Rhein-Sieg-Kreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Rhein-Sieg-Kreises Deutschlandkarte, Position des Rhein-Sieg-Kreises hervorgehoben50.7937.2071Koordinaten: 50° 48′ N, 7° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Landschaftsverband: Rheinland
Verwaltungssitz: Siegburg
Fläche: 1.153,2 km²
Einwohner: 582.280 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 505 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: SU
Kreisschlüssel: 05 3 82
Kreisgliederung: 19 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Kaiser-Wilhelm-Platz 1
53721 Siegburg
Webpräsenz: www.rhein-sieg-kreis.de
Landrat: Sebastian Schuster (CDU)
Lage des Rhein-Sieg-Kreises in Nordrhein-Westfalen
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Über dieses Bild
Das Siegtal

Der Rhein-Sieg-Kreis ist ein Landkreis im Süden von Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Mit seinen über 580.000 Einwohnern ist er bevölkerungsmäßig nach der Region Hannover und dem Kreis Recklinghausen der drittgrößte deutsche Landkreis. Er umgibt die kreisfreie Bundesstadt Bonn fast vollständig und bildet mit ihr zusammen die Region Bonn/Rhein-Sieg. Der Rhein-Sieg-Kreis wird vom Rhein geteilt.

Geografie[Bearbeiten]

Kreisgliederung[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013[2])

Städte

  1. Bad Honnef, Mittlere kreisangehörige Stadt (24.845)
  2. Bornheim, Mittlere kreisangehörige Stadt (46.437)
  3. Hennef (Sieg), Mittlere kreisangehörige Stadt (45.806)
  4. Königswinter, Mittlere kreisangehörige Stadt (39.976)
  5. Lohmar, Mittlere kreisangehörige Stadt (29.679)
  6. Meckenheim, Mittlere kreisangehörige Stadt (23.628)
  7. Niederkassel, Mittlere kreisangehörige Stadt (36.841)
  8. Rheinbach, Mittlere kreisangehörige Stadt (26.790)
  9. Sankt Augustin, Mittlere kreisangehörige Stadt (54.285)
  10. Siegburg, Mittlere kreisangehörige Stadt (Kreisstadt) (39.563)
  11. Troisdorf, Große kreisangehörige Stadt (72.978)

Gemeinden

  1. Alfter (23.003)
  2. Eitorf (18.585)
  3. Much (14.130)
  4. Neunkirchen-Seelscheid (19.481)
  5. Ruppichteroth (10.222)
  6. Swisttal (17.480)
  7. Wachtberg (19.827)
  8. Windeck (18.724)
Bad Honnef Königswinter Hennef (Sieg) Eitorf Windeck Ruppichteroth Much Neunkirchen-Seelscheid Lohmar Siegburg Sankt Augustin Troisdorf Niederkassel Bornheim (Rheinland) Alfter Swisttal Rheinbach Meckenheim (Rheinland) Wachtberg Rheinland-Pfalz Bonn Köln
Städte und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises

Nachbarkreise/-städte[Bearbeiten]

Der Rhein-Sieg-Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die kreisfreie Stadt Köln, an den Rheinisch-Bergischen und an den Oberbergischen Kreis (alle in Nordrhein-Westfalen), an die Landkreise Altenkirchen (Westerwald), Neuwied und Ahrweiler (alle in Rheinland-Pfalz) sowie an den Kreis Euskirchen und an den Rhein-Erft-Kreis. Die kreisfreie Stadt Bonn liegt beinahe vollständig innerhalb des Kreisgebietes - nur im äußersten Süden grenzt sie an Rheinland-Pfalz -, gehört jedoch nicht zum Kreis.

Räumliche Gliederung[Bearbeiten]

Das Weinbaugebiet im Siebengebirge war das nördlichste der alten Bundesländer
Ein Bachlauf in Eitorf, das Ottersbachtal
Der „Aalschokker Aranka“ auf dem Rhein zwischen Bad Honnef und Insel Grafenwerth mit Blick zum Drachenfels (Siebengebirge)

Der Rhein-Sieg-Kreis ist aus topographischer Sicht äußerst differenziert. Grund hierfür ist die Lage zwischen dem Rheinischen Schiefergebirge und der Köln-Bonner Bucht. Geprägt ist der Rhein-Sieg-Kreis daher auf der einen Seite von einer Mittelgebirgslandschaft (Siebengebirge, Drachenfelser Ländchen, Voreifel, Nutscheid, Leuscheid) und auf der anderen Seite von weiten flacheren Gebieten nahe den Flüssen Rhein und Sieg. Höchster Berg im Rhein-Sieg-Kreis ist der zum Siebengebirge gehörende Große Ölberg mit 460 m, der mit 43 m tiefste Punkt des Kreises findet sich im Niederkasseler Ortsteil Lülsdorf am Rhein. Auffällig aus topographischer Sicht sind die verschiedenen „Terrassen“ des Rheins, die im Laufe der Jahrmillionen in die Landschaft geschnitten wurden.

Die naturräumliche Gestalt schwankt zwischen Wiesen, Mischwäldern und Agrar- beziehungsweise Weideflächen. Die Waldfläche nimmt fast 29 % des Kreisgebietes ein, die landwirtschaftliche Nutzfläche fast 43 %. Dem steht eine Siedlungsfläche von gut 25 % gegenüber. Weitere knapp 2 % der Kreisfläche sind Wasserfläche. Ebenso vielfältig ist die sozioökonomische Struktur des Rhein-Sieg-Kreises. Nahe den Großstädten Bonn und Köln hat die Suburbanisierung die Städte wie zum Beispiel Sankt Augustin stark anwachsen lassen und diese auch urbaner geprägt. Dagegen herrscht in den weiter entfernten Gemeinden wie zum Beispiel Much eher noch „ländliche Idylle“ vor und die Gemeindestruktur ist eher ländlich.

Naturparks[Bearbeiten]

In den Rhein-Sieg-Kreis ragen die Naturparks Bergisches Land, Rheinland, Naturpark Siebengebirge. Mit 551, 334 und 38 km² Kreisfläche (gesamt 921 km²) sind somit 32,4 % des Kreises Teil eines Naturparks. 2005 standen zudem 9,3 % der Kreisfläche unter Naturschutz und 55,5 % unter Landschaftsschutz. Seit dem 1. Dezember 2010 beteiligt sich der Rhein-Sieg-Kreis unter dem Projektnamen „chance7 - wir fördern Heimat“[3] an dem Bundesförderprogramm chance.natur: "Natur- und Kulturlandschaft zwischen Siebengebirge und Sieg", das mit Bundes-, Landes- und Kreismitteln gefördert wird. Dabei sollen auf einer Fläche von 12.000 Hektar Biotopverbundsysteme geschaffen werden. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwölf Jahren und ein Fördervolumen von 12,5 Millionen Euro.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Burgruine Windeck ist eine der vielen Burgen im Rhein-Sieg-Kreis
Im September blüht in der Wahner Heide die Besenheide

Frühgeschichte[Bearbeiten]

  • Durch die Römer wurde Gallien erobert und der linksseitige Rhein gegen die freien Germanen rechts des Rheins befestigt. Hierbei entstand neben anderen die römische Garnisonstadt Bonn. Während die hiesigen Sugambrer durch römische Vorstöße vernichtend geschlagen wurden, siedelten sich andere germanische Stämme wie die Ubier später friedlich links des Rheines an und bekamen gegen Wehrdienste Land zugewiesen. Während der Römischen Kaiserzeit gehörte der heutige linksrheinische Teil des Rhein-Sieg-Kreises zur römischen Provinz Niedergermanien, während der rechtsrheinische Teil zum Gebiet des „freien Germaniens“ gehörte.
  • Im 5. Jahrhundert wurden die Römer durch die Franken verdrängt. In dieser Zeit begann die Besiedlung des heutigen Kreisgebietes, später erfolgten die ersten Dorfgründungen und die Christianisierung.
  • Im Mittelalter gehörte das heutige Kreisgebiet zunächst zum Bonngau und zum Auelgau, später zu verschiedenen Herrschaften. Linksrheinisch war das im Wesentlichen das Erzstift Köln, rechtsrheinisch die Grafen von Sayn mit den Burgen Löwenburg, Blankenberg und Windeck und vor allem die Herzöge von Berg. Daneben gab es noch zahlreiche Freiheiten für Klöster oder Freiherren, die in den einzelnen Kommunen näher erläutert sind.
  • Ab 1794 wurde das linksrheinische Gebiet von Frankreich besetzt, von 1798 an gehörte der linksrheinische Teil des heutigen Kreises zum Rhein-Mosel-Département. Unter französischer Verwaltung wurden am 12. Dezember 1808 die Leibeigenschaft und am 11. Januar 1811 das Lehenswesen abgeschafft. Neben der Neueinteilung von Verwaltungsgebieten Kantone und Mairien kam es auch zur Einführung der Hausnummern und der bürgerlichen Personenstandsregister (1798 linksrheinisch, 1810 rechtsrheinisch).[5] Der rechtsrheinische Teil gehörte von 1806 an zum Großherzogtum Berg.

