Rhein-Main-Verkehrsverbund
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| Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH | |
|---|---|
| Unternehmensform | Gesellschaft mit beschränkter Haftung |
| Gründung | 1995 |
| Unternehmenssitz | Hofheim am Taunus |
| Unternehmensleitung |
|
| Branche | Verkehr |
| Website | |
Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ist ein Verkehrsverbund des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) im Rhein-Main-Gebiet. Er hat seinen Sitz in Hofheim am Taunus. Geschäftsführer sind Knut Ringat (Sprecher) und Klaus-Peter Güttler.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] RMV-Gebiet
Das Gebiet des RMV umfasst das Rhein-Main-Gebiet, große Teile Südhessens, Mittelhessen und Teile Osthessens sowie die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz. Der RMV wurde 1995 von 15 Landkreisen, 11 Städten und dem Land Hessen gebildet. Er löste den Frankfurter Verkehrsverbund (FVV) ab, der den engeren Rhein-Main-Raum umfasste. Im Gegensatz zum FVV, der ein Unternehmensverbund war, handelt es sich beim RMV um einen Zusammenschluss der Gebietskörperschaften bzw. Aufgabenträgern im Personennahverkehr. Der Verbund hat das Ziel, den Fahrgästen einen einheitlichen Fahrplan und einen einheitlichen Tarif anzubieten.
Der RMV grenzt im Nordwesten an die VGWS, im Westen an den VRM, im Norden an den NVV, im Süden an den VRN, im Südwesten an den RNN und im Südosten an die VAB. Im Rahmen von Tarifkooperationen und Übergangsverkehren sind neben dem Kreis Bergstraße und den Städten Weinheim (sowie Hemsbach und Laudenbach), Eberbach und Worms im VRN auch größere Teile des RNN und des NVV sowie die bayerischen Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg (VAB), die Stadt Aschaffenburg und die Stadt Bad Laasphe im Gebiet der VGWS mit Einschränkungen zum RMV-Tarif erreichbar. In diesen Übergangstarifgebieten zu anderen Verbünden und Verkehrsgemeinschaften gelten nicht alle Fahrkarten des RMV-Tarifs, sondern nur ausgewählte Angebote.
Zur Zeit seiner Gründung im Jahr 1995 war der RMV der flächenmäßig größte Nahverkehrsverbund Deutschlands, seit der Gründung des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg ist er der zweitgrößte Nahverkehrsverbund in Deutschland.
[Bearbeiten] Tarifstruktur
Das RMV-Gebiet ist in 60 zweistellige Haupt-Tarifgebiete (so genannte A-Tarifgebiete, zugleich Preisstufe 3) aufgeteilt, hinzu kommen weitere „fiktive“ Tarifgebiete für die Übergangsverkehre in andere Verbundgebiete. Die A-Tarifgebiete sind außerhalb der Städte Frankfurt, Mainz und Wiesbaden in kleinere vierstellige Teiltarifgebiete unterteilt, welche regional unterschiedlich ist. Die kleinsten Einheiten sind die sogenannten A0-Tarifgebietes (zugleich billigste Preisstufe 1) und den etwas größeren so genannten A1-Tarifgebieten (Preisstufe 2). Die Kombinationen verschiedener Tarifgebiete ergeben unterschiedliche Preis, von denen sich die meisten der so genannten Regionalmatrix[1], entnehmen lassen, allerdings gibt es nach Angaben des RMV für etwa 1800 Verbindungen besondere Preisbildungsregeln. Die Preisstufen reichen von 1 bis 7 (grundsätzlich Zahl der durchfahrenen A-Tarifgebiete), wobei die Preisstufe 7 Netzwirkung hat. Im Rahmen der Übergangstarife gibt es außerdem weitere Preisstufen (z. B. 17 und 45), im Tarifgebiet 65 (Mainz/Wiesbaden) ersetzt die (für einige Fahrscheintypen günstigere) Preisstufe 13 die Preisstufe 3. Das Fahrscheinsortiment umfasst neben Einzelfahrkarten auch folgende Zeitkarten: Tageskarte, Gruppentageskarte (bis zu fünf Personen), Wochenkarte, Monatskarte, 9-Uhr-Monatskarte (gültig von 9 Uhr bis Betriebsschluss), Azubi-Monatskarte, Jahreskarte, 9-Uhr-Jahreskarte, CleverCard und Anschlusszeitkarten für Inhaber von Fernverkehrs-Zeitkarten der Deutschen Bahn mit Start bzw. Ziel im RMV-Gebiet. Zu den Zeitkarten können bei Fahrten über deren räumlichen Geltungsbereich hinaus Anschlussfahrkarten gelöst werden. Die Struktur der Anschlussfahrkarten wurde zum Fahrplan- und Tarifwechsel im Dezember 2007 neu strukturiert, seitdem können zu den Zeitkarten aller Preisstufen (vorher nur ab Preisstufe 3 bzw. 13) Anschlussfahrkarten gelöst werden, auch benötigen die Fahrgäste keine Kenntnis mehr, welche Tarifgebiete sie zusätzlich durchfahren. Zusätzlich kann für die Benutzung der ersten Wagenklasse bei der Bahn ein entsprechender Zuschlag erworben werden, den es auch für Wochen-, Monats- und Jahreskarten gibt. Der RMV bietet keine Mehrfachfahrkarten an, wodurch es nicht nötig ist, die Fahrkarten vor Fahrtantritt zu entwerten. Eine Ausnahme ist das Tarifgebiet 65 „Wiesbaden/Mainz“ (siehe unten), in dem für die spezielle Preisstufe 13 doch Mehrfahrtenkarten angeboten werden.
Außerdem werden auch Jobtickets, Kombitickets und Semestertickets angeboten. Mit den Studierendenschaften (ASten) der meisten Hochschulen im RMV-Gebiet bestehen Verträge, so dass die Studierenden automatisch mit der Einschreibung ein RMV-AStA-Semesterticket erhalten.
Das Hessenticket hat im gesamten RMV (und darüber hinaus) Gültigkeit und kann dort auch erworben werden, allerdings handelt es sich nicht um ein Angebot des RMV. Bei Fahrten ausschließlich mit der Bahn (nicht jedoch U- und Straßenbahn) wird eine vorhandene BahnCard der Deutschen Bahn anerkannt und führt zu einem ermäßigten Preis, wenn mindestens die Preisstufe 5 erreicht wird, für die BahnCard 100 bestehen weitergehende Regelungen.
Seit April 2006 bietet der RMV auch ein elektronisches Handy-Ticket an, wobei der Fahrpreis am Ende des Monats per Lastschrift abgebucht wird. Dies war anfangs nur im Raum Frankfurt möglich, ist nun aber RMV-weit verfügbar.
[Bearbeiten] Aufgaben
Der RMV nimmt im Auftrag des Landes die Ausschreibung/Bestellung der überregionalen Verkehrsleistungen im Bus- und Schienenpersonennahverkehr wahr. Außerdem hat er eine koordinierende Funktion in der Zusammenarbeit der übrigen für die Bestellung von lokalen Verkehren (örtliche Busse, Straßenbahnen etc.) zuständigen Lokalen Nahverkehrsgesellschaften. Über die Tochtergesellschaft Fahrzeugmanagement Region Frankfurt RheinMain GmbH (fahma) finanziert und beschafft der RMV Triebfahrzeuge für den Schienenpersonennahverkehr in seinem Aufgabengebiet.
[Bearbeiten] Besonderheiten Mainz/Wiesbaden
Die Städte Mainz und Wiesbaden haben im RMV einen besonderen Status. Die Stadt Wiesbaden ist – wie die übrigen Landkreise und kreisfreien Städte Hessens auch – Gesellschafterin des RMV, die rheinland-pfälzische Hauptstadt Mainz jedoch nicht. Weil aber der ÖPNV der beiden Städte Mainz und Wiesbaden schon seit langem über eine ganze Reihe gemeinsamer Linien, sowie seit dem 15. Mai 1975 auch über den Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden (VMW) traditionell eng miteinander verbunden sind, ist die Stadt Mainz über den VMW trotzdem mit dem RMV assoziiert. Das Mainzer Stadtgebiet ist damit das einzige außerhessische Gebiet, welches zum regulären Tarifraum des RMV gehört, während alle anderen Gebiete außerhalb Hessens nur mit Übergangstarifen erreichbar sind. Gleichzeitig sind die Städte Mainz und Wiesbaden auch in den Tarifraum des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbunds (RNN) integriert, durch diese Kooperation ist wiederum Wiesbaden über den VMW an den RNN assoziiert. Der RNN-Tarif ist gegenüber dem RMV-Tarif jedoch subsidiär und wird nur bei Fahrten angewandt, die zwischen den Städten Mainz bzw. Wiesbaden und dem übrigen RNN-Verbundgebiet (bzw. umgekehrt) stattfinden, im reinen Binnenverkehr der Stadt Mainz bzw. der Stadt Wiesbaden, bei Fahrten zwischen Mainz und Wiesbaden (bzw. umgekehrt) sowie bei Fahrten zwischen Mainz bzw. Wiesbaden und dem übrigen RMV-Gebiet gilt ausschließlich der Tarif des RMV. Die Fahrkarten beider Verbünde sind daher an den Automaten, Verkaufsstellen und in den Fahrzeugen mit Fahrscheinverkauf erhältlich.
Außerdem wurden im VMW traditionell Sammelkarten angeboten. Aus verschiedenen Gründen soll dieses System auch bis auf weiteres beibehalten werden. Dabei können je 5 Fahrscheine (früher 4) im Vorverkauf en bloc erworben werden und müssen dann im Bus bzw. am Bahnsteig mittels Entwerter entwertet werden. Diese Fahrscheine sind auf allen Verkehrsmitteln des RMV im Tarifgebiet 65 gültig.
An den Automaten der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) und der ESWE Verkehrsgesellschaft sind auch die im RNN angebotenen Mehrfahrtenkarten erhältlich (aus dem RMV-Automaten), nicht jedoch aus den (RMV-)Automaten der Deutschen Bahn; die Deutsche Bahn hat hierfür an ausgewählten Standorten extra reine RNN-Automaten aufgestellt.
Während im RMV für Inhaber von Wochen-, Monats- oder Jahreskarten die Mitnahme von allen eigenen bzw. 3 Kindern nur an Wochenenden bzw. unter der Woche erst ab 19 Uhr möglich ist, gilt in den Bussen und Straßenbahnen der MVG und von ESWE Verkehr eine erweiterte Mitnahmeregelung, nach der die Kinder-Mitnahmeregelung an allen Tagen rund um die Uhr zugelassen ist.
[Bearbeiten] Mitglieder des RMV und ihre Aufgabenträgerorganisationen
[Bearbeiten] Verkehrsunternehmen im RMV (Auswahl) [Konzern]
- Alpina Bad Homburg GmbH [Veolia]
- Autobus Sippel GmbH [Arriva]
- Becker & Sohn GmbH & Co. KG
- Busverkehr Rhein-Neckar GmbH (BRN) [DB Stadtverkehr]
- cantus Verkehrsgesellschaft mbH [HLB, BENex]
- DB Regio AG
- ESWE Verkehrsgesellschaft mbH
- FirstGroup Rhein-Neckar GmbH
- Fulda Busgesellschaft mbH [BENex]
- Hanauer Straßenbahn AG
- Hasenauer Reisen
- HEAG mobilo GmbH
- Hellertalbahn GmbH [HLB-Beteiligung]
- Hessische Landesbahn GmbH (HLB)
