Rheinenergie

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RheinEnergie AG
Rheinenergie logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1. Juli 2002
Sitz Köln
Leitung Dieter Steinkamp,
Vorstandsvorsitzender
Mitarbeiter 3.104
Umsatz 3.657 Mio. Euro [1]
Bilanzsumme 2.344 Mio. Euro [1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Energieversorger
Website www.rheinenergie.com
Stand: 2012 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2012
Entstörfahrzeug der Rheinenergie

Die Rheinenergie AG (eigene Schreibweise: RheinEnergie) ist ein regionales Energieversorgungsunternehmen für Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung mit Sitz in Köln. Das Unternehmen versorgt rund 2,5 Millionen Menschen, Industrie, Handel und Gewerbe mit Energie und Trinkwasser.

Die Rheinenergie befindet sich im Besitz zweier Gesellschafter: 80 Prozent der Anteile hält die GEW Köln, die als Holdinggesellschaft wiederum direkt und indirekt zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Köln ist. In der Satzung der Rheinenergie ist festgelegt, dass sie sich immer mehrheitlich in kommunalem Besitz befinden muss. Die restlichen 20 Prozent befinden sich im Besitz der RWE.

Geschichte[Bearbeiten]

130 Jahre lang versorgte die „Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke Köln AG (GEW)“ das linksrheinische Köln mit Energie und Wasser. Die GEW war als eines der größten deutschen kommunalen Energie- und Wasserversorgungsunternehmen zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Köln. Um für den Wettbewerb und die veränderten Rahmenbedingungen gerüstet zu sein, wandelte sich die GEW vom Versorger für Köln zum Versorger für die rheinische Region.

Dieser Prozess erfolgte als Neugründung in mehreren Etappen. Im Jahre 2002 übertrug die GEW ihre Anlagen, Personal und operatives Geschäft auf die „GEW Rheinenergie AG“ und wandelte sich so zu einer reinen Beteiligungsgesellschaft unter dem neuen Namen GEW Köln, die an der GEW Rheinenergie 80 Prozent der Aktien hält, um. Die RWE-Gruppe brachte Anteile an umliegenden Energieversorgungsunternehmen sowie Kunden, Wassernetze ein und ist dafür mit 20 Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligt. Zum 1. April 2005 firmierte das Unternehmen in „Rheinenergie“ um.

Im Oktober 2007 erwarb Rheinenergie ein Aktienpaket von 16,1 % an der börsennotierten MVV Energie von der Stadt Mannheim. Die Partner streben eine strategische Zusammenarbeit auf der Basis der überwiegend kommunalen Eigentümerschaft an.

Im Februar 2011 übernahm Rheinergie 49,6% des mit Steinkohle betriebenen Kraftwerkes in Rostock von RWE-Power und Vattenfall.Kraftwerk Rostock

Im Frühjahr 2014 bezieht Rheinenergie eine neue Hauptzentrale (Parkgürtel 24).[2]

Produkte und Kunden[Bearbeiten]

Die RheinEnergie liefert Strom, Erdgas, Wärme und Trinkwasser an Privat- und Geschäftskunden und versorgt gemeinsam mit Partnern und Beteiligungsgesellschaften ein Gebiet vom Rhein-Erft-Kreis westlich der Stadt Köln bis weit ins Bergische Land im Osten, von Leverkusen im Norden bis in das nördliche Rheinland-Pfalz. Zudem beliefert die RheinEnergie Großkunden im gesamten Bundesgebiet mit Strom und bietet Energiedienstleistungen wie Contracting (über Rheinenergie Contracting) an.

Strom[Bearbeiten]

Etwa ein Drittel des verkauften Stroms produzierte die RheinEnergie in 2013 in eigenen Kraftwerken. Die übrigen Anteile werden von Vorlieferanten und über den Stromhandel an der Leipziger Strombörse (European Energy Exchange) bezogen. Der Ökostrom der RheinEnergie stammt zu 100 Prozent aus Wasserkraftwerken in Norwegen. Er wird jährlich vom TÜV Rheinland überprüft und erhielt 2011 das Gütesiegel „ok-power“ des Vereins EnergieVision. Der von Rheinenergie produzierte Strom (in eigenen Anlagen und den Anlagen an denen Rheinenergie Beteiligungen hat) stammte in 2013 zu 4.9% aus erneuerbaren Energiequellen.[3]

Gas[Bearbeiten]

Die RheinEnergie beliefert Kunden in Köln und Rösrath mit Erdgas. Im Stadtgebiet von Köln liegt der Erdgas-Anteil im Raumwärmebedarf von Haushalten, Kleingewerbe und öffentlichen Gebäuden bei 66,7 Prozent.

Trinkwasser[Bearbeiten]

Die RheinEnergie versorgt Köln, Frechen, Bergisch Gladbach, Brühl und den Pulheimer Süden mit Trinkwasser. Acht Wasserwerke und zwei getrennte Trinkwassernetze (links- und rechtsrheinisch) stellen die Versorgung sicher. Das Wasser entstammt dem Grundwasserstrom, der den Untergrund der Kölner Bucht durchfließt. Dieser wird gespeist von versickerten Niederschlägen und Uferfiltrat, das durch riesige Kies- und Sandschichten auf natürliche Weise gefiltert und gereinigt wird. So käme es in der Region auch in extrem trockenen Zeiten nicht zu Engpässen in der Trinkwasserversorgung. Die Qualität des Trinkwassers wird durch tägliche Wasseranalysen sowie regelmäßige amtliche Kontrollen gesichert. Die Messpunkte sind über das ganze Stadtgebiet verteilt – im Vorfeld der Fassungsanlagen, an den Brunnen selbst, in den Wasserwerken, im Verteilungsnetz und bei den Kunden. Das Trinkwasser im Versorgungsgebiet der RheinEnergie liegt überwiegend im Härtebereich „hart“.

Fernwärme[Bearbeiten]

In den Heizkraftwerken der RheinEnergie wird nicht nur Strom, sondern in Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Wärme erzeugt, um den eingesetzten Energieträger bestmöglich zu nutzen und den CO2-Ausstoß zu mindern. Allein das Heizkraftwerk Niehl II könnte 300.000 Haushalte in Köln mit Fernwärme versorgen. In der Kölner Innenstadt besteht eine mehr als 50-prozentige Abdeckung des Heizwärmebedarfs durch Fernwärme. Die Fernwärmeleitungen und -anschlüsse werden ständig ausgebaut. Wichtige Großkunden im Bereich Fernwärme sind unter anderem der WDR, die Universität zu Köln, die Ford Werke oder die Deutz AG.

Technische Anlagen[Bearbeiten]

Die Rheinenergie betreibt in Köln verschiedene Heiz- und Kraftwerke:[4] sowie Anlagen für Erneuerbare Energie.

Heizkraftwerke[Bearbeiten]

Heizkraftwerk Südstadt[Bearbeiten]

Das von der Historie her älteste Kölner Heizkraftwerk wurde als reine Stromerzeugungsanlage und eines der ersten Wechselstromkraftwerke Deutschlands bereits 1891 in Betrieb genommen. Innerhalb der komplett restaurierten Jugendstil-Bausubstanz findet sich eine moderne Gasturbine, die nun auch Wärme für die Kölner Innenstadt liefern kann.

Heizkraftwerk Niehl[Bearbeiten]

Das Heizkraftwerk Niehl I war mehr als 30 Jahre lang das Rückgrat der Strom- und Fernwärmeversorgung für die Kölner Innenstadt und den Kölner Westen. Seit April 2005 hat das Heizkraftwerk Niehl II die Vorgängeranlage abgelöst. Die dort installierte Gas- und Dampfturbinenanlage gehört zu den weltweit modernsten und effizientesten. Das eingesetzte Erdgas wird bis zu 86 Prozent ausgenutzt.

Heizkraftwerk Niehl III[Bearbeiten]

2016 soll das neue Heizkraftwerk Niehl III den Betrieb aufnehmen. Der neue GuD-Block weist eine elektrische Leistung von 450 Megawatt auf und liefert zusätzlich Fernwärme mit einer Leistung von bis zu 265 Megawatt. Laut Rheinenergie ist das Heizkraftwerk Niehl III ein wichtiger Baustein der Energiewende, da es auch die Schwankungen der Erzeugung aus Erneuerbarer Energie absichert. Umweltaktivisten kritisieren den Neubau, weil mit dem Geld besser der Anteil der Erneuerbaren von 4% auf 11% angehoben würde.Außerdem sei es eine unsichere Investition, da der Gaspreis sehr steigen könne und die Absatzmöglichkeiten für fossil gewonnenen Strom schlechter werden. Kritik der Umweltaktivisten

Heizkraftwerk Merkenich[Bearbeiten]

Als einzige Anlage der RheinEnergie kann das Heizkraftwerk Merkenich neben dem Hauptbrennstoff Erdgas in einer eigenen Anlage auch Braunkohlengranulat verfeuern. Die Gas- und Dampfturbinentechnik liefert neben Strom und Fernwärme auch Prozessdampf für die Industrie im Kölner Norden. Zu den Ford-Werken führt eine eigene Leitungs-Trasse.

Heizkraftwerk Merheim[Bearbeiten]

Das kleinste Kölner Heizkraftwerk liefert einen Teil des Kölner Stroms sowie Fernwärme für die umliegenden Stadtteile und für das Klinikum Merheim und Krankenhaus Holweide.

Weitere Kraftwerke[Bearbeiten]

Blockheizkraftwerk Junkersdorf, Heizwerk Bocklemünd, Heizwerk Deutz, Steinkohlekraftwerk Rostock (Beteiligung 49,6 Prozent)

Anlagen Erneuerbare Energie[Bearbeiten]

Solarenergie[Bearbeiten]

Andasol 3[Bearbeiten]

Die RheinEnergie ist mit 12,3 Prozent an der 50-Megawatt-Solarthermieanlage „Andasol 3“ in Granada, Südspanien beteiligt. Die Solarthermie-Anlage, die 2011 in Betrieb ging, wird rund 60.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Photovoltaikanlage auf dem Cargo Service Center, Flughafen Köln/Bonn[Bearbeiten]

Die fußballfeldgroße Anlage ging 2009 in Betrieb und erzeugt mit 1.685 Modulen Strom für 110 Kölner Haushalte.

Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kompostierungsanlage in Niehl[Bearbeiten]

Die größte linksrheinische Anlage erzeugt im Jahr 480 Megawattstunden Sonnenstrom und versorgt somit rund 160 Haushalte in Köln.

Windenergie[Bearbeiten]

Das Windparkportfolio der RheinEnergie umfasst 19 Windparks mit einer Gesamtkapazität von mehr als 100 Megawatt. Die Anlagen, die sich mehrheitlich in Norddeutschland befinden, produzieren jährlich 200 Millionen Kilowattstunden Strom, was dem Verbrauch von 80.000 Haushalten entspricht.

Bioenergie[Bearbeiten]

Biogasanlage Randkanal Nord
Biogasanlage Euskirchen-Schornbusch[Bearbeiten]

Die RheinEnergie ist mit 40 Prozent an der Biogasanlage in Euskirchen-Schornbusch beteiligt, die aus Mais und anderen Rohstoffen rund 1,5 Megawatt Strom erzeugt.

Biogasanlage Randkanal-Nord[Bearbeiten]

Die Anlage in Köln-Roggendorf hat im November 2011 ihren Betrieb aufgenommen. Die Anlage wird von 16 Landwirten der Region mit Rohstoffen versorgt. Sie produziert Strom für umgerechnet 3.000 Haushalte und Heizwärme für etwa 1.000 Wohnungen im Dormagener Stadtteil Hackenbroich. Damit zählt die Anlage laut RheinEnergie AG zu den effizientesten und klimafreundlichsten in Deutschland.Newsletter Energie & Klima 2020

Recycling-Wärme aus Klärgas[Bearbeiten]

In Kooperation mit dem Großklärwerk Stammheim der Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) und der GAG Immobilien AG versorgt die RheinEnergie seit Frühjahr 2012 etwa 1.700 Wohnungen und 100 Einfamilienhäuser mit klimaschonender Wärme. Diese wird aus Klärgas erzeugt, das bei der Abwasserreinigung entsteht.

Kritik an RheinEnergie[Bearbeiten]

Seit 2011 übt die Bürgerinitiative "Tschö RheinEnergie" Kritik an der RheinEnergie. Es wird der Vorwurf erhoben, dass die RheinEnergie weiter in konventionelle Kraftwerke statt in Erneuerbare Energien investiert.[5] Auch wird der RheinEnergie vorgeworfen mit falschen und missverständlichen Zahlen die Öffentlichkeit zu täuschen.[6] Die bis Frühjahr 2013 veröffentlichten Angaben zum produzierten Eigenanteil an Erneuerbaren Energien von 15% seien falsch gewesen,richtig dagegen sind 4,9%. Da die RheinEnergie keine eigenen Zahlen veröffentlichte, wurde sie von der Bürgerinitiative mit einer Petition dazu aufgefordert.[7][8]

Verschiedenes[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2012. Rheinenergie, abgerufen am 3. Oktober 2013 (PDF 5,4MB).
  2. rheinenergie.com, ksta.de: Prestigebau für 140 Millionen Euro (Printausgabe 30. Januar 2014, S. 25)
  3. 4% Erneuerbare
  4. Kraftwerke der GEW RheinEnergie AG auf www.kraftwerke-online.de
  5. Die Bürgerinitiative zum Kauf der Kohlekraftwerkes
  6. Neuen Rheinischen Zeitung
  7. Petition auf change.org
  8. Website der Bürgerinitiative
  9. www.rheinenergie.com: Partner des Sports in Köln & Region, 9. Februar 2010
  10. http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/elbers-hat-nichts-gegen-verkauf-an-koeln-1.3529504

50.9600147355566.9311513605556Koordinaten: 50° 57′ 36″ N, 6° 55′ 52″ O