1815–1945[Bearbeiten]

seit 1945[Bearbeiten]

  • Im Rahmen der ersten Phase der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen wurde zum 1. August 1969 der bisherige Siegkreis um die neu geschaffenen Kommunen Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg aus dem ehemaligen Landkreis Bonn erweitert und in Rhein-Sieg-Kreis umbenannt. Der bisherige Landkreis Bonn wurde aufgelöst. Ein Teil dessen wurde mit anderen Kommunen zur neuen Stadt Bonn vereinigt, der Rest – wie beschrieben – in den Rhein-Sieg-Kreis eingegliedert. Nach dem Gesetzeswortlaut sollte die Reform bereits zum 1. Juli 1969 in Kraft treten. Bedingt durch eine Eilentscheidung des nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtshofs in Münster (geklagt hatten der Landkreis Bonn, die Städte Beuel und Bad Godesberg, sowie die Gemeinden Uckerath, Wahlscheid, Oberkassel, Oberpleis, Stieldorf, Duisdorf, Lengsdorf und Witterschlick) verschob sich der Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens auf den 1. August 1969.[6]
  • Im Rahmen der zweiten Phase der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen (Vorarbeiten zum späteren „Köln-Gesetz“) wurde u.a. eine Zuordnung der Kommunen Alfter, Meckenheim, Swisttal und Wachtberg zur Stadt Bonn und eine Eingliederung der Stadt Rheinbach in den Kreis Euskirchen diskutiert. Die Stadt Bornheim sollte zwischen Köln und Bonn aufgeteilt werden (etwa Roisdorf zu Bonn und Sechtem bzw. Walberberg zu Köln). Dieses Vorhaben konnte jedoch bereits im Anhörungsverfahren sowohl durch den Rhein-Sieg-Kreis, als auch durch die betroffenen Städte und Gemeinden verhindert werden.[7]
  • 1974–1978: Abriss des ehemaligen Landratsamtes am Kaiser-Wilhelm-Platz in Siegburg und Bau des heutigen Kreishauses ebenda.
  • 1991 Bonn-Berlin-Beschluss des Deutschen Bundestages: Die Umzugsentscheidung des Bundestages nach Berlin hat beachtliche Auswirkungen auf den Rhein-Sieg-Kreis, da u.a. viele Kommunen neben Bonn sog. Hauptstadtfunktionen (bspw. Sitz von Botschaften und anderen Behörden) wahrnehmen.
  • 1994 Bonn-Berlin-Gesetz tritt in Kraft. Dadurch wird eine Arbeitsteilung zwischen Berlin und der Region Bonn/Rhein-Sieg-Ahrweiler mit Ausgleichregelungen für den Hauptstadtverlust festgeschrieben.
  • Mitte der 1990er Jahre Bau und Errichtung der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Rheinbach und Sankt Augustin.
  • Ende der 1990er Jahre Bau der ICE-Strecke Frankfurt–Köln sowie des neuen ICE-Bahnhofs Siegburg/Bonn.
  • 1999 Umzug des Deutschen Bundestages (nach der Sommerpause) nach Berlin.

