Rheintaler Ribelmais
Rheintaler Ribel oder Türggenribel (Vorarlberg: Riebel) ist aus der traditionellen Maissorte Rheintaler Ribelmais hergestelltes Mahlprodukt aus dem Schweizer Rheintal und Liechtenstein. Rheintaler Ribel AOC ist seit Sommer 2000 das einzige Schweizer Getreideprodukt mit geschützter Herkunftsbezeichnung.[1] Der Mais spielt im Rheintal sowohl in der Kulturgeschichte als auch in der Wirtschaftsgeschichte eine wesentliche Rolle.
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Zubereitung [Bearbeiten]
Der Name Ribelmais kommt vom traditionellen Gericht Ribel, das daraus hergestellt wird: dabei wird das mit Milchwasser gequollene Maismehl mit wenig Fett in der Pfanne geröstet und gerieben, bis sich kleine Knöllchen (Ribeli) bilden. Ribel war vom 18. bis ins zwanzigste Jahrhundert das Hauptnahrungsmittel der kleinbäuerlichen Rheintaler Bevölkerung.
Der Ribelmais schmeckt nussig. Er benötigt eine längere Quellzeit als andere Maissorten. Beim traditionellen Ribel geschah dies jeweils über Nacht.
Geschichte [Bearbeiten]
Der Maisanbau fasste im Rheintal im 17. Jahrhundert Fuss, wobei der Mais aus damaliger Sicht aus dem Balkan kam, wodurch die Bezeichnung Türggen oder Türggenkorn für Mais entstand. Das nord-südlich ausgerichtete Rheintal hat durch den Föhneinfluss ein milderes Klima als die Umgebung, in dem der Mais ausgezeichnet gedeiht.
Der Rheintaler Ribelmais zeichnet sich durch eine grosse genetische Vielfalt aus, da beim kleinräumigen Anbau jeweils die schönsten Kolben für die neue Aussaat verwendet wurden, und durch diese jahrhundertelange Selektion Sorten entstanden, die bestens an die lokalen Gegebenheiten angepasst waren. Allgemein zeichnet sich der Ribelmais dadurch aus, dass er im Frühjahr unter kühlen Bedingungen deutlich besser wächst als heutige Futtermaissorten, weshalb er in den letzten Jahren in der Schweiz für Neuzüchtungen einbezogen wurde.
Anbaugebiete [Bearbeiten]
Das Herkunftsgebiet beschränkt sich auf das nord-südliche Rheintal oberhalb des Bodensees:
- die Wahlkreise Rheintal, Sarganserland und Werdenberg im Kanton St. Gallen
- die Gemeinden Fläsch, Jenins, Landquart, Maienfeld, Malans, Untervaz und Zizers im Kanton Graubünden
- das Fürstentum Liechtenstein
Varia [Bearbeiten]
Die in Rebstein beheimatete Brauerei Sonnenbräu führte 1991 anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens ein Culinarium-Bier, das Rheintaler Maisbier in den Markt ein. Es wird, neben anderen einheimischen Zutaten, mit Rheintaler Ribelmais gebraut.
Weblinks [Bearbeiten]
- Verein Rheintaler Ribelmais
- Offizielles AOC Pflichtenheft (Schweiz)
- Ribelmais, Rheintaler Ribel in der Datenbank von Kulinarisches Erbe der Schweiz
Vergleichbare Produkte:
- Linthmais-Mehl in der Datenbank von Kulinarisches Erbe der Schweiz
- Vorarlberger Riebelmais. Eintrag Nr. 97 im Register der Traditionellen Lebensmittel des österreichischen Lebensministeriums.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Rheintaler Ribel (GUB) Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Landwirtschaft, Verfügung vom 7. August 2000