Rhetorische Frage
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Die rhetorische Frage gilt als besondere Form der Fragetechnik.
Auf die rhetorische Frage erwartet der Fragende keine Antwort. Anstelle des Ziels der Informationsbeschaffung, wie es üblicherweise bei einer Frage der Fall ist, geht es bei der rhetorischen Frage nur um die Wirkung als Aussage. Durch den Kontext, die gegebenen Umstände oder die Betonung wird die rhetorische Frage kenntlich gemacht. Der Gefragte gibt in der Regel in Ermangelung an Erwartung dieser keine Antwort. Meist kennt oder vermutet der Fragende die Reaktion des Gefragten oder erwartet keine Reaktion.
[Bearbeiten] Anwendung
Rhetorische Fragen werden gerne in Vorträgen angewendet, um bei erschöpfend langen Ausführungen die Aufmerksamkeit des Zuhörers zurückzugewinnen und um einen Monolog zu vermeiden. In Diskussionen und Dialogen wird die rhetorische Frage häufig eingesetzt, um Argumente zu verstärken. Daher sind in sachlich geführten Diskussionen rhetorische Fragen umstritten und gelten als Totschlagargumente.
[Bearbeiten] Beispiele
Klassisches Beispiel einer rhetorischen Frage ist der Beginn der ersten Rede gegen Catilina von Cicero: Quosque tandem abutere, Catilina, patientia nostra? („Wie lange noch, Catilina, wirst du unsere Geduld missbrauchen?“)
Weitere Beispiele:
- „Habe ich es dir nicht gesagt?“ (Betonung auf „Habe“)
- „Warum sind meine Antworten immer falsch?“
- „Wer ist schon perfekt?“
- „Wollen Sie die einmalige Chance verstreichen lassen?“
- „Machen wir nicht alle Fehler?“
- „Seid ihr denn bescheuert?“
- „Bist du noch bei Sinnen?“
Eine weitere rhetorische Figur in Form einer Frage ist der Dialogismus.

