Rhein-Pfalz-Kreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Rhein-Pfalz-Kreises Deutschlandkarte, Position des Rhein-Pfalz-Kreises hervorgehoben49.428.36Koordinaten: 49° 25′ N, 8° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Ludwigshafen am Rhein
Fläche: 304,88 km²
Einwohner: 149.068 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 489 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: RP
Kreisschlüssel: 07 3 38
Kreisgliederung: 25 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Europaplatz 5
67063 Ludwigshafen am Rhein
Webpräsenz: www.rhein-pfalz-kreis.de
Landrat: Clemens Körner (CDU)
Lage des Rhein-Pfalz-Kreises in Rheinland-Pfalz
Niederlande Belgien Frankreich Luxemburg Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Saarland Frankenthal (Pfalz) Kaiserslautern Koblenz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Ludwigshafen am Rhein Mainz Pirmasens Speyer Trier Worms Zweibrücken Landkreis Ahrweiler Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Donnersbergkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Germersheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mayen-Koblenz Neustadt an der Weinstraße Landkreis Neuwied Rhein-Hunsrück-Kreis Rhein-Lahn-Kreis Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Südliche Weinstraße Landkreis Südwestpfalz Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Rhein-Pfalz-Kreis (bis zum 31. Dezember 2003 Landkreis Ludwigshafen) ist ein Landkreis im Südosten von Rheinland-Pfalz in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Rhein-Pfalz-Kreis liegt im Rheingraben (Oberrheinische Tiefebene).

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Durch seine Lage innerhalb der Metropolregion Rhein-Neckar mit vielen benachbarten kreisfreien Städten und der angrenzenden Lage am Rhein, ist der Rhein-Pfalz-Kreis von vielen Gebietskörperschaften umgeben, die zudem drei Bundesländern angehören.

Innerhalb des Bundeslandes Rheinland-Pfalz grenzt der Kreis an folgende Gebietskörperschaften (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Kreisfreie Stadt Worms, Kreisfreie Stadt Frankenthal (Pfalz), Kreisfreie Stadt Ludwigshafen am Rhein, Kreisfreie Stadt Speyer, Landkreis Germersheim, Landkreis Südliche Weinstraße, Landkreis Bad Dürkheim.

Durch den Rheinlauf getrennt grenzt im Norden der hessische Kreis Bergstraße an. Südlich daran anschließend grenzen, von Nord nach Süd geordnet, der Stadtkreis Mannheim, der Rhein-Neckar-Kreis sowie der Landkreis Karlsruhe im Bundesland Baden-Württemberg an das Kreisgebiet.

Klima[Bearbeiten]

Es herrscht ein sehr mildes Klima. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt weniger als 500 mm. Im Sommer ist es oft heiß und schwül, dazu gibt es häufig starke Gewitter. Im Winter ist die Region schneearm.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1886 wurde das Bezirksamt Ludwigshafen gegründet. Dieser Gründungsakt war eine der letzten Amtshandlungen des bayerischen Königs Ludwig II. Da die Bevölkerung rund um Speyer stark angewachsen war, war eine Teilung des bisherigen Bezirksamtes Speyer notwendig geworden. 1920 wurde die Stadt Ludwigshafen am Rhein aus dem Bezirksamt ausgegliedert und erhielt den Status einer kreisunmittelbaren Stadt,[2] ab 1935 Stadtkreis genannt. Aus dem Bezirksamt Ludwigshafen am Rhein ging 1939 der gleichnamige Landkreis hervor,[3] welcher am 7. Juni 1969 mit dem aufgelösten Landkreis Speyer, dem östlichen Teil des ebenfalls aufgelösten Landkreises Frankenthal (Pfalz) sowie dem Ort Rödersheim aus dem Landkreis Neustadt an der Weinstraße den neuen Landkreis Ludwigshafen bildete[4], wobei man Rödersheim mit Alsheim-Gronau zur Ortsgemeinde Rödersheim-Gronau vereinigte. Ruchheim wurde am 16. März 1974 in die kreisfreie Stadt Ludwigshafen am Rhein eingegliedert.

Am 19. Mai 2003 beschloss der Kreistag bei fünf Gegenstimmen, den Landkreis in „Rhein-Pfalz-Kreis“ umzubenennen. Laut einer Umfrage der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ waren 70 Prozent der Bürger gegen eine Änderung. Der von Landrat Werner Schröter vorangetriebene Namenswechsel sollte eine bessere Vermarktung für landwirtschaftliche Produkte, intensivere Werbung für gastronomische Angebote und eine stärkere Identifikation der Kreisbewohner bewirken.[5] Am 27. August 2003 wurde die Namensänderung vom Mainzer Innenministerium genehmigt. Die entsprechende Urkunde nahm Landrat Schröter am 28. Oktober 2003 in Mutterstadt aus den Händen von Innenminister Walter Zuber entgegen. Die Änderung wurde am 1. Januar 2004 wirksam.