Politik[Bearbeiten]

Das Kreishaus am Kaiser-Wilhelm-Platz in Siegburg

Für die Bundestagswahlen ist der Rhein-Sieg-Kreis in die Wahlkreise 098 und 099 aufgeteilt, Abgeordnete aus diesen sind derzeit Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU) und Norbert Röttgen (CDU).

Für die Landtagswahlen Nordrhein-Westfalens ist der Rhein-Sieg-Kreis in folgende vier Wahlkreise eingeteilt:

direkt gewählt: Dirk Schlömer (SPD)

direkt gewählt: Andrea Milz (CDU)

direkt gewählt: Ilka Freifrau von Boeselager (CDU)

direkt gewählt: Achim Tüttenberg (SPD)

(ehrenamtliche) Landräte (zur Zeit der „Doppelspitze“)[Bearbeiten]

Durch eine Gesetzesänderung der britischen Militärregierung wird das bisherige Amt des Landrats geteilt in das Amt des Oberkreisdirektors (als Hauptverwaltungsbeamten und damit Verwaltungschef) einerseits und das Amt eines gleichsam politischen (ehrenamtlichen) Landrates als Vorsitzender des Kreistages andererseits (sogenannte Doppelspitze). Sowohl der Oberkreisdirektor als auch der Landrat werden vom Kreistag gewählt. Erst 1994 wurde die Doppelspitze durch eine Gesetzesänderung des nordrhein-westfälischen Landtages abgeschafft. Allerdings sah die Novelle eine Übergangszeit bis 1999 vor. Der Rhein-Sieg-Kreis machte von der entsprechenden Übergangsregelung jedoch keinen Gebrauch, sodass die Doppelspitze dort erst 1999 auslief.

Oberkreisdirektoren (Hauptverwaltungsbeamte zur Zeit der „Doppelspitze“)[Bearbeiten]

Seit dem 1. Oktober 1999 gibt es – wie vor 1946 – im (Rhein-)Sieg-Kreis keine sogenannte „Doppelspitze“ mehr. Das Amt des Oberkreisdirektors ist abgeschafft. Der Landrat ist nicht mehr ehrenamtlich, sondern hauptamtlich tätig. Außerdem wird er von den Einwohnern und nicht mehr vom Kreistag gewählt.

Landräte (als Hauptverwaltungsbeamte)[Bearbeiten]

Kreisdirektoren (allgemeine Vertreter des Hauptverwaltungsbeamten)[Bearbeiten]

  • 1969–1977 Norbert Bestgen
  • 1977–1983 Walter Kiwit
  • 1983–1991 Günter Brahm
  • 1991–2007 Monika Lohr
  • seit dem 1. Oktober 2007 Annerose Heinze (CDU)

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung: 56,0 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,10
26,58
12,75
5,86
3,72
1,65
1,72
3,47
2,16
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-0,93
+3,94
-0,86
-6,91
+0,65
-0,18
+1,72
+3,47
-0,89
Sitzverteilung im Kreistag
          
Von 80 Sitzen entfallen auf:

Der Kreistag ist die kommunale Volksvertretung des Rhein-Sieg-Kreises. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt[8].

Wappen[Bearbeiten]

Wappen des Rhein-Sieg-Kreises

Blasonierung: „In silbernem Schild ein blaugekrönten und blaubewehrter, zweigeschwänzter roter Löwe, der sich mit der linken Pranke auf einen silbernen Schild mit schwarzem Balkenkreuz stützt, mit der rechten ein goldenes Flammenschwert über seinem Haupte schwingt.“

Das Wappentier ist der Bergische Löwe, womit auf die ehemalige Zugehörigkeit des rechtsrheinischen Kreisgebietes zum Herzogtum Berg verwiesen wird. Das Kurkölnische Kreuz im silbernen Schild weist auf die ehemals zu Kurköln gehörigen Gebiete des Kreises hin. Das Schwert stellt das Flammenschwert des Erzengels Michael dar, womit die Abtei Michaelsberg in Siegburg symbolisiert wird.[9]

Verwaltungen[Bearbeiten]

Die Kreispolizeibehörde des Rhein-Sieg-Kreises ist für die rechtsrheinischen Kommunen bis auf Königswinter und Bad Honnef zuständig. Diese und die linksrheinischen Kommunen fallen in die Zuständigkeit des Polizeipräsidiums Bonn. Weitere Zuständigkeiten liegen bei der Autobahnpolizei des Polizeipräsidiums Köln und der Bundespolizei im Bereich der Bahngelände. Die obere Gerichtsbarkeit liegt beim Landgericht Bonn mit den Amtsgerichten Bonn, Königswinter, Rheinbach, Siegburg und Waldbröl für das Kreisgebiet.

Regionale Kooperation[Bearbeiten]

Mit Bonn und dem Landkreis Ahrweiler kooperiert der Rhein-Sieg-Kreis im Regionalen Arbeitskreis Entwicklung, Planung und Verkehr Bonn / Rhein-Sieg / Ahrweiler.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Das Sea Life Center Königswinter

Nachdem die Region in den 1980er-Jahren weit überdurchschnittlich gewachsen war, fürchtete man durch den Regierungs-Umzug wirtschaftliche Einbußen. Es stellte sich aber heraus, dass gerade der Rhein-Sieg-Kreis als Wirtschaftsregion mit der heutigen Bundesstadt Bonn zusammen auch durch seine gute Verkehrsinfrastruktur den Strukturwandel erfolgreich bewältigt. Seit der Gründung 1969 gibt es beständig hohe Zuwachsraten bei Arbeitsplätzen und Unternehmen. Durch das hohe Fachkräftepotenzial sind viele Neugründungen und Expansionen der Wirtschaft, gerade im Dienstleistungs- und Informationstechnologiebereich, zu verzeichnen.

Diese Entwicklung zeigt sich auch an der Entwicklung der Einwohnerzahlen: 2006 gab es mit ungefähr 600.000 Einwohnern ca. 100.000 mehr als 1990. Nahezu 140.000 Einwohner des Rhein-Sieg-Kreises pendeln zur Arbeit, die meisten davon nach Bonn (41.000) und Köln (27.000).

Die wichtigsten Einkaufszentren des Kreises sind der HUMA Einkaufspark in Sankt Augustin und das Kaufland in Troisdorf.

Verkehr[Bearbeiten]

Der ICE-Bahnhof in Siegburg
Flugplatz Hangelar

Verkehrstechnisch ist der Kreis aufgrund seiner Lage zwischen Köln und Bonn gut erschlossen. Lediglich der östliche Teil des Kreises bildet hier eine Ausnahme, da dieser sich zwischen Bergischem Land und Westerwald befindet. Durch das Kreisgebiet führen die Autobahnen

Insgesamt existierten 2005 an Straßen des überörtlichen Verkehrs im Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises ca. 80 km Bundesautobahnen, ca. 145 km Bundesstraßen, ca. 520 km Landesstraßen und ca. 260 km kreiseigene Straßen. Es waren über 420.000 Kraftfahrzeuge zugelassen.

Der Kreis ist auch durch Strecken der Deutschen Bahn gut angeschlossen:

Durch die Siegstrecke wird auch weitgehend der östliche Teil des Kreises erschlossen.

Dazu kommen noch Stadtbahnstrecken von Siegburg über Sankt Augustin und von Bad Honnef über Königswinter nach Bonn, die von der Stadtwerke Bonn Verkehrs GmbH in relativ dichtem Takt betrieben werden. Wichtigste Linie stellt die Stadtbahnlinie 66 (Telekom Express) dar, die alle oben genannten Städte miteinander verbindet.[10]

Der Rhein-Sieg-Kreis gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS).

Der viertgrößte deutsche Flughafen Köln/Bonn liegt teilweise auf Kreisgebiet. Die Straßenanbindung ist über die A 59 und die Schienenanbindung über die Flughafenschleife gewährleistet. Daneben gibt es den Verkehrslandeplatz Bonn/Hangelar (Sankt Augustin) und das Segelfluggelände Eudenbach (Bad-Honnef/Königswinter).

Der Rhein als schiffbare Wasserstraße hat 20,0 km Länge im Kreis, ein Yachthafen liegt in Niederkassel-Mondorf.

Schulen[Bearbeiten]

Im Rhein-Sieg-Kreis befinden sich die

Insgesamt studierten 2005 hier 5.176 Menschen.

Das Schullandheim des Rhein-Sieg-Kreises ist in Gemünd (Schleiden).

Bodenrichtwert[Bearbeiten]

Die Baulandpreise im Kreis für Wohnbebauung variieren stark zwischen der städtischen Zone und den Landgemeinden. In Siegburg sind Preise zwischen 195 und 320 Euro je m² zu zahlen, in Windeck zwischen 60 und 28 Euro. Die mittleren Preise lagen 2010[11] bei:
Siegburg, Sankt Augustin und Niederkassel 235 €
Troisdorf 210 €
Lohmar 190 €
Hennef (Sieg) 155 €
Neunkirchen-Seelscheid 125 €
Eitorf 100 €
Much 90 €
Ruppichteroth 75 €
Windeck 50 €

Tourismus[Bearbeiten]

Der Drachenfels (Siebengebirge) ist der meistbesuchte Berg Europas.[12] Zwischen Siebengebirge und Rhein, auf dem Stadtgebiet von Königswinter und im Bad Honnefer Stadtteil Rhöndorf, liegen die einzigen gewerbsmäßig bewirtschaften Weinberge in Nordrhein-Westfalen. Durch den Rhein-Sieg-Kreis führen die Deutsche Alleenstraße, der Siegsteig und der Rheinsteig.

Sport[Bearbeiten]

Insgesamt zählte der Kreissportbund 2007 etwa 158.000 Mitglieder in 582 Vereinen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Siegkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen SU (nach der Kreisstadt Siegburg) zugewiesen. Es wird im Rhein-Sieg-Kreis durchgängig bis heute ausgegeben. Fahrzeuge, die im Landkreis Bonn zugelassen wurden, weil Halter in Kommunen leben, die früher (bis 1969) zu diesem Landkreis gehörten, heute aber im Rhein-Sieg-Kreis liegen, tragen noch immer BN.

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Kunstdenkmäler des Siegkreises, bearb. v. E. Renard, Düsseldorf 1907 (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Bd. 5.4).
  • Herbert Schmidt: Aus der Wald- und Forstgeschichte des Siegkreises. Eine Auswertung des Archivs des Staatlichen Forstamtes Siegburg, Siegburg 1973 (Veröffentlichung des Geschichts- und Altertumsvereins für Siegburg und den Rhein-Sieg-Kreis e.V., Band 10).
  • Die Akten des Landkreises Bonn, bearb. v. Herbert Weffer, Siegburg 1992 (Quellen zur Geschichte des Rhein-Sieg-Kreises, 13).
  • Claudia Maria Arndt, Sven Kuttner u. Monika Marner: Bibliographie zur jüdischen Geschichte und Kultur im Rhein-Sieg-Kreis. Ludwig-Maximilians-Universität, München 2005 (Volltext als PDF).
  • Literatur von Rhein-Sieg-Kreis im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014.
  3. Chance7-Homepage
  4. chance7 - neue Heimat für den Naturschutz
  5. Theodor Rutt: Land an Sieg und Rhein - Geschichte-Kultur-Wirtschaft, Wissenschaftliches Archiv, Urkunde-Bild-Chronic GmbH, Bonn 1960
  6. Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen 1969, S. 236 ff. sowie VGH 13/69, 14/69, 16/69, 22/69, 34/69, 35/69, 36/69, 38/69, 41/69
  7. Franz Möller: Der Rhein-Sieg-Kreis im Spannungsfeld zwischen Bund und Land 1949–2000, Siegburg 2005
  8. Rhein-Sieg-Kreis. Kreistagswahl - Gesamtergebnis. 25. Mai 2014, abgerufen am 16. Juni 2014.
  9. http://www.rhein-sieg-kreis.de/cms100/buergerservice/rhein-sieg-kreis/kreiswappen/index.shtml
  10. Minifahrplan der Stadtwerke Bonn und des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg für die Linie 66 (Stand:1. Januar 2009)
  11. http://www.boris.plus.nrw.de
  12. http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,614351,00.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rhein-Sieg-Kreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien