Richard Böklen

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Richard Böklen (* 31. Januar 1861 in Sulz am Neckar; † 26. August 1934 in Stuttgart) war ein deutscher Architekt, württembergischer Baubeamter und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten]

Richard Böklens Vater war der Mathematiker Otto Böklen, Direktor der Realanstalt in Reutlingen. Von 1878 bis 1881 absolvierte er sein Studium an der Königlich Württembergischen Baugewerkschule Stuttgart (heutige Hochschule für Technik Stuttgart) unter Joseph von Egle. Dabei war er für Praktika auch in Tübingen und St. Gallen in der Schweiz. 1889 unternahm er eine Studienreise nach Italien.

Nach 1889 ging Richard Böklen nach Berlin zu Ernst von Ihne, wo er unter anderem beim Bau des Schlosses Friedrichshof, beim Umbau des Berliner Schlosses und am Wettbewerbsentwurf für das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal mitarbeitete. In dieser Zeit begegnete er Carl Feil, mit dem er 1895 ein gemeinsames Architekturbüro in der Stuttgarter Eberhardstraße eröffnete (als „Bureau für Architektur und Kunstgewerbe“).

1893 heiratete er die Apothekerstochter Gertrud Finckh aus Reutlingen, die Schwester des Dichters Ludwig Finckh. Eine Tochter der beiden war Malerin Hilde Böklen.

Im Jahr 1896 wurde Richard Böklen als Regierungsbaumeister (Assessor in der staatlichen Bauverwaltung) bei der Königlichen Domänendirektion in Stuttgart beschäftigt.

1901 wurde er zum Professor an der Baugewerkschule Stuttgart ernannt.

Als freischaffender Architekt (zusammen mit Carl Feil) wie auch als Professor der Baugewerkschule Stuttgart baute Richard Böklen insgesamt sieben Kirchen in Württemberg, darunter die Lutherkirche in Cannstatt, außerdem Arbeitersiedlungen in Stuttgart. Einer seiner Schüler war Gustav Epple, der spätere Gründer des Bauunternehmens Epple.

Ende der 1920er Jahre wurde das Büro Böklen und Feil geschlossen, so dass sich Böklen nur noch seiner Tätigkeit als Dozent widmete. 1930 beendete er seine Karriere und ging in den Ruhestand.

Am 26. August 1934 starb er in Stuttgart mit 73 Jahren.

Werk[Bearbeiten]

nach historischen Quellen (Auszug)
nach jüngeren Quellen (Auszug)
  • Evang. Lutherkirche in Stuttgart-Bad Cannstatt (Renovierung 1897–1900)
  • (Alte) Villa Haux in (Albstadt-) Ebingen (Neue Fassade und Pavillonanbau 1898)
  • Friedhofskapelle in (Albstadt-) Ebingen (Neubau 1898–1899)
  • eigenes Atelier- und Wohnhaus Arminstraße 13 in Stuttgart-Heslach (Neubau 1898–1899)
  • Wohnbebauung Kolonie Ostheim, Kanonenweg 185-191 (Neubau 1900–1901)
  • Wohnbebauung Kolonie Ostheim, Raitelsbergstraße 21-39 (Neubau 1901–1902)
  • Wohnbebauung Kolonie Westheim in Stuttgart-Botnang (Neubau 1902–1903)
  • Oberamtssparkasse in Balingen (Neubau 1902–1903)
  • Evang. Peterskirche in (Albstadt-) Tailfingen (Renovierung 1905)
  • Evang. Pauluskirche in (Albstadt-) Tailfingen (Neubau 1906–1907)
  • Evang. Leonhardskirche in Stuttgart (Renovierung 1907)
  • Villa Daniel-Groz in (Albstadt-) Ebingen (Neubau 1907–1908)
  • Ackermannstift in Sontheim (1907–1909)
  • Neue Villa Haux in (Albstadt-) Ebingen (Neubau 1908–1909)
  • Evang. Matthäuskirche in Stuttgart (Renovierung 1910)
  • Franz-Schubert-Schule in der Wohnkolonie Westheim (Neubau 1912)

Literatur[Bearbeiten]

unveröffentlichte Quellen[Bearbeiten]

  • Nachlass der Familie Böklen, Stuttgart.