Rheinböllen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rheinböllen
Rheinböllen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rheinböllen hervorgehoben
50.0080957.673339389Koordinaten: 50° 0′ N, 7° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Rheinböllen
Höhe: 389 m ü. NHN
Fläche: 16,33 km²
Einwohner: 3954 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 242 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55494
Vorwahl: 06764
Kfz-Kennzeichen: SIM, GOA
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 125
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Markt 1
55494 Rheinböllen
Webpräsenz: www.rheinboellen.info
Stadtbürgermeisterin: Bernadette Oberthür (CDU)
Lage der Stadt Rheinböllen im Rhein-Hunsrück-Kreis
Boppard Badenhard Beulich Bickenbach (Hunsrück) Birkheim Dörth Emmelshausen Gondershausen Halsenbach Hausbay Hungenroth Karbach (Hunsrück) Kratzenburg Leiningen (Hunsrück) Lingerhahn Maisborn Mermuth Morshausen Mühlpfad Ney (Hunsrück) Niedert Norath Pfalzfeld Schwall (Rhein-Hunsrück-Kreis) Thörlingen Utzenhain Alterkülz Bell (Hunsrück) Beltheim Braunshorn Buch (Hunsrück) Dommershausen Gödenroth Hasselbach (Hunsrück) Hollnich Kastellaun Korweiler Lahr Mastershausen Michelbach (Hunsrück) Mörsdorf Roth (Rhein-Hunsrück-Kreis) Spesenroth Uhler Zilshausen Bärenbach (Hunsrück) Belg Büchenbeuren Dickenschied Dill (Gemeinde) Dillendorf Gehlweiler Gemünden (Hunsrück) Hahn (Hunsrück) Hecken (Hunsrück) Heinzenbach Henau (Hunsrück) Hirschfeld (Hunsrück) Kappel (Hunsrück) Kirchberg (Hunsrück) Kludenbach Laufersweiler Lautzenhausen Lindenschied Maitzborn Metzenhausen Nieder Kostenz Niedersohren Niederweiler (Hunsrück) Ober Kostenz Raversbeuren Reckershausen Rödelhausen Rödern (Hunsrück) Rohrbach (Hunsrück) Schlierschied Schwarzen Sohren Sohrschied Todenroth Unzenberg Wahlenau Womrath Woppenroth Würrich Argenthal Benzweiler Dichtelbach Ellern (Hunsrück) Erbach (Hunsrück) Kisselbach Liebshausen Mörschbach Riesweiler Rheinböllen Schnorbach Steinbach (Hunsrück) Damscheid Laudert Niederburg Oberwesel Perscheid Sankt Goar Urbar (Rhein-Hunsrück-Kreis) Wiebelsheim Bubach Riegenroth Laubach (Hunsrück) Horn (Hunsrück) Klosterkumbd Budenbach Bergenhausen Rayerschied Wahlbach (Hunsrück) Altweidelbach Pleizenhausen Mutterschied Niederkumbd Simmern/Hunsrück Neuerkirch Wüschheim (Hunsrück) Reich (Hunsrück) Biebern Külz (Hunsrück) Kümbdchen Keidelheim Fronhofen Holzbach Nannhausen Tiefenbach (Hunsrück) Ohlweiler Sargenroth Schönborn (Hunsrück) Oppertshausen Belgweiler Ravengiersburg Mengerschied Hessen Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Birkenfeld Landkreis Bernkastel-Wittlich Rhein-Lahn-Kreis Landkreis Mayen-Koblenz Landkreis Cochem-ZellKarte
Über dieses Bild
Lageplan-Rheinböllen
Rheinböllen

Rheinböllen ist eine Stadt im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Rheinböllen, der sie auch angehört. Rheinböllen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Rheinböllen liegt etwa zehn Kilometer (Luftlinie) südwestlich des Mittelrheins im südöstlichen Hunsrück. Es befindet sich am Übergang des Binger Walds (östlich des Orts) zum Soonwald (südlich), der seit 2005 zum Naturpark Soonwald-Nahe gehört.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Waldsiedlung, Kleinweidelbach und Rheinböllerhütte sind Stadtteile Rheinböllens.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 695 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 39 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,6 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 2 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Rheinböllen wurde urkundlich erstmals im Jahr 1309 erwähnt. Mit der Besetzung des linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wurde der Ort französisch, 1815 wurde er auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet.

Die Puricelli'sche Stiftung wurde von 1864 bis 1891 errichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg zeitweise wieder französisch besetzt, ist der Ort seit 1946 Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Ein Gebietsteil der Gemeinde Daxweiler mit 70 Einwohnern wurde am 1. Januar 1969 nach Rheinböllen umgemeindet und am 17. März 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Kleinweidelbach mit 113 Einwohnern eingemeindet.[3]

Ein Raubüberfall in der Nähe von Rheinböllen bei dem vier Menschen starben, sorgte im März 1978 für bundesweites Aufsehen.[4]

Am 5. September 2009 wurde Rheinböllen von der rheinland-pfälzischen Landesregierung zur Stadt erhoben.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Rheinböllen bezogen auf das heutige Stadtgebiet, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 987
1835 1.306
1871 1.255
1905 1.343
1939 1.288
Jahr Einwohner
1950 1.570
1961 1.869
1970 2.652
1987 3.075
2005 4.042

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Rheinböllen besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Stadtbürgermeisterin als Vorsitzende.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[6]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 5 10 5 20 Sitze
2009 8 8 4 20 Sitze
2004 10 8 2 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Rheinböllen und Umgebung e.V.

Wappen[Bearbeiten]

Das Zitat lautet: „In Schwarz ein wachsender goldener, rotgezungter und –bewehrter ¾ Löwe“.

Rheinböllen war Hauptort des sogenannten „alten Gerichtes“, der altpfälzischen Besitzungen auf dem Hunsrück. Der ¾ Löwe ist eine Minderung des pfälzischen Löwen, den die Wittelsbacher nach ihrer Belehnung mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein (1214) erstmals in ihrem Wappen führen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im KiR (Kulturhaus in Rheinböllen), der Ortshalle finden regelmäßig kulturelle Feierlichkeiten statt. Es gibt in Rheinböllen ein Freizeitbad und einen ca. 500 Hektar großen Wildpark.

Puricelli'sche Stiftung[Bearbeiten]

Puricelli-Stift Rheinböllen

Das Puricelli-Stift wurde 1864 von Heinrich und Eugenie Puricelli entsprechend dem Willen ihrer Tochter Jenny, die früh an Tuberkulose gestorben war, aber von ihrer Großtante einen Vermögensanteil aus der Rheinböller Hütte geerbt hatte, als Waisenhaus-Stiftung gegründet. Diese wurde später von ihrer Schwester Franziska erweitert. Es wurden von 1864 bis 1891 Gebäude mit schöner neugotischer Kapelle für die Stiftung errichtet, die heute unter Denkmalschutz stehen und auch international nach der Haager Konvention geschützt sind.[7]

Zweck und Aufgabe der Stiftung ist es heute, ihre Einrichtungen und Gebäude zu erhalten, für öffentliche und soziale Zwecke, insbesondere zur Aufnahme und Pflege von Alten, Pflegebedürftigen und Behinderten, zur Verfügung zu stellen und die überregionale kunst- und kulturhistorische Bedeutung der gesamten Anlage mit ihren Ausstattungsgegenständen zu pflegen und der Öffentlichkeit nahezubringen.

Am 1. November 2006 wurde die Trägerschaft des Pflegeheimes in Rheinböllen durch die Franziskanerbrüder Betriebs- und Beschäftungs gGmbh übernommen. Die Einrichtung dient Menschen mit einer psychischen Erkrankung als Wohnstätte. Der Name ist Puricelli-Stift Rheinböllen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In Rheinböllen finden regelmäßige Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte und Kirmes statt. Die größte Discoveranstaltung in Rheinböllen ist die XMAS-DANCE-PARTY, die vom JuKu e.V. (Jugend- und Kulturverein) veranstaltet wird. Die Disco findet immer kurz vor Weihnachten im KiR (Kulturhaus in Rheinböllen) statt und verzeichnet jedes Jahr ca. 1000 Gäste. Seit 1998 veranstaltet die Wirtschaftsförderungsgemeinschaft (WfG) alle zwei Jahre eine regionale Gewerbeschau mit bis zu 10.000 Besuchern auf dem Gelände rund um Puricelli-Schule und KiR.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Rheinböllen hat eine eigene Abfahrt an der A61 zum Flughafen Frankfurt-Hahn und ist 15 Straßenkilometer von Bacharach am Rhein entfernt, sowie je etwa 50 km von Mainz und Koblenz. Rheinböllen ist Sitz der Volksbank Rheinböllen eG, mit 140-jähriger Tradition die älteste eigenständige Genossenschaftsbank im Hunsrück. 1997 wurde in Rheinböllen die Wirtschaftsförderungsgemeinschaft „Soonwald“, Rheinböllen e.V. (WfG) gegründet, Mitglieder sind Gewerbetreibende und Firmen aus Rheinböllen und der zugehörigen Verbandsgemeinde. Ziel des Vereines ist es, durch gemeinsam organisierte Aktionen und Maßnahmen (bspw. Gewerbeschau) die Region strukturell und wirtschaftlich zu stärken.

Rheinböllerhütte[Bearbeiten]

Die Hütte wird als „Eysenhütte am Guldenbach“ in einer Grenzbegehung von 1598 erwähnt. Sie verarbeitet wie auch die Stromberger Neuhütte lokale Eisenerze und Raseneisenstein. Sie gehörte im 18. Jahrhundert der Familie Utsch. Margarethe Utsch, Tochter des Jägers aus Kurpfalz heiratete den Sohn italienischer Einwanderer Carl Anton Puricelli, unter dem die Hütte (1865) ihre Blütezeit mit bis zu 628 Arbeitern und Bediensteten erlebte. Über die Firma Alfred Teves gelangte die Hütte an den Continental-Konzern. Sie ist heute noch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region.

Weitere Firmen[Bearbeiten]

Rheinböllen ist Hauptsitz des international tätigen 1992 gegründeten Unternehmens Hahn Automation für automatisierte Spritzguss-Produkte aus Gummi und Kunststoff sowie Metall-Komponenten. Es beschäftigt weltweit 380 und in Rheinböllen 280 Mitarbeiter.

Munitionsdepot Rheinböllen[Bearbeiten]

Das südlich der Stadt am Fuß des Hochsteinchen gelegene Munitionsdepot der Bundeswehr hat eine Fläche von 130 Hektar und 120 Bedienstete. Das Depot hat einen Gleisanschluss an die Hunsrückquerbahn. Das Depot wurde zum 1. April 2004 vom Munitionshauptdepot zum Depot/Lager herabgestuft. Im Rahmen der Strukturreform der Bundeswehr wurde es 2011 ganz geschlossen.

Personen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rheinböllen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seiten 174 und 194 (PDF; 2,6 MB)
  4. Urteil des Landgerichts Bad Kreuznach vom 23. Februar 1979
  5. Stadtrechts-Verleihung am 5. September 2009
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Puricelli-Stift Rheinböllen
  8. WfG Soonwald / Rheinböllen