Rhizosphäre

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Illustration der Rhizosphäre:[1]
A: bakteriophage Amöbe
BL: energielimitierte Bakterien
BU: nicht energielimitierte Bakterien
RC: wurzelabgeleiteter Kohlenstoff
SR: abgelöste Zellen der Rhizodermis
F: Pilz-Hyphen
N: Fadenwurm

Der Begriff Rhizosphäre wurde 1904 vom Bakteriologen Lorenz Hiltner geprägt und bezeichnet den unmittelbar durch eine lebende Wurzel beeinflussten Raum im Boden. Die Beeinflussungen können physikalischer, chemischer und biologischer Natur sein. Im Allgemeinen wird eine Zone bis 40 mm[2] um die Wurzel als Rhizosphäre bezeichnet. Dieser Bereich ist bodenökologisch von besonderem Interesse, da hier Boden und Pflanze interagieren.

Die Rhizosphäre wird stark durch Stoffe geprägt, die von der Pflanze abgegeben werden, sogenannte Exsudate. Sie unterscheidet sich außerdem vom umgebenden Boden durch geringere Nährstoff- und Sauerstoffkonzentrationen, da beides durch die Pflanze verbraucht wird. Auch der pH-Wert kann sich hier um mehrere Einheiten vom umgebenden Boden unterscheiden.

Insbesondere durch die abgegebenen Exsudate und die besseren pH-Wert-Bedingungen zeichnet sich die Rhizosphäre durch eine zumeist wesentlich höhere Organismen-Besatzdichte aus (5 bis 50-fach), dieses Phänomen wird als Rhizosphäreneffekt bezeichnet. Die Rhizosphäre ist ein wichtiger Lebensraum für unterschiedlichste Biozönosen, die vor allem aus Nematoden, Pilzen (u.a. Mykorrhiza) und anderen Mikroorganismen bestehen. Der höhere Organismenbesatz führt einerseits zu Konkurrenz zwischen Wurzel und Bodenorganismen, andererseits können diese aber auch zusätzliche Nährstoffe für die Pflanze verfügbar machen (z.B. Rhizobien oder andere Bioeffektoren).

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter A. H. M. Bakker, Roeland L. Berendsen u. a.: The rhizosphere revisited: root microbiomics. In: Frontiers in Plant Science. 4, 2013, S. , doi:10.3389/fpls.2013.00165 (Review)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. B. Giri, P. H. Giang, R. Kumari, R. Prasad, A. Varma: Microorganisms in Soils: Roles in Genesis and Functions. 3, 2005, S. 19–55. doi:10.1007/3-540-26609-7_2.
  2. Olfs, 2006