Rhetorische Frage
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Dies ist die letzte gesichtete Version,
(zeige alle), freigegeben am 20. Mai 2008.
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Die rhetorische Frage gilt als besondere Form der Fragetechnik. Es müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Die erste Bedingung ist, dass der Fragende die Antwort kennt und sie aus taktischen Gründen in den Raum stellt. Die zweite Bedingung ist, dass die darauffolgende Reaktion des Befragten eine zu erwartende Reaktion ist, d. h. der Fragende erwartet, dass der Befragte die Antwort auf die Frage kennt oder nicht.
Hierbei spielt nur die Intention der Frage und nicht das tatsächliche Eintreten der Wirkung für die Klassifizierung eine Rolle. Das bedeutet, dass der Versuch, beide Bedingungen zu erfüllen, ausreicht, um eine Frage als rhetorische Frage zu klassifizieren. Die Richtigkeit der gedachten Antwort und die Vermutung der Reaktion des Befragten spielen diesbezüglich eine untergeordnete Rolle.
[Bearbeiten] Anwendung
Rhetorische Fragen werden gerne in Vorträgen angewendet, um bei erschöpfend langen Ausführungen die Aufmerksamkeit des Zuhörers zurückzugewinnen und um einen Monolog zu vermeiden. Aus diesem Grund wird die rhetorische Frage gerne in der Schule angewendet, um die Mitarbeit der Schüler zu fördern, weswegen sie vereinzelt als eine empfehlenswerte pädagogische Methode betrachtet wird.
[Bearbeiten] Beispiele
Klassisches Beispiel einer rhetorischen Frage ist der Beginn der ersten Rede gegen Catilina von Cicero: Quousque tandem abutere, Catilina, patientia nostra? („Wie lange noch, Catilina, wirst du unsere Geduld missbrauchen?“)
In Dialogen aber wird die rhetorische Frage negativ bewertet. Bei einer Wechselrede wird gerne bewusst die Variante „der Befragte kennt die Antwort nicht“ angewendet, um als Fragender eine bessere Position in der Konversation zu erreichen. In diesem Falle ist die rhetorische Frage bei einem sachlichen Gespräch genauso wertlos wie eine Suggestivfrage.
Weitere Beispiele:
- „Habe ich es dir nicht gesagt?“ (Betonung auf „gesagt“)
- „Warum sind meine Antworten immer falsch?“
- „Wieso hat er immer Recht?“
- „Wer ist schon perfekt?“
- „Wollen Sie die einmalige Chance verstreichen lassen?“
- „Warum gibt es dann Leute, die XYZ gut finden?“
- „Werde ich überleben?“
- „Wo warst du, als ich dich brauchte?“
- „Machen wir nicht alle Fehler?“
- „Seid ihr denn bescheuert?“
Eine weitere rhetorische Figur in Form einer Frage ist der Dialogismus.

