Ribbeck (Nauen)

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52.62444444444412.75083333333335Koordinaten: 52° 37′ 28″ N, 12° 45′ 3″ O

Ribbeck
Stadt Nauen
Wappen von Ribbeck
Höhe: 35 m ü. NN
Fläche: 20,55 km²
Einwohner: 383 (31. Dez. 2002)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 14641
Vorwahl: 033237

Ribbeck ist ein Ortsteil der Stadt Nauen im Landkreis Havelland in Brandenburg.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Geografie[Bearbeiten]

Ribbeck liegt auf einer Höhe von 35 m ü. NHN etwa 9 Kilometer nordwestlich von Nauen an der Bundesstraße 5 zwischen Nauen und Pessin. Der Ort hat eine Fläche von 20,55 km² und 383 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2002)[1]. Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 19 Einwohnern pro Quadratkilometer. Östlich Ribbecks beginnt die eiszeitlich gebildete Beetzseerinne, die sich nach Südosten bis Brandenburg an der Havel zieht.

Politik[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Ortsvorsteher ist Jürgen Gaschler (LWN) (Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf Ribbeck wurde 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. erstmals urkundlich im Zusammenhang mit der Familie von Ribbeck und ihren Rittergütern benannt. Bereits am 4. August 1237 wurde Henricus de Ritbeke bei der Bestätigung einer Schenkung des Bischofs Gernand durch das Domkapitel zu Brandenburg an der Havel erwähnt.[2] 1282 wurde Johann von Ribbeck urkundlich erwähnt. Im Jahre 1354 wurden die von Bredow für eine Generation Lehnsherren in Ribbeck. Bereits 1374 wurden die von Ribbeck wieder mit dem Dorf belehnt und waren bis 1945 die Besitzer des Gutes. Neben dem Ribbeckschen Gut gab es zwischen 1706 und 1828 noch ein weiteres Gut in Ribbeck, das Gut der Familie von Bardeleben. 1856 wurde das Dorf bis auf das Gutshaus, die Kirche und zwei Gehöfte Opfer eines Feuers.

Der Fideikommissherr auf Ribbeck und Bagow Hans Georg Karl Anton von Ribbeck (* 5. Juli 1880; †  April 1945) war der letzte Gutsherr aus dem Hause von Ribbeck im Dorfe Ribbeck. 1944 wurde er als bekennender und überzeugter Monarchist und NS-Gegner verhaftet, ins Konzentrationslager Sachsenhausen verbracht und im April 1945 dort umgebracht. Im Jahr 1994 wurde zur Erinnerung an ihn ein Gedenkstein auf dem Familienfriedhof aufgestellt.
Vom 20. September 1901 bis zum 1. April 1961 war Ribbeck ein Haltepunkt an der Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen.

Neuer Birnbaum neben der Kirche

Am 26. Oktober 2003 wurde Ribbeck nach Nauen eingemeindet.[3]

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland[Bearbeiten]

Bekannt wurde Ribbeck vor allem durch das Gedicht Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland[4] von Theodor Fontane, welches an Hans Georg von Ribbeck (1689–1759) erinnert. Der im Gedicht beschriebene Birnbaum auf dem Ribbeckschen Grab wurde bei einem Sturm am 20. Februar 1911 umgeworfen. Sein Originalstumpf befindet sich heute in der Dorfkirche.[5] Südwestlich der Dorfkirche wurde im Jahr 2000 ein neuer Birnbaum gepflanzt.

Mit der Sendung des Ersten Deutschen Fernsehens, dem Krimi Pfarrer Braun - Heiliger Birnbaum mit Ottfried Fischer in der Hauptrolle wurde die Geschichte Ribbecks und seines Birnbaumes wieder bekannt gemacht. Die Folge wurde am 10. April 2008 ausgestrahlt und spielte in Ribbeck, wo sie im Jahr 2007 auch teilweise gedreht wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten]

Kirche
Stamm des alten Birnbaums

Die Dorfkirche erbaut im Mittelalter, erhielt 1722 eine umfassende Umgestaltung. Ihre heutige Gestalt bekam sie jedoch erst mit der Verlängerung des Kirchenschiffes zum Ende des 19. Jahrhunderts. Der Anbau einer Apsis sowie die Innenausstattung stammen aus der selbigen Zeit. 1996 wurde unter Beteiligung der Deutsche Stiftung Denkmalschutz der Turmhelm restauriert. Im Kircheninneren erinnert eine Gedenktafel an Hans Georg Carl Friedrich Ernst von Ribbeck (* 22. April 1799; † 31. Dezember 1882). Im Inneren ist der Stamm des alten Birnbaums und unter der Kirche ist die Gruft derer von Ribbeck zu finden.

Schloss Ribbeck[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schloss Ribbeck

1893 als Familiensitz derer von Ribbeck erbaut, wurde es 1947 enteignet und von 1956 bis 2004 als Alten-/Pflegeheim genutzt. Nach aufwändiger Sanierung wurde das nunmehr im Besitze des Landkreises Havelland befindliche Haus im Juli 2009 als kulturtouristisches Leuchtturmprojekt wiedereröffnet. Es beherbergt unter anderem ein Museum, Veranstaltungsräume und ein Restaurant.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Brennerei im Gutshof
  • Alte Schule (mit historischem Klassenraum und Café), früher HO Konsum
  • Alte Brennerei, ehemalige Getreidemühle
  • Ehemaliges Schweizer-Haus (Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut)
  • Altes Waschhaus (beherbergt einen Hofladen)
  • Pfarrgarten (Zugang zwischen Pfarrhaus und Pfarrscheune)
  • Ehemalige Gaststätte Zum Birnbaum (Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut, bis in die 1950er Jahre mit Tankstelle)
  • Café Theodor, früher: Kinderheim, Kindergarten zur DDR-Zeit.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. LDS - Beitrag zur Statistik - Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg von 1875 bis 2005 - Landkreis Havelland vom Dez. 2006 PDF.
  2. Codex diplomaticus Brandenburgensis - Band 13 Seite 314 von 1857.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003.
  4. Gedicht: „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ von Theodor Fontane zum nachlesen und hören.
  5. Märkische Oderzeitung – Journal, 16./17. Sept. 2006, S. 1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ribbeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Ribbeck – Reiseführer