Rheingold (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Rheingold
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1978
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Niklaus Schilling
Drehbuch Niklaus Schilling
Produktion Elke Haltaufderheide
Musik Eberhard Schoener
Kamera Ernst Wild
Schnitt Thomas Nikel
Besetzung

Rheingold ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1978.

Handlung[Bearbeiten]

Im Trans-Europ-Express TEE Rheingold trifft Elisabeth, die Frau eines UN-Diplomaten, auf einer ihrer regelmäßigen Reisen zur Mutter ihren Jugendfreund Wolfgang wieder, der nun als Zugkellner arbeitet. Eine Leidenschaft beginnt, die sich ausschließlich nach dem Fahrplan richtet – zwischen Genf und Düsseldorf. Eines Tages benutzt ihr Ehemann überraschend zur selben Zeit den „Rheingold“. Er entdeckt die Untreue seiner Frau. Im Affekt sticht er mit einem Brieföffner auf sie ein, um in Panik beim nächsten Halt zu fliehen; die verwundete Frau verbirgt ihre Verletzung vor ihrer Umgebung.

Während ihr Mann mit einem Taxi dem Zug hinterher rast, als wolle er seine Tat rückgängig machen, gerät Elisabeth immer mehr in einen traumhaft-ekstatischen Zustand von Geschwindigkeit und Sexualität. Begleitet vom aufsteigenden Mythos des Rheins, entfernt sie sich immer weiter aus der Realität und fährt unaufhaltsam dem Ziel ihrer Reise entgegen, ihrem Tod.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Lexikon des Internationalen Films: Der gebürtige Schweizer Niklaus Schilling spielt hintersinnig mit den Erzählformen des Melodrams und beschwört zugleich die Mythen und Mysterien deutscher Vergangenheit, die sich um den geschichtsträchtigen „Vater Rhein“ ranken. Der formal brillante Film spielt fast ausschließlich im Trans-Europ-Express „Rheingold“ und nutzt konsequent die Einheit von Raum und Zeit.
  • „Natürlich kann man das alles lächerlich finden, aber wohl nur dann, wenn einem das schleichende Fernsehgift schon alle Sinne gelähmt hat. ‚Rheingold‘ ist ein Triumph der schieren Unvernunft: ein Triumph des Kinos.“[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film nahm am Wettbewerb der Berlinale 1978 teil, ging bei der Preisvergabe allerdings leer aus. Im selben Jahr wurde Kameramann Ernst Wild mit dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet und der Film erhielt den Deutschen Filmpreis in Silber.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Fischer; Joe Hembus: Der Neue Deutsche Film, 1960–1980. 2. Aufl. Goldmann, München 1982 (Citadel-Filmbücher) (Goldmann Magnum; 10211), ISBN 3-442-10211-1

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Hans C. Blumenberg: Unheimliche Heimat. In: Die Zeit, Nr. 44/1978.