Rhythmusgruppe

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Rhythmusgruppe (auch Rhythmussektion, engl. rhythm section) ist bei Bands der Teil der Besetzung, der für den Rhythmus eines Musikstückes verantwortlich ist. Melodiegruppe ist der komplementäre Teil der Gruppe, der die Melodieführung übernimmt.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Nach der Eigenart des Musikinstruments und den Vorgaben des Musikstücks hat sich die Rhythmusgruppe insbesondere im Jazz herausgebildet. In den 1930er Jahren begann die Bedeutung der Rhythmusgruppe im Jazz. Die Pianisten des Swing spielten oft mit der linken Hand eine Begleittechnik, bei der abwechselnd Harmoniegrundton und Akkord gespielt werden („Stride Piano“). Als Begleitinstrumente können auch die Gitarre oder das Klavier Bestandteil der Rhythmusgruppe sein. Der Bassist folgte im Swing der Harmoniebewegung im halben Tempo des Grundschlags („two Beat“).[1]

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Zur Rhythmusgruppe gehören nicht nur die primär als Rhythmusinstrumente bekannten Musikinstrumente wie Schlagzeug, Bass (E-Bass, Kontrabass), Rhythmusgitarre, Banjo, Klavier, Tamburin, Perkussion, sondern auch diejenigen Instrumente, mit denen auch Rhythmus gespielt werden kann. Schlägt ein Melodiegitarrist Akkorde, um den Beat zu betonen, wird er zum Bestandteil der Rhythmusgruppe.[2] Umgekehrt können einzelne Mitglieder der Rhythmusgruppe auch die Melodieführung, etwa bei Bass-Soli, übernehmen.

Aufgaben[Bearbeiten]

Die Rhythmusgruppe dient der Melodiegruppe als metrische Unterstützung. Sie treibt die Musik an und bestimmt das Tempo der Melodieführung. Die Rhythmusgruppe kann parallel zur Melodiegruppe spielen, mit ihr in Interaktion treten, oder phasenweise alleine spielen. Die Melodiegruppe hingegen spielt „off-beat“. In einer Beatband spielt der Rhythmusgitarrist durchgängig die Harmonien. Der Bassgitarrist liefert die harmonische Basis, auf der sich das instrumentale Gesamtgeschehen abspielt und ist insofern das Rückgrat der Popmusik; das Schlagzeug steht normalerweise nicht im Vordergrund, sondern soll vielmehr für rhythmische Spannung sorgen („drive“).[3]

Sonstiges[Bearbeiten]

Rhythmusgruppe, bei der neben Basstrommel, Snare Drum und Maracas auch Lärminstrumente wie Trillerpfeife, Blockflötenköpfe und Vuvuzelas zum Einsatz kommen

Als Rhythmusgruppe werden auch Musikgruppen bezeichnet, die ausschließlich Rhythmus-, aber keinerlei Melodieinstrumente verwenden. Typische Instrumente sind z. B. Maracas, Eggshaker oder Schellenring, aber auch Lärm- und Effektinstrumente wie die Trillerpfeife. Häufig findet man diese Art von Rhythmusgruppen in der Samba-Musik.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Pfleiderer Rhythmus: Psychologische, theoretische und stilanalytische Aspekte populärer Musik. Bielefeld 2006, S. 248 ff.
  2. Dirk Sudro, Jazz für Dummies, 2006, S. 79
  3. Werner Faulstich, Rock, Pop, Beat, Folk, 1978, S. 55 f.