Politik[Bearbeiten]

Kreishaus des Rhein-Pfalz-Kreises am Europaplatz in Ludwigshafen
Kreishaus-Westseite

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag wurde zuletzt am 25. Mai 2014 gewählt:

Parteien und
Wählergemeinschaften
 %
2014
Sitze
2014
 %
2009
Sitze
2009
 %
2004
Sitze
2004
 %
1999
Sitze
1999
CDU 38,9 19 39,1 18 42,5 20 45,1 21
SPD 29,4 15 29,7 14 26,9 12 35,2 16
GRÜNE 11,8 6 8,5 4 8,1 4 5,3 2
FWG 7,9 4 8,5 4 11,7 5 6,4 3
AfD 7,8 4
FDP 4,2 2 9,8 4 6,0 3 4,5 2
REP - - 3,5 2 4,9 2 3,5 2
LINKE 0,9 0
gesamt 100,0 46 100,0 46 100,0 46
Wahlbeteiligung in % 57,0 56,7 61,0 65,6

Landräte[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Im schräglinks durch einen silbernen Wellenbalken geteilten Schild nach oben rechts in Schwarz ein goldener, rotbewehrter, nach links schreitender Löwe, links unten in Blau ein silbernes schwebendes Kreuz, aufgelegt ein rotes Herzschild mit zwei goldenen Seerosenblättern, an sich zweimal kreuzenden Stengeln.

Das Wappen wurde am 18. Januar 1971 genehmigt und am 28. Oktober 1977 farblich verändert. Der Pfälzer Löwe steht für die kurpfälzischen Gebiete des Kreises und das Kreuz steht für die Gebiete des ehemaligen Hochstifts Speyer. Die Seerosenblätter symbolisieren die Auenlandschaft südlich von Ludwigshafen, der Wellenbalken den Rhein.

Kreispartnerschaften[Bearbeiten]

1964 mit Schnals und Naturns in Südtirol, Italien. Der Kreis Speyer brachte die Partnerschaften mit Schlanders und Martelltal, ebenfalls in Südtirol, mit ein.
1983 mit Kinyami, Ruanda
Nach der Wiedervereinigung entstand mit dem Saalkreis in Sachsen-Anhalt eine Partnerschaft
1991 mit Radviliškis in Litauen
2002 mit dem Kreis Opole in Polen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Kaufkraft der Kreisbevölkerung liegt um 16 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Nur vier Prozent der Bruttowertschöpfung machen noch die Landwirtschaft aus, wegen der überdurchschnittlich guten Anbaubedingungen hat das Kreisgebiet aber überregionale Bedeutung als "Gemüsegarten Deutschlands".[8]

Verkehr[Bearbeiten]

Netzplan der S-Bahn Rhein-Neckar

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 6 (Saarbrücken–Mannheim), 61 (Speyer–Koblenz), 65 (Karlsruhe–Ludwigshafen) und 650 (Bad Dürkheim–Ludwigshafen). Ferner durchziehen mehrere Bundesstraßen und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 9 (Wörth am Rhein–Kleve), sowie als Schifffahrtsweg der Rhein.

Das Gebiet des Kreises ist auch relativ gut durch Schienenstrecken erschlossen. Unter anderem gibt es sechs S-Bahn-Stationen.

Bildung[Bearbeiten]

Der Kreis beherbergt die größte Kreisvolkshochschule von Rheinland-Pfalz. Außerdem gibt es eine Kreismusikschule, zwei Gymnasien, eine Integrierte Gesamtschule und drei Realschulen.

Kultur und Freizeit[Bearbeiten]

Sakralbauten[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Auf der Website des Kreises heißt es:

Kaum ein Jahr vergeht, in dem nicht wenigstens eine Deutsche Meisterschaft in irgendeiner Disziplin zu verzeichnen ist.

Zu den herausragenden Sportvereinen gehören die Ringer vom VfK Schifferstadt und die Gewichtheber vom AC Mutterstadt.

Für den Breitensport stehen vier Kreisbäder, Badeseen und weitere Sportstätten bis zum Golfpark Kurpfalz (bei Limburgerhof) zur Verfügung.

