Ricardo Zonta

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Ricardo Zonta
Ricardo Zonta 2007
Automobil-/Formel-1-Weltmeisterschaft
Nation: BrasilienBrasilien Brasilien
Erster Start: Großer Preis von Australien 1999
Letzter Start: Großer Preis von China 2004
Konstrukteure
1999–2000 BAR • 2001 Jordan • 2004 Toyota 
Statistik
WM-Bilanz: WM-14. (2000)
Starts Siege Poles SR
36
WM-Punkte: 3
Podestplätze:
Führungsrunden: — über 0 km
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Ricardo Zonta (* 23. März 1976 in Curitiba) ist ein brasilianischer Automobilrennfahrer. Er nahm unter anderem zwischen 1999 und 2005 an Rennen zur Formel-1-Weltmeisterschaft teil. Derzeit bestreitet er Sportwagenrennen.

Karriere[Bearbeiten]

Kart[Bearbeiten]

Wie fast alle heutigen Formel-1-Fahrer begann Ricardo Zonta seine Karriere im Kartsport. Von 1987 bis 1992 fuhr Zonta in verschiedenen brasilianischen Kartserien. 1991 gewann er die brasilianische Kartmeisterschaft und begann, in den Formelsport einzusteigen.

Formelsport[Bearbeiten]

1993 absolvierte Zonta sein erstes Jahr in der Formel-Opel-Meisterschaft, einer nationalen Rennserie in Brasilien. Ein Jahr später wechselte er in die brasilianische Formel-3-Meisterschaft, wo er auf seinen späteren Formel-1-Teamkollegen Cristiano da Matta traf. Während da Matta die Serie für sich entscheiden konnte, belegte Zonta den fünften Platz.

1995 zeigte Zonta erstmals sein Talent: Er trat in zwei Serien gleichzeitig an, in der Formel 3 in Brasilien und in der südafrikanischen Formel 3. In beiden Serien wurde er Meister. Somit gelang ihm der Sprung in die europäische Formel 3000.

Im Team Draco Racing in einem Lola-Zytec-Judd beendete Zonta die Saison 1996 als Vierter. Zudem fuhr er ein Rennen in der C-Klasse für Mercedes in der International Touring Car Championship.

Im Jahr 1997 wechselte Zonta zu Super Nova Racing und konnte sich so mit vier Saisonsiegen den EM-Titel in der Formel 3000 sichern. Zudem bestritt er erste Formel-1-Tests für das Jordan-Team.

Formel 1[Bearbeiten]

Zonta beim Großen Preis von Kanada 2005
Ricardo Zonta bei der Qualifikation für den USA Grand Prix 2005 als Ersatz für den verletzten Ralf Schumacher

1999 absolvierte Zonta seine erste Formel-1-Saison beim neu gegründeten Team British American Racing, kurz BAR. Nicht nur für das Team, auch für Zonta selbst verlief die Saison alles andere als zufriedenstellend. Im Training zum zweiten Rennen hatte Zonta ausgerechnet bei seinem Heim-Grand-Prix einen Unfall und erlitt Verletzungen an der Fußsehne. BAR und damit auch Zonta blieben 1999 punktelos.

2000 bekam BAR dann die Unterstützung von Honda, die neuer Motorenpartner wurden. Zonta fuhr drei WM-Punkte ein und wurde 14. in der Weltmeisterschaft.

Das nächste Jahr verbrachte Zonta als Testfahrer bei Jordan. Bei zwei Rennen durfte er Stammpilot Heinz-Harald Frentzen ersetzen, doch für 2002 wechselte er in die Telefonica Nissan Worldseries und errang dort den Titel.

Ab 2003 war Zonta Testfahrer bei Toyota. 2004 ersetzte er Cristiano da Matta für fünf Rennen. Als Ersatz für Ralf Schumacher nahm Zonta am Großen Preis der USA 2005 teil.

In der Saison 2007 fuhr Zonta als Testfahrer für das französische Renault-F1-Team.

Sportwagen und GT-Sport[Bearbeiten]

Noch vor seiner Formel-1-Laufbahn war Zonta im GT-Sport aktiv. 1998 pilotierte Zonta einen Mercedes-Benz CLK LM in der FIA-GT-Meisterschaft. Zusammen mit Klaus Ludwig gewann er fünf von zehn Rennen und sicherte sich damit den Meistertitel. Neben der FIA-GT fuhr der Brasilianer außerdem das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und absolvierte Tests bei McLaren-Mercedes.

2008, also gut genau zehn Jahre später, erlebte Zonta seine Rückkehr zu den Sportwagen. Für Peugeot-Sport ging er als Werkspilot bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start. Außerdem fährt er aktuell für Andretti Green Racing in der American Le Mans Series in einem Acura ARX-01b. Als dritte Rennserie ist Zonta 2008 auch in der US-amerikanischen Grand-Am Sports Car Series aktiv. Hier fuhr er für das Krohn Racing Team in einem Daytona-Prototypen, war bis auf einer Podiumsplatzierung mit Niclas Jönsson wenig erfolgreich. 2009 blieb Zonta bei Krohn Racing und konzentrierte sich im Sportwagenbereich auf die Grand-Am. Jedoch blieben seine Ergebnisse mit Jönsson wechselhaft. Zwei Gesamtsiege und eine weitere Podium standen mehreren Mittelfeldplatzierungen gegenüber und beendete die Saison auf Rang 17.

In der Saison 2010 fuhr Zonta für das deutsche Team Reiter Engineering mit einem Lamborghini Murcielago LP 670 R-SV in der neugegründeten FIA-GT1-Weltmeisterschaft. Zusammen mit Frank Kechele gewann er die Rennen in Spa-Francorchamps und Navarra.

Stock Car[Bearbeiten]

Schon 2007 fuhr Ricardo Zonta in der brasilianischen Stock Car Serie. Seit 2008 besitzt er sein eignes Stock-Car-Rennteam, das Panasonic Racing Team. Er ist nicht nur Teamchef, sondern auch Fahrer seines Rennstalls.

Statistik[Bearbeiten]

Statistik in der Formel 1[Bearbeiten]

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
1999 British American Racing BAR 001 Supertec 3.0 V10 12 22.
2000 Lucky Strike B·A·R Honda BAR 002 Honda 3.0 V10 17 3 14.
2001 B&H Jordan Honda Jordan EJ11 Honda 3.0 V10 2 19.
2004 Panasonic Toyota Racing Toyota TF104B Toyota 3.0 V10 5 22.
Gesamt 36 3

Einzelergebnisse[Bearbeiten]

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19
1999 Flag of Australia.svg Flag of Brazil.svg Flag of San Marino.svg Flag of Monaco.svg Flag of Spain.svg Flag of Canada.svg Flag of France.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Austria.svg Flag of Germany.svg Flag of Hungary.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of Europe.svg Flag of Malaysia.svg Flag of Japan.svg      
DNF DNS INJ INJ INJ DNF 9 DNF 15 DNF 13 DNF DNF 8 DNF 12      
2000 Flag of Australia.svg Flag of Brazil.svg Flag of San Marino.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Spain.svg Flag of Europe.svg Flag of Monaco.svg Flag of Canada.svg Flag of France.svg Flag of Austria.svg Flag of Germany.svg Flag of Hungary.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of the United States.svg Flag of Japan.svg Flag of Malaysia.svg    
6 9 12 DNF 8 DNF DNF 8 DNF DNF DNF 14 12 6 6 9 DNF    
2001 Flag of Australia.svg Flag of Malaysia.svg Flag of Brazil.svg Flag of San Marino.svg Flag of Spain.svg Flag of Austria.svg Flag of Monaco.svg Flag of Canada.svg Flag of Europe.svg Flag of France.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Hungary.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of the United States.svg Flag of Japan.svg    
7 DNF  
2004 Flag of Australia.svg Flag of Malaysia.svg Flag of Bahrain.svg Flag of San Marino.svg Flag of Spain.svg Flag of Monaco.svg Flag of Europe.svg Flag of Canada.svg Flag of the United States.svg Flag of France.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Hungary.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of the People's Republic of China.svg Flag of Japan.svg Flag of Brazil.svg  
DNF 10 11 DNF 13  
2005 Flag of Australia.svg Flag of Malaysia.svg Flag of Bahrain.svg Flag of San Marino.svg Flag of Spain.svg Flag of Monaco.svg Flag of Europe.svg Flag of Canada.svg Flag of the United States.svg Flag of France.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Hungary.svg Flag of Turkey.svg Flag of Italy.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Brazil.svg Flag of Japan.svg Flag of the People's Republic of China.svg
                DNS                    
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung


Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1998 DeutschlandDeutschland AMG Mercedes Mercedes-Benz CLK GTR LM FrankreichFrankreich Jean-Marc Gounon FrankreichFrankreich Christophe Bouchut Ausfall Motorschaden
2008 FrankreichFrankreich Peugeot Sport Total Peugeot 908 HDi FAP FrankreichFrankreich Franck Montagny OsterreichÖsterreich Christian Klien Rang 3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ricardo Zonta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien