Riß

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Dieser Artikel behandelt den Fluss – zu anderen Bedeutungen siehe Riß/Riss (Begriffsklärung).
Riß
Linker Hauptoberlauf: Kalte Riß
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Die Riß südlich von Biberach an der Riß

Die Riß südlich von Biberach an der Riß

Daten
Gewässerkennzahl DE: 1136
Lage Baden-Württemberg
Landkreis Ravensburg
Landkreis Biberach
Alb-Donau-Kreis
Flusssystem Donau
Abfluss über Donau → Schwarzes Meer
Ursprung Zufluss der Warmen Riß ca. 0,5 km nordnordwestlich von Winterstettendorf
47° 59′ 31″ N, 9° 44′ 3″ O47.9919777777789.7341666666667

Quelle der Kalten Riß ca. 1,4 km südlich von Michelwinnaden
47° 57′ 7″ N, 9° 43′ 40″ O47.9519722222229.7277722222222577

Quellhöhe ca. 577 m ü. NN[1] 
Ursprung der Kalten Riß
ca. 556 m ü. NN[1]
Zufluss der Warmen Riß
Mündung bei Erbach-Ersingen von rechts und aus dem Süden in die obere Donau48.2950916666679.8443944444444481.3Koordinaten: 48° 17′ 42″ N, 9° 50′ 40″ O
48° 17′ 42″ N, 9° 50′ 40″ O48.2950916666679.8443944444444481.3
Mündungshöhe 481,3 m ü. NN[2]
Höhenunterschied ca. 95,7 m
Länge 48,9 km[3] 
ab Ursprung der Kalten Riß
43,2 km[3]
Zufluss der Warmen Riß
Einzugsgebiet 422,705 km²[4]
Linke Nebenflüsse Federbach (bei Ingoldingen),
Rotbach (in Biberach an der Riß),
Mühlbach (bei Schemmerhofen),
Ingerkinger Rotbach (in Obersulmetingen),
Schlaibach (in Untersulmetingen),
Aischbach (bei Untersulmetingen)
Rechte Nebenflüsse Lauter (bei Ingoldingen-Degernau),
Umlach (bei Ummendorf)
Mittelstädte Biberach an der Riß, Ehingen
Kleinstädte Bad Waldsee, Laupheim
Gemeinden Ingoldingen, Hochdorf, Ummendorf, Warthausen, Schemmerhofen, Öpfingen
Die Riß bei Biberach

Die Riß bei Biberach

Die Riß [rɪs] ist ein 49 Kilometer langer Fluss in Oberschwaben im südöstlichen Baden-Württemberg, der beim Ortsteil Ersingen der Kleinstadt Erbach im Alb-Donau-Kreis von rechts und aus dem Süden kommend in die obere Donau mündet. Sie hat zwei Quellbäche, die längere und bedeutendere, nördlich fließende Kalte Riß und die kürzere nordwestlich laufende Warme Riß, die bei Winterstettendorf zumündet.

Geographie[Bearbeiten]

Quellbäche[Bearbeiten]

Kalte Riß[Bearbeiten]

Der Hauptstrangoberlauf Kalte Riß entspringt im nördlichen Landkreis Ravensburg etwa 1,4 km südlich der Ortsmitte von Bad Waldsee-Michelwinnaden am Südwestrand des Waldstücks Riedle auf etwa 577 m ü. NN, zieht zum Dorf, an dessen Südrand es den Burgweiher durchläuft, um in danach fortgesetztem Nordlauf an der Kreisgrenze zum Landkreis Biberach von links die Alte Riß von links aufzunehmen, die einen Teil des Brunnenholzrieds südwestlich von Michelwinnaden entwässert. Weiter nördlich bei Ingoldingen-Winterstettendorf nimmt sie etwa 5,7 km unterhalb ihres Ursprungs von rechts die Warme Riß auf, womit die Riß entsteht.

Warme Riß[Bearbeiten]

Die nur 3,7 km[3] lange Warme Riß entsteht im Wilden Ried südöstlich des Ortes, läuft schon ganz im Biberacher Landkreis und speist im Ort einen Mühlteich, an dem auf Karten ein Riß-Ursprung etwas über einen Kilometer oberhalb des Zusammenflusses beider Riß-Äste ausgewiesen ist.

Verlauf[Bearbeiten]

Die vereinte Riß zieht danach nordost- bis nordwärts mit teils ausladenden Schlingen in merklich eingetieftem Tal durch den Biberacher Kreis. Bald tritt sie hier aus dem Bodensee-Jungmoränenland ihrer Ursprünge in das Altmoränengebiet der Riß-Aitrach-Platten über, das ein Teil des auch Oberschwäbische Hochebene genannten Naturraums Donau-Iller-Lech-Platte ist. Sie fließt durch Ingoldingen-Winterstettenstadt, unterquert die Württembergische Südbahn von Bad Schussenried nach Biberach an der Riß, die bis unterhalb der Kreisstadt im Tal läuft, und passiert dann Ingoldingen selbst, wo von Westen der Federbach zumündet.

Wasserrad in Biberach-Birkendorf

Danach nimmt die Riß bei Ingoldingen-Degernau die von Südsüdwesten heranfließende, kurze Lauter auf, passiert Hochdorf am rechten Hangfuß, über dem die Hochfläche Hochgeländ sich nordöstlich parallel zum Tal zieht. Sie trennt danach dessen Ortsteil Appendorf am linken Ufer vom ebenfalls gemeindezugehörigen Schweinhausen am rechten Hang. Danach zieht sie westlich vorbei an Ummendorf, wonach sie beim schon zu Biberach gehörenden Kneippkurbad Jordanbad aus dem Südosten die Umlach einmündet. Durchs anschließende Biberach läuft sie wieder nördlicher, am Stadtkern mündet aus dem Südwesten der Rotbach.

Unterhalb von Biberach an der Riß läuft die Riß über Warthausen und Langenschemmern, beide Gemeindeteil von Schemmerhofen, wo der aus Richtung Westen heranfließende Mühlbach einmündet, nach Schemmerberg (Gemeindeteil von Schemmerhofen). Weiter nördlich fließt sie durch Ober- und Untersulmetingen (westliche Stadtteile von Laupheim), wobei ihr in Obersulmetingen der von Westen kommende Inkerkinger Rotbach und in Untersulmetingen der von Westen heranfließende Schlaibach und direkt nördlich davon beim Weiler Niederkirch der aus gleicher Richtung kommende Aischbach zufließen. In diesem Gebiet verläuft bis zur Rißmündung wenige Kilometer östlich parallel zur Riß der Donau-Zufluss Dürnach nach Norden.

Darauf fließt die Riß durch Rißtissen (östlicher Stadtteil von Ehingen) im Alb-Donau-Kreis, um wenig später mit vier Mündungsarmen (teils künstlich angelegt) in die aus Richtung Südwesten heranfließende Donau zu münden; nördlich von Rißtissen zweigt der Rißkanal von der Riß ab. Der Rißmündung gegenüber liegt am nördlichen Donauufer die Gemeinde Öpfingen.

Wasserscheide[Bearbeiten]

Das Quellgebiet der Riß liegt unmittelbar nördlich der Rhein-Donau-Wasserscheide, die ein Teil der Europäischen Hauptwasserscheide ist. Während die aus ihren zwei Quellbächen im Gebiet von Michelwinnaden und Winterstettendorf entstehende Riß in überwiegend nördlicher Richtung zur Donau fließt, verläuft die Schussen, die etwas weiter nordwestlich nahe Bad Schussenried entspringt, in zumeist südlicher Richtung in den Bodensee und damit in den Rhein.

Zuflüsse[Bearbeiten]

Zu den Zu- und Abflüssen der Riß gehören (flussabwärts betrachtet): (mit Längen[3])

  • Federbach (links), bei Ingoldingen, 9,1 km
  • Lauter (rechts), bei Ingoldingen-Degernau, 3,5 km
  • Speckbach (rechts), nördlich von Hochdorf, 3,6 km
  • Wassergraben „Gewann Winkelhof“ (rechts), nordnordöstlich von Hochdorf-Appendorf, 2,0 km
  • Schmiegraben (rechts), südwestlich von Ummendorf, 1,4 km
  • Umlach (rechts), bei Ummendorf, 23,0 km
  • Weißgerberbach (Bleicher)[5] (links), in Ummendorf, 4,2 km
  • Hagenbucher Graben (rechts), in Ummendorf, 3,5 km
  • Schlierenbach (links), in Ummendorf, 6,1 km
  • Rotbach[6] (links) in Biberach an der Riß, 15,2 km
  • Weißgerberbach (Bleicher)[7] in Biberach-Birkendorf
  • Mettenberger Bach (rechts), südlich von Warthausen, 4,2 km
  • Aspachgraben[8] (rechts), in Warthausen, 1,0 km
  • Windberggraben (rechts)[9], 2,0 km
  • Langestockgraben (links) in Warthausen, 4,7 km
  • Buchenaugraben (rechts), südlich von Schemmerhofen, 2,0 km
  • Assmannshardter Mühlbach (links) bei Schemmerhofen, 14,3 km
  • Oberriedgraben (rechts), südlich von Schemmerberg, 3,0 km
  • Michelwiesengraben (links), nördlich von Schemmerberg, 1,3 km
  • Ingerkinger Rotbach (links) in Obersulmetingen, 7,8 km
  • Schlaibach (links), in Untersulmetingen, 5,1 km
  • Aischbach (links), bei Untersulmetingen, 5,4 km
  • → Neuer Graben (nach rechts in die Rauglen zur Westernach), an der Kreisgrenze und Stadtgrenze zwischen Laupheim und Ehingen (Donau), 1,6 km
  • Hinterriedgraben (links), bei Rißtissen, 1,6 km
  • Zufluss aus dem Taxischen Wald (links), bei Rißtissen, 3,5 km
  • Sulzgraben, (links), gegenüber Rißtissen, 0,8 km
  • Rißtissener Gaben (rechts), durch Rißtissen, 0,7 km
  • → ← Sägewerkskanal (nach und von links), in Rißtissen, 0,7 km
  • → Viehsaumgraben (nach links in die Donau), an Gemeindegrenze Ehingen/Öpfingen, 1,2 km.
    Nimmt noch den Hohengraben von links auf, 2,7 km. Die Riß fließt danach auf der Gemeindegrenze im Rißkanal, der später auf Erbacher Gemarkung übertritt..
  • Biesmahdgraben (rechts), bei Erbach-Erbach, 0,9 km
  • → Verbindung Rißkanal-Donau (nach rechts zur Donau), durch Ersingen, 2,3 km.
    Nimmt nach dem Dorf noch von rechts den Rauriedgraben auf, 1,4 km.
  • → Donaualtwasser Ulm-Ersingen (nach rechts zur Donau), bei Ersingen, 0,8 km. Der Hauptast hat dann noch 0,5 km[10] bis zur Donau

Rißeiszeit[Bearbeiten]

Die Riß ist Namensgeberin für die vorletzte Eiszeit, die Rißeiszeit (in Norddeutschland auch Saaleeiszeit genannt). In der naturkundlichen Abteilung des Braith-Mali-Museums in Biberach an der Riß finden sich viele anschauliche Modelle zur Rißeiszeit.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). Siehe bei den → Weblinks.
  2. Höhe nach blauer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW. Siehe bei den → Weblinks.
  3. a b c d Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  4. Einzugsgebiet nach dem Layer Aggregierte Gebiete 04 des Online-Kartenservers der LUBW.
  5. Abspaltung der Riß
  6. Mündet als Ratzengraben
  7. Rückfluss in die Riß
  8. Mündet in den Bahnseitengraben, einer linken Abzweigung der Riß
  9. Mündet in den Triebwerkskanal Malzfabrik, einer rechten Abzweigung der Riß
  10. Länge abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW.

Weblinks[Bearbeiten]