Rhyme-as-reason-Effekt

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Der Rhyme-as-reason-Effekt (auch: Eaton-Rosen-Phänomen) bezeichnet eine Kognitive Verzerrung, in der Aussagen, besonders Aphorismen, als eher zutreffend und wahr betrachtet werden, wenn diese Aussage gereimt ist.[1]

Geltende Theorie zur Herleitung des Rhyme-as-reason-Effektes ist die „Keats-Heuristik“ (nach dem britischen Dichter John Keats), in der subjektiv ästhetische Formulierungen (Beispielsweise anhand eines Reimschemas gebildete Sätze) als eher zutreffend eingestuft werden. Die „Fluency-Heuristik“ (vom Englischen fluent = flüssig) als Grundlage genommen werden Reime bevorzugt, da sie schneller als vergleichbare, nicht reimende Formulierungen verarbeitet werden können. Dieses schnellere, flüssiger oder glatter prozessierte Gedankenobjekt gibt einem Satz grundlegend höher angesiedelten Wert – selbst wenn offensichtlich kein erkennbarer logischer oder angewandter Wert in der Aussage vermittelt wird.[2]

Beispiele[Bearbeiten]

Bekannt wurde die Aussage des Juristen Johnnie Cochran, der mit „If it doesn't fit, you must acquit.“ (Wenn er [der Handschuh] nicht passt, müssen Sie [den Angeklagten] freisprechen.) die Verteidigung von O.J. Simpson prägte.

  • Mit Sonne im Rücken ist gut Kirschen pflücken.
  • Besser einen Hund an der Leine als einen Stall ohne Schweine.
  • An apple a day keeps the doctor away. (Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern.)
  • Great spenders are bad lenders. (etwa: Wer gut im Ausgeben [von Geld] ist, ist meist ein schlechter Verleiher.)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Büropsychologie So stellen Sie Schwätzer und Lästerer ruhig, Spiegel online, 23. März 2014. Abgerufen am 23. März 2014.
  2. M.S. McGlone & Jessica Tofinghbakhsh: The Keats heuristic: Rhyme as reason in aphorism interpretation, Department of Psychology, Lafayette College – Website. Abgerufen am 24. März 2014.