Riario

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu weiteren Personen des Namens Riario siehe Riario Sforza.
Wappen der Riario

Die Riario sind eine italienische Adelsfamilie aus Savona, die ihren Aufstieg – besonders in der römisch-katholischen Hierarchie – der Verwandtschaft zum Renaissance-Papst Sixtus IV. (Francesco della Rovere) verdankte.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Riario stammen der Überlieferung nach von einem Degenardo ab, der Hauptmann unter Kaiser Friedrich Barbarossa war.

Caterina Sforza, Gemälde von Lorenzo di Credi (1481/83)

Paolo Riario heiratete 1440 Bianca della Rovere, die Schwester des Papstes Sixtus IV. Ihr Sohn Girolamo Riario (1443–1488) heiratete 1477 Caterina Sforza, eine illegitime Tochter von Galeazzo Maria Sforza, dem Herzog von Mailand aus der Familie Sforza. Einer ihrer Söhne, Galeazzo, fügte seinem Familiennamen den seiner Mutter hinzu, seither heißt das Geschlecht Riario Sforza. Dessen Urenkel Ferdinando († 1662) wurde 1620 zum Herzog erhoben, mit seinem Sohn starb dieser Zweig 1676 aus, jedoch nahm Ignazio Raffaele Riario, 2. Marchese di Corleto, der Nachfahre eines Onkels von Gerolamo Riario, nun den Namen Riario Sforza an. Sein Sohn Nicola wurde 1714 ebenfalls zum Herzog erhoben. Die Familie errichtete im 18. Jahrhundert in Neapel den Palazzo Riario Sforza. Durch die Heirat des Don Giovanni Battista, 6. Duca Riario-Sforza, mit Donna Giulia Milano Franco d'Aragona 1864 kamen zudem der Titel Principe di Ardore und die Besitzungen dieser Familie an die Riario-Sforza. Gegenwärtiger Titelträger ist Don Giovanni 10. Duca Riario-Sforza, 12. Principe di Ardore (* Rom 1959).

Der römische Zweig besaß die Herrschaften Forlì (bis 1500) und Imola und stammte von Paolo Riario ab:

  • Girolamo Riario (* 1443; † 1488), wurde von seinem Onkel Sixtus IV. (dessen illegitimer Sohn er angeblich gewesen sein soll) zum Herrn von Imola und von Forlì ernannt. Er war mit der illegitimen mailändischen Herzogstochter Caterina Sforza verheiratet und wurde so zum Begründer der Linie Riario Sforza (Herzöge bis 1676; dann an eine ältere Seitenlinie). 1478 war er Mit-Initiator der Pazzi-Verschwörung.
  • Ottaviano, Herr von Forli und Imola (1488–1499) (* 1483 in Forli; † 1522 in Bologna)
  • Cesare, Erzbischof von Pisa und Patriarch von Alexandria (* 1485 in Forli; † 1540 in Rom)
  • Galeazzo Riario (* 1487 in Imola; † 1557 in Bologna), verheiratet mit Maria Giovanna della Rovere (* 1482 in Senigallia; † 1538 in Bologna), Tochter von Giovanni della Rovere.

Weitere Kirchenfürsten:

Literatur[Bearbeiten]

  • P. Bonoli, Storia di Forlì, Bordandini, Forlì, 1826.
  • V. Spreti, Enciclopedia storico-nobiliare italiana V vol., Milano, 1932.

Weblinks[Bearbeiten]