz oder teilweise zu (Eisgang). Im Winter 1783/84 mit anschließendem Temperatursturz führte dies zu gewaltigen Katastrophen (s.o.Hochwasser). Im Jahr 1929 war der Fluss fast auf seiner gesamten Länge zugefroren. Der Wiesbadener Filmpionier Georg Dengel hielt dieses Naturschauspiel mit seinem Dokumentarfilm Der Rhein in Eisfesseln[34] fest. 1947 zerstörte Treibeis in Neuwied die hölzerne Behelfsbrücke. 1954 stellte sich das Eis von Oberwesel bis Mainz. Im Februar 1956 staute sich das Eis von der Loreley über Bingen hinaus auf einer Strecke von 40 km.[35] Im Winter 1962/63 war der Rhein das letzte Mal streckenweise zugefroren. An der Loreley staute sich das Eis so stark, dass keine Eisbrecher mehr durchkamen, es wurde gesprengt. Auf der Waal waren oberhalb Zaltbommel mehrere Schiffe mitten im Strom festgefahren. Da die Niederländer fürchteten, dass beim Losbrechen des Eisstaus die Schiffe die Brücke von Zaltbommel zum Einsturz bringen könnten, sollten die Schiffe gesprengt werden. Sozusagen im letzten Moment konnten Eisbrecher die Schiffe befreien. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden diese Ereignisse durch die zunehmende Einleitung von Abwässern und der Abwärme in den Kühlwassern von Wärmekraftwerken immer seltener. In kalten Wintern kommt es wegen der geringeren Strömungsgeschwindigkeit im niederländischen Fahrgebiet manchmal noch zur Eisbildung.

Als es noch keine Kühlschränke gab, wurde das Eis aus dem Rhein in Stroh verpackt in Felsenkellern gelagert und im Sommer verkauft. Auch Kirmesfeste fanden auf dem Rhein statt, und man nutzte die Eisdecke, um mit Fuhrwerken zum anderen Ufer zu gelangen.

Gefährlich werden Eisstaus, wenn die oberhalb liegenden Orte durch Hochwasser gefährdet werden, oder wenn sich das Eis in Bewegung setzt. Dann können Uferbereiche größere Zerstörungen erfahren.

Nebenflüsse[Bearbeiten]

Hauptartikel: Flusssystem des Rheins
Moselmündung am Deutschen Eck in Koblenz

Der Status der Maas als eigenständiger Strom oder als Nebenfluss des Rheins hat mehrfach gewechselt (siehe auch: Rhein-Maas-Delta). Sie ist mit 355 m³/s Abflussmenge und rund 874 km Länge einer der wichtigsten Flüsse des zum Rhein orientierten Gewässersystems. Aus Gründen des Hochwasserschutzes war sie 1904 direkt der Nordsee zugeleitet worden und mündete danach nicht mehr in die Waal, den Hauptarm des Rheindeltas. Seit dem Bau des Haringvlietdammes im Jahre 1970 erreicht sie wieder zusammen mit dem Rhein die Nordsee, je nach Steuerung durch die Deltawerke entweder über die seeartigen Gewässer Hollands Diep und Haringvliet (ehemalige Meeresbuchten), oder aber über den Nieuwe Waterweg bei Rotterdam.

Der wasserreichste und zugleich viertlängste Nebenfluss des Rheins ist die Aare. Diese entwässert große Gebiete der Schweiz und bringt mit einem mittleren Jahresabfluss von 560 m³/s am Zusammenfluss deutlich mehr Wasser ein als der Rhein (470 m³/s) selbst, da kurz vor der Einmündung die beiden großen Alpenflüsse Limmat und Reuss die Aare verstärken. In der Reihe der wasserreichsten Rheinzuflüsse folgen Maas (355 m³/s), Mosel (328 m³/s), Main (225 m³/s) und Neckar (145 m³/s).

Wasserführung der Nebenflüsse über 40 m³/s:

Die nach der Maas längsten Rheinzuflüsse sind die Mosel mit 544 km (mit Moselotte 558 km) und der Main mit 524 km (mit Regnitz 553 km). Eine Fließlänge über 200 Kilometer weisen ferner Neckar, Aare, Lippe, Lahn, Ruhr und die elsässische Ill auf.

Fließlängen der Nebenflüsse über 200 km:

In der Tabelle sind alle Nebenflüsse mit mindestens 60 Kilometer gesamter Fließlänge oder einer Wasserführung von mindestens 20 m³/s aufgeführt. Zusätzlich zu erwähnen ist die 32 Kilometer lange, in den Untersee mündende Radolfzeller Aach, da sie Wasser aus der Donauversickerung aufnimmt.

Das Rheinorange markiert die Mündung der Ruhr bei Rheinkilometer 780
Rhein-Km R/L Nebenfluss Länge in km Einzugsgebiet in km² mittlerer Abfluss in m³/s Flussabschnitt
* R Landquart 51 616 25 Alpenrhein
* R Ill (Vorarlberg) 76 1281 66 Alpenrhein
* R Bregenzer Ach 70 835 46 Obersee
* R Argen 94 639 20 Obersee
* R Schussen 62 782 12 Obersee
0065,00 L Thur (Rhein) 135 1696 47 Hochrhein
0100,17 R Wutach 90 1123 16 Hochrhein
0102,20 L Aare 288 17720 560 Hochrhein
0164,49 L Birs 73 922 15 Hochrhein
0253,50 R Elz 90 1481 22 Oberrhein
0298,16 R Kinzig 93 1406 28 Oberrhein
0311,19 L Ill (Elsass) 217 4761 54 Oberrhein
0334,50 L Moder 82 1720 17 Oberrhein
0343,95 L Sauer 70 806 4 Oberrhein
0344,45 R Murg 79 617 18 Oberrhein
0370,00 R Pfinz 60 240 2 Oberrhein
0400,20 L Speyerbach 60 596 3 Oberrhein
0428,20 R Neckar 384 13900 145 Oberrhein
0496,60 R Main 553 27292 225 Oberrhein
0518,70 L Selz 63 389 1 Oberrhein
0529,10 L Nahe 116 4067 30 Oberrhein
0585,70 R Lahn 250 5925 52 Mittelrhein
0592,30 L Mosel 558 28286 328 Mittelrhein
0610,20 R Wied 102 771 12 Mittelrhein
0629,40 L Ahr 89 900 9 Mittelrhein
0659,35 R Sieg 156 2857 53 Niederrhein
0703,30 R Wupper 117 827 17 Niederrhein
0735,50 L Erft 103 1838 16,4 Niederrhein
0780,10 R Ruhr 221 4485 78 Niederrhein
0797,70 R Emscher 84 775 16 Niederrhein
0814,45 R Lippe 268 4888 45 Niederrhein
0925,50 L Maas (1904–1970 eigenständig) 874 34548 355 Delta (Waal, Hollands Diep)
1012,70 L (abzw.) Oude Maas 30 Delta (Nieuwe Maas)
(zur Issel) R Alte Issel 80 1208 9 Delta (IJssel)
(zur Issel) R Berkel 115 849 9 Delta (IJssel)
(zur Issel) R Schipbeek 86 352 4 Delta (IJssel)
(zur Issel) R Vechte 182 5741 50 Delta (IJssel)

* oberhalb Rheinkilometer 0 (Konstanz)

Siedlungen[Bearbeiten]

Großstadtgemeinden[Bearbeiten]

Köln, die größte Stadt am Rhein

An den Ufern des Rheins befinden sich 20 Gemeinden mit 100.000 und mehr Einwohnern. Nicht wenige gingen aus römischen Siedlungen hervor, wie Basel, Straßburg, Mainz, Koblenz, Bonn, Köln, Neuss, Nimwegen, Utrecht und Leiden. Diese gehören zu den wichtigsten Rheinstädten und liegen alle am linken Rheinufer, was mit der Rolle des Rheins als Grenze des Römischen Reiches zusammenhängt. Unter den rechtsrheinischen Großstädten finden sich mit Karlsruhe, Mannheim, Wiesbaden und Düsseldorf auffallend viele jüngere Residenzstädte.

