Riad al-Turk

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Riad al-Turk (arabisch ‏رياض الترك‎ Riyad at-Turk, * 1930 in Homs, Staat Syrien, Syrische Republik) ist ein syrischer Oppositionsführer und Demokratieaktivist, der auch "Weiser Mann der syrischen Opposition" genannt wird. Er war für über 20 Jahre politischer Häftling.[1] Von der Gründung 1973 bis 2005 war er zudem Generalsekretär der Syrisch-Demokratischen Volkspartei.

Leben[Bearbeiten]

Turk trat als Student der Syrischen Kommunistischen Partei bei. 1952 wurde er zum ersten Mal inhaftiert, nachdem er die Schule der Rechtswissenschaften beendete und die Militärregierung Adib Chichaklis kritisierte; er wurde für fünf Monate ohne Anklage vor Gericht festgehalten und dabei gefoltert.[1] Er schrieb danach Artikel für die Parteizeitung al-Nour und wurde zum führenden Ideologen der Partei. 1958 wurde er unter Nasser erneut inhaftiert, da er die Vereinigung Syriens und Ägyptens in die Vereinigte Arabische Republik ablehnte - auch hier wurde er ohne Gerichtsprozess gefoltert.[1]

Turk leitete die Faktion der Kommunistischen Partei, die eine positivere Sicht zum Arabischen Nationalismus verlangte, im Gegensatz zum Generalsekretär Chalid Bakdasch. Nachdem Bakdasch entschied, die Partei 1972 an die regierende Nationale Fortschrittsfront anzuschließen, spaltete sich Turk zusammen mit dem Politbüro der Partei ab und gründete 1973 die Syrische Kommunistische Partei-Politbüro. Auch Georges Sabra schloss sich Turk an.

Turk wurde am 28. Oktober 1980 als Dissident erneut inhaftiert und musste unter schwierigen Bedingungen für fast 18 Jahre im Gefängnis weilen.[2] Er verbrachte die meiste Zeit in Einzelhaft und litt unter regelmäßiger Folter. Für die ersten dreizehn Jahre Haftzeit war ihm die Kommunikation mit, oder das Informieren über seine Familie und Freunde untersagt, was auch für seine zwei jungen Töchter galt. Die Einzelzelle, welche kaum größer als sein Körper war, durfte er nur dreimal am Tag verlassen, um eine Gemeinschaftstoilette zu benutzen.[2] Seine einzige Beschäftigung in der Zeit war das Sammeln von Getreidekörnern, die er in der Suppe fand welche er nur am Abend bekam, um damit in seiner Zelle Gemälde zu zeichnen.[3] Turk litt zunehmend unter Krankheiten wie Diabetes, deren Behandlung ihm verweigert wurde. Am 30. Mai 1998 wurde er freigelassen.

Als im Juni 2000 der syrische Präsident Hafes Assad starb und sein Sohn Baschar ihm folgte, kam ein Ausbruch politischer Debatten und des demokratischer Wandels, der Damaszener Frühling genannt wurde und in der Riad al-Turk eine führende Rolle übernahm. Seine Aussage auf al-Dschasira im August 2001, dass "der Diktator starb", löste wiederum neue Repressionen der Regierung aus, und Turk sah sich am 1. September 2001 abermals vor Gericht. Seine Anklage vor dem Staatssicherheitsgericht wurde als unfairer Prozess betrachtet. Im Juni 2002 wurde er wegen des angeblichen `Versuchs, die die Verfassung auf illegale Weise zu ändern` zu drei Jahren Haft verurteilt[4] - auf seinen schlechten Gesundheitszustand wurde keine Rücksicht genommen.

2005 trat Riad al-Turk auch als prominente Persönlichkeit in der Damaszener Erklärung auf, einem pro-demokratischen Bündnis syrischer Organisationen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Robin Wright: Dreams and Shadows, the Future of the Middle East. Penguin Press, New York 2008, ISBN 1-59420-111-0.
  2. a b Wright, Dreams and Shadows, 2008, S. 214-5
  3. Wright, Dreams and Shadows, 2008, S. 216
  4. Wright, Dreams and Shadows, 2008, S. 218