Camping[Bearbeiten]

In den Rheinauen befindet sich das mit 123 Hektar Fläche umfangreichste Campinggebiet Deutschlands. Nahezu 5000 Stellplätze für Wohnwägen sind dauerhaft vermietet.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Frankenthal (Pfalz) Kreis Bergstraße Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Germersheim Landkreis Karlsruhe Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Ludwigshafen am Rhein Mannheim Rhein-Neckar-Kreis Speyer Worms Altrip Beindersheim Birkenheide Bobenheim-Roxheim Böhl-Iggelheim Dannstadt-Schauernheim Dudenhofen Fußgönheim Großniedesheim Hanhofen Harthausen Heßheim Heuchelheim bei Frankenthal Hochdorf-Assenheim Kleinniedesheim Lambsheim Limburgerhof Maxdorf Mutterstadt Neuhofen (Pfalz) Otterstadt Rödersheim-Gronau Römerberg (Pfalz) Schifferstadt Waldsee (Pfalz)Karte Rhein-Pfalz-Kreis.png
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2013)[1]

Verbandsfreie Gemeinden/Städte[Bearbeiten]

Bobenheim-Roxheim 9.890 Einwohner 20,5 km²
Böhl-Iggelheim 10.131 Einwohner 32,8 km²
Limburgerhof 11.169 Einwohner 09,0 km²
Mutterstadt 12.572 Einwohner 20,5 km²
Schifferstadt, Stadt 19.277 Einwohner 28,0 km²

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden[Bearbeiten]

(Sitz der Verbandsgemeinde *)

Verbandsgemeinde
Dannstadt-
Schauernheim
12.811 Einwohner 33,2 km²
Dannstadt-
Schauernheim
*
6759 Einwohner 15,3 km²
Hochdorf-
Assenheim
3111 Einwohner 9,7 km²
Rödersheim-
Gronau
2941 Einwohner 8,2 km²
Verbandsgemeinde
Lambsheim-Heßheim
16.199 Einwohner 37,7 km²
Beindersheim 3106 Einwohner 5,7 km²
Großniedesheim 1265 Einwohner 3,8 km²
Heßheim 2956 Einwohner 5,8 km²
Heuchelheim
bei Frankenthal
1232 Einwohner 5,8 km²
Kleinniedesheim 953 Einwohner 3,9 km²
Lambsheim * 6687 Einwohner 12,8 km²
Verbandsgemeinde
Maxdorf
12.578 Einwohner 16,9 km²
Birkenheide 3084 Einwohner 2,9 km²
Fußgönheim 2536 Einwohner 6,7 km²
Maxdorf * 6958 Einwohner 7,4 km²
Verbandsgemeinde
Römerberg-Dudenhofen
20.878 Einwohner 55 km²
Dudenhofen * 5830 Einwohner 13 km²
Hanhofen 2473 Einwohner 5,8 km²
Harthausen 3080 Einwohner 8,4 km²
Römerberg 9495 Einwohner 27,9 km²
Verbandsgemeinde
Waldsee
23.563 Einwohner 51,3 km²
Altrip 7568 Einwohner 10,5 km²
Neuhofen 7159 Einwohner 12,3 km²
Otterstadt 3318 Einwohner 15,6 km²
Waldsee * 5518 Einwohner 12,9 km²

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Ludwigshafen am Rhein bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen LU zugewiesen. Es wird in der kreisfreien Stadt Ludwigshafen am Rhein durchgängig bis heute ausgegeben. RP ist das seit dem 27. Juli 2005 für diesen Landkreis gültige Unterscheidungszeichen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heimatkalender des Landkreises Ludwigshafen am Rhein. Hrsg. von der Kreisverwaltung. Schiffer, Rheinberg (Rhld.) Jg. 1960 (1959).
  • Hans-Einhart Springmann (Red.): Kreis Ludwigshafen 1970/71. Hrsg.: Kreis Ludwigshafen. Geier, Schifferstadt 1971.
  • Heimat-Jahrbuch. Rhein-Pfalz-Kreis. (anfangs: Landkreis Ludwigshafen). Hrsg.: Kreisverwaltung. Bd. 1. 1985–. ISSN 0939-0103. (Index in Bd. 21. 2005, S. 81–157.)
  • Gerhard Sellinger: Daheim im Rhein-Pfalz-Kreis. Sellinger, Schifferstadt 2010 (enthält Biographien bekannter Kreisbürger).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rhein-Pfalz-Kreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. territorial.de
  3. territorial.de
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 165 (PDF)
  5. Jörg Schmihing: Jahrestag ohne Jubel und Chronik. In: Die Rheinpfalz / Ludwigshafener Rundschau Nr. 18 vom 22. Januar 2009, S. 18. ZDB-ID 209783-7
  6. Rainer Rund: Dr. Kurt Becker-Marx (1921–2004). Der dritte Nachkriegs-Landrat im ehemaligen Landkreis Ludwigshafen. In: Heimat-Jahrbuch. Rhein-Pfalz-Kreis. Bd. 27 (2010), S. 126–141.
  7. Dr. Ernst Bartolomé. In: Gerhard Sellinger: Daheim im Rhein-Pfalz-Kreis. Sellinger, Schifferstadt 2010, S. 19.
  8. rhein-pfalz-kreis.de