Rheinbahn (Baden)

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Dieser Artikel beschreibt die teilweise auch Rheintalbahn genannte Eisenbahnstrecke von Mannheim über Rastatt nach Haguenau. Für die weitgehend parallel verlaufende Eisenbahnstrecke von Mannheim über Rastatt nach Basel siehe Rheintalbahn.
Mannheim–Haguenau
Strecke der Rheinbahn (Baden)
nördlicher Teil
Kursbuchstrecke (DB): 700 (Mannheim–Karlsruhe)

702 (Karlsruhe–Rastatt)

710.4/41 (Stadtbahn Karlsruhe)
Streckennummer (DB): 4020 (Mannheim–Rastatt)
4242 (Rastatt–Grenze)
Streckennummer (RFF): 150 000
Streckenlänge: ehem. ca. 122 km
heute: 90,2 km
Stromsystem: Mannheim–Rastatt: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Bundesland (D): Baden-Württemberg
Region (F): Elsass
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
Riedbahn von Frankfurt
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Pfälzische Ludwigsbahn von Ludwigshafen S 1S 2S 3S 4
Bahnhof, Station
0,0 Mannheim Hbf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Riedbahn nach Frankfurt
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Rheintalbahn nach Heidelberg S 1S 2S 3S 4
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Schnellfahrstrecke nach Hockenheim (s.u.)
   
2,0 Mannheim Fabrikstation
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Verbindungskurve vom Rangierbahnhof
Haltepunkt, Haltestelle
3,4 Mannheim-Neckarau (Hp+Abzw)
   
4,7 Altrip
   
6,4 Mannheim-Rheinau Hafen
Bahnhof, Station
8,0 Mannheim-Rheinau
   
ehem. Strecke nach Ketsch (bis 1966)
Straßenbrücke
A 6
Kreuzung mit Tunnelstrecke
Schnellfahrstrecke Hockenheim–Mannheim (s.o./u.)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Verbindungsstrecke von Mannheim-Friedrichsfeld
   
ehem. Strecke von Heidelberg (bis 1967)
Bahnhof, Station
13,6 Schwetzingen
Haltepunkt, Haltestelle
14,7 Oftersheim
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
16,7 Schwetzingen Süd (Abzw)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
ehem. Strecke nach Speyer (heute Gla)
Straßenbrücke
A 61
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Schnellfahrstrecke von Mannheim (s.o.)
Bahnhof, Station
21,7 Hockenheim
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Schnellfahrstrecke nach Stuttgart (s.u.)
Haltepunkt, Haltestelle
24,5 Neulußheim
   
29,4 Kirrlach
Bahnhof, Station
29,9 Waghäusel
Haltepunkt, Haltestelle
32,5 Wiesental
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Schnellfahrstrecke von Hockenheim (s.o.)
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Schnellfahrstrecke nach Stuttgart
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Verbindungsstrecke von Waghäusel Saalbach
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34,6 Philippsburg Molzau (Abzw)
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Bruhrainbahn von Germersheim S 33
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Graben-Neudorf Nord
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Bahnhof, Station
39,6 Graben-Neudorf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Bruhrainbahn nach Bruchsal S 33
   
ehem. Hardtbahn nach Karlsruhe (bis 1967)
Haltepunkt, Haltestelle
45,5 Friedrichstal (Baden) S 2
Bahnhof, Station
50,4 Blankenloch
Bahnhof, Station
55,1 Karlsruhe-Hagsfeld
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Güterumgehungsbahn nach Karlsruhe Rbf
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(ehem. Trasse der Rheinbahn bis 1913)
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Rheintalbahn von Bruchsal, Strecke von Pforzheim
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ehem. Anschluss vom Ausbesserungswerk (bis 199x)
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Karlsruhe Gbf (alt) (bis 199x)
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Karlsruhe Hbf (alt) (bis 1913)
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ehem. Trasse der Hardtbahn, Maxaubahn
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60,7 Karlsruhe Hbf S 3
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Albtalbahn S 1S 11
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(ehem. Trasse der Rheinbahn bis 1913)
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von Karlsruhe Albtalbf (dort Systemwechsel)
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Güterstrecke Karlsruhe West–Karlsruhe Rbf
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Rheintalbahn nach Rastatt S 31S 32
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Pfälzische Maximiliansbahn nach Wörth S 51S 52
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Güterumgehungsbahn von Karlsruhe Rbf
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
63,2 Karlsruhe-Dammerstock
Kilometer-Wechsel
63,3
64,8
(Fehllänge wegen verkürzter Trasse von 1913)
   
ehem. Strecke von Pfälzischer Maximiliansbahn
Bahnhof, Station
67,8 Forchheim (b Karlsruhe)
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
71,2 Blockstelle Basheide
   
zur SFS nach Basel mit Tunnel Rastatt
Haltepunkt, Haltestelle
73,1 Durmersheim Nord
Bahnhof, Station
74,1 Durmersheim
Haltepunkt, Haltestelle
76,5 Bietigheim (Baden)
Bahnhof, Station
79,3 Ötigheim
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Rheintalbahn von Karlsruhe S 31S 32
Bahnhof, Station
82,9 Rastatt
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Rheintalbahn nach Basel S 32S 4
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Murgtalbahn nach Freudenstadt S 31S 41
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
86,6 Rastatt Industrie-Stammgl (Anst)
   
86,6 Eigentumsgrenze DB Netz / AVG
   
87,3 Depot 57 (Munitionslager) (Anst)
   
90,2 Wintersdorf (Baden) (Awanst)
   
91,9 Eigentumsgrenze AVG / DB Netz
   
92,0 Eigentumsgrenze DB Netz / SNCF
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92,3
28,8
Rheinbrücke Wintersdorf (528 m), Rhein,
  Staatsgrenze Deutschland / Frankreich
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(Gleisanschluss)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Strecke von Lauterbourg
Haltepunkt, Haltestelle
24,7 Roppenheim (ehem. Bf)
Bahnhof, Station
21,8 Rœschwoog
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Strecke nach Strasbourg
   
16,4 Soufflenheim
   
11,4 Schirrhein
Bahnhof ohne Personenverkehr
3,7 Oberhoffen
   
ehem. Verbindungsstrecke nach Bischwiller
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke von Bischwiller bzw. Vendenheim
Bahnhof, Station
0,0 Haguenau
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Strecke nach Wissembourg
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Strecke nach Sarreguemines
Strecke – geradeaus
Strecke nach Steinbourg

Die Rheinbahn in Baden ist eine Eisenbahnstrecke in Baden-Württemberg von Mannheim über Karlsruhe nach Rastatt, die als Strategische Bahn ehemals weiter bis nach Haguenau und weiter nach Saverne im heute französischen Elsass führte, siehe Bahnstrecke Steinbourg–Rastatt.

Sie wurde als Ergänzung zur Badischen Hauptbahn erbaut und verläuft weitgehend weiträumig parallel zur von Mannheim über Heidelberg, Karlsruhe, Rastatt und Offenburg nach Basel führenden Rheintalbahn.

Geschichte[Bearbeiten]

1870–1890: Eröffnung und erste Jahre[Bearbeiten]

Die Badische Hauptbahn wurde ab 1840 von Mannheim über Heidelberg nach Karlsruhe und von dort aus weiter bis 1855 nach Basel und später bis nach Konstanz gebaut. Insbesondere der Stadt Mannheim war jedoch der Umweg über Heidelberg ein Dorn im Auge, da ihr natürliches Einzugsgebiet, welches sich unmittelbar am Rhein um die Städte Schwetzingen und Hockenheim befand, links liegen geblieben war.

Anschließend gab es eine heftige Diskussion über die Streckenführung des südlichen Teils: Den Plänen, die Bahn über Linkenheim, Eggenstein und Neureut zum Bahnhof Mühlburger Tor zu führen und ab dort mit der Maxaubahn gemeinsam zum Karlsruher Hauptbahnhof zu führen (heutige Hardtbahn), gab der badische Großherzog Friedrich I. Vorrang gegenüber Bestrebungen, die Bahnlinie über den Osten der Stadt verlaufen zu lassen (heutige Streckenführung). Dabei wurde in Kauf genommen, dass auf der Strecke auch kein Durchgangsverkehr in Nord-Süd-Richtung möglich war, da dieser weiterhin über die Strecke Heidelberg–Karlsruhe verlaufen sollte.

Der Bau der Strecke Mannheim – Schwetzingen – Graben-Neudorf – Eggenstein – Karlsruhe durch die Hardt wurde von der Stadt Mannheim finanziert und am Tag der Eröffnung am 4. August 1870 von der Badischen Staatsbahn übernommen. Die Strecke wurde auch als Rheinbahn bezeichnet, jedoch existieren ältere Landkarten, auf denen sie ebenfalls als Rheintalbahn bezeichnet ist.

Schon kurz nach der Eröffnung 1870 gab es das Problem, dass militärische Transporte von Mannheim nach Süden in Karlsruhe Kopfmachen mussten, was durch eine Verbindungskurve[2] zwischen Rheinbahn und Hauptbahn beschleunigt wurde.

Entwicklung von 1890 bis zu den Weltkriegen[Bearbeiten]

Da man fest damit rechnete, dass bald wieder eine militärische Auseinandersetzung mit Frankreich kommen würde, bemühte man sich auch um den Bau von strategischen Bahnlinien. Vor diesem Hintergrund forderte vor allem der deutsche Generalstab eine Bahnstrecke der Route Graben-Neudorf – Blankenloch – Karlsruhe – DurmersheimRastattRoeschwoogHaguenau, die im Jahr 1895 samt Güterumgehungsbahn Karlsruhe eröffnet wurde. Da diese Route über Blankenloch der kürzere und direkte Weg war, verkehrten die Züge der Rheinbahn fortan über diese strategische Bahnlinie. Zusammen mit der Strecke über Obermodern nach Saverne diente die Bahnstrecke Steinbourg–Rastatt wechselweise deutschen und französischen Militärzwecken.

Der nun ins Abseits geratene Streckenabschnitt Karlsruhe–Eggenstein–Graben-Neudorf wurde fortan als Hardtbahn bezeichnet und zu einer Anschlussstrecke umfunktioniert. Zur Weiterfahrt von der Hardtbahn aus in Richtung Mannheim musste in Graben-Neudorf umgestiegen werden.

Nach Fertigstellung des Streckenabschnittes über Blankenloch entwickelte sich auf der Rheinbahn ein reger Durchgangsverkehr, zumal sie – im Gegensatz zur Alten Badischen Hauptbahn, die den Umweg über Bruchsal und Heidelberg nimmt (siehe Baden-Kurpfalz-Bahn) – die kürzeste Verbindung zwischen Mannheim und Karlsruhe herstellt. Außerdem mussten Züge über Heidelberg dort bis 1955 Kopf machen.

Die Weltkriege reduzierten den Zugverkehr auf dem Abschnitt südlich von Rastatt deutlich bis hin zur Einstellung, zum weiteren grenzüberschreitenden Verkehr:

Hauptartikel: Rheinbrücke Wintersdorf

Mannheim – Rastatt 1945–2000[Bearbeiten]

In den fünfziger Jahren wurde die Rheinbahn elektrifiziert. In den Folgejahren wurden mehrere Bahnhöfe, die nicht mehr rentabel waren, aufgelassen.

Um auf der sehr dicht befahrenen Strecke eine Entlastung herzustellen, wurde die Rheinbahn im Bereich Hockenheim – Graben-Neudorf in die Planungen der Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart mit einbezogen. An mehreren Stellen wurden Verbindungen zur bestehenden Strecke vorgesehen und die Altstrecke teilweise verlegt: Insbesondere erhielt die Rheinbahn in Hockenheim einen neuen Bahnhof mit Überleitverbingungen von und zur Neubaustrecke in beiden Bahnhofsköpfen, in dem ein Prototyp-ESTW die Steuerung aller Stellelemente an der Neubaustrecke bis in den Kraichgau übernahm. Das Teilstück Mannheim–Graben-Neudorf wurde 1987 als erstes Teilstück der Neubaustrecke fertiggestellt und mit der Bahnstrecke Waghäusel Saalbach–Graben-Neudorf an die Rheinbahn angeschlossen und diese verstärkt.

Der 21 km lange Abschnitt zwischen Graben-Neudorf und Karlsruhe wurde als Verbindungsstück zwischen der 1991 auf ganzer Länge eröffneten Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart und der für die Schnellfahrstrecke Karlsruhe–Basel mitbenutzten Rheinbahn ab November 1987 für Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h ertüchtigt.

Im Frühjahr 1989 begannen zwischen Graben-Neudorf und Karlsruhe Bauarbeiten zur Änderung der Blockteilung und dem Einbau der Linienzugbeeinflussung.[3] Neun höhengleiche Bahnübergänge wurden beseitigt.[4] Rund 60 Millionen DM sollten in das Vorhaben investiert werden.[5]

Seither nehmen die Fernzüge auf der Rheinbahn ihren Weg nördlich von Graben-Neudorf über diese Strecke. Im Personennahverkehr kamen während dieser Zeit hauptsächlich Züge aus Silberlingen zum Einsatz, die mit Elektroloks der Baureihe 141 bespannt waren.

1997 wurde der Mitte der achtziger Jahre aufgelassene Bahnhof Karlsruhe-Hagsfeld in Zusammenhang mit Eröffnung der Strecke Karlsruhe–Blankenloch der Stadtbahn Karlsruhe reaktiviert. Seither dient er als Umsteigepunkt zwischen Stadt- und Regionalbahn (Linien R 2 und S 2 im KVV).

Seit 1994 verkehren auf dem Streckenabschnitt Karlsruhe HbfRastatt Stadtbahnen der AVG im Stundentakt ( zuerst als Linie S7, später dann als Linie S4), aber nicht mehr ab dem Karlsruher Hauptbahnhof, sondern ab Karlsruhe Albtalbahnhof und über die Verbindungsrampe zwischen dem Albtalbahnhof und dem Gleisvorfeld des Hauptbahnhofs.

Weitere Entwicklung 2000–2010[Bearbeiten]

Seit 2000 fahren im Zwei-Stunden-Takt Regional-Express-Züge (RE) von Karlsruhe über Speyer, Ludwigshafen und Worms nach Mainz. Von Karlsruhe bis nach Graben-Neudorf verkehren die Züge hierbei auf der Rheinbahn. Zum Einsatz kommen seit Elektrifizierung der Strecke nach Germersheim 2011 auf dieser Linie Triebwagen der Baureihe 425.

Seit 2002 verkehrt auf dem Abschnitt zwischen Karlsruhe Albtalbahnhof und Rastatt ebenfalls die Linie S41, die im Stundentakt das Murgtal mit dem Karlsruher Marktplatz verbindet, so dass es auf dem Abschnitt zwischen Karlsruhe und Rastatt tagsüber zu einem 20/40-Minuten-Takt kommt; in den Abendstunden verkehrt die Linie S4 und S41 zusammen noch im Stundentakt, mit Zugteilung in Rastatt aber teilweise auch nur die S41, so dass der Baden-Badener Streckenabschnitt von der S32, die über Ettlingen West verkehrt, bedient wird.

Auf der ehemaligen Trasse durch die Karlsruher Nordstadt wurde 2006 eine Straßenbahnlinie (Nordstadtbahn) eröffnet.

Die 2006 eröffnete Umgehungsstraße der B 36 wurde in Bündelung mit der dabei vorbereiteten künftigen Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel gebaut, die bei Basheide von der heutigen Trasse abzweigen und in den Tunnel Rastatt führen soll. Baubeginn des Tunnels ist voraussichtlich 2014.

Künftige Entwicklung[Bearbeiten]

Die Strecke Mannheim–Karlsruhe soll bis 2015 in das Netz der S-Bahn RheinNeckar aufgenommen werden. Bereits 2004 wurde ein Vorlaufbetrieb mit S-Bahn-Triebwagen der Baureihe 425 eingerichtet, in die aufgrund der niedrigen Bahnsteige eine zusätzliche Trittstufe eingebaut wurde. Mit Aufnahme des regulären S-Bahn-Betriebes werden alle Unterwegsbahnhöfe modernisiert und dann werden diese Trittstufen auch wieder ausgebaut. Neue Haltepunkte sollen in Schwetzingen-Hirschacker und Schwetzingen Nord entstehen. Der ebenfalls geplante Haltepunkt Graben-Neudorf Süd wird aufgrund von hohem Finanzierungsanteil durch die Gemeinde Graben-Neudorf nicht weiter verfolgt.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Die Strecke verläuft durchweg innerhalb der flachen Oberrheinebene. Darum verläuft sie fast geradlinig und besitzt auch keine größeren Kunstbauten. Von Wintersdorf bis zum Haltepunkt Durmersheim Nord durchquert die Strecke den Landkreis Rastatt; zwischen der Blockstelle Basheide und Forchheim (b Karlsruhe) das erste Mal den Landkreis Karlsruhe; von der Abzeigestelle Dammerstock bis Hagsfeld verläuft sie innerhalb der kreisfreien Stadt Karlsruhe; von Blankenloch bis Waghäusel durchquert sie nochmals den Landkreis Karlsruhe und von Neulußheim bis zum aufgelassenen Haltepunkt Hirschacker den Rhein-Neckar-Kreis. Der Rest der Strecke befindet sich innerhalb der kreisfreien Stadt Mannheim. Mit Rastatt, Ötigheim, Bietigheim (Baden), Durmersheim, Rheinstetten, Karlsruhe, Stutensee, Graben-Neudorf, Waghäusel, Neulußheim, Hockenheim, Oftersheim, Schwetzingen und Mannheim werden insgesamt acht Kommunen passiert.

Fahrplan[Bearbeiten]

Der Personenverkehr der Strecke ist im Kursbuch der Deutschen Bahn unter der Nummer 700 verzeichnet. Sie wird heute sehr dicht befahren. Zahlreiche Fern- und Güterzüge nehmen ihren Weg über diese Strecke. Zwischen Graben-Neudorf und Karlsruhe verkehrt die RE-Linie Karlsruhe–Mainz, die jedoch zwischen Karlsruhe und Graben-Neudorf keinerlei Zwischenhalte hat.

Zwischen Mannheim und Karlsruhe verkehren im übrigen Nahverkehr hauptsächlich Regionalbahnen, die in der Regel im Halbstundentakt bis Waghäusel verkehren, unterwegs überall halten und vereinzelt auch Regional-Express-Züge, die zumindest in Graben-Neudorf, Waghäusel, Hockenheim und Schwetzingen halten.

Betriebsstellen[Bearbeiten]

Mannheim Hauptbahnhof[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mannheim Hauptbahnhof

Der Mannheimer Hauptbahnhof befindet sich am südlichen Rand der Innenstadt. Er entstand 1867, nachdem eine Verbindungsstrecke nach Ludwigshafen – heute Teil der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken – errichtet worden war. Er ersetzte den ursprünglichen Kopfbahnhof am Tattersall.

Altrip[Bearbeiten]

Der Haltepunkt Altrip befand sich auf der Gemarkung von Mannheim. Die Gemeinde Altrip selbst befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des Rheins in Rheinland-Pfalz, während sich die Rheinbahn ausschließlich innerhalb von Baden-Württemberg befindet. Mangels Rentabilität wurde der Halt inzwischen aufgelassen.

Mannheim-Rheinau[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Mannheim-Rheinau

Der Bahnhof Mannheim-Rheinau befindet sich im Mannheimer Stadtteil Rheinau. Ab 1905 war er Ausgangspunkt der Nebenbahn nach Brühl, die 1912 bis nach Ketsch durchgebunden wurde. 1966 wurde sie wieder stillgelegt.

Schwetzingen[Bearbeiten]

Bahnhof Schwetzingen im Dezember 2008
Hauptartikel: Bahnhof Schwetzingen

Der Bahnhof Schwetzingen befindet sich unweit der Schwetzinger Stadtmitte. 1873 wurde er mit Eröffnung der Bahnstrecke Heidelberg–Speyer zum Eisenbahnknotenpunkt. Seit 1880 zweigt von ihm außerdem in Richtung Norden die ausschließlich im Güterverkehr befahrene Bahnstrecke nach Mannheim-Friedrichsfeld ab. Nachdem der Abschnitt OftersheimSpeyer aufgrund der Sprengung der Rheinbrücke gegen Ende des Zweiten Weltkrieges unterbrochen war, endete 1967 der Verkehr zwischen Schwetzingen und Heidelberg ebenfalls.

Hockenheim[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Hockenheim

Der Bahnhof Hockenheim befindet sich am westlichen Stadtrand von Hockenheim. Er existiert seit 1986 und ersetzte seinen weiter östlich gelegenen Vorgänger. Er entstand im Zuge des Baus der Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart, um diese auf Höhe der Stadtmitte mit der Rheinbahn zu bündeln.

Neulußheim[Bearbeiten]

Überführung am Haltepunkt Neulußheim im Februar 2004

Der Bahnhof Neulußheim befindet sich am östlichen Ortsrand von Neulußheim. Er existiert seit 1986 und ersetzte seinen weiter westlich gelegenen Vorgänger. Ähnlich wie in Hockenheim sollten die Rheinbahn und die Schnellfahrstrecke in diesen Bereich gebündelt werden.

Graben-Neudorf[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Graben-Neudorf

Der Bahnhof Graben-Neudorf wurde mit Entstehung der Bruhrainbahn in den Jahren 1874 bis 1877 zum Eisenbahnknotenpunkt. Mit Eröffnung der aus strategischen Gründen eröffneten Strecke Graben-Neudorf–Blankenloch–Karlsruhe geriet der bislang als Teil der Rheinbahn dienende Streckenabschnitt über Eggenstein – fortan „Hardtbahn“ genannt – ins Abseits und fungierte ausschließlich als Nebenbahn. 1967 endete dort der Personenverkehr, woraufhin der Abschnitt Leopoldshafen–Graben-Neudorf abgebaut wurde. Auf Teilen der Reststrecke entstand ab Ende der 1970er Jahre eine Stadtbahnstrecke bis Hochstetten. Im Jahr 1988 wurde der Bahnhof außerdem südlicher Endpunkt der Bahnstrecke Waghäusel Saalbach–Graben-Neudorf, die ihn mit der Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart verknüpft.

Karlsruhe Hauptbahnhof[Bearbeiten]

EuroCity bei der Einfahrt in den Karlsruher Hauptbahnhof im August 1995
Hauptartikel: Karlsruhe Hauptbahnhof

Der Karlsruher Hauptbahnhof befindet sich am südlichen Rand der Karlsruher Südstadt. Er existiert seit 1913 und ersetzte den ursprünglichen Bahnhof in der Innenstadt. Der Bahnhof verfügt über einen Telefonanschluss, Reiseauskunft, Fahrrad-Stellplätze, Parkplätze, Busanschluss, Taxis, Toiletten, Schließfächer, Möbilitässervice und Reisebedarf.[6]

Rastatt[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Rastatt

Der Bahnhof Rastatt erhielt am 1. Mai 1844 Anschluss an das Eisenbahnnetz, als der Abschnitt HeidelbergKarlsruhe der Rheintalbahn eröffnet wurde. Mit Eröffnung der Murgtalbahn wurde der Bahnhof zum Knotenbahnhof. 1895 erfolgte die Inbetriebnahme der Rheinbahn von Karlsruhe nach Haguenau. Seit 1994 ist der Bahnhof außerdem in das Netz der Stadtbahn Karlsruhe integriert und wird von vier Linien bedient, die sich hier ins Rhein- und Murgtal verzweigen.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Peter-Michael Mihailescu, Matthias Michalke: Vergessene Bahnen in Baden-Württemberg. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0413-6, S. 64–68.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rheinbahn (Baden) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. ka.stadtwiki.net/Kurvenbahn
  3. Neubau- und Ausbaustrecken. In: Die Bundesbahn. Jg. 66, Nr. 1, 1990, ISSN 0007-5876, S. 82–87.
  4. Jahresrückblick 1988. In: Die Bundesbahn, 1/1989, S. 62.
  5.  Georg Fischer: Die Ausbaustrecken der Deutschen Bundesbahn. In: Knut Reimers, Wilhelm Linkerhägner (Hrsg.): Wege in die Zukunft. Hestra-Verlag, Darmstadt 1987, ISBN 3-7771-0200-8, S. 203–207.
  6. bahnhof.de: Bahnhofsprofil > Karlsruhe Hbf. Abgerufen am 11. Juli 2013.