Rheinbreitbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Rheinbreitbach
Rheinbreitbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Rheinbreitbach hervorgehoben
50.6202777777787.230833333333375Koordinaten: 50° 37′ N, 7° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Unkel
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 6,58 km²
Einwohner: 4469 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 679 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53619
Vorwahl: 02224
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 062
Adresse der Verbandsverwaltung: Linzer Straße 4
53572 Unkel
Webpräsenz: www.rheinbreitbach.eu
Ortsbürgermeister: Wolfgang Gisevius
Lage der Ortsgemeinde Rheinbreitbach im Landkreis Neuwied
Neuwied Buchholz (Westerwald) Asbach (Westerwald) Windhagen Neustadt (Wied) Rheinbreitbach Unkel Bruchhausen (Landkreis Neuwied) Erpel Vettelschoß Linz am Rhein Kasbach-Ohlenberg Ockenfels Sankt Katharinen (Landkreis Neuwied) Dattenberg Leubsdorf (am Rhein) Bad Hönningen Rheinbrohl Hammerstein (am Rhein) Leutesdorf Isenburg (Westerwald) Kleinmaischeid Großmaischeid Stebach Marienhausen Dierdorf Oberdreis Woldert Rodenbach bei Puderbach Ratzert Niederwambach Steimel Döttesfeld Puderbach Dürrholz Hanroth Raubach Harschbach Niederhofen Dernbach (Landkreis Neuwied) Urbach (Westerwald) Linkenbach Breitscheid (Westerwald) Waldbreitbach Roßbach (Wied) Hausen (Wied) Datzeroth Niederbreitbach Hümmerich Oberhonnefeld-Gierend Oberraden Straßenhaus Kurtscheid Bonefeld Ehlscheid Rengsdorf Melsbach Hardert Anhausen Rüscheid Thalhausen Meinborn Nordrhein-Westfalen Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Ahrweiler Landkreis Mayen-Koblenz Koblenz Marienhausen WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild
Überblick über Rheinbreitbach
Rheinfront von Rheinbreitbach

Rheinbreitbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz (Deutschland). Sie grenzt mit Bad Honnef im Rhein-Sieg-Kreis direkt an Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Unkel an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Unkel hat. Rheinbreitbach ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Die Ortsgemeinde liegt als südlicher Vorort von Bad Honnef am nördlichen Mittelrhein gegenüber von Oberwinter und am südlichen Rand des Siebengebirges. Naturräumlich lässt sich der im Rheintal gelegene Westen des Gemeindegebiets der Honnefer Talweitung zuordnen, ein mittlerer Abschnitt den Linzer Terrassen und der gesamte Osten dem Rheinwesterwälder Vulkanrücken.

Die größte Nord-Süd-Ausdehnung des Gemeindegebietes beträgt etwa 2 km, die größte Ost-West-Ausdehnung etwa 7 km. Es umfasst ein von Westen (Rheinufer) nach Osten hin ansteigendes Gelände. Der Ortsteil Breite Heide liegt etwa in der Mitte zwischen Osten und Westen auf etwa 190 m ü. NHN. Das östlich der Breiten Heide liegende Gemeindegebiet ist etwa 200–300 m breit und, mit Ausnahme des Rottlandhofes (310 m ü. NHN) an der nordöstlichen Gemeindegrenze, unbewohnt. Unterhalb des Asbergs wird auf 375 m ü. NN der höchste Bodenpunkt des Gemeindegebiets erreicht, der niedrigste mit 49 m ü. NHN an der Mündung des Grenzbachs Honnefer Graben in den Rhein. Mit 8,5 % wird ein geringer Anteil des 6,58 km² großen Gemeindegebietes landwirtschaftlich genutzt, 56,6 % sind von Wald bestanden.[2] Zu Rheinbreitbach gehören die Wohnplätze Rolandsmühle, Rottlandhof und (Häusergruppe) Ziegelei.[3]

Die Wohnbebauung Rheinbreitbachs reicht von der Bundesstraße 42 und der Rechten Rheinstrecke im Westen bis an die Hänge der Berge (von Nord nach Süd) Auf dem Horn, Koppel, Mühlenberg und Müllershardt und in das Tal des für die Gemeinde namensgebenden Breitbachs im Osten. Dieser entspringt auf dem Stadtgebiet Unkels nördlich der Bruchhausener Grube Sankt Marienberg, in seinem Tal liegt an einer ehemaligen Schmelze die hälftig auch zur Gemarkung Scheurens gehörende Häusergruppe Ziegelei. Westlich von Bahnstrecke und B 42 sind der Wohnplatz Rolandsmühle südlich des Bad Honnefer Lohfelds und die Siedlung Mühlenweg die einzigen am Rhein gelegenen und ständig bewohnten Gebiete der Gemeinde. Dort liegen im sogenannten Maar auch zwei durch Abgrabung entstandene Teiche östlich und westlich der Bahnstrecke. Ebenfalls am Rhein befindet sich in der durch hohe Pappeln gesäumten Flur Auf dem Salmenfang ein Campingplatz. Nördlich des Rheinbreitbacher Ortszentrums erstreckt sich ein Trinkwasserschutzgebiet, dessen Kern das Bad Honnefer Lohfeld bildet.

Nachbargemeinden sind Bad Honnef im Norden, Windhagen im Osten, Unkel im Süden sowie Remagen im Westen, zu dem die Grenze in der Mitte des Rheins verläuft.

Geschichte[Bearbeiten]

Fundstücke aus der Römerzeit[Bearbeiten]

Da mehrfach römische Münzen aus dem Zeitraum 150 bis 350 n. Chr. im Bereich des späteren Bergwerks Virneberg (auch Firneberg; damals noch Tagebau) gefunden wurden, kann davon ausgegangen werden, dass schon in römischer Zeit in Rheinbreitbach Bergbau (Kupfer) stattgefunden hat. Andere Bergbautätigkeiten der Römer nördlich des Limes sind durch den Felsabbau (Trachitsteinbruch) am Drachenfels belegt.

Erste historische Erwähnung[Bearbeiten]

Rheinbreitbach um 1840

Rheinbreitbach wurde vermutlich in fränkischer Zeit gegründet, aber erst 966 erstmals als „Breitenbach“ urkundlich erwähnt. „Rheinbreitbach“ heißt der Ort seit 1604. Im Mittelalter war er durch einen Wallgraben und vier befestigte Tore geschützt. Von der Unteren Burg ist nur ein Torbogen erhalten, die Grundmauern und das Gelände der Burg wurden in den vergangenen Jahren aufwändig saniert. Die Arbeiten fanden im Frühjahr 2009 ihren Abschluss. Die Obere Burg aus dem 15. Jahrhundert existiert noch vollständig. Ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert stammt die Pfarrkirche und aus dem 17. Jahrhundert die Leonhardskapelle.

Weinbau[Bearbeiten]

Der Rheinbreitbacher Weinbau ist fast so alt wie der Ort selbst. Im Jahr 1143 wird das Kloster Rolandswerth (heute Nonnenwerth) als Besitzer großer Weingärten in Rheinbreitbach genannt. Auch das im Westerwald liegende Zisterzienserkloster Marienstatt, das im Jahr 1222 gegründet wurde, war in Rheinbreitbach begütert. Weitere Weinberge besaßen das Kloster Schwarz-Rheindorf, sowie die Kölner Kirchen St. Aposteln, St. Severin, St. Maria ad Gradus, St. Gereon und St. Martin. Neben dem Freiherrn von Breidbach hatte selbst der Herzog von Berg hier Weinberge. Die meisten der Rheinbreitbacher Winzer waren als Halfen oder Drittelhalfen auf den Gütern der Adeligen und der Geistlichkeit eingesetzt, sie mussten die Hälfte oder ein Drittel der Ernte an den Grundherren abführen. Um die ausgedehnten Weingärten, die sich bis zum Rhein erstreckten, vor Traubendieben zu schützen wurden von der Gemeinde „Traubenhüter“ eingesetzt.

Im Kirchenbuch von Rheinbreitbach wird 1661 von 110 Weingärten in Rheinbreitbach berichtet. Aus dem 17. Jahrhundert wird von häufigen Missernten aufgrund kalter Winter oder Unwetter berichtet. Im Jahr 1889 wurde eine besonders gute Ernte erzielt, die Einnahmen der Winzer wurden auf über 100.000 Mark geschätzt. Anfang des 20. Jahrhunderts ging der Rheinbreitbacher Weinbau ständig weiter zurück, einer der Gründe war das Auftreten der Reblaus. Seit einigen Jahren gibt es bis auf wenige Ausnahmen keinen Weinanbau mehr.

Kupferbergbau[Bearbeiten]

Der erste urkundlich belegbare Bergbau in Rheinbreitbach begann 1604 mit einem Bartholomäus Brück (Brüggen), der das kurfürstliche Bergwerk wieder in Betrieb gesetzt hatte. Aufgrund verschiedener Dokumente und Funde ist nachgewiesen, dass am Virneberg (heute Ortsteil Breite Heide) bereits im Mittelalter Kupfer im Untertagebau gewonnen und vor Ort verhüttet wurde. Brück erwähnt in einem Protokoll eine damals aufgefundene, über 200 Jahre alte Schlackenhalde und im 18. Jahrhundert fand man einen bis dahin unbekannten alten Hauptstollen in ca. 40 Meter Tiefe. 1629 wurden bereits fast 500 Zentner Kupfer produziert. Im Dreißigjährigen Krieg wurden von den durchziehenden Schweden wichtige Teile der Bergwerksanlagen zerstört.

Etwa 1720 waren die Stollen bereits über 1.000 Meter lang. 1724/25 kam es zur wirtschaftlichen Trennung der bei Bruchhausen gelegenen Grube Im Siepen als St. Marienberg von der Grube Virneberg, sodass nach 1728 die im Breitbachtal gelegene Schmelze (eine Kupferschmelzhütte) nur noch vom Virneberg benutzt werden konnte. 1744 bestand die Belegschaft aus 80 Mann. In dieser Zeit muss die Grube auch in St. Josephsberg umbenannt worden sein. Am Eingangsbogen der Martinskapelle im benachbarten Selhof befindet sich ein Schlussstein mit der Inschrift S(t.) Josepsbergh und der Jahreszahl 1735 sowie der Abbildung der Bergmannszeichen Eisen und Bohrer. 1756 wurden für einen Glockenguss an der Bonner Münsterkirche 8.000 Pfund Breitbacher Kupfer verwendet. 1789 besuchte der junge Alexander von Humboldt auf einer seiner ersten Studienreisen die Rheinbreitbacher Bergwerke, 1791 kam der Kölner Kurfürst.

Bergwerkslore (Hunt) in Bruchhausen

Im Jahr 1794 kam der Bergbau vorübergehend zum Erliegen. Wenig später, im Jahr 1800, wurde ein neuer Schacht bis in 85 Meter Tiefe angelegt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte eine rege Tätigkeitsperiode ein. 1840 förderte die 51-köpfige Knappschaft 8500 Tonnen Erz aus dem Bergwerk. Um dieselbe Zeit wurde auch die Schmelze im Breitbachtal stillgelegt. Nach einigen guten Jahren erfolgte 1867 eine Einstellung des Tiefbaus, einer der Schächte hatte bereits eine Tiefe von 138 m erreicht, 1870 wurde ein weiterer Schacht neu angelegt. Die Belegschaft stieg auf 164 Personen an und 1880 wurde eine Tiefe von 255 m erreicht (etwa 115 m unter dem Rheinniveau). 1886 erfolgte die endgültige Stilllegung des „Virnebergs“. In den 1960er Jahren wurde ein Teil des ehemaligen Bergwerksgebietes erschlossen und der neue Ortsteil von Rheinbreitbach, die Breite Heide gebaut.

Im Heimatmuseum von Rheinbreitbach sind Zeugnisse aus der Bergbauzeit ausgestellt.

In einer Übersichtskarte des Oberbergamtes Bonn von 1912 sind in der Umgebung von Rheinbreitbach und Bruchhausen 38 verschiedene Grubenfelder eingetragen. Neben der hier beschriebenen Grube St. Josephsberg waren in Bruchhausen die Grube St. Marienberg und die östlich von Bruchhausen im Kasbachtal liegenden Gruben Phinchen und Clemenslust die bedeutendsten.

Seilbahn zum Asberg[Bearbeiten]

Seilbahn zum Asberg am heutigen Rheinbreitbacher Waldfriedhof

Von 1887 bis 1902 bestand in Rheinbreitbach eine mit Dampfkraft betriebene Seilbahn zum Transport von am Asberg abgebauten Basalt. Die 6,3 km lange Strecke begann unterhalb des Asberg-Plateaus auf Unkeler Gemarkung und endete an der Rheinuferböschung beim Mühlenweg, wobei sie einen Höhenunterschied von 362 m überwand und sieben Täler überbrückte. Die 120 Holzpfeiler der Seilbahn waren durchschnittlich etwa 10 m hoch und standen im Abstand von rund 50 m. Die Bahn verlief südlich der damaligen Rheinbreitbacher Ortsausdehnung und durchquerte auch Weinbauflächen. Am Mühlenweg, dem Ort der Weiterverschiffung, bestanden mehrere Gebäude und Anlagen zur Verwertung des Basalts. Die Seilbahn, deren Bau 1886 begonnen worden war, wurde 1901 auf Grund von Rechtsstreitigkeiten eingestellt – im darauf folgenden Jahr begann ihr Abbau.[4]

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Rheinbreitbach gilt als südlichster Ort des mittelalterlichen Auelgaus.[5] Landesherrlich gehörte die Ortschaft seit dem Jahr 1265[6] zum Kurfürstentum Köln. Seit dem 15. Jahrhundert unterstand sie der Verwaltung des kurkölnischen Amtes Linz, das um 1700 zum Oberamt erhoben wurde, und gehörte zum Kirchspiel und Stadtgericht Unkel.[7] Mit dem 1801 geschlossenen Friedensvertrag von Lunéville und dem Ergebnis des Reichsdeputationshauptschlusses wurde Rheinbreitbach 1803 als Teil des Amtes Linz dem Fürstentum Nassau-Usingen (ab 1806 Herzogtum Nassau) zugeordnet. Anschließend war es Teil des nassauischen Amtes Linz.

Nach den auf dem Wiener Kongress geschlossenen Verträgen kam Rheinbreitbach 1815 zum Königreich Preußen, das 1816 im Rheinland neue Verwaltungsstrukturen einführte. Rheinbreitbach gehörte seitdem als Gemeinde zur Bürgermeisterei Unkel (1927 umbenannt in „Amt Unkel“) im Kreis Linz, nach dessen Auflösung 1822 zum Kreis Neuwied. 1885 zählten zur Gemeinde Rheinbreitbach die Wohnplätze Benden mit 7, Mühlenweg am Rhein mit 18, Rolandsmühle (Lohfeld) mit 3 und Virneberg mit 4 Einwohnern.[8] Seit der Auflösung des Amts Unkel zum 1. Oktober 1968 gehört Rheinbreitbach als Ortsgemeinde zur Verbandsgemeinde Unkel.

Postgeschichte[Bearbeiten]

1846 wurde in Unkel eine Postexpedition im Bezirk des Postamts Bonn (ab 1850 Oberpostdirektion Koblenz) eingerichtet, zu dessen Zustellbereich auch Rheinbreitbach gehörte. Die Gemeinde hatte einen eigenen Zusteller und schied 1863 mit Eröffnung einer eigenen „Postexpedition 2. Klasse“ aus dem Unkeler Postbezirk aus. Nachdem die am Rheinufer verlaufende Straße zwischen Rheinbreitbach und Beuel ausgebaut war, konnte 1852 auf der Strecke Linz–Bonn eine tägliche Personenpost eingerichtet werden. Sie wurde bereits zeitweise 1858 und endgültig 1860 wieder eingestellt. 1876 erhielt Unkel ein eigenes Postamt 3. Klasse, dem auch Rheinbreitbach zugeordnet wurde, das somit seine postalische Eigenständigkeit verlor. Erst 1925 erhielt die Gemeinde wieder eine eigene Postagentur, die zum Postamt Honnef innerhalb der Oberpostdirektion Köln gehörte. 1958 bezog das Zweigpostamt neue Räumlichkeiten.[9] Bis heute gehört Rheinbreitbach im Unterschied zur restlichen Verbandsgemeinde Unkel postalisch zu Bad Honnef.[10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1815 – 1.033
  • 1835 – 1.242
  • 1871 – 1.448
  • 1903 – 1.261
  • 1905 – 1.230
  • 1910 – 1.174
  • 1920 – 1.250
  • 1922 – 1.259
  • 1931 – 1.234
  • 1932 – 1.365
  • 1939 – 1.440
  • 1945 – 1.700
  • 1950 – 1.789
  • 1961 – 2.276
  • 1965 – 2.461
  • 1970 – 2.919
  • 1975 – 3.882
  • 1980 – 4.190
  • 1985 – 4.128
  • 1987 – 3.909
  • 1990 – 4.044
  • 1995 – 4.284
  • 2000 – 4.518
  • 2005 – 4.586
  • 2010 – 4.442
Datenquelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz; Heimatarchiv Rheinbreitbach

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Rheinbreitbach besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im Gemeinderat:[11]

Wahl SPD CDU FDP Grüne Gesamt
2009 7 8 3 2 20 Sitze
2004 5 10 3 2 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „Geteilt von Grün und Rot; oben ein silberner Schrägwellenbalken; unten ein stehender, goldbewehrter silberner Drache (Basilisk) mit ausgebreiteten Flügeln, darin vorn ein kleiner roter Schild mit drei, 2:1 gestellten silbernen Schildchen, hinten ebenfalls ein kleiner roter Schild mit zwei gekreuzten silbernen Berghämmerchen.“

Der Wellenbalken weist auf die Ortslage im Rheintal hin. Der Drache in Form eines Baslisken ist das Wappenbild der Herren von Breitbach. Die drei silbernen Schildchen in Rot sollen an die Dichter und Schriftsteller, die hier gewohnt und gewirkt haben, erinnern: Brüder Grimm, Freiligrath, Simrock. Die Berghämmer symbolisieren die alten Kupfererzgruben, die in der Gemarkung von Rheinbreitbach betrieben wurden. Rechtsgültig ist das Wappen seit dem 25. Mai 1927.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick vom Koppel Richtung Bonn

Rheinbreitbachs mittelalterliches Ortsbild wird geprägt von Fachwerkhäusern im Ortskern, darunter dem Waldorfhof als einem der ältesten Gebäude, und einigen herrschaftlichen Villen. Die Untere Burg, früher Sitz der Herren von Breitbach, ist nur noch als Ruine erhalten, seit 2007–2009 in ihren Grundzügen restauriert und der sie umgebende Platz zu einem Freizeitgelände umgebaut (Renesseplatz) während die Obere Burg, Anfang des 20. Jahrhunderts Wohnsitz des Schriftstellers Rudolf Herzog, heute als Bürgermeisteramt und für Veranstaltungen, insbesondere des Förderkreises Obere Burg, genutzt wird.

Die spätgotische katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena ist ein verputzter, korallfarbig gestrichener Bau aus dem 15./16. Jahrhundert mit vorgelagertem Westturm und einem modernen Erweiterungsbau. Die Ausstattung des Kircheninneren stammt zum großen Teil aus der Zeit des Barock. Die drei Altäre sind aus Holz, deren Bemalung Marmor imitiert. Der Hochaltar, der in einem Visitationsbericht von 1620 als „neu errichtet“ bezeichnet wird, stammt in Teilen aus dem 18. Jahrhundert.

Die ältere Leonarduskapelle an der Hauptstraße stammt ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert und wurde nach der Zerstörung im Truchsessischen Krieg ab 1655 neu erbaut. Das Armreliquiar des heiligen Leonhard von Limoges machte den Ort zu einer bekannten Wallfahrtskirche. Zu der Reliquienausstattung zählen u.a. auch Teile der Gebeine von Gefährtinnen der heiligen Ursula. Erwähnenswert ist der schöne Flügelaltar in der Kapelle.

Ebenfalls in der Hauptstraße befindet sich das Museum für Alltagsgeschichte des Rheinbreitbacher Heimatvereins, das am zweiten und vierten Sonntag im Monat geöffnet ist. Am Ortsausgang im Tal des Breitbachs liegt seit 1936 in steiler Hanglage auf 105–140 m der sogenannte Waldfriedhof mit einer Trauerhalle. Vom Koppel (136 m ü. NN), einer Erhebung östlich des Ortskerns, kann man bei gutem Wetter den Kölner Dom und bis weit in die Eifel hinein sehen. Als Naturdenkmal ausgewiesen sind eine Roteiche und eine Blutbuche nördlich des Ortszentrums.[12] Auf der Rheinbreitbacher Gemarkung im Wald östlich der Breiten Heide zählt der auch überregional bekannte Bildstock Auge Gottes zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Rheinbreitbach, Liste der Naturdenkmale in Rheinbreitbach

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Technologiezentrum Rheinbreitbach

Rheinbreitbach ist eine durch Industrie- und Gewerbebetriebe geprägte Gemeinde. Die Zahl der Auspendler übersteigt die der Einpendler nur leicht. Zu den bedeutenderen ortsansässigen Unternehmen gehören Bluhm Systeme, ein Hersteller von Kennzeichnungstechnik, die im Bereich der Sanitärtechnik tätige MEPA – Pauli und Menden GmbH sowie der Automobilzulieferer Recticel[13]. Aus Mitteln der Vereinbarung über die Ausgleichsmaßnahmen für die Region Bonn wurde in den 1990er-Jahren die Erschließung eines Gewerbegebietes östlich der Bundesstraße 42 gefördert, in dem sich unter anderem das „Technologiezentrum für Oberflächentechnik Rheinbreitbach“ angesiedelt hat. Dort hat auch das Institut für Dünnschichttechnologie der Universität Kaiserslautern seinen Sitz. Ende der 2000er-Jahre entstand an der nördlichen Gemeindegrenze in direkter Nähe zum Gewerbegebiet Bad Honnef-Süd ein neues Einzelhandelszentrum, in das auch die örtliche Postagentur übergesiedelt ist.

Die Trinkwasserversorgung der Ortsgemeinde erfolgt durch die Bad Honnef AG im Lohfelder Wasserwerk.

Verkehr[Bearbeiten]

Fernstraßen[Bearbeiten]

Rheinbreitbach besitzt eine seit 1992 als Brücke ausgeführte Anschlussstelle an die Bundesstraße 42, die es mit allen am Rhein gelegenen Nachbarstädten (darunter Linz am Rhein, Unkel, Bad Honnef, Königswinter und Bonn) sowie über die sich anschließende Flughafenautobahn Bundesautobahn 59 mit dem Flughafen Köln/Bonn verbindet. Im Mai 2012 wurde eine neue Verbindungsstraße zwischen der Anschlussstelle der B 42 und Bad Honnef-Süd eröffnet.[14]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Durch das Rheinbreitbacher Gemeindegebiet führt die Rechte Rheinstrecke mit zwei beschrankten Bahnübergängen, darunter bis 2014 einer Anrufschranke.[15] Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich je nach Lage in den angrenzenden Städten Bad Honnef und Unkel, über die man mit dem Regionalexpress 8 und der Regionalbahn 27 Richtung Köln und Koblenz gelangt. Beide Bahnhöfe können schnell über die Buslinie 565 erreicht werden.

ÖPNV[Bearbeiten]

Die Buslinie 565 verkehrt vom Linzer Bahnhof zur Bad Honnefer Stadtbahn-Endhaltestelle der Siebengebirgsbahn (Linie 66) und verbindet Rheinbreitbach mit dem Netz der Bonner Stadtbahn. Die Busse verkehren täglich, an Wochenenden jeweils stündlich und an Wochentagen innerhalb von Verkehrsstoßzeiten auch bis zu zwei Mal stündlich. Zusätzlich fährt die Linie 133 von Unkel-Scheuren über Rheinbreitbach nach Rheinbreitbach-Breite Heide.

Organisationen[Bearbeiten]

In Rheinbreitbach war der 1987 gegründete Bund der Energieverbraucher ansässig. 2007 verlegte der Verband seine Bundesgeschäftsstelle und damit seinen Sitz in die Nachbargemeinde Unkel. Auch der Basketballverein Rhöndorfer TV 1912 war zeitweise in Rheinbreitbach beheimatet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Hermann Gründel (1931–2013), deutscher Diplomat, lebte und starb in Rheinbreitbach

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rheinbreitbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 34 (PDF; 2,3 MB)
  4. Drahtseilbahn – Basalt vom Asberg
  5. Dorothea F. Voigtländer: 1000 Jahre Rheinbreitbach – Gemeinde zwischen Tradition und Fortschritt. In: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Neuwied 1977, S. 44
  6. R. Knipping: Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter, Bd. 3, Nr. 2.318, S. 23
  7. Hellmuth Gensicke: Landesgeschichte des Westerwaldes. 2. Nachdruck. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1987, ISBN 3-922244-80-7, S. 477/478.
  8. Gemeindelexikon für das Königreich Preußen (PDF; 1,4 MB), Band XII Provinz Rheinland, Verlag des Königlich statistischen Bureaus (Hrsg.), 1888, Seite 44
  9. Albert Weidenbach: Das Verkehrswesen im Raum Honnef in den letzten 100 Jahren. In: Bad Honnef am Rhein. Beiträge zur Geschichte unserer Heimatgemeinde anläßlich ihrer Stadterhebung vor 100 Jahren. Verlag der Honnefer Volkszeitung, Bad Honnef 1962, S. 144.
  10. Theo Winterscheid: 125 Jahre Post in Unkel. In: Landkreis Neuwied (Hrsg.): Heimat-Jahrbuch des Landkreises Neuwied, Neuwied 1972, S. 46–50.
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  12. Landschaftsinformationssystem der Naturschutzverwaltung
  13. Deutliche Einschnitte bei Rheinbreitbacher Automobil-Zulieferer, General-Anzeiger, 26. Januar 2013
  14. Rhein-Sieg-Kreis (Hrsg.): Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises. Ausgabe 28, Jahrgang 2013, Edition Blattwelt, Reinhard Zado, Niederhofen 2012, ISBN 978-3-936256-52-9, S. 195.
  15. Es gibt sie noch – Die Anrufschranken, General-Anzeiger, 21. August 2013