Ribera del Guadiana

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Das Weinbaugebiet Denominación de Origen (D.O.) Ribera del Guadiana ist Teil der spanischen autonomen Gemeinschaft Extremadura im Südwesten des Landes an der Grenze zu Portugal. Es wurde nach dem Fluss Guadiana benannt, welcher die Extremadura bzw. das Weinbaugebiet in westlicher Richtung durchfließt.

Nach ersten Vorschriften aus dem Jahr 1997 wurde die Denominación de Origen Ribera del Guadiana im April 1999 aus 6 ehemaligen Landweinbereichen (Vino de la Tierra) gebildet, die heute weiterhin als Subzonen existieren. Dies sind in der nördlich gelegenen Provinz Cáceres in der Sierra de Guadelupe und deren Ausläufern die Subzonen Cañamero mit 5 Gemeinden und Montánchez (27 Gemeinden). Südlich und östlich des Guadiana in der Provinz Badajoz wurden die Subzonen Matanegra (8 Gemeinden), Ribera Alta de Guadiana (38 Gemeinden), Ribera Baja de Guadiana (11 Gemeinden) und Tierra de Barros (36 Gemeinden) definiert.

Die Anerkennung der geschützten Herkunftsbezeichnung D.O. geht auf Bemühungen einiger Bodegas der Subzone Tierra de Barros zurück. Tierra de Barros ist mit der größten Anbaufläche die bedeutendste Subzone und hatte bereits 1979 vorübergehend den D.O. Status.

Das Klima[Bearbeiten]

Das Klima unterscheidet sich innerhalb der teilweise recht weit voneinander entfernt liegenden Subzonen nicht wesentlich. Es ist kontinental mit atlantischen Einflüssen und bringt heiße, trockene Sommer und nicht zu kalte Winter. Niederschläge von etwa 450 bis 500 mm/Jahr (in den höher gelegenen, nördlichen Subzonen Cañamero und Montánchez mit 500 bis 800 mm/Jahr auch darüber) und der Guadiana sorgen für ausreichend Wasser.

Die Böden[Bearbeiten]

Die Böden der Subzonen Cañamero und Montánchez im Norden sind eher karg und steinig (Schiefer). Die Subzonen der Provinz Badajoz (speziell Tierra de Barros) bieten in den Flusstälern des Guadiana und seiner Nebenflüsse fruchtbare Schwemmlandböden. In der Subzone Ribera Alta im Osten der Provinz Badajoz sind sandige Böden vorherrschend.

Die Weine[Bearbeiten]

Für die Erzeugung von Weinen entsprechend der Klassifikation ist eine relativ große Anzahl von Rebsorten zugelassen:

Weiß (Blancos): Alarije, Borba blanca, Cayetana Blanca, Pardina, Viura (Macabeo), Chardonnay, Chelva (Montua), Eva (Beba de los Santos), Malvar, Parellada, Pedro Ximénez, Verdejo

Rot (Tintas): Garnacha Tinta, Tempranillo (Cencibel / Tinto Fino), Bobal, Cabernet Sauvignon, Graciano, Mazuela, Merlot, Monastrell, Syrah

In den beiden Subzonen der Provinz Cáceres wird eher Weißwein erzeugt. In den südlicher gelegenen Subzonen (speziell Tierra de Barros) dominiert Rotwein (Tempranillo).

In den Subzonen ist die hauptsächliche Verwendung folgender Trauben vorgeschrieben:

  • Ribera Alta: Chelva, Pedro Ximénez, Alarije, Borba, Garnacha Tinta, Tempranillo, Cayetana Blanca
  • Tierra de Barros: Cayetana Blanca, Pardina, Viura, Montua, Garnacha Tinta, Tempranillo
  • Matanegra: Cayetana Blanca, Eva, Garnacha Tinta, Tempranillo
  • Ribera Baja: Cayetana Blanca, Pardina, Viura, Montua, Garnacha Tinta, Tempranillo
  • Montánchez: Borba, Pedro Ximénez, Garnacha Tinta, Tempranillo, Malvar
  • Cañamero: Alarije, Verdejo, Garnacha Tinta, Tempranillo

Der Alkoholgehalt bei Weißweinen (Blancos) und Roséweinen (Rosados) muss mindestens 10 % Vol. betragen, Rotweine (Tintos) müssen mindestens 11 % Vol. aufweisen.

Siehe auch Weinbau in Spanien.

Literatur[Bearbeiten]

  • John Radford: The New Spain. A complete Guide to contemporary Spanish Wine. Mitchell Beazley, London 1998, ISBN 1-85732-254-1.
  • John Radford: Weinlandschaft Spanien. Tradition und Aufbruch. Hallwag, Bern u. a. 1999, ISBN 3-444-10553-3.

Weblinks[Bearbeiten]