- Kahlgrund Verkehrs-GmbH (KVG)
- Kraftverkehr Kinzigtal GmbH (KVK)
- Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH (MVG)
- MobilBus GmbH
- Nassauische Verkehrs-Gesellschaft mbH (NVG) [Veolia]
- Offenbacher Verkehrsbetriebe GmbH (OVB) [VGF-Beteiligung]
- Omnibusverkehr Rhein-Nahe GmbH (ORN) [DB Stadtverkehr]
- Omnibusbetrieb Schulmeyer GmbH [DB Stadtverkehr]
- Omnibusbetrieb Winzenhöler GmbH & Co. KG
- Philippi Nahverkehr GmbH & Co. KG
- Regionalverkehr Kurhessen GmbH (RKH) [DB Stadtverkehr]
- Reiseservice Frieda Gass
- Riedwerke Kreis Groß-Gerau
- Stadtwerke Gießen AG
- Stadtwerke Marburg GmbH
- Stadtwerke Oberursel GmbH
- Stadtwerke Rüsselsheim
- trans regio Deutsche Regionalbahn GmbH (TR) [Eurailco]
- Überlandwerk Fulda AG (ÜWAG)
- VGF Verkehrsgesellschaft Region Fulda mbH
- VIAS GmbH [VGF-Beteiligung]
- Verkehrsgesellschaft Mittelhessen GmbH (VM) [Nedrail (Abellio)]
- vectus Verkehrsgesellschaft mbH [HLB-Mehrheit]
- Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF)
- Vineta Busbetriebsgesellschaft mbH & Co. KG
- Wehnert ETI GmbH
- Werner GmbH & Co. KG [Nedrail (Abellio)]
- Wetzlarer Verkehrsbetriebe und Reisebüro Werner Gimmler GmbH
[Bearbeiten] Ausschreibungen im SPNV
| Name der Ausschreibung | Strecken | Vertragslaufzeit | Leistungen | Gewinner |
|---|---|---|---|---|
| Hellertal |
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09/1999 – 09/2007 (verlängert?) | ? Mio. Zugkilometer | Hessische Landesbahn GmbH + Westerwaldbahn GmbH + Kreisbahn Siegen-Wittgenstein GmbH (Hellertalbahn GmbH) |
| Westerwald |
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12/2004 – 12/2014 | 2,4 Mio. Zugkilometer | Hessische Landesbahn GmbH + Westerwaldbahn GmbH (vectus Verkehrsgesellschaft mbH) |
| Kahlgrundbahn |
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12/2005 – 12/2015 | 0,3 Mio. Zugkilometer | Hessische Landesbahn GmbH |
| Odenwaldbahn |
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12/2005 – 12/2015 | 1,8 (ab 2008 2,0) Mio. Zugkilometer | Verkehrsgesellschaft Frankfurt mbH + Rurtalbahn GmbH (VIAS GmbH) |
| Nordost-Hessen-Netz |
|
12/2006 – 12/2016 | 3,5 Mio. Zugkilometer | Hessische Landesbahn GmbH + Hamburger Hochbahn AG (cantus Verkehrsgesellschaft mbH) |
| Südhessennetz |
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12/2008 – 12/2018 | 1,37 Mio. Zugkilometer | DB Regio AG |
| Taunusstrecke |
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12/2008 – 12/2020 | 1,0 Mio. Zugkilometer | DB Regio AG |
| Main-Lahn-Sieg |
|
12/2010 – 12/2023 | 1,3 Mio. Zugkilometer | Hessische Landesbahn GmbH |
| Rheingau |
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12/2010 – 12/2023 | 2,1 Mio. Zugkilometer | VIAS GmbH |
| Mittelhessen |
|
12/2011 – 12/2023 | 3,13 Mio. Zugkilometer | DB Regio Hessen GmbH |
| Lahntal/Vogelsberg-Rhön |
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12/2011 – 12/2023 | 2,375 Mio. Zugkilometer p.a. | Vergabe noch offen |
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Verweise
- ↑ Aktuelle Regionalmatrix: rmv.de, 29 kB, PDF
- ↑ Liste der RMV-Mitglieder in der Webpräsenz des RMV
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Webseite des RMV
- Informationen zum Hessenticket RMV
- Übergangstarife
- Das Handy-Ticket im RMV
Karlsruhe | Rhein-Main | Rhein-Nahe | Rhein-Neckar | Rhein-Mosel | Region Trier