Die größte Rheinstadt mit rund einer Million Einwohnern ist Köln, gefolgt von Rotterdam mit gut 600.000 und Düsseldorf mit knapp 600.000 Einwohnern sowie Duisburg mit knapp 500.000. Über 250.000 Bewohner weisen die Städte Utrecht, Bonn, Karlsruhe, Mannheim, Straßburg und Wiesbaden auf. Orte mit staatlichen Hauptstadtfunktionen sind Chur, Vaduz, Bregenz, Schaffhausen, Basel, Wiesbaden, Mainz und Düsseldorf, früher gehörten auch Karlsruhe und Bonn in diese Liste (beide wurden durch bedeutende Bundeseinrichtungen für diesen Verlust entschädigt). Die Regierungssitze dreier Bundesländer Deutschlands liegen also am Rhein. Die Rheingroßstädte sind zumeist Zentren von weitaus größeren unmittelbar zusammenhängenden Siedlungsgebieten (Agglomerationen), die im nächsten Kapitel behandelt sind.

Rhein-km Großstadtgemeinde Ewz. Rheinabschnitt Ufer des Stadtkerns
167 Basel 172.000 Oberrhein L (Grossbasel)
294 Straßburg 272.000 Oberrhein L (nicht unmittelbar, an der Ill)
359 Karlsruhe 295.000 Oberrhein R (nicht unmittelbar)
425 Mannheim 291.000 Oberrhein R
425 Ludwigshafen 159.000 Oberrhein L
499 Mainz 201.000 Oberrhein L
503 Wiesbaden 271.000 Oberrhein R
591 Koblenz 108.000 Mittelrhein L
655 Bonn 308.000 Mittelrhein L
688 Köln 1.014.000 Niederrhein L
699 Leverkusen 159.000 Niederrhein R
740 Neuss 151.000 Niederrhein L
743 Düsseldorf 590.000 Niederrhein R
762 Krefeld 222.000 Niederrhein L
777 Duisburg 487.000 Niederrhein R
884 Nimwegen 166.000 Delta L (Waal)
1000 Rotterdam 616.000 Delta R (Nieuwe Maas)
(Nederrijn) Arnheim 150.000 Delta R (Nederrijn)
(Oude Rijn) Utrecht 322.000 Delta R (Oude Rijn)
(Oude Rijn) Leiden 120.000 Delta R (Oude Rijn)

Agglomerationen[Bearbeiten]

Der Großraum Düsseldorf am Niederrhein aus dem All gesehen

Am Rhein liegen 17 Agglomerationen mit mehr als 100.000 Einwohnern. (Unter Agglomeration soll hier eine zusammenhängende Siedlungsfläche verstanden werden, die von staatlichen oder kommunalen Grenzen durchschnitten ist.) Die drei größten Agglomerationen und mit mehr als einer Million Einwohnern sind das Ruhrgebiet, Köln und Mannheim. Über 500.000 Bewohner weisen mit Bonn, Düsseldorf, Rotterdam, Mainz-Wiesbaden, Basel und Karlsruhe weitere sechs Agglomerationen auf. Die von Straßburg, Utrecht und Koblenz haben über 200.000 Einwohner. Abgesehen vom Ruhrgebiet handelt es sich um monozentrische Agglomerationen. Über Staatsgrenzen hinweg gehen die drei Agglomerationen von Konstanz, Basel und Straßburg. Der Rhein bildet die Hauptentwicklungsachse der Blauen Banane, des zentralen Verdichtungsraums Europas.

Rhein-km Agglomeration Ewz. Rheinabschnitt Größte Gemeinden der Agglomeration
0 Konstanz 111.000 Seerhein Konstanz, Kreuzlingen
165 Basel 731.000 Oberrhein Basel, Saint-Louis, Huningue, Weil am Rhein, Lörrach, Birsfelden, Allschwil, Binningen, Reinach, Münchenstein, Muttenz, Dornach
287 Straßburg 475.000 Oberrhein Straßburg, Kehl, Schiltigheim
362 Karlsruhe 600.161 Oberrhein Karlsruhe
425 Mannheim 1.579.252 Oberrhein Mannheim, Ludwigshafen
500 Mainz-Wiesbaden 795.725 Oberrhein Mainz, Wiesbaden, Ingelheim
591 Koblenz 280.000 Mittelrhein Koblenz, Neuwied, Andernach
655 Bonn 899.753 Mittelrhein/Niederrhein Bonn, Siegburg, Troisdorf
688 Köln 1.846.241 Niederrhein Köln, Leverkusen, Hürth, Frechen, Brühl, Wesseling
743 Düsseldorf 824.000 Niederrhein Düsseldorf, Neuss, Dormagen, Ratingen
775 Ruhrgebiet 5.300.000 Niederrhein Duisburg, Wesel, Mülheim an der Ruhr, Essen, Bochum, Dortmund (polyzentrische Agglomeration)
884 Nimwegen 161.000 Delta Nimwegen
975 Dordrecht 195.000 Delta Dordrecht, Papendrecht, Zwijndrecht
1000 Rotterdam 820.000 Delta Rotterdam, Schiedam, Vlaardingen, Spijkenisse, Rozenburg
(Nederrijn) Arnheim 143.000 Delta Arnheim
(Oude Rijn) Utrecht 365.000 Delta Utrecht, De Bilt, Maarssen
(Oude Rijn) Leiden 189.000 Delta Leiden, Leiderdorp, Voorschoten, Oegstgeest

Mittelstädte und Gemeinden[Bearbeiten]

Zu den bedeutendsten Mittelstädten (20.000–100.000 Einwohner) gehören oberhalb Basels Chur, Konstanz und Schaffhausen, am Oberrhein Kehl, Speyer, Worms und Ingelheim, am Mittelrhein Bingen, Andernach, Neuwied und Königswinter, am Niederrhein Wesseling, Dormagen, Meerbusch, Monheim, Wesel und Emmerich sowie im Delta Dordrecht, Deventer und Zwolle.

Zu den bedeutendsten Gemeinden unter 20.000 Einwohnern gehören Vaduz, Kreuzlingen, Stein am Rhein, Breisach am Rhein, Rüdesheim und Remagen.

Umwelt[Bearbeiten]

Fischtreppe an der Staustufe Iffezheim
Barben hinter einem Kontrollfenster am Iffezheimer Fischpass

Fauna[Bearbeiten]

Einen Gesamtüberblick über die Fauna des Rheins und seine Veränderungen im Verlaufe der Zeit gibt es nicht. Im Vergleich zu heute kann man für die Zeit vor den großen Begradigungen und Uferverbauungen und vor den starken anorganisch- und organisch-chemischen Belastungen infolge Industrie und verstärktem Bevölkerungsanstieg, d. h. bis etwa in die Mitte des 19. Jahrhunderts, von einer deutlich reichhaltigeren einheimischen Fauna ausgehen, der praktisch keine durch den Menschen verursachten Einschleppungen (Neozoen) beigemischt waren. Diese Letzteren sind in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und vor allem ab Beginn der 1990er Jahre besonders augenfällig geworden[36] und haben dazu geführt, dass heute die Mehrzahl der Steine besiedelnden größeren Wirbellosenarten eingeschleppte Formen darstellen. Darunter fallen zum Beispiel die zahlreichen bei Niedrigwasser beobachtbaren Vertreter der Asiatischen Körbchenmuschel.

Wirbellose[Bearbeiten]

Die Arten größerer Wirbellosen (das tierische Makrobenthos) sind von größenordnungsmäßig rund 160 Arten im Niederrhein um das Jahr 1900 auf rund 25 Arten im Jahre 1971 zurückgegangen und haben sich erst ab den 1980er Jahren wieder deutlich erholt. Sie erreichten gegen 2000 wieder um die 130 Arten. Hinzu kamen während des 20. Jahrhunderts zunehmend mehr eingeschleppte Arten, die um 1998 bereits rund 20 zusätzliche, teilweise massenhaft vorkommende Arten darstellen. Von der Biomasse her dominieren sie heute die Fauna des tierischen Makrobenthos im Rhein.

Fische[Bearbeiten]

Zurzeit beherbergt der Rhein wieder 63 Fischarten, lediglich der Stör fehlt. Alle auffindbaren Fische sind essbar. Durch den Bau von Fischtreppen an den Wehren können heute auch wieder Wanderfische wie Lachs und Meerforelle bis zum Oberrhein und in die Nebenflüsse aufsteigen und dort laichen. Auch die Artenvielfalt von Muscheln, Schnecken und Insekten hat zugenommen, es sind auch Neueinwanderer darunter.

Den Hauptanteil an den Fischarten haben: Rotauge, Stint, Hecht, Wels, Neunauge, Äsche, Barbe, Döbel, Aal, Ukelei, Flussbarsch und Brachse. Neu eingewanderte Arten sind: Sonnenbarsch und Zander sowie die aus der Donau stammende Marmorierte Grundel und der Weißflossengründling. Der Schneider am Oberrhein und Flunder und Quappe am Niederrhein haben ihre Bestände vergrößert. Der Lachs vermehrt sich seit 1994 in einigen Nebenflüssen zunehmend natürlich. Die Anzahl der Kleintiere lag im Jahr 2000 fast so hoch wie vor 100 Jahren.

Im Niederrhein wurden seit etwa 1800 immer etwa 33 bis 39 einheimische Fischarten gefunden, wobei die unterste Zahl in der Zeit um 1910 bis 1950 auftrat. Der Anteil der eingeführten gebietsfremden Fischarten vergrößerte sich dabei von ursprünglich ein bis zwei Arten im 19. Jahrhundert auf etwa elf Arten in den 1990er Jahren[37]

Wasservögel[Bearbeiten]

Schwan im Rhein bei Leverkusen/Hitdorf

Der Rhein ist vom Bodensee bis zu seiner Mündung ein wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet. Er dient auch anderen Vogelarten als Leitlinie beim Vogelzug.

Der Winterbestand an Wasservögeln betrug im Jahr 2000 etwa 2 Millionen Exemplare, verteilt auf 42 Arten. Die wichtigsten Arten sind:

Biotoptypen[Bearbeiten]

Auwald an einem Altrheinarm im Naturschutzgebiet Taubergießen, Baden-Württemberg

Wirtschaftliche Nutzung[Bearbeiten]

Schadstoffbelastung[Bearbeiten]

Schadstoffbelastung des Rheins 1985, 1992 und 2000 (Angaben in t)
Schadstoff 1985 1992 2000
Ammonium-N2 37.000 16.800 6.800
AOX 4.675 890 1.100
Blei 550 330 250
Cadmium 9 5,9 5,1
Chrom 500 220 150
Phosphor (total) 32.000 13.000 13.000
Quecksilber 6 3,2 1,6
Zink 3.600 1.900 1.400

Nach den Angaben des Umweltbundesamtes, das für Deutschland ökologische Aufgaben wahrnimmt, nimmt die Schadstoffbelastung des Rheins seit 1960 kontinuierlich ab.[38] Dies ist einerseits auf die systematische Abwasserreinigung durch den Bau von Kläranlagen zurückzuführen und andererseits auf die Tatsache, dass die Industrie immer weniger mit Chemikalien und Schwermetallen belastete Abwässer in den Rhein einleitet. Die oberelsässischen Kaligruben leiten aber immer noch einen großen Teil nicht brauchbarer Salze in den Rhein ab, obwohl diese Einleitungen nach einem Schadensersatzprozess der Stadt Amsterdam vor dem Gericht in Straßburg reduziert sein sollen. Heute leben wieder etwa 63 Fischarten im Rhein. Trotz der deutlichen Reduzierung der Gewässerbelastung durch Haushalts- und Industrieabwässer transportiert der Rhein noch immer Schwermetalle und Chemikalien wie Pestizide in Richtung Nordsee und belastet damit die Trinkwasserversorgung der Rheinanlieger. Die in der Tabelle angegebenen Werte beziehen sich auf die Messstelle Bimmen am Niederrhein. Diese Daten werden von der Internationalen Kommission zum Schutze des Rheins veröffentlicht. Diese Kommission besteht seit 1950. Einfluss und Bedeutung bekam sie aber erst nach 1986.

Am 1. November 1986 brannte eine Lagerhalle der Firma Sandoz in Schweizerhalle bei Basel am Rhein. Die mit dem Löschwasser in den Rhein gelangten Chemikalien (insbesondere Phosphorsäureester und Quecksilberverbindungen) vernichteten dort einen großen Teil des tierischen und pflanzlichen Lebens. Nach dem Brand bei Sandoz schien der Rhein auf weiten Strecken tot zu sein, doch erholte er sich in den folgenden Monaten und Jahren durch Hochwasser und Wiederbesiedlung. Durch verstärkten Aus- und Neubau von Kläranlagen und weitere Maßnahmen zum Gewässerschutz hat sich die Rheinbiozönose daher wieder erholt, war danach aber stärker von Neozoen besiedelt als zuvor. Nicht zuletzt als Folge dieses Unfalls wurde die Löschwasserrückhalterichtlinie erlassen.

Andere den Rhein belastende Giftstoffe, zum Beispiel Pestizide und Rückstände von Medikamenten, sind in der Tabelle noch nicht berücksichtigt.

Trinkwasser[Bearbeiten]

Viele Städte entnehmen Wasser aus dem Rhein zur Trinkwassergewinnung, dabei handelt es sich meist um Uferfiltrat wie bei dem Wasserwerk Koblenz-Oberwerth oder dem Wasserwerk auf der Petersaue, das die Stadt Mainz versorgt. Die Niederlande sind darauf besonders angewiesen.

Es gibt auch Verfahren mit einem System von Schluckbrunnen und Förderbrunnen wie im Wasserwerk Schierstein, das an der Wasserversorgung Wiesbadens einen erheblichen Anteil hat.

Um bei Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen schnell reagieren zu können, wurden mit dem Warn- und Alarmplan Rhein sieben internationale Hauptwarnzentralen zwischen Basel und Arnhem eingerichtet. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit einer Schadstoffwelle kann über eine mathematische Simulation (Rheinfließzeitmodell) ermittelt werden.

Weinanbau und Weinkultur[Bearbeiten]

Wein prägt wie nichts Anderes den Natur- und Kulturraum des Rheins. Landschaftsnamen wie Rheingau, Rheinhessen oder Kaiserstuhl (Baden) sind gleichzeitig Weinbaugebiete. Besonders schwer ist der Weinanbau in den Steillagen des Mittelrheintales. An vielen Stellen war die Umwandlung in großflächigere mit Maschinen bebaubare Parzellen nicht möglich. Da aber der Wein in den Steillagen der schiefrigen Hänge besonders gut wird, lohnt sich hier doch manche Mühe. Der Wein ist ein Wirtschaftsfaktor für die Region.

Kraftwerke am Rhein[Bearbeiten]

Wasserkraftwerke[Bearbeiten]

An den Quellflüssen des Rheins erzeugen die Kraftwerke Hinterrhein und die Kraftwerke Vorderrhein mit mehreren Speicherseen und Kraftwerkszentralen elektrischen Strom. Vom Alpenrhein bis zum mittleren Oberrhein gibt es zahlreiche Laufwasserkraftwerke.

Steinkohlekraftwerke[Bearbeiten]

Zu den großen Dampfkraftwerken am Oberrhein, die mit Steinkohle betrieben werden und dem Fluss Kühlwasser entnehmen, zählen das Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe und das Grosskraftwerk Mannheim. Am Niederrhein liegen das Kraftwerk Duisburg-Walsum, das Kraftwerk Voerde sowie das ehemalige Kraftwerk Reisholz (1908–1966), das 1918 das größte Steinkohlekraftwerk der Welt war.

Kernkraftwerke[Bearbeiten]

Biblis (D)[Bearbeiten]

Das ehemalige deutsche Kernkraftwerk Biblis liegt an Rheinkilometer 455. Es hat zwei Reaktorblöcke von 1300 MW und nutzte den Rhein teilweise zur Kühlung. Um unabhängig von Rheintemperatur und -wasserführung zu sein, sind zusätzlich Kühltürme vorhanden. Das Kraftwerk wurde 2011 stillgelegt.

Philippsburg (D)[Bearbeiten]

Das deutsche Kernkraftwerk Philippsburg liegt am Rheinkilometer 389 und besteht aus zwei Reaktorblöcken. Block 1 ging 1979 ans Netz und wurde im März 2011 stillgelegt (Atom-Moratorium nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima); Block 2 (einen Druckwasserreaktor mit einer nominellen Nettoleistung von 1.402 MW el) ging 1984/85 in Betrieb. Er wird teilweise mit Rheinwasser gekühlt. Er wird gemäß Atomausstieg 2011 spätestens am Jahresende 2019 abgeschaltet.

Fessenheim (F)[Bearbeiten]

Das Kernkraftwerk Fessenheim liegt an Rheinkilometer 210 in Frankreich auf der Westseite des Rheinseitenkanals (Grand Canal d’Alsace). Es hat zwei baugleiche Druckwasserreaktoren mit einer elektrischen Nettoleistung von je 880 Megawatt el. Bei einem Wirkungsgrad von ungefähr 33 % werden von beiden Reaktoren zusammen stündlich etwa 3.600 MW Abwärme in den Kanal geleitet; das AKW hat keine Kühltürme. Das entspricht dem Heizwert von etwa 360.000 Litern Öl pro Stunde. Laut französischer Genehmigung vom 26. Mai 1972 darf der Rhein durch die beiden Blöcke des AKW im Juni, Juli und August um 4 °C, im September, Oktober, November, März, April und Mai um 6,5 °C erwärmt werden. Im Dezember, Januar und Februar darf der Rhein sogar um 7 °C wärmer werden. Bis auf 30 Grad darf das Atomkraftwerk den Rhein aufheizen.

Im Hitzesommer 2003 hat die Fessenheimer Abwärme zu einer Temperaturerhöhung des Rheinseitenkanals von 1,7 °C geführt.[39]

Das Kernkraftwerk soll Ende 2016 stillgelegt werden (Näheres hier).

Leibstadt (CH)[Bearbeiten]

Das Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt (Rheinkilometer 107; bei Waldshut-Tiengen) hat einen Siedewasserreaktor. Dieser ging Ende 1984 in Betrieb; er hat eine elektrische Nettoleistung von 1220 MW.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Chemische Industrie am Rhein: CHEMPARK in Leverkusen

Der Rhein ist auf weite Strecken Schifffahrtsstraße und dazu beidseitig von Eisenbahnlinien und Autobahnen begleitet. Vor allem an Schnittstellen mit anderen Handelsachsen bildeten sich bedeutende Wirtschaftsstandorte aus (so Köln, Koblenz, Mainz, Ludwigshafen, Mannheim, Karlsruhe, Straßburg, Basel).

Für die Chemie mit Kohle/Teerfarben, die Petrochemie, die Kunststoffindustrie und die Ölraffinerien werden Kohle und Erdölprodukte billig herangeschafft und weiterverarbeitet; die Chlorchemie (Polyvinylchlorid) bekommt ihr Salz durch die Massentransportschifffahrt. Das Transportaufkommen 2005 betrug 236,765 Mio. Tonnen. Bedeutendster Wirtschaftsfaktor nach Handel und Industrie ist der Tourismus.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Rhein ist auf der gesamten deutschen Strecke eine Bundeswasserstraße,[40] und zwar von Basel bis Bad Salzig (km 564,3) der Wasserstraßenklasse VIb, anschließend der Klasse VIc. Die Außenstelle der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Mainz (bis 30. April 2013: Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest) ist als Mittelbehörde des Bundes zuständig für die Verwaltung des Oberrheins und des Mittelrheins von der schweizerischen Grenze bei Basel bis zur nordrhein-westfälischen Landesgrenze. Ihr unterstehen für den Rhein die Wasser- und Schifffahrtsämter Freiburg (km 170,0 – 352,1), Mannheim (km 352,1 – 493,5) und Bingen (km 493,5 – 639,3 re/642,2 li). In Nordrhein-Westfalen sind die Wasser- und Schifffahrtsämter Köln (km 639,3 re/642,2 li – 759,7) und Duisburg-Rhein (km 759,7 – 857,7 re/865,5 li) zuständig.

Auf dem Rhein gilt die von der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt beschlossene Rheinschifffahrtspolizeiverordnung. Für die schifffahrtspolizeilichen Vollzugsaufgaben auf dem Rhein wird von den einzelnen Bundesländern die Wasserschutzpolizei eingesetzt. In Nordrhein-Westfalen untersteht sie der Direktion Wasserschutzpolizei beim Polizeipräsidium Duisburg. Mainz ist der Sitz des Wasserschutzpolizeiamtes Rheinland-Pfalz und in Mainz-Kastel ist die Wasserschutzpolizeiabteilung der Hessischen Bereitschaftspolizei ansässig. Das Regierungspräsidium Karlsruhe umfasst schließlich für Baden-Württemberg die Wasserschutzpolizei als Referat der Landespolizeidirektion.

Flussübergänge[Bearbeiten]

Brücken[Bearbeiten]

Nibelungenbrücke Worms, Spannbeton-Straßenbrücke der 1950er Jahre, Brückenturm vom Vorgängerbau um 1900

Brücken prägen das Erscheinungsbild des Rheins wesentlich mit. Die erste Brücke über den Rhein ließ Julius Cäsar 53 v. Chr. bei Urmitz errichten; die Römer benutzten dabei wie später die Brückenbauer des Mittelalters und der Frühneuzeit die Baustoffe Stein oder Holz. Brücken zur Römerzeit lagen etwa bei Bad Zurzach, Stein am Rhein, Kaiseraugst, Breisach am Rhein, Straßburg, Mainz, Koblenz und Köln.[41]

In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren alle Brücken über den Rhein unterhalb von Basel Schiffbrücken,[42] die geöffnet werden konnten, um Schiffe und die großen Rheinflöße passieren zu lassen. Ein Wandel ergab sich durch die Industrialisierung, die ein größeres Verkehrsaufkommen sowie neue Baumaterialien und Techniken mit sich brachte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es vor allem Eisenbahnbrücken, die durch die Größe und das Material (Stahl) einen neuen Akzent setzten (vgl. Hohenzollernbrücke in Köln). Auch militärische Gesichtspunkte waren für den Brückenbau entscheidend, etwa bei der als Brücke von Remagen bekannten Ludendorff-Brücke.

In der Hochzeit der Moderne und des Automobilverkehrs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts übernahmen dann zahlreiche neue Straßenbrücken, darunter große Autobahnbrücken, die Führung bei den Neubauten, deren Erscheinungsbild neben Stahl und dem Werkstoff Beton auch neue Brückenbautechniken mitbestimmten. Einen relativ neuen Akzent setzen seit Ende des 20. Jahrhunderts Fußgänger- und Radfahrerbrücken (vgl. Passerelle des deux Rives zwischen Straßburg und Kehl).

Frei fahrende Rheinfähre Gernsheim mit der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Straßenbrücke

Fähren[Bearbeiten]

Neben den Brücken spielen Fähren unterschiedlicher Größe eine wichtige Rolle. Die früher als Fliegende Brücken bezeichneten Gierseilfähren stellten im 19. Jahrhundert noch einen Großteil der Rheinquerungen her. Von der Strömung angetriebene Fähren existieren noch heute in Basel und bei Rastatt; sie haben überwiegend touristischen Nutzen. Der Bautyp wurde im 19. Jahrhundert zunächst durch Dampffähren, später durch Motorfähren abgelöst. Im Mittelrheintal sind zwischen Wiesbaden und Koblenz auf über 80 Flusskilometern sowie zwischen Neuwied und Bonn auf über 40 Kilometern keine Brücken, sondern nur Fährverbindungen vorhanden. Im Bereich der etwa 50 Kilometer betragenden längsten Flussstrecke ohne Straßenbrücke des Oberrheins zwischen Worms und Mainz gibt es zwei Autofähren.

Seilbahnen[Bearbeiten]

Den Rhein überqueren zwei Seilbahnen. Die Kölner Rheinseilbahn wurde zur Bundesgartenschau 1957 in Höhe der Zoobrücke erbaut.

In Koblenz wurde als Attraktion und ökologisch sinnvolle Verkehrsverbindung zur Bundesgartenschau 2011 die Rheinseilbahn errichtet. Die 890 meter lange Dreiseilumlaufbahn verbindet die Rheinanlagen mit dem Plateau vor der Festung Ehrenbreitstein. Es ist die größte Seilbahn ihrer Art nördlich der Alpen in Deutschland. Um den UNESCO-Welterbe-Status der Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal nicht zu gefährden, war der Betrieb nur bis November 2013 mit anschließendem Abbau der Anlage vorgesehen. Die UNESCO hat am 19. Juni 2013 in Phnom Penh auf der 37. Sitzung des Welterbekomitees beschlossen, den Betrieb der Seilbahn bis 2026 zu erlauben. In diesem Jahr endet die technisch längstmögliche Betriebsdauer.[43]

Mainzer Zollhafen (vorne) und Industriehafen (hinten links)

Häfen[Bearbeiten]

An der Rheinmündung befindet sich mit dem Hafen Rotterdam einer der weltgrößten Seehäfen. Er verdankte seinen Aufschwung der Industrialisierung in den über den Rhein erreichbaren Wirtschaftszentren wie dem Ruhrgebiet. Unter den sieben dem Güterumschlag nach größten deutschen Binnenhäfen sind sechs Rheinhäfen. Die Duisburg-Ruhrorter Häfen gelten als größter Binnenhafen Europas. Den zweitgrößten Binnenhafenbetrieb in Deutschland besitzt Köln. Die nächstgrößen deutschen Rheinhäfen sind Ludwigshafen, Neuss, Mannheim und Karlsruhe.[44] Der Port Autonome de Strasbourg ist der zweitgrößte Binnenhafen Frankreichs. Die wichtigste Drehscheibe für den Im- und Export der Schweiz sind die Schweizerischen Rheinhäfen in Basel.

Kilometrierung[Bearbeiten]

Rheinkilometer 500 am Mainzer Hafen

Die bestehende Kilometrierung für die Schweiz, Deutschland und die Niederlande ist seit dem 1. April 1939 gültig, rechnet ab Konstanz und ersetzt alle vorherigen Einteilungen. Ihr Nullpunkt liegt in der Achse der alten Konstanzer Rheinbrücke und endet mit Kilometer 1036,20 westlich von Hoek van Holland (Einmündung in die Nordsee bei Kilometer 1032,80). Nach ihr richten sich die Schifffahrt und alle Behörden. Diese Kilometrierung misst für Seerhein, Untersee und Hochrhein 167 km (Konstanz bis Basel, km 0–167), für den Oberrhein 362 km, (Basel bis Bingen, km 167–529), für den Mittelrhein 159 km (Bingen bis Köln, km 529–688) und für den deutschen Niederrhein 177,5 km (Köln bis Grenze, km 688–865,5).[45] Geologisch gesehen beginnt der Mittelrhein jedoch schon in der Nähe von Mainz, wo der Rhein in das Mainzer Becken einfließt.

Ab dem Pannerdens Kop (km 867) unterhalb von Millingen in den Niederlanden läuft die Kilometrierung in den drei Rheinarmen Waal, Nederrijn und Issel gleichlautend weiter. In der Schifffahrt ist es deshalb wichtig, bei einer Kilometerangabe immer auch das jeweilige Fahrwasser zu nennen. Auf niederländischen Strecken ist die Kilometerbezeichnung durch Tafeln mit weißen Ziffern auf schwarzem Grund an jeweils nur einem der Ufer angebracht. Hier werden nur die vollen Kilometer angezeigt.

100-Meter-Marke (Hektometerstein) am Rhein bei Karlsruhe (km 373,2)
Myriameterstein 36 bei Rüdesheim am Rhein

Die vollen Rheinstrom-Kilometer zeigen große, rechtwinklig zur Stromachse an beiden Ufern stehende Tafeln an. Die 500-Meter-Marken tragen ein schwarzes Kreuz auf weißem Grund. Die übrigen 100-Meter-Marken (Hektometer), etwa 100 cm × 50 cm große Rechtecke und meistens aus Beton, sind direkt im Ufer eingelassen. Sie sind mit den Ziffern 1 bis 4 und 6 bis 9 beschriftet.

Auf der deutsch-schweizerischen Rheinstrecke zwischen Stein am Rhein und Basel (Hochrhein) misst die Zählung das deutsche Rheinufer ab. Dasselbe Prinzip findet auf der deutsch-französischen Rheinstrecke zwischen Basel und Lauterburg Anwendung. Auf der übrigen Strecke zählt man die Länge der Strommittellinie.

Bereits im Jahre 1806 begann Johann Gottfried Tulla, der Leiter des Flussbauwesens in Baden, mit der Erstellung einer zusammenhängenden Karte des Rheins. Ab 1826 wurde unter Tullas Leitung mit der Rheinbegradigung begonnen, dadurch wurde der Rhein zwischen Basel und Bingen um 81 Kilometer verkürzt. Eine durchgehende Längenvermessung wurde aber erst 1839 beendet und im Jahresbericht der Central-Commission für die Rheinschifffahrt von 1844 veröffentlicht. Einige der ab 1863 als Vermessungsmarken gesetzten Myriametersteine existieren bis heute. Das heißt aber nicht, dass damit auch eine einheitliche Kilometereinteilung eingeführt worden wäre. Von etwa 1883 bis 1939 hatten die Rheinuferstaaten Baden, Bayern, Hessen und Preußen ebenso wie die Schweiz, das Elsass und die Niederlande für ihre Rheinabschnitte je eine eigene Kilometrierung. Sie fing jeweils an der Landesgrenze mit Null an und stieg stromabwärts an; Ausnahme war Hessen, das die Kilometerzählung weiterhin, wie die der Myriametersteine, an der Mittleren Brücke in Basel ausrichtete. Abweichend davon war der Hochrhein ausgehend von der badisch-schweizerischen Grenze bei Weil – dem Nullpunkt der badischen Einteilung – stromaufwärts kilometriert.[46] Nach dieser Systematik lag z. B. Königswinter am preußischen Kilometer 143 (heute km 645).

„Kurzer Kilometer“ bei Rüdesheim. Rechts eine 500-Meter-Marke.

Das 1863 beschlossene Gesamt-Nivellement (Höhenvermessung) des Rheines erforderte auch eine erneute Längenvermessung, die 1890 abgeschlossen wurde, aber wegen mangelnder Genauigkeit wiederholt werden musste. 1904 machte Hessen der Zentral-Kommission Mitteilung über den erfolgreichen Abschluss und die Ergebnisse der Längen- und Höhenvermessung auf der hessischen Stromstrecke. Die anderen Länder schlossen ihre Messungen in den darauffolgenden Jahren ab.

Die einzelnen Länder hatten den Sichtzeichen (Kilometertafeln und Einhundertmetersteine) größte Aufmerksamkeit gewidmet und sie teilweise, wie z. B. Hessen, für ihr Stromnivellement mit Höhenbolzen versehen. Um all diese Zeichen nicht versetzen zu müssen, hielt man bei der Gesamtvermessung ab Konstanz an mehreren bisherigen Systemgrenzen an dem fest eingemessenen Kilometerpunkt fest. Mittels des bloßen Auftragens neuer Zahlen[47] konnten so alle schweizerischen, badischen, hessischen und die nördlich von Bingen stehenden preußischen Sichtzeichen weiterverwendet werden (und auch die Myriametersteine des damals hessischen Abschnitts befinden sich weiterhin an ganzen Kilometern). Daraus ergaben sich nun drei sogenannte Kurze Kilometer: Die Strecke zwischen km 22 und km 23 bei Stein am Rhein (Zusammentreffen der neuen, von Konstanz flussabwärts laufenden Kilometrierung mit der bisherigen schweizerischen, von Basel aufwärts laufenden) wurde um rund 400 m kürzer als ein voller Kilometer, die zwischen km 436 und km 437 bei Roxheim – an der badisch-hessischen Grenze – um rund 365 m und die zwischen km 529 und km 530 bei Bingen – als letzter im ehemaligen Volksstaat Hessen beginnender Streckenkilometer – um rund 475 m. Der Rhein ist insgesamt ab Konstanz rund 1,2 Kilometer kürzer, als die Kilometerzahl an der Mündung ausweist.

Flößerei[Bearbeiten]

Ein Floß passiert die geöffnete Koblenzer Schiffbrücke. Ausschnitt eines Gemäldes von Johann Adolf Lasinsky, 1828

Flößerei mit Brenn- und Bauholz vor allem aus dem Schwarzwald wurde auf dem Rhein bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts noch regelmäßig betrieben. Die Flöße ab Koblenz waren bis zu 400 m lang, bis 80 m breit und wurden von bis zu 500 Flößerknechten bedient. Bis Koblenz waren die Maße kleiner. Mit dem Bau der Eisenbahn und dem Zunehmen der Schifffahrt ging die Flößerei zurück. Nach 1945 wurde nur noch selten geflößt. 1967 wurde sie endgültig eingestellt.

Auch aus dem Kanton Graubünden bis zum Bodensee fuhren Flöße. Ab 1291 galt der Alpenrhein als Freie Reichsstraße.[48] Flöße wurden in der Schweiz und anderen Regionen mit Handelswaren, sogenannter Oblast beladen, meist Brennholz oder verarbeitetes Holz.[49][50][51]

Rheinschifffahrt[Bearbeiten]

Rheinschifffahrt bei Karlsruhe

Die Schifffahrt auf dem Rhein und seinen Zuflüssen hat eine lange Tradition, weil schon vor der Neuzeit wichtige Wirtschafts- und Industriegebiete Europas über das Flusssystem verbunden waren oder sogar an seinen Ufern lagen. Heute gehört der Rhein zu den am stärksten befahrenen Wasserstraßen der Welt.

Nach dem Wiener Kongress trat 1816 in Mainz eine Kommission (die spätere Zentralkommission für die Rheinschifffahrt) zusammen, um für die Rheinschifffahrt eine gemeinsame Übereinkunft der Rheinuferstaaten zu erarbeiten. Die Rheinschiffahrtsakte vom 31. März 1831 (Mainzer Akte) garantierte die Freiheit der Schifffahrt bis ins offene Meer, schaffte das Stapelrecht in Köln und Mainz ab und verpflichtete die Uferanliegerstaaten, Schifffahrtshindernisse zu beseitigen. Man begradigte ab 1817 den Oberrhein, damit er überhaupt erst gut schiffbar würde. Die Revidierte Rheinschiffahrtsakte vom 17. Oktober 1868 (Mannheimer Akte) enthält die überwiegend auch heute noch gültigen Grundsätze der Rheinschifffahrt und befreite die Schifffahrt von Abgaben und Zöllen. Man schuf Rheinschifffahrtsgerichte. Seit 1920 residiert im Palais du Rhin in Straßburg die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt, in der die Schweiz, Frankreich, Deutschland, die Niederlande und Belgien vertreten sind.

Wegen der ausgebauten Fahrrinne und der jahreszeitlich ziemlich regelmäßigen Niederschläge in seinem Einzugsgebiet ist der Rhein heute von der Mündung bis zum Hafen Rheinfelden problemlos ganzjährig schiffbar. Vor Abschluss des Ausbaus waren bis 1988 am Mittelrhein noch Lotsen üblich. Am Oberrhein, zwischen Mannheim und Iffezheim, sind immer noch Lotsen tätig. Oberhalb des Rheinfalls ist der Rhein bis zur Brücke bei Neuhausen am Rheinfall für jeden Schiffsverkehr gesperrt. Von der Rheinbrücke in Schaffhausen ab bis nach Konstanz besteht in den Sommermonaten eine durchgehende Schiffsverbindung; das Stauwehr in Schaffhausen sorgt in diesem Bereich für einen gleichbleibenden Wasserstand bis Diessenhofen. Da die dortige Brücke sehr niedrig ist, senken manche Schiffe für die Durchfahrt ihr Ruderhaus ab. Flussaufwärts von Stein am Rhein ist der Rhein nicht reguliert, daher je nach Wasserstand schiffbar. Der Alpenrhein ist für die Schifffahrt ganz gesperrt, der „Alte Rhein“ aber auf zwei Kilometern von der Mündung bis nach Rheineck SG schiffbar.

Kanalverbindungen[Bearbeiten]

Die Schifffahrtsroute RotterdamConstanța über Rhein, Main, Main-Donau-Kanal, Donau und Donau-Schwarzmeer-Kanal

Der Rhein hat über Kanäle Verbindungen zu anderen Flüssen:

Des Weiteren gibt es einige unverwirklichte Schifffahrtskanalprojekte in den Alpen, welche den Rhein mit Rhone oder Po verbunden hätten.

Rhein-Pegel[Bearbeiten]

Pegeluhr in Emmerich am Rhein

An Pegeln werden die aktuellen Wasserstände angezeigt und elektronisch gespeichert. Die Messwerte werden an die zuständige Wasser- und Schifffahrtsdirektion und an die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz übertragen. Automatische Anrufbeantworter (in Deutschland Ortsvorwahl plus 19429) und behördliche Internetangebote der Anliegerstaaten informieren die Öffentlichkeit ständig über Veränderungen.

Die wichtigsten Schifffahrtspegel am Rhein sind: Konstanz, Rheinfelden, Basel-Rheinhalle, Iffezheim, Maxau, Speyer, Mannheim, Worms, Mainz, Oestrich, Bingen, Kaub, Koblenz, Andernach, Oberwinter, Bonn, Köln, Düsseldorf, Duisburg-Ruhrort, Wesel, Rees, Emmerich am Rhein, Lobith, Pannerdense Kop, IJsselkop, Nijmegen Hafen, Tiel, Zaltbommel, Vuren, Krimpen, Dordrecht und Rotterdam.

Am wichtigsten für die Schifffahrt innerhalb der frei fließenden Rheinstrecke sind die Pegel Duisburg-Ruhrort, Kaub und Karlsruhe-Maxau. Duisburg ist ausschlaggebend für die Strecke bis Koblenz, Kaub und Karlsruhe-Maxau für die südlicheren Rheinabschnitte. Die Wasserstände an den Pegeln (umgangssprachlich auch kurz: Pegelstände) sind wichtig für die Ladetiefe, die sich aus der möglichen Tauchtiefe bei Niedrigwasser bestimmt. Man lädt so beispielsweise 80 bis 120 cm auf den Pegel Kaub je nach Risikobereitschaft. Gegebenenfalls muss bei Niedrigwasser ein Hafen oder eine Reede angelaufen werden, um das Schiff zu leichtern. Für die Bergfahrt auf dem Mittelrhein war dies zum Beispiel bis in die 1970er Jahre in Bad Salzig für Tankschiffe möglich und in St. Goarshausen für sonstige Ladungen, heute hat diese Praxis an Bedeutung verloren. Wenn die Schiffe nicht mehr volle Ladung transportieren können, verteuert sich die Fracht. Deshalb erheben die Frachtschifffahrtsunternehmen bei niedrigen Wasserständen an den Pegeln Duisburg-Ruhrort, Köln und Kaub einen Kleinwasserzuschlag (Kwz).

Für alle Rheinpegel sind die Hochwassermarken I und II in der Rheinschifffahrtspolizeiverordnung festgelegt. Ab Hochwassermarke I soll nur noch im mittleren Drittel des Fahrwassers gefahren werden, zu Tal maximal mit 20 km/h (Ausnahme: auf Gebirgsstrecke 24 km/h). Die Wasserschutzpolizei überwacht die Einhaltung. Wird die Hochwassermarke II erreicht oder überschritten, wird im betreffenden Bereich die Schifffahrt völlig gesperrt. Näheres dazu ist bei „Pegel Köln“ beschrieben.

Kultur[Bearbeiten]

Die Rheinanlagen von Koblenz mit den Schlossstufen vor dem Kurfürstlichen Schloss

Parks[Bearbeiten]

Als Rheinanlagen werden eine Reihe von parkähnlich gestalteten Uferpromenaden entlang des Rheins bezeichnet. So ließ die spätere deutsche Kaiserin Augusta ab 1856 in Koblenz die Rheinanlagen als Park gestalten. Später wurde der Park bis auf eine Länge von 3,5 km weiter ausgebaut. Zur Bundesgartenschau 2011 wurden dieser umfangreich restauriert. In Bingen wurden die Rheinanlagen zur Landesgartenschau 2008 neu angelegt und danach als Kulturufer vermarktet. Mit dem Rheinpark in Köln wurde zur Bundesgartenschau 1957 ein nachhaltig genutzter Naherholungsbereich geschaffen. Für die Bundesgartenschau 1979 wurden in Bonn die Rheinwiesen und landwirtschaftlich genutzten Flächen südlich des damaligen Regierungsviertels in einen 160 ha großen Landschaftspark, die Rheinaue, umgestaltet. Heute dient sie als Naherholungsgebiet und wird für Großveranstaltungen wie Freiluftkonzerte, Feste und Flohmärkte genutzt.

Rheinromantik[Bearbeiten]

Der romantische Teil des Rheins im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal, Blick auf Burg Katz, im Hintergrund die Loreley
Hauptartikel: Rheinromantik

Bestandteile von Rheinsagen sind Ritter, Drachen, einsame Jungfrauen auf hohen Felsen (Loreley), unachtsame Schiffer im verunglückenden Kahn oder fleißige Zwerge, die Heinzelmännchen. Der Rheinromantik sind abgesehen von einigen Liedern auch wiederaufgebaute Burgen wie Schloss Stolzenfels bei Koblenz oder die Hohkönigsburg im Elsass zu verdanken. Eine der bekanntesten Sagen ist das Nibelungenlied.

