Rheinsberg
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Ostprignitz-Ruppin | |
| Höhe: | 61 m ü. NN | |
| Fläche: | 324,83 km² | |
| Einwohner: | 8814 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 27 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 16831 | |
| Vorwahl: | 033931 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OPR | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 68 353 | |
| Stadtgliederung: | 17 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Seestraße 21 16831 Rheinsberg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Manfred Richter (SPD) | |
| Lage der Stadt Rheinsberg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin | ||
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Rheinsberg ist eine Stadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg am Rhin und ein staatlich anerkannter Erholungsort. Mit einer Fläche, die etwa der Bremens oder Dresdens entspricht, gehört Rheinsberg zu den nach Fläche größten Gemeinden Deutschlands.
Berühmt wurde Rheinsberg durch das Buch „Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“ von Kurt Tucholsky und durch die Erwähnung in den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ von Theodor Fontane.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Rheinsberg liegt im Rheinsberger Seengebiet in einer Mischung aus vielen großen und kleinen Seen und einer abwechslungsreichen, hügeligen Waldlandschaft. Südlich von Rheinsberg schließt sich die Ruppiner Schweiz an.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Die Stadt Rheinsberg besteht aus 17 Ortsteilen, die sich wiederum teilweise weiter untergliedern:
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[Bearbeiten] Geschichte
Die Gegend um Rheinsberg war schon sehr früh besiedelt. Siedlungsreste wurden auf der Insel Remus im Rheinsberger See gefunden. Rheinsberg ist untrennbar mit dem Schloss und dem Herrschergeschlecht der Hohenzollern verbunden. Seit dem Erwerb Rheinsbergs durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I. und nach dem Brand der Stadt im Jahr 1740 wurden Stadt und Schloss (ursprünglich ein Renaissancebau von 1566) von den Baumeistern Johann Gottfried Kemmeter und Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff wieder aufgebaut. Das Residenzschloss von Friedrich dem Großen gilt als Musterbau des friderizianischen Rokokos und diente als Vorlage für Potsdam-Sanssouci. In der hiesigen kronprinzlichen Kapelle wirkte Carl Philipp Emanuel Bach als Kammercembalist von Friedrich II. Durch den Um- und Ausbau des Schlosses entwickelte sich Rheinsberg immer mehr zu einer kleinen barocken Residenzstadt.
1762 wurde eine Steingutmanufaktur gegründet, die bald zu den größten in Preußen gehörte.
Nachdem Friedrich II. König wurde, trat er das Anwesen an seinen Bruder Heinrich ab, der das Schloss bis zu seinem Tode (1802) bewohnte und weiter erweitern und umbauen ließ.
1966 wurde nahe Rheinsberg am Stechlinsee das Kernkraftwerk Rheinsberg in Betrieb genommen. Es prägte bis zu seiner endgültigen Abschaltung 1990 die Stadt als größter Arbeitgeber.
Seit dem Jahr 1968 ist Rheinsberg staatlich anerkannter Erholungsort und hofft, bald Kurstadt zu werden.
Seit der Wende kämpft eine Bürgerinitiative „Freie Heide“ gegen die fortgesetzte militärische Nutzung des Schießplatzes zwischen Alt-Lutterow und Schweinrich. Dort erinnert seit 1996 eine Holzstele an die Opfer des Todesmarsches von Häftlingen des KZ Sachsenhausen.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung
Die Stadtverordnetenversammlung hat außer dem hauptamtlichen Bürgermeister Manfred Richter (SPD) derzeit 26 Mitglieder. Diese teilen sich nach der Kommunalwahl am 26. Oktober 2003 wie folgt auf die Parteien und Wahlbündnisse sowie Fraktionen auf (Wahlbeteiligung: 58,07 %):
| Partei/Wahlbewerber | Stimmenanteil (%) | Sitze | Fraktion | Sitze¹ | |
|---|---|---|---|---|---|
| CDU | 27,08 | 7 | CDU / ödp | 8 | |
| SPD | 23,81 | 6 | SPD | 7 | |
| Wählergemeinschaft der Dörfer (WdG) | 14,68 | 4 | WdG / FR / FDP | 5 | |
| Allianz der Gemeinden (AdG) | 11,93 | 3 | AdG / BBR | 4 | |
| Die Linke | 7,66 | 2 | Die Linke | 2 | |
| Bürgerbündnis Rheinsberg (BBR) | 3,79 | 1 | |||
| ödp | 2,99 | 1 | |||
| Für Rheinsberg (FR) | 2,69 | 1 | |||
| FDP | 2,37 | 1 | |||
| sonstige | 3,00 | - |
¹ Ein auf der WdG-Liste gewählter Abgeordneter gehört der SPD-Fraktion an. (Stand: 15. Oktober 2007)
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: „Gespalten von Rot und Silber, darin ein Adler in verwechselten Farben, belegt mit einem silbern-schwarz gevierten Herzschild“.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Rheinsberg unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten :
- Ascheberg, Nordrhein-Westfalen (seit 1991)
- Fangasso, Mali (seit 1994)
- Huber Heights, USA (seit 1995)
- Mariefred, Schweden (seit 1994)
- Toftlund, Dänemark (seit 1995)
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Rheinsberg hat eine lange kulturelle Tradition. Sie geht schon auf den damaligen Kronprinzen Friedrich zurück, der um sich bildende Künstler und Musiker versammelte. Seit 1948 gibt es – mit einigen Jahren Unterbrechung – die Rheinsberger Musiktage, die jährlich zu Pfingsten veranstaltet werden.
Das Keramikmuseum Rheinsberg zeigt die geschichtliche Entwicklung von Dekoren und Formen der Rheinsberger Keramik von 1762 bis heute. Als privat geführtes Museum wird es von ACHATporzellan Rheinsberg gefördert und finanziert.
Die Kammeroper Schloss Rheinsberg ist ein vom Komponisten Siegfried Matthus initiiertes und geleitetes internationales Opernfestival, in dem jungen aufstrebenden Künstlern im Ergebnis eines Vorsingewettbewerbes die Möglichkeit eingeräumt wird, unter Anleitung bedeutender Mentoren Opernpartien einzustudieren und diese auch aufzuführen. Dieses Festival findet seit 1991 jährlich in den Monaten Juli/August statt. Open-Air Aufführungsorte sind das Heckentheater im Schlosspark und der Schlosshof.
Die Musikakademie Rheinsberg wurde 1991 auf Initiative von Siegfried Matthus als Projekt des Kunst- und Kulturvereins Rheinsberg gegründet und besteht weiter als GmbH Landes- und Bundesakademie. Sie ist als Arbeits-, Fortbildungs- und Begegnungsstätte für professionelle und Laienmusiker gemäß dem Brandenburgischen Weiterbildungsgesetz anerkannt, Mitglied im Arbeitskreis Musikalischer Bildungsstätten Deutschlands und ist förderungsfähig als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII.
Das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum dokumentiert das literarische Schaffen des Schriftstellers Kurt Tucholsky. Das Archiv wird durch ständig wechselnde Ausstellungen, Vorträge und Lesungen ergänzt. Das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum wurde in das „Blaubuch“ der Bundesregierung als ein „kultureller Gedächtnisort“ mit besonderer nationaler Bedeutung aufgenommen.
Der 1990 gegründete Kunst- und Kulturverein Rheinsberg e. V. (KuK) will die barocke Residenzstadt und die Schlossanlage einschließlich Schlosstheater, Kavaliershaus und Schlosspark als Kulturdenkmal von historischem Rang erhalten und als künstlerisch-kulturelles Zentrum in der Mark Brandenburg weiterentwickeln. Der Verein fördert die Kammeroper Schloss Rheinsberg und die Musikakademie Rheinsberg, ist in beiden GmbH Gesellschafter und arbeitet in diesen Gremien mit. Weitere Arbeitsziele sind die Förderung des Schlossmuseums und des Parks, des Kurt-Tucholsky-Literaturmuseums und der Galerie für Bildende Kunst, der Bibliothek sowie der „Langen Nacht der Künste“ und die Durchführung des „Fridericianischen Symposions“. Das Fridericianische Symposion wurde von Jürgen Ziechmann 1991 gegründet und findet jährlich am zweiten Wochenende im Mai statt.
[Bearbeiten] Museen
- Schloss Rheinsberg: 1734-1739 umgebaut von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, von 1736-1740 Wohnsitz von Kronprinz Friedrich (dem späteren König Friedrich II. von Preußen), sowie dessen Bruder Heinrich Prinz von Preußen (1726-1802). In der DDR Diabetiker-Klinik, jetzt Museum und Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum.
Im ehemaligen Kavalierhaus ist seit 1991 die Bundes- und Landesmusikakademie untergebracht, welche das Schlosstheater betreibt.
[Bearbeiten] Bauwerke
- Schloss Rheinsberg.
- Evangelische Sankt Laurentiuskirche aus dem 13. Jhd. mit Renaissance-Ausstattung.
- Alfred Wegener-Gedenkstätte (Polarforschung) in Zechlinerhütte, 5 km nördlich von Rheinsberg.
- Postmeilensäule aus dem 18. Jhd.
- Wartturm aus dem 18. Jhd.; erbaut zur Zeit Prinz Heinrichs
- Todesmarsch-Tafel von 1976 im Ortszentrum von Flecken Zechlin an die dabei im April 1945 umgekommenen Häftlinge des KZ Sachsenhausen
- Gedenkstein an sieben Todesopfer von KZ-Häftlingen auf dem Friedhof des Ortsteils Flecken Zechlin an der Hugo-von Graevenitz-Straße
- Grabstein am Südrand des Friedhofes im Ortsteil Linow zum Gedenken an die 15 KZ-Häftlinge, die den Todesmarsch im April 1945 nicht überlebten
- Ehrengrabanlage auf dem Städtischen Friedhof Rheinsberg an der Schloßstraße für umgekommene Häftlinge des Todesmarsches
- Gedenkstein für die Toten der Kriege auf dem Städtischen Friedhof Rheinsberg
[Bearbeiten] Stadtschreiber von Rheinsberg
Die Stadt vergibt ein fünfmonatiges Stipendium in Höhe von 6.000 Euro, verbunden mit einer Unterkunft in der Rheinsberger Stadtschreiberwohnung.
Preisträger bisher waren: Giwi Margwelaschwili, Barbara Köhler (1995); Bert Papenfuß, Wolfgang Hilbig (1996); Judith Kuckart, Rajvinder Singh (1997); Peter Brasch, Inka Bach (1998); Annett Gröschner, Stefan Tontic (1999); Thilo Köhler, Thomas Hartwig (2000); Katja Lange-Müller, Jürgen Israel (2001); Michael Wildenhain, Christina Mansfeld (2002); Eberhard Häfner, Gerhard Falkner (2003); Martin Hoffmann, Brigitte Struzyk (2004); Thorsten Becker, Uwe Kolbe (2005), Dr. Tom Wolf (2006); Lothar Trolle (2007). Richard Pietraß (2008)
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Rheinsberg besitzt seit 1899 einen Bahnhof an der Löwenberg-Lindow-Rheinsberger Eisenbahn. Neben den Regionalzügen nach Löwenberg gab es täglich ein durchgehendes Zugpaar bis Berlin-Lichtenberg, das aber auf das Wochenende (von Freitag an) beschränkt wurde und nun über Berlin-Gesundbrunnen fährt. Zwischen 1928 und 1945 gab es zudem eine Fortsetzung der Strecke bis Flecken Zechlin sowie von 1958 bis 1996 zum Kernkraftwerk am Großen Stechlinsee.
Während der Wintermonate gibt es auf der Verbindung nach Löwenberg nur von Freitag bis Sonntag Zugverkehr, an den übrigen Tagen fahren Busse.
[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen
- Rheinsberger Keramik, seit 1762 ununterbrochen in Betrieb
- Tourismus: Naherholungsgebiet im Einzugsbereich von Berlin
- Energiewerke Nord betreibt seit 1995 den Abriss des Kernkraftwerks Rheinsberg
[Bearbeiten] Weblinks
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