Rhein-Zeitung

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Rhein-Zeitung
Rhein-Zeitung Logo.svg
Beschreibung Abonnement-Tageszeitung
Verlag Mittelrhein-Verlag GmbH
Erstausgabe 20. April 1946
Erscheinungsweise Montag bis Samstag
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2014, Mo–Sa)
190.832 Exemplare
Chefredakteur Christian Lindner
Herausgeber Mittelrhein-Verlag GmbH
Geschäftsführer Walterpeter Twer
Weblink www.rhein-zeitung.de
ZDB 1398909-1

Die Rhein-Zeitung (RZ) ist eine Regionalzeitung im nördlichen Rheinland-Pfalz und eine Online-Zeitung. Sie wird herausgegeben von der Mittelrhein-Verlag GmbH mit Sitz in Koblenz.

Verbreitungsgebiet und Struktur[Bearbeiten]

Das Verlagsgebäude der Rhein-Zeitung im Industriegebiet von Koblenz

Das Verbreitungsgebiet der Rhein-Zeitung und ihrer Heimatausgaben ist der gesamte ehemalige Regierungsbezirk Koblenz sowie die Stadt Mainz samt Umland. Die Rhein-Zeitung berichtet damit aus einem Gebiet, das 9489 Quadratkilometer (die 3,7-fache Fläche des Saarlandes) umfasst und rund 1,7 Millionen Einwohner und 1.113 Kommunen hat. Das Blatt erreicht mit einer verkauften Auflage von 190.832 Exemplaren[1] täglich rund 640.000 Leser (Stand 2009).

Die Rhein-Zeitung erscheint in 13 Lokalausgaben mit sechs verschiedenen Titeln: Rhein-Zeitung (unter diesem Namen erscheinend in der Stadt Koblenz sowie den Landkreisen Ahrweiler, Altenkirchen (Westerwald), Cochem-Zell, Mayen-Koblenz und Neuwied), Kirner Zeitung (Verbandsgemeinde und Stadt Kirn), Nahe-Zeitung (Landkreis Birkenfeld), Oeffentlicher Anzeiger (Landkreis Bad Kreuznach), Rhein-Hunsrück-Zeitung (Rhein-Hunsrück-Kreis), Rhein-Lahn-Zeitung (Rhein-Lahn-Kreis) und Westerwälder Zeitung (Westerwaldkreis). Die Mainzer Rhein-Zeitung (Stadt und Umland Mainz) wurde am 31. Dezember 2013 eingestellt.

In fünf Landkreisen erscheinen die Ausgaben kreisweit, in den Kreisen Altenkirchen (Westerwald), Bad Kreuznach, Neuwied, Mayen-Koblenz sowie im Rhein-Lahn-Kreis erscheint die Rhein-Zeitung mit zwei jeweils räumlich differenzierten Ausgaben („Splitting-Ausgaben“).

Auflage[Bearbeiten]

Die Rhein-Zeitung hat ebenso wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 20,5 Prozent gesunken.[2] Sie beträgt gegenwärtig 190.832 Exemplare.[3] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 89,7 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[4]


Geschichte[Bearbeiten]

Verlag[Bearbeiten]

Die Rhein-Zeitung entstand nach dem Zweiten Weltkrieg als völlige Zeitungsneugründung ohne direkte Vorläufer. Im März 1946 übertrug die Militärregierung der französischen Besatzungszone dem damals 32-jährigen Bauingenieur Peter Josef Stein aus Mayen die Lizenz zur Herausgabe der Rhein-Zeitung. Stein und Dr. Wilhelm Nowack gründeten dafür die Rhein-Mosel-Verlag GmbH mit Sitz in Koblenz. Zum ersten Mal erschien die Rhein-Zeitung am 20. April 1946. Gesetzt und gedruckt wurde die neue Zeitung in der Koblenzer Görres-Druckerei.

Im Dezember 1947 gab Nowack seinen Gesellschafteranteil am Rhein-Mosel-Verlag an den Verlagskaufmann Walter Twer (damals 43 Jahre) aus Nassau ab, der daraufhin zum Geschäftsführer bestellt wurde. 1948 ging die Rhein-Zeitung auf die Mittelrhein-Verlag GmbH (Koblenz) über. Der Mittelrhein-Verlag wurde am 29. April 1948 von den gemeinsamen Lizenzträgern Verlagsdirektor Walter Twer, Chefredakteur Oscar Richardt und Chefredakteur Michael Weber gegründet. Sie nahmen zugleich die Kaufleute Erich Schneider und Joachim Ulrich als weitere Gesellschafter auf. Der neue Verlag wurde in der Ausgabe vom 5. Mai 1948 erstmals im Impressum als Herausgeber der Rhein-Zeitung genannt. Ab November 1948 wurde die Rhein-Zeitung in einer eigenen Druckerei auf dem Gelände des Koblenzer Forts Asterstein hergestellt. Einzelne Lokalausgaben wurden von örtlichen, durch Werkverträge gebundenen Druckereien gefertigt. 1951 zog die Druckerei der Rhein-Zeitung in Koblenz vom Fort Asterstein in die Stegemannstraße um.

1966 erwarb der Mittelrhein-Verlag im neuerschlossenen Koblenzer Industriegebiet "Rheinhafen" ein 20.000 Quadratmeter großes Grundstück, um dort ein neues Druckhaus sowie ein neues Verlagsgebäude zu bauen. 1968 gingen dort zwei neue Hochdruck-Rotationsmaschinen in Betrieb. Verlag, Zentralredaktion, Anzeigenabteilung und Setzerei bezogen den neuen Standort im August 1969.

1969 gab sich die Rhein-Zeitung ein Redaktionsstatut, in dem sich die Redakteure zur Unabhängigkeit von Staat und Parteien verpflichten und jegliche Einflussnahme abwehren.

In weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes besitzt die Rhein-Zeitung eine Quasi-Monopolstellung als regionale Tageszeitung. Allerdings hat der Verlag gerade in den Randgebieten mit zunehmender Konkurrenz und sinkenden Abo-Zahlen zu kämpfen.

Als einer der ersten Regionalzeitungsverlage hatte der Verlag seine Lokalredaktionen, also sein Kerngeschäft, aus tariflichen Gründen ausgegliedert. In den Tochtergesellschaften werden deutlich unter Tarif liegende Gehälter gezahlt. Zahlreiche Verlage sind dem Koblenzer Modell mittlerweile gefolgt. Der Mittelrhein-Verlag ist ohne Tarifbindung Mitglied des Verbandes der Zeitungsverleger in Rheinland-Pfalz und Saarland. Er gehört damit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) an.

Lokalausgaben[Bearbeiten]

Fassadenwerbung in Mainz-Kastel in der Nähe vom Bahnhof für die Mainzer-Ausgabe. Schon verblasst, der rote Schriftzug: Die starken Seiten von Mainz.

Bereits im ersten Monat nach seiner Gründung im April 1946 erschien das Blatt in einer Auflage von 52 000 Exemplaren mit den Lokalausgaben Neuwied, Koblenz, Mayen-Andernach, Cochem-Zell, Bad Kreuznach und Westerwald.

1947 gründete die Rhein-Zeitung fünf weitere Lokalteile für die Regionen Lahn-Diez, Altenkirchen und Simmern (Januar), Ahrweiler (März) sowie Birkenfeld (Juni).

1948 erschienen weitere Lokalausgaben für die Bereiche Mosel/Bernkastel (Januar), St. Goar (August) und den Regierungsbezirk Trier/Eifel (Oktober).

Im Januar 1950 führte der Mittelrhein-Verlag die Lokalausgabe Sankt Goarshausen ein. Zum 4. Februar 1950 übernahm der Verlag den Titel "Westerwälder Zeitung", zum 1. April 1950 den Titel "Lahn-Zeitung". Im Dezember 1950 erhielt die Region Betzdorf und Wissen eine eigene Lokalausgabe mit dem Titel "Rhein-Zeitung".

1953 erhielt die Region Andernach eine eigene Lokalausgabe. Sie erschien erstmals am 9. Mai. Am 31. Juli 1953 wurden die Lokalausgaben Altenkirchen, Betzdorf und Wissen zu einer gemeinsamen Lokalausgabe für den gesamten Kreis Altenkirchen zusammengelegt.

1954 übernahm der Mittelrhein-Verlag zum 25. März die Titel „Bernkasteler Zeitung“, „Birkenfelder Zeitung“, „Idar-Obersteiner Nachrichten“, „Stadt- und Landbote“ (Baumholder) sowie den „Oeffentlichen Anzeiger“ im Raum Bad Kreuznach. Am 27. März 1954 folgte die Übernahme des Titels „Hunsrücker Zeitung“.

1969 wurden im Kreis Birkenfeld am 2. Juni die Lokalausgaben "Idar-Obersteiner Nachrichten", "Birkenfelder Zeitung" und "Stadt- und Landbote Baumholder" zur Ausgabe „Nahe-Zeitung“ vereinigt.

1972 übernahm der Mittelrhein-Verlag im Kreis Bad Kreuznach am 2. November die „Kirner Zeitung“.

1981 übernahm der Mittelrhein-Verlag im Kreis Bad Kreuznach am 2. Januar den im Raum Meisenheim erscheinenden Titel „Allgemeiner Anzeiger“.

1985 erhielt die Lahnsteiner Ausgabe der Rhein-Zeitung am 1. April den Titel „Rhein-Lahn-Zeitung“.

1986 übernahm der Mittelrhein-Verlag am 1. September den Titel „Bendorfer Zeitung“. Zum Jahreswechsel 1992/93 wurde diese Ausgabe in die Koblenzer Lokalausgabe der Rhein-Zeitung integriert.

1987 erschien am 14. Oktober die erste Ausgabe der Mainzer Rhein-Zeitung. Im September 2013 wurde bekannt, dass die Mainzer Ausgabe zum Jahresende eingestellt wird. Zuletzt hatte sie 15 Monate am Stück steigende Abonnentenzahlen zu verzeichnen und eine Auflage von 6.943 Exemplaren. Jedoch sei sie nicht rentabel.[5][6]

Aktion Helft uns Leben[Bearbeiten]

Seit 1979 engagieren sich die Rhein-Zeitung sowie ihre Regionalausgaben im Rahmen der Aktion „Helft uns Leben“. 1989 wurde dazu der gemeinnützige Verein Helft uns Leben e.V. gegründet. Vorsitzender ist Thomas Eisenhauer. Der Verein fördert sowohl die Katastrophenhilfe als auch die Entwicklungszusammenarbeit. Seit 1979 sind mehr als 25 Mio Euro an Spendengeldern eingegangen und verteilt worden.[7] Der Verein arbeitet mit etablierten Partnern auf diesem Sektor zusammen. 2006 war es die Arbeiterwohlfahrt.[8] 2008 war es der Malteser Hilfsdienst.[9] Bei der Überschwemmungskatastrophe in Pakistan 2010 sind es World Vision sowie das „Kinderhilfswerk Global Care“.[10] Auch die Deutsche Welthungerhilfe ist Medienpartner.[11][12]

Internet-Aktivitäten[Bearbeiten]

Ende 1995 bot die RZ als erste deutsche Tageszeitung einen Onlinedienst mit eigener Redaktion an. Seit 1996 werden alle Artikel aus RZ und RZ-Online in einem Internet-Volltext-Archiv abgelegt. 2001 entwickelte RZ-Online mit E-Paper die weltweit erste 1:1-Darstellung einer Zeitung auf HTML-Basis. Seit 2004 ist ein eigens entwickelter Wikipedia-Mirror in RZ-Online und E-Paper integriert. Per Doppelklick auf ein Wort im Text wird die Enzyklopädie durchsucht. Seit Februar 2009 ist die Rhein-Zeitung verstärkt in Social-Media Netzwerken aktiv, vor allem auf den Plattformen Twitter, Facebook und wer-kennt-wen. In der Medienbranche gilt vor allem Chefredakteur Christian Lindner als Vorbild für die Experimentierfreude der hämisch "Holzmedien" genannten Zeitungsverlage auf diesem Gebiet. Für die Social-Media-Aktivitäten wurde extra eine eigene Stelle geschaffen, die von Redakteur Lars Wienand besetzt wird (Impressum der gedruckten Ausgabe). Seit dem Volontärsjahrgang 2009 haben alle Volontäre einen eigenen Blog.[13]

Gemeinsam mit anderen regionalen Zeitungsverlagen ist der Mittelrhein-Verlag seit Juni 2008 an dem regionalen Online-Anzeigenportal Kalaydo beteiligt, in das die Rhein-Zeitung ihr Online-Anzeigengeschäft übertragen hat.

Anfang November 2013 führte die Zeitung eine Bezahlschranke für Teile ihres Internetangebotes ein. Nach dem Konzept einer metered paywall konnten nur noch zehn regionale Online-Artikel pro Monat kostenfrei aufgerufen werden. Nicht betroffen hiervon waren überregionale Berichte sowie solche, die über Links aus Facebook oder Twitter aufgerufen wurden.[14] Seit 1. August 2014 sind nur noch zwei Artikel pro Monat frei verfügbar, ab dem dritten gelesenen Artikel ist eine Anmeldung nötig. Auch überregionale Berichte und Artikel, die über Facebook und Twitter aufgerufen werden, sind nun kostenpflichtig. [15]

Geschäftsführer des Verlages und Chefredakteure der Rhein-Zeitung[Bearbeiten]

Geschäftsführer des Rhein-Mosel-Verlags:

  • März 1946 – Dezember 1947 Peter Josef Stein, Dr. Wilhelm Nowack
  • Dezember 1947 – April 1948 Peter Josef Stein, Walter Twer


Geschäftsführer des Mittelrhein-Verlages:

  • 1948 – 1952 Oscar Richardt, Michael Weber, Walter Twer
  • 1952 – 1956 Michael Weber, Walter Twer
  • 1956 – 1957 Walter Twer
  • 1957 – 1964 Erich Schneider, Joachim Ulrich
  • 1964 – 1970 Erich Schneider
  • 1970 – 1974 Erich Schneider, Jörn Ulrich
  • 1975 – 1979 Jörn Ulrich, Werner Theisen
  • 1979 – 1980 Werner Theisen
  • 1980 – 1986 Werner Theisen, Walterpeter Twer
  • 1986 – 2008 Walterpeter Twer
  • 2008 – 2012 Walterpeter Twer, Dr. Thomas Rochel
  • seit 2012 Walterpeter Twer


Chefredakteure der Rhein-Zeitung:

  • ab 1946 Oscar Richardt
  • 1948 – 1952 Oscar Richardt, Michael Weber
  • 1952 – 1956 Michael Weber
  • 1956 – 1967 Fritz Hirschner, Hans Maurer
  • 1967 – 1969 Hans Maurer
  • 1970 – 1986 Helmut Kampmann
  • 1986 – 1993 Hans Peter Sommer
  • 1993 – 1996 Horst Schilling
  • 1996 – 1998 Dieter Heitmann
  • 1998 – 2004 Martin Lohmann
  • 2004 – 2011 Christian Lindner, Joachim Türk[16]
  • seit 2012 Christian Lindner

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Kampmann: Koblenzer Presse-Chronik. Mittelrhein-Verlag GmbH, Koblenz 1988
  • Sonderausgabe der Rhein-Zeitung: 50 Jahre Rhein-Zeitung. Mittelrhein-Verlag GmbH, Koblenz 20. April 1996
  • media-analyse ag.ma 2008 Tageszeitungen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rhein-Zeitung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  3. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  4. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  5. In eigener Sache. In: rhein-zeitung.de. Mainzer Rhein-Zeitung, 20. September 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013 (deutsch).
  6. „Mainzer Rhein-Zeitung“ schließt – Aus für Ende des Jahres angekündigt / Verlag will auf Flaggschiff „Allgemeine“ setzen; in: Frankfurter Rundschau vom 21./22. September 2013, 69. Jahrgang; Nr. 220; S. 38
  7. http://helft-uns-leben.de/?page_id=60
  8. http://www.awo-kirchberg.de/Historie2006.htm
  9. http://www.malteser.de/61.malteser_international/61.16.downloads/61.16.02.Publikationen/MalteserGB2008.pdf#page=6
  10. Carsten Luther: Wie Leserspenden in Pakistan Not lindern. In: Rhein-Zeitung vom 28. August 2010, Seite 4.
  11. http://www.welthungerhilfe.de/medienpartner.html
  12. Siegener Zeitung, 25. September 2010: Hilfe für Kinder in Pakistan.
  13. http://blog.rhein-zeitung.de/?author=40
  14. Marcus Schwarze: Rhein-Zeitung.de von heute an mit Bezahlschranke Rhein-Zeitung, 4. November 2013, abgerufen am 18. November 2013.
  15. Marcus Schwarze: Bitte melden Sie sich an: Abonnenten künftig stärker im Fokus von Rhein-Zeitung.de Rhein-Zeitung, 1. August 2014, abgerufen am 4. August 2014.
  16. DWDL.de: "Rhein-Zeitung" verliert einen ihrer Chefredakteure

50.3911111111117.5797222222222Koordinaten: 50° 23′ 28″ N, 7° 34′ 47″ O