Eng mit der Rheinromantik verbunden sind die zahlreichen Lieder, die dem Strom gewidmet sind. Das Repertoire reicht von Karnevalsschlagern wie „Einmal am Rhein“ von Willi Ostermann über patriotische Lieder des 19. Jahrhunderts (etwa „Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald“ von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben) bis zu der nationalistischen „Wacht am Rhein“ von Max Schneckenburger. Zu den bekanntesten Rheinliedern gehört „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ von Heinrich Heine.

Wegen seiner Bedeutung im Vergleich zu anderen deutschen Flüssen wird der Rhein auch schwärmerisch-liebevoll als Vater Rhein bezeichnet. Durch einen mächtig wirkenden Mann personifiziert, ist der für Deutschland symbolische Strom auch neben dem Hauptportal des Berliner Reichstagsgebäudes dargestellt.

UNESCO-Welterbe[Bearbeiten]

Das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz wurde am 27. Juni 2002 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Das Welterbegebiet erstreckt sich auf einer Länge von 67 km entlang des Durchbruchstals des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge. Die Einzigartigkeit dieser Kulturlandschaft ist der außergewöhnliche Reichtum an kulturellen Zeugnissen.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Auf dem Namedyer Werth, einer Halbinsel im Rhein bei Andernach, befindet sich mit dem Geysir Andernach der höchste Kaltwassergeysir der Welt.
  • 1966 erregte ein Weißwal Aufsehen, der während eines Monats rheinaufwärts bis nach Bonn und wieder zurück ins offene Meer schwamm (siehe Moby Dick (Rhein)).
  • Der Rhein entwässert auch einen kleinen Teil Italiens: Der Reno di Lei leitet Wasser aus dem Lago di Lei in der italienischen Provinz Sondrio in den Hinterrhein.
  • Der Rhein führt auch einen Teil des Wassers der oberen Donau ab; an mehreren Stellen wird die Europäische Wasserscheide unterirdisch umgangen, siehe Donauversickerung.
  • Eigentlich könnte der Rhein auch Aare heißen, denn die Aare ist beim Zusammenfluss mit dem Rhein derjenige Fluss mit der größeren Wassermenge (s. oben). Die meist sehr alte Namengebung von Flüssen folgt aber nicht nur den jeweils augenscheinlich größeren Flüssen, sondern gelegentlich auch denen, deren Tal die Richtung beibehält oder besser besiedelbar war.
  • Etwa ein Prozent des Alpenrheinwassers umgeht Basel bzw. den Hochrhein, indem es von der Bodensee-Wasserversorgung dem Bodensee bei Sipplingen entnommen und als Trinkwasser in viele Städte in Baden-Württemberg bis nach Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim geführt wird. Via Neckar und Main fließt das Wasser wieder in den Rhein.
  • Ein vermutlicher Zahlendreher auf dem Quellenschild am Tomasee bewirkte über Jahrzehnte hinweg in Nachschlagewerken, Lehrbüchern und offiziellen Unterlagen eine falsche Längenangabe (1320 km).[52]
  • Abweichend von der Kilometrierung des Rheins ist, bedingt durch von Ufer zu Ufer pendelnde Fahrtrouten, mindestens seit 1939 die Kilometrierung der Rheinschifffahrtsstrecken in den Kursbüchern der deutschen Eisenbahnen.[53]
  • Den Rhein von der Schweiz bis zur Nordsee durchschwommen hat 1969 Klaus Pechstein aus Linz am Rhein in 260 Stunden (30 Tage). 2012 scheiterte der Schweizer Ernst Bromeis beim Versuch, diesen Rekord zu brechen.[54] Im Jahr 2014 schwamm der Furtwanger Chemieprofessor Andreas Fath von der Quelle bis zur Mündung. Dabei wollte er die Öffentlichkeit für den Gewässerschutz sensibilisieren und Sponsoren für ein Wasseranalysegerät gewinnen.[55]
Mit dem Kajak legte der Schweizer Corrado Filipponi im Juli 2010 die 1161 km lange Strecke von Chur bis zur Mündung in Hoek van Holland in der Rekordzeit von 7 Tagen, 10 Stunden und 16 Minuten zurück.[56]

Zitate[Bearbeiten]

Der Rhein ist der Fluss, von dem alle Welt redet und den niemand studiert, den alle Welt besucht und niemand kennt. Dennoch beschäftigen seine Ruinen die geistigen Höhenflüge, und diesen bewundernswerten Fluss lässt das Auge des Poeten wie das Auge des Publizisten unter der Durchsichtigkeit seiner Fluten Vergangenheit und Zukunft Europas ahnen.

Victor Hugo 1845

Listen[Bearbeiten]

Fernsehdokumentationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Böcking: Lebendiger Niederrhein. Unterwegs zwischen Duisburg und Emmerich. Sutton Verlag Erfurt 2013, ISBN 978-3-95400-312-9
  • Manfred Fenzl: Der Rhein. Schaffhausen – Nordsee und zum IJsselmeer. Führer für Binnengewässer. 4. Auflage. Delius Klasing, Bielefeld 2005, ISBN 3-89225-466-4.
  • Hans Chr. Hoffmann, Dietmar Keller, Karin Thomas (Hrsg.): Der Rhein – Unser Weltkulturerbe. Dumont, Köln 2003, ISBN 3-8321-7323-4.
  • Horst Johannes Tümmers: Der Rhein – Ein europäischer Fluß und seine Geschichte. C. H. Beck, München 1994, ISBN 3-406-37972-9.
  • Gerhard Honekamp: Der Rhein – Ein Fluss wird zum Mythos. In: Geschichte Lernen Heft 47 (1995), S. 50–55.
  • Klaus Honnef, Klaus Weschenfelder, Irene Haberland (Hrsg.): Vom Zauber des Rheins ergriffen. Zur Entdeckung der Rheinlandschaft. Klinkhardt & Biermann, München 1992, ISBN 3-7814-0334-3. (Mit zahlreichen Abbildungen der deutschen Burgen und Städte am Rhein in Kunstwerken englischer und niederländischer Künstler der vergangenen Jahrhunderte)
  • Johann Georg Kohl: Der Rhein. 2 Bände, Brockhaus, Leipzig 1851. (uni-koeln.de)
  • Bruno P. Kremer: Der Rhein – Von den Alpen bis zur Nordsee. Mercator-Verlag, Duisburg 2010, ISBN 978-3-87463-456-4.
  • Karsten Keune (Hrsg.): Sehnsucht Rhein. Rheinlandschaften in der Malerei. Mit Beiträgen von Irene Haberland und Elmar Scheuren. Bouvier, Bonn 2006, ISBN 3-416-03096-6
  • Jochen Rahe, Martin Stieghorst, Urs Weber (Hrsg.): Handbuch Rhein. Primus Verlag, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-89678-772-9
  • Ingo Runde: Zur Bedeutung und Entwicklung des Rheinhandels im Früh- und Hochmittelalter. In: Schutz des Kulturerbes unter Wasser. Veränderungen europäischer Lebenskultur durch Fluss- und Seehandel. Beiträge zum Internationalen Kongress für Unterwasserarchäologie (IKUWA '99), 18.–21. Februar 1999 in Sassnitz auf Rügen. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Bd. 35. Lübstorf 2000, S. 297–309, ISSN 0138-4279
  •  Gertrude Cepl-Kaufmann, Antje Johanning (Hrsg.): Mythos Rhein. Kulturgeschichte eines Stromes. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-89678-465-X.
  •  Gertrude Cepl-Kaufmann, Hella-Sabrina Lange: Der Rhein. Ein literarischer Reiseführer. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-18919-1 (Rezension).
  • Martin Stankowski: Links + Rechts, der andere Rheinreiseführer, vom Kölner Dom bis zur Loreley. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2005, ISBN 3-462-03573-8.
  • M:AI – Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW e. V.: Dynamik und Wandel – Die Entwicklung der Städte am Rhein 1910–2010+. JOVIS, Berlin 2010, ISBN 978-3-86859-096-8.
  • M. Eckoldt (Hrsg.): Flüsse und Kanäle, Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen. DSV-Verlag 1998
  • Angela Photenhauer, Elmar Lixenfeld: Oberes Mittelrheintal – Welterbe – Von Bingen und Rüdesheim bis Koblenz. Bonn 2006: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 370 Farb. Abb.
  • Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest: Kompendium der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest. Organisatorische und technische Daten, Binnenschifffahrt, Aufgaben, Wasserstraßen. Eigenverlag, Mainz Juni 2007
  • Clemens von Looz-Corswarem, Georg Mölich (Hrsg.): Der Rhein als Verkehrsweg. Politik, Recht und Wirtschaft seit dem 18. Jahrhundert. (Schriftenreihe der Niederrhein-Akademie, Band 7), Verlag Peter Pomp, Bottrop 2007, 181 S. zahlr. s/w. Abb. Rezension in: Beiträge zur Rheinkunde, Heft 59/60, 2007/08, Koblenz 2008, S. 104

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rhein – Sammlung von Bildern
 Wiktionary: Rhein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Rhein – Zitate
 Wikisource: Rhein – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Rhein – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Beiträge zur Rheinkunde, Rhein-Museum Koblenz, Heft 62/2012, S. 49 Amtliche Rheinlänge nach Angabe der Kommission für die Hydrologie des Rheins
  2. a b Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Hydrologischer Atlas von Deutschland, Auszug Kap. 3.2 (PDF; 3,4 MB), abgerufen am 14. Oktober 2012
  3. Bundesanstalt für Gewässerkunde: Pegeldaten Basel bei UNDINE (Datengrundlagen zur Einordnung und Bewertung hydrologischer Extreme), abgerufen am 17. November 2012.
  4. Bundesanstalt für Gewässerkunde: Pegeldaten Rees bei UNDINE (Datengrundlagen zur Einordnung und Bewertung hydrologischer Extreme), abgerufen am 17. November 2012. Hinweis: die Daten des flussabwärts gelegenen Pegels Emmerich wurden nicht verwendet, da die dort ermittelten Abflussdaten nach verschiedenen Quellen etwas zu hoch sind.
  5. Anm.: siehe hierzu auch: Flusssystem des Rheins
  6. Anm.: s. Aufstellung unter Flusssystem des Rheins
  7. interaktiver Atlas der SchweizLandestopografie
  8. Hydrologischer Atlas der Schweiz 2002, Tafel 5.4 Natürliche Abflüsse 1961–1980 (Ausschnitt)
  9. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1232 Oberalppass, 1:25 000, Bundesamt für Landestopographie, Ausgabe 2005
  10. Anm.: die geomorphologische Kammlinie deckt sich nicht notwendigerweise mit der Wasserscheide, da sie sich auf in Umkreisen gemittelte Höhen bezieht.
  11. Geschiebeführung
  12. Hydrologisches Jahrbuch der Schweiz 2008, PDF, 37975 KB
  13. NL/NRW/NDS: Internationaler bewirtschaftungsplan Deltarhein, 2009–2015
  14. B. P. C. Steenkamp, D. Ludikhuize: Relationship between Pollution Transport Rates at Lobith and Maassluis, Dordrecht, 1995; S. 20 ff.
  15. Martin Stock/Hans-Heiner Bergmann/Herbert Zucchi: Watt. Lebensraum zwischen Land und Meer, Heide 2007, S. 20 f.
  16. M. Böhme, M. Aiglstorfer u. a.: The antiquity of the Rhine River: stratigraphic coverage of the dinotheriensande (eppelsheim formation) of the Mainz Basin (Germany). In: PloS one. Band 7, Nummer 5, 2012, S. e36817, ISSN 1932-6203. doi:10.1371/journal.pone.0036817. PMID 22615819. PMC 3353959 (freier Volltext).
  17. BAfG: Das Hochwasser des Rheins im Januar / Februar 1995
  18. BAfG: Das Weihnachtshochwasser des Rheins 1993
  19. BAfG: Das Hochwasser des Rheins im Februar 1970
  20. Hochwasser des Rheins im Dezember 1925 / Januar 1926
  21. BAfG: Das Hochwasser des Rheins im November, Dezember 1882 und Januar 1883
  22. Hans-Heinrich Bass, Hungerkrisen in Preussen während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, St. Katharinen 1991: Scripta Mercaturae Verlag, S. 161 ff.
  23. BAfG: Das Eishochwasser 1784 im Rheingebiet
  24. BAfG: Das Magdalenenhochwasser im Sommer 1342
  25. bafg.de
  26. a b dapd-nrw, 10. Mai 2011: Rhein-Pegel erreicht Rekordtiefstand. In: koeln.de (3. November 2011)
  27. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatWasser: Rhein-Pegel im April noch nie so tief. In: Focus Online. 29. April 2011, abgerufen am 11. Dezember 2014.
  28. Verkehrsrundschau.de
  29. steb-koeln.de, Stadtentwässerungsbetriebe Köln (3. November 2011)
  30. Klimageschichte im Juli. Abgerufen am 6. Oktober 2014.
  31. www.chr-khr.org (83 Seiten)(PDF; 32,0 MB)
  32. donnerwetter.de
  33. epd: Bombenadvent in Koblenz. In: badische-zeitung.de, Panorama, 2. Dezember 2011 (4. Dezember 2011)
  34. Der Rhein in Eisfesseln beim KULTURTAGE Stadtteilfestival. In: Wiesbadener Tagblatt, 20. Juli 2009
  35. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRheinland-Pfalz: Thema der Woche: Eis. In: zeit.de. 23. Februar 1956, abgerufen am 11. Dezember 2014.
  36. Bruno Streit (1992): Zur Ökologie der Tierwelt im Rhein. Verhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft Basel. Band 102, S. 323–342
  37. Stefan Nehring (2003): Gebietsfremde Arten in den deutschen Gewässern – ein Risiko für die Biodiversität. S. 40–52 in: Angewandte Wissenschaft Heft 498 (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft).
  38. Siehe auch Aktuelle und zukünftige Entwicklung der Belastung mit Chlorid im Rheineinzugsgebiet. (PDF; 2,5 MB) Studie im Auftrag der RIWA, 2008.
  39. Wasser, Grundwasser, Trinkwasser, Wasserverschmutzung und Rhein. BUND, Regionalverband Südlicher Oberrhein, Leitartikel
  40. Verzeichnis E, Lfd. Nr. 46 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  41. Johannes Hoops: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Band 24, S. 531.
  42. vgl. Heinrich Meidinger: Die deutschen Ströme in ihren Verkehrs- und Handels-Verhältnissen, mit statistischen Uebersichten: Abt. 2: Der Rhein, Leipzig: Fleischer 1853, S. 14–16.
  43. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatOliver Georgi: Rhein-Seilbahn darf bis 2026 bleiben. In: faz.net. 19. Juni 2013, abgerufen am 11. Dezember 2014.
  44. Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2012, S. 590 (PDF online)
  45. Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest: Kompendium der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest. Organisatorische und technische Daten, Binnenschifffahrt, Aufgaben, Wasserstraßen. Eigenverlag, Mainz Juni 2007
  46. Rheinkilometrierung. auf: schiffundtechnik.com
  47. Bruno P. Kremer: Der Rhein. Von den Alpen bis zur Nordsee. Duisburg 2010; Seite 197
  48. Rhein im Historischen Lexikon der Schweiz
  49. Flösserei im Historischen Lexikon der Schweiz
  50. Rhein im IVS: SG 5 pdf GIS
  51. Rhein im IVS: AG 73 pdf GIS / Aare im IVS: AG 70 pdf GIS
  52. Ein banaler Zahlendreher. 27. März 2010, abgerufen am 29. März 2010.
  53. Anm.: Nach deren Angaben liegen Köln und Mainz je 100 Kilometer von Koblenz entfernt (korrekt wären 96,5 bzw. 93,2 Kilometer); der Abschnitt von Oberwesel bis Boppard ist statt mit 20,5 mit 24 Kilometern, der 24,9 Kilometer lange Abschnitt von Linz bis Bonn sogar mit 32 Kilometern ausgewiesen (Elektronisches Kursbuch der Deutschen Bahn und Kursbuch der Reichsbahn von 1939), vor dem Zweiten Weltkrieg wurden allerdings noch „Tarif km“ angegeben (Kursbuch der Reichsbahn von 1944).
  54. Der vergessene Rheinbezwinger Stuttgarter Zeitung.de, 31. Mai 2012, abgerufen am 1. Juni 2012
  55. Rheinschwimmer Fath am Ziel Rhein-Neckar-Zeitung, 24. August 2014, abgerufen am 5. September 2014.
  56. 21-jähriger Weltrekord auf Rhein geknackt Blick.ch, 22. Oktober 2010, abgerufen am 7. Mai 2013
  57. „Der Rhein von oben“ geht auf Sendung auf vidicom-tv.com, abgerufen am 15. März 2013