Riccardo Del Fra

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Riccardo del Fra in der Cinematheque de Bercy in Paris 2008

Riccardo Del Fra (* 20. Februar 1956 in Rom) ist ein italienischer Jazz-Bassist, Komponist und Arrangeur.

Del Fra lernte zuerst Gitarre, dann elektrischen Bass, wechselte dann aber zum Kontrabass. Er studierte Soziologie und Anthropologie an der Universität Rom und besuchte danach das Konservatorium von Frosinone. Danach nahm er u.a. mit dem RAI-Orchester auf und bekam erste Kontakte zur Filmmusikszene. So spielte er in der Filmmusik zu Federico Fellinis „Stadt der Frauen“ und für Ennio Morricone. Daneben spielte er in italienischen Jazzbands und begleitete durchreisende Musiker wie Dizzy Gillespie. Lee Konitz, Sonny Stitt, Kai Winding, Bob Brookmeyer, Johnny Griffin, Toots Thielemans, Art Farmer, Tommy Flanagan und ab 1979 regelmäßig Chet Baker. In den 1980er Jahren zog er nach Paris, wo er eine Rhythmusgruppe mit dem Pianisten Alain Jean-Marie und dem Schlagzeuger Al Levitt bildete.

1989 erhielt er den „Grand Prix FNAC“ für seine mit Rachel Gould entstandene Hommage an Chet Baker „ A Sip of Your Touch“. In den 1990er Jahren spielte er im Quartett von Bob Brookmeyer und für ihr Album „Paris suite“ erhielten sie 1994 den „Prix de l´Academie Jazz“. Ab 1996 arbeitete er mit der bretonischen Sängerin Annie Ebrol an Fusion Projekten zwischen Jazz und bretonischer Folkmusik (Album „Voulouz Loar“, italienisch „Velluto di luna“ 1998). Zusammen traten sie auf verschiedenen internationalen Festivals auf und im 2001 im Pariser „Théâtre de la Ville“ aufgeführten „Flouradenn“ (mit Paolo Fresu und dem Klarinettisten Laurent Dehors). 2005 veröffentlichte er mit jungen Musikern des „Conservatoire national supérieure de musique et de dance“ im Rahmen seines „Jazzoo“-Projekts „Roots and Roses“. Del Fra arbeitet auch mit dem Pianisten Michel Graillier zusammen („Soft talk“ 2000).

Seit 2004 leitet er die Abteilung Jazz und improvisierende Musik am „Conservatoire de Paris|Conservatoire national supérieure de musique et de dance“ in Paris, wo er seit 1998 Kontrabass unterrichtet.

Del Fra arbeitet auch nach wie vor als Filmkomponist, u.a. für den belgischen Filmemacher Lucas Belvaux. Er komponierte außerdem Auftragskompositionen u.a. für das Paris Jazz Festival („Silent Call“ 1992) und im Auftrag des französischen Kultusministeriums („Julesverniana“ für Sopransaxophon und Symphonieorchester 2005).

2006 erhielt er den Django d’Or (Frankreich) als „Etablierter Musiker“. 2003 wurde er „Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres“.

Diskographische Hinweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Kunzler: Jazzlexikon. Directmedia Publ., Berlin 2005, ISBN 3-89853-018-3 (1 CD-ROM)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Riccardo Del